Sparen mit Baby: 16 Tipps für einen dickeren Geldbeutel

Ein Baby ist immer auch eine finanzielle Herausforderung. Umso wichtiger ist es, dass du deine Ausgaben unter Kontrolle behälst. Mit den folgenden 16 Tipps kannst du Jahr für Jahr eine vierstellige Summe sparen.



Sparen mit Baby: 16 Tipps für einen dickeren Geldbeutel


Sparen mit Baby: 16 Tipps für einen dickeren Geldbeutel



Sparen mit Baby

Die Geburt meines Sohnes war das prägendste Ereignis meines Lebens. Am Ende der Schwangerschaft glaubte ich nicht mehr daran, dass der kleine Mann noch schlüpft … Mit ein paar Tagen Verspätung war es dann aber soweit und unser kleiner Mann kam mit einem Knall zur Welt. Seitdem hat eine unbändige Lebensfreude bei uns Einzug gehalten.

Kein Geräusch ist schöner als das Lachen deines Kindes.

Was dieser Satz bedeutet, wusste ich erst, als mein Drei-Tage-Bart und die kitzeligen Stellen unseres Sohnes sich das erste Mal begegnet sind.

Neben einer unendlichen Bereicherung des Lebens, bringt das eigene Kind eine vorher ungekannte Belastung ins Leben. Ein Baby ist ein Vollzeitjob. Feierabend kennen die kleinen Racker nicht. Das bedeutet, dass die Mama in der Regel für einige Zeit zu Hause bleibt und der Papa vor und nach der Arbeit im Haushalt und der Kinderbetreuung eingespannt ist.

Neben der körperlichen und geistigen Dauerbelastung hat das Einschnitte beim Geldbeutel zur Folge. Bei uns ist die Situation zusätzlich erschwert, da meine Partnerin studiert und nur ein marginales Elterngeld aus ihrem Nebenjob bezieht. Hinzu kommt, dass ich parallel zu meiner Selbständigkeit noch eine Weiterbildung finanziere.

Sparen mit Baby ist ein wichtiges Thema für uns. Genau darum drehen sich die folgenden 16 Tipps. Vorab sei gesagt, dass nicht jeder Ratschlag zu dir passen wird. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen davon, wie er seinem Kind begegnen möchte. Das ist völlig normal. Das Wichtigste ist, deinen Gefühlen und nicht auf andere zu vertrauen.


Auf geht’s. #16 Tipps für einen dickeren Geldbeutel mit Baby.

I. Wozu ein eigenes Kinderzimmer?

Eine Geburt bedeutet nicht automatisch, dass du umziehen musst. Im ersten Lebensjahr ist ein Kinderzimmer überflüssig. Bis zum sechsten Lebensmonat haben Babys einen überschaubaren Aktionsradius. Die Nähe zu dir ist das wichtigste Wohlfühlkriterium. Eine kleine Wohnung kommt diesem Bedürfnis entgegen. Das Geld für einen Umzug, Kinderzimmer und eine höhere Miete kannst dir mit gutem Gewissen sparen.

 

II. Familienbett

Du hast das Bedürfnis, dein Baby nachts in deiner Nähe zu haben? Du möchtest auch im Schlaf mit ihm kuscheln? Trau dich. Körperkontakt ist für die Kleinen genauso wichtig wie für uns. Wir haben bis heute kein Kinderbett. Das gesparte Geld haben wir in eine große Emma Matratze* investiert, die wir direkt auf den Boden legen können. Dabei hatten wir Glück, dass wir ein deutlich günstigeres Ausstellungsstück bei Ebay Kleinanzeigen ergattern konnten.

Wenn unser Kleiner aufwacht, ist Mamas Brust direkt da. Schlaflose Nächte können wir an einer Hand abzählen, was wir zumindest teilweise auf das Familienbett zurückführen.

 

III. Tragehilfe statt Kinderwagen

Wir haben unseren Schatz von Anfang an getragen. Für mich gibt es nichts Schöneres als wenn er zufrieden an meiner Brust vor sich hinschlummert. Ich spüre seinen Atem und höre sein zufriedenes Grunzen. So macht Sparen Spaß. Egal, ob:

  • Tragetuch
  • Sling
  • Oder Babytrage …

alle Tragehilfen sind deutlich günstiger als ein Kinderwagen. Angenehmer Nebeneffekt vom Tragen:

Es hält fit.

Allerdings ist es empfehlenswert, sich noch anderweitig zu bewegen, da die Tragebelastung eine einseitige ist. Den Ratschlag habe ich selber vernachlässigt und der Lohn war ein stechender Schmerz im seitlichen Becken-Rücken-Übergang. Mit zunehmenden Gewicht des Babys wird ein sportlicher Ausgleich immer wichtiger.

Wenn du nicht auf einen Kinderwagen verzichten möchtest, kannst du auf ein gebrauchtes Modell zurückgreifen. Das schont den Geldbeutel.

 

IV. Wickelauflage statt Wickeltisch

Wenn du eine breite Kommode hast, kannst du einfach einen Wickelaufsatz kaufen oder selber bauen. Ich habe mir dafür Bretter im Baumarkt zuschneiden lassen und diese zu Hause abgeschliffen und mit speichelfester Holzlasur gestrichen. Die Bretter habe ich mit Holzschrauben verbunden und fertig. Kostenpunkt: 25 Euro

 

V. Stillen

Die günstigste Babynahrung ist Muttermilch. Das Superpraktische:

Du hast sie immer mit dabei.

Ganz abgesehen vom monetären Aspekt unterstützt Stillen die Mutter-Kind-Bindung. Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, dass eine beruhigende Wirkung hat und die Vertrauensbildung fördert.

 

VI. Babybrei selber kochen

Irgendwann stellt sich die Frage nach geeigneter Beikost. Die kannst du entweder kaufen oder selber machen. Ich koche den Brei einfach mit, wenn ich für uns am Herd stehe. Der zusätzliche Zeitaufwand beträgt vielleicht 3 Minuten. Alles, was es braucht, ist ein zusätzlicher Topf und klein geschnittenes Gemüse, dass du einfach pürierst, wenn es gar ist. Etwas später kannst du noch Fleisch hinzugeben. Beachten solltest du nur, dass Gewürze weitestgehend einen Bogen um den Babybrei machen sollten. Die Kleinen haben deutlich empfindlichere Geschmacksknospen als wir.

Unser Sohn bekommt das Gleiche wie wir, nur püriert. So fällt das Sparen mit Baby leicht.

Unser Sohn bekommt oft das Gleiche wie wir, nur püriert.

Am besten kochst du gleich etwas mehr und füllst es heiß in kleine Gläschen ab. Im Kühlschrank hält sich das Ganze ein paar Tage. Alternativ kannst du Brei auch portionsweise in einem Eiswürfelbehältnis einfrieren. Wir bevorzugen die Gläschenvariante.

Kostenpunkt pro Mahlzeit: Ein paar Cent

In Gläschen abgefüllt hält sich der Brei im Kühlschrank 4 bis 7 Tage. Das ist deutlich günstiger, als Brei zu kaufen.

Im Kühlschrank hält sich der heiß abgefüllte Brei vier bis sieben Tage.

 

VII. Größere Mengen vorkochen

Zeit ist mit Kind ein kostbares Gut. Wenn frisch gekocht wird, ist es daher sinnvoll, gleich für mehrere Mahlzeiten vorzukochen.

Neben kostbarer Zeit sparst du dir etwas Strom und mehrfachen Abwasch.

 

VIII. Sachen borgen oder Flohmarkt

Es ist unfassbar, wie schnell Babys wachsen. Sachen passen (wenn überhaupt) ein paar Monate. Danach muss die nächste Garnitur her. Wenn du alle Sachen neu kaufst, gibst du ein Vermögen aus. Schonender für den Geldbeutel ist es, wenn du dir Sachen bei Freunden und Familie leihst. Alternativ kannst du dich auch auf Babyflohmärkten umschauen.

Sind dir Flohmärkte nicht geheuer (so wie mir), gibt es andere tolle Möglichkeiten. So kannst du dir beispielsweise bei Räubersachen ökologische Kinderkleidung ausleihen und diese einfach wieder zurückgeben, wenn sie nicht mehr passt.

 

IX. Bücher ausleihen

Kinderbücher kannst du prima in der Bibliothek oder innerhalb deines Freundes- und Verwandtenkreises ausleihen. Aktuell nutzen wir allerdings noch eigene Bücher, da unser kleiner Mann erst 8 Monate alt ist und noch recht häufig seine Zähne in die guten Stücke vergräbt.

Geld haben wir aber nur für ein einziges Kinderbuch in die Hand genommen, ansonsten lesen wir ihm aus unserem normalen Fundus vor. Der Inhalt ist aktuell sowieso Nebensache. Viel wichtiger ist, dass er merkt, dass Papa und Mama ihm mit Begeisterung vorlesen.

 

X. Windeln nur in XXL-Packungen kaufen

Bei Windeln gilt wie bei fast allen anderen Produkten:

Je größer die Abnahmemenge, desto niedriger der Preis pro Stück.

Wir haben es so gelöst, dass uns regelmäßig ein großes Windelpaket nach Hause geliefert wird. Das ist bequem und schafft im Einkaufsbeutel Platz für andere Dinge.

 

XI. Baby abhalten statt Windeln

Der konsequenteste Schritt, um beim Windeln zu sparen, ist, auf Windeln zu verzichten. Ich habe einen riesen Respekt vor Eltern, die das schaffen. Wir haben es für ein paar Tage ausprobiert und sind an der Realität gescheitert. Tagsüber hat es ganz gut geklappt. Nachts wurde der Familienschlaf dafür immer wieder unterbrochen. Da uns ein erholsamer Schlaf langfristig wichtiger ist, haben wir uns entschieden, den Versuch abzubrechen und sind zu Einwegwindeln zurückgekehrt. Zumal uns schleierhaft ist, wie windelfrei unterwegs bei einem Baby funktioniert.

Ich stelle es mir für beide Seiten unangenehm vor, wenn Babys großes Geschäft versehentlich im Tragetuch landet. Trotzdem war es interessant zu sehen, dass Babys sich von Natur aus bemerkbar machen, wenn sie Pullern oder Kackern müssen. Leider verlernen sie diese Reflexe ein Stück weit durch das Windeln.

Kurzzeitig haben wir überlegt, Stoffwindeln zu nutzen. Nach verschiedenen Erfahrungsberichten haben wir uns letztlich dagegen entschieden. Es ist allerdings gut möglich, dass wir das bei unserem nächsten Kind anders handhaben.

 

XII. Mandelöl statt teure Cremes

Die Pflegeindustrie ist ein Milliardengeschäft. Mein Sohnemann soll so spät wie möglich ein Teil davon werden …

Die Haut eines Babys fettet in der Regel wunderbar von allein, wenn man es ihr nicht abgewöhnt (die von Erwachsenen übrigens auch). Zur Pflege reicht ein gutes Pflanzenöl völlig aus (wir nutzen Mandelöl*).

 

XIII. Tücher statt Lätzchen

Wenn du mit Beikost beginnst, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie die Kleidung geschützt werden kann. Im Sommer ist die Antwort recht einfach:

Ausziehen.

Im Winter sind große Tücher optimal, die einfach um den Hals gebunden werden. Wir nutzen einfach die Moltontücher*, die wir schon als Schutz für die Wickelunterlage und als Kopfkissen genommen haben. Sie decken neben den Sachen des Babys teilweise auch deine Kleidung mit ab. Teure Ganzkörperlätzchen für 7 Euro und mehr das Stück sind überflüssig.

 

XIV. Bahn statt Auto

Öfters mal die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, schont den Geldbeutel immer …

Mit unserem Sohnemann haben wir zusätzlich den Vorteil, dass meine Partnerin in seinem ersten Lebensjahr kostenlos Straßenbahn fahren darf. Das Auto nutzen wir zurzeit nur für Großeinkäufe und für Ziele, die etwas außerhalb liegen.

Hinzu kommt, dass unser kleiner Mann kein begeisterter Autofahrer ist. Straßenbahn und Bus gefallen ihm viel besser.

 

XV. Schneebesen und Topf statt Kinderspielzeug

Unser Kinderspielzeug können wir an zwei Händen abzählen. Und das, was wir besitzen, haben wir zum Großteil geschenkt bekommen. Ohnehin spielt unser Sonnenschein am liebsten mit Sachen, die wir auch benutzen. Ganz vorne mit dabei sind:

  • Zeitschriften
  • Schneebesen
  • Töpfe
  • Wäschekorb
  • Bücher
  • Kehrschaufel und Handfeger

Gerade in den ersten Monaten besteht keinerlei Notwendigkeit, für teuer Geld Babyspielsachen zu kaufen.

 

XVI. Jahreskarten für den Zoo

Zeitnah zur Geburt unseres Sohnes haben wir uns Jahreskarten für den Zoo gekauft. Bereits nach drei Besuchen lohnt sich das bei uns in Leipzig. Das Schöne:

Wenn wir mal einen längeren Spaziergang machen wollen, können wir einfach durch den Zoo schlendern.

Billiger wäre es zwar, ganz auf Zoobesuche zu verzichten (vielleicht sogar moralisch wertvoller), aber uns entspannt das ungemein und das ist es uns wert.

Günstig im Zoo: Für unser Kind gibt es einiges zu entdecken.

Unser kleiner Sohn ist fasziniert: Im Zoo gibt es einiges zu entdecken …


Resümee

Ein Baby bedeutet neben jeder Menge Glück immer auch eine finanzielle Belastung. Die Aufwendungen für unseren kleinen Mann halten sich durch die besprochenen 16 Punkte allerdings in Grenzen …

Wobei es aus meiner Erfahrung wichtig ist, offen miteinander zu sprechen. Gerade Dinge wie das Familienbett können eine Beziehung belasten. Für mich war es zu Beginn eine gehörige Umstellung, dass zwischen mir und meiner Partnerin plötzlich noch jemand lag. Schnell fühlt man sich zurückgesetzt und Gefühle wie Eifersucht können aufkeimen. Schaufelst du solche Gefühle in dich hinein, belastet das die Beziehung. Viel besser ist es, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Das Wichtigste für die Entwicklung eines Kindes sind immer noch glückliche Eltern.

Welche Erfahrungen hast du mit deinem Kind gemacht? Ist Sparen mit Baby überhaupt ein Thema für dich und wenn ja, hast du noch zusätzliche Spartipps?

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Dein Finanzkoch
Christoph Geiler


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Kommentare

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13 Kommentare

  1. Thomas Senf
    Reply Oktober 13, 23:51 #1 Thomas Senf

    Hallo Christoph,
    schöner Beitrag. Deine Skepsis gegenüber Flohmärkten solltest du überwinden. Es lohnt sich. Gerade bei Kleidung kann man sehr viel sparen.

    Beste Grüße Thomas

    • Finanzkoch
      Reply Oktober 15, 11:00 Finanzkoch Author

      Hallo Thomas,

      wir haben das Glück, dass wir 90 Prozent der Sachen aus der Familie beziehen können. Die meisten anderen Anschaffungen tätigen wir über Ebay-Kleinanzeigen.

      Beste Grüße aus Leipzig
      Christoph

  2. KostenRunter
    Reply Oktober 13, 21:26 #2 KostenRunter

    Hallo Christoph,

    75 % der Dinge haben wir bei unseren Kindern auch so gemacht. Beim Schlafen im Elternbett mussten wir uns damals natürlich auch viel anhören. „Du drückst beim Umdrehen das Kind tot“ Aber der Körper spürt unterbewusst immer, wo das Kind ist und es hat auch nie eine beinahe Siuation gegeben wo sich das Kind durch Schreien vor dem Erdrücktwerden hätte retten müssen (besoffen ins Bett gehen ist natürlich absolut tabu, aber damals hatte ich auch nicht das Bedürfnis). Das Kind umgekehrtrum spürt die Wärme und den Herzschlag der Eltern und fühlt sich unterbewusst viel sicherer. Bei Hunger nachts haben die Kinder dann sehr schnell ohne Geschrei die Brust gefunden und dann schmatz, schmatz. Sie hat die Kinder gestillt, wir hatten weder Milchpulver, Flaschenwärmer, ect. im Haus. Ich war dann für die Entsorgung zuständing. Bald nach dem Schmatzen hat es dann bei meinem Sohn immer in der Hose geknattert und ich habe ihn dann gewickelt. Stoffwindeln, auf die noch ein starkes Vliespapier gelegt wurde. Meist konnte man das meiste mit diesem Papier entsorgen, deswegen ging das mit dem Waschen. Irgendwelche Chemietücher hatten wir auch nicht, bei Bedarf wurde ein Waschlappen mit warmen Wasser angefeuchtet. Danach wurde er noch ein wenig rumgetragen und wieder zwischen uns gelegt. War für uns alle viel entspannter und sicherer als ein Kind allein im Kinderzimmer solange brüllen zu lassen, bis einer den inneren Schweinehund überwindet, aufsteht, das Milchpulver abmisst, anrührt, anwärmt … Nachdem das mit dem dem Totdrücken 1,5 Jahre nicht passiert ist war das Argument „Der ist jetzt so verwöhnt, den bekommt ihr nie wieder aus dem Bett“. Meine Antwort war „Spätestens wenn der mal eine Freundin hat, will er die nicht mit zu uns ins Bett nehmen“. Aber es ging viel schneller, als er fast zwei war sind wir umgezogen und haben ihm ein Kinderzimmer eingerichtet, er fand das toll und schlief darin von Anfang an durch.
    Tragetuch hatten wir auch, beim ersten Kind auch keinen Kinderwagen. Ich persönlich fand das auch viel praktischer. Wir sind viel mit der Straßenbahn gefahren und bei manchen Geschossen von Kinderwagen ist man da selbst als Vater auf fremde Hilfe angewiesen. Mit dem Tuch hatte ich immer die Hände frei. Das Tuch fördert auch das Laufen als wenn immer der leere Wagen nebenhergeschoben wird. Beide Kinder wurden als Kleinkinder stramme Wanderer und haben mit 5 schon gerne Ganztagestouren gemacht. Ist leider in der Pubertät verloren gegeangen.
    Alles in allem war die Zeit, in der mein Sohn Baby war, die schönste meines Lebens. Und wir kamen zu dritt mit dem Geld einer halben Stelle an der Uni aus. Obwohl wir fast alles Essen und etliches an Kleidung damals Bio gekauft haben. Wo man auch sparen kann sind Möbel. Den Wickeltisch hatte ich wie Du auch selbst gebaut aus einem uralten Küchentisch. Später wurden die seitlichen Bretter abgemacht und die Beine gekürzt, fertig der Spieltisch. Auch das schwere breite Küchenbüffet aus meiner WG wurde 14 Jahre als großer Kinderzimmerschrank genutzt, oben die Wäsche, unten Spielzeug (wovon das wenigste gekauft wurde). Das 50 jahre alte Teil hält viel mehr aus als der billige Preßspankram aus dem Möbelladen. Andere Möbel wie den Schreibtisch habe ich selbst aus Massivholzplatten gebaut, so dass sie mitwachsen können. Der Tripp-Trapp, den wir uns haben schenken lassen, hat die Kinder bis ind Vorschulalter begleitet und ist dann an meinen Bruder gegangen. Als Boden hatte ich im Kinderzimmer 4 mm dicken Kork verlegt und geölt. Dämpft beim Toben, hält warm und läßt sich nass wischen. Nach 14 Jahren dann gründlich abgeschliffen und wieder wie neu.

    • Finanzkoch
      Reply Oktober 15, 11:09 Finanzkoch Author

      Ich bin gespannt, wie lange unser kleiner Mann bei uns im Bett bleiben möchte. Es ist ein Stück weit beruhigend zu hören, dass das bei euch vor der Pubertät geklappt hat 🙂

      So viel Skepsis schlägt uns beim Thema Familienbett eigentlich gar nicht entgegen. Auch bei vielen anderen Punkten wie dem Tragen findet langsam ein Umdenken statt. Bei uns in Leipzig sieht man viele Eltern ihre Kinder tragen. Vor ein paar Jahren war das noch anders. Umso beeindruckender finde ich deinen Erfahrungsbericht.

      Herzliche Grüße aus Leipzig
      Christoph

  3. REX
    Reply Oktober 12, 22:09 #3 REX

    Wir sind auch Team Familienbett.. Ich finde es schade, dass einem von einigen Ärzten scheinbar immer noch suggeriert wird, dass man eine Gefahrensituation für das Kind schafft, wenn es nicht im eigenen Bett schläft. Natürlich muss man wie Christoph schreibt, einige sehr wichtige Punkte beachten, damit Co-Sleeping sicher ist. Ich möchte hier gar nicht darüber diskutieren, welche Problematik dahinter steckt, wenn das Baby im Elternbett schläft, weil ich fest an elterliche Sensoren glaube, die auch im Schlaf Gefahren abwenden können. Bspw. wenn das Baby in direkter Nähe zur Mutter schläft, kühlt oder erwärmt diese automatisch ihre eigene Körpertemperatur, um die Körpertemperatur ihres Babies zu regulieren. Die Schlafstörung kurz vor der Geburt sensibilisiert sie für die Zeit nach der Entbindung. Und was SIDS angeht, so hätte es die Menschheit hätte nie und nimmer bis hierher geschafft, wenn Babies in direkter Nähe ihrer Eltern diesem Risiko höher ausgeliefert wären als ohne ihr Beisein. Das belegen auch aktuelle Studien. Wenn Babies alleine schlafen, fallen sie mitunter in gefährlich tiefen Schlaf, weshalb ihre unausgereifte Atmung zu Atemstillständen führen kann. Ein gesundes Elternteil in direkter Nähe und in sicherer Schlafumgebung hat sogar einen eindeutig schützenden Effekt. Also, bitte keine Angst vor dem Natürlichsten auf der Welt: Die Nächte an der Seite unserer Babies verbringen, wie es die Menschen seit Jahrtausenden getan haben.

  4. Carlos
    Reply Oktober 12, 21:15 #4 Carlos

    @Ex-Studentin: Das mit der Muttermilch und dem Wasser erscheint mir so unsinnig, dass wir nie auf die Idee gekommen sind. Aber das das tödlich sein soll, erscheint mir doch etwas unplausibel. Hast Du einen entsprechenden wissenschaftlich validen Link dazu?
    Das mit den Schränken ist auf jeden Fall richtig (wobei ich zugeben muss, dass wir da keine 100% Abdeckung erreicht haben, bei genauer Betrachtung findet man auch bei uns womöglich noch ungesicherte Schränke / Regale…)

    Gruß
    Carlos

  5. Ex-Studentin
    Reply Oktober 12, 20:39 #5 Ex-Studentin

    Huhu Christoph, schöner Einblick in euer Leben! Babybrei selbst machen, ist besonders löblich. Das Baby im Bett wäre jedoch nicht meins. Normalerweise dreht sich die Mutter mit dem Baby im Schlaf. Aber bei starker Müdigkeit, Krankheit etc. hätte ich zu große Angst, mein Kind zu ersticken. Auch Haustiere sind gefährlich. In meiner entfernten Verwandschaft wollte die Katze mit dem Baby schmusen und hat sich leider aufs Gesicht gelegt. 🙁 Weitere Hinweise für andere Leser: Muttermilch nicht mit Wasser strecken. Ist für Kinder leider tödlich. Ebenso Schränke vor Umkippen sichern. Im Bekanntenkreis ist ein Kind einen Schrank hochgeklettert und wurde dabei erschlagen. Sind zwar alles Sonderfälle, aber der Trost hilft im Schadensfall nicht.

    • Finanzkoch
      Reply Oktober 12, 21:25 Finanzkoch Author

      Hallo Jenny,

      ich hoffe, die Geschichte mit der Katze ist glimpflich ausgegangen? Unsere Hasen sind was das angeht zum Glück ungefährlich.

      Das mit der Muttermilch ist mir auch neu – und es stellt sich mir dieselbe Frage wie Carlos: Warum sollte man Muttermilch mit Wasser strecken?

      Ein paar Schränke muss ich die Tage noch sichern. Wichtig ist auch, dass Steckdosen rechtzeitig geschützt werden. So etwas schiebt man gerne vor sich her. Wir haben es auch gerade noch rechtzeitig gemacht … Ein Tag später hat unser Sohnemann angefangen, sich für unsere Steckdosen zu interessieren.

      Wenn du dich mit dem Familienbett nicht wohlfühlst, ist das von Carlos angesprochene Beistellbett eine tolle Alternative.

      Liebe Grüße aus Leipzig
      Christoph

      • Ex-Studentin
        Reply Oktober 12, 22:09 Ex-Studentin

        Hi Christoph, meines Wissens nicht. Aber habe ich über mehrere Ecken erzählt bekommen. Das mit dem Schrank ist leider definitiv schlecht ausgegangen. Bei uns waren in den Steckdosen Sicherungen drin, wobei das auch eine gewisse Faszination ausübte. Stricknadeln passen optimal in eine Steckdose. Ein FI-Schutzschalter bewirkt auch schon viel. Sehr scharfe Tischkanten auf Kinder-Augenhöhe wurden bei uns abgeklebt und Türgriffe nach oben geschraubt, damit wir nicht so leicht rankamen. Der Mixer wurde aus dem Haushalt verbannt, da ich den Toilettengang meiner Mutter genutzt habe, um meine Hand da reinzuhalten (Hab das Ding zum Glück nicht anbe Das Packen ans Bügeleisen war hingegen weniger dramatisch und man lernt daraus. Letzten Endes gehört auch viel Glück im Leben dazu und so lange keine bleibenden Schäden bleiben, soll ein Kind ruhig auch „schlechte“ Erfahrungen machen.

  6. Carlos
    Reply Oktober 12, 09:08 #6 Carlos

    Hallo Christoph,
    Du hast viele gute und valide Punkte genannt.

    Insbesondere den Punkt Kinderzimmer kann ich nur unterstreichen. Im ersten Jahr völlig überflüssig. Und auch später und bei mehr Kindern benötigt lange nicht jedes Kind von Anfang an ein eigenes Zimmer. Unsere drei Kinder haben bis die älteste in die Schule kam in einem Zimmer „gewohnt“, jetzt hat die Große ein eigenes Zimmer und noch teilen sich die beiden Kleineren ein Zimmer. Wir hatten zwar genug Zimmer, daher hat uns das nicht gespart, aber wir haben sie erstmal anders genutzt und umziehen sollte man dafür auf jeden Fall nicht zu schnell, das ist wirklich nicht nötig.

    Familienbett war nicht unser Ding, ich kann mit Knirps neben mir / zwischen uns nicht richtig schlafen und in Hinblick auf plötzlichen Kindstod / Überhitzung gibt es da unter Umständen einen Zusammenhang. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit einem sog. Baby-Bay / Beistellbettchen gemacht.

    Tragehilfe ist eine super Ergänzung, kann aber den Wagen imho nicht ersetzen. Manchmal braucht man einfach Hand und Bauch frei (z.B. um Klamotten anzuprobieren oder auch beim Arzt). Außerdem hat man mit Kinderwagen mit Fach und ggf. Netz immer gleich seinen eigenen Einkaufswagen dabei, auch praktisch.

    Zum Thema Wickeltisch gibt es Klapp-Wickeltische, die man auf die Badewanne stellen kann. Braucht wenig Platz und ist günstig.

    Viele Dinge, wie z.B. besagten Klapp-Wickeltisch, haben wir uns von Freunden und Verwandten geliehen. Dinge leihen oder gebraucht kaufen und wieder verkaufen ist eine super Sache. Spart nicht nur, sondern schont auch die Umwelt. Meine Frau und ich verdienen zusammen über 120k€ im Jahr und trotzdem waren wir uns nie zu schade, Dinge zu leihen oder gebraucht zu kaufen. Auf dem Flohmarkt ein ganzer Karton Baby-Klamotten für 15€? Kein Problem!

    Weiterer Tip: Nicht aufs Marketing reinfallen. Sobald irgendwo Hochzeit oder Baby draufsteht, kostet es schnell das doppelte. Kindersitze mit Super-Mega-Turbo-Sicherheit für 350€? Ich kann mich beherrschen. Ein vernünftiger Kindersitz / Babyschale ist Pflicht, aber immer mit Augenmaß. Baby-Monitor-Detektionsmatratzen mit Überwachungssystem?

    Wer möchte oder das für sein gutes Gefühl braucht, kann das gerne machen. Nur niemand sollte denken, dass das tatsächlich notwendig ist.

    Schön auch: Babyfotos. Wir haben von allen Kindern professionelle Babyfotos machen lassen. Das ist uns wichtig, wir fotografieren auch selber gern und viel. Die Fotos haben je ~150€ gekostet. Ist schon viel Geld. Kürzlich habe ich bei dem Fotografen von damals nochmal nachgeschaut, da wir überlegt hatten, für Neu-Eltern einen Gutschein für Fotos zu schenken. Jetzt ist der Fotograf bei 350€ für ein Babyshooting. Geht’s noch?

    Und last but not least: Bitte keine unsinnigen Versicherungs- und Vorsorgeprodukte aufschwatzen lassen.

    Letztlich kann man sagen, dass viele Neu-Eltern stark gefordert und an vielen Stellen unsicher sind und zahlreiche Leute davon leben, genau das auszunutzen. Was Kinder wirklich brauchen ist Nähe und Liebe (und Essen), wie Christoph ja schon ganz richtig sagte, dann erstmal ganz lange nichts und danach eigentlich nur recht wenig.

    Gute Orientierungsfrage: Braucht das Kind das oder brauche ich das?

    Schönen Gruß
    Carlos

    • Finanzkoch
      Reply Oktober 12, 21:16 Finanzkoch Author

      Hallo Carlos,

      danke für deine Erfahrungen.

      Bei „Baby-Monitor-Detektionsmatratzen mit Überwachungssystem“ habe ich direkt mal Google befragt. Schon irre, was es alles gibt. Und wenn es „für Babys“ ist, kostet es direkt das doppelte. 350 Euro für ein Babyshooting ist einfach verrückt … das haben wir uns genau aus dem Grund auch gespart.

      Mit dem Thema Familienbett haben wir uns lange beschäftigt. Inzwischen hat die Forschung hier mit vielen Vorurteilen aufgeräumt. Risikofaktoren sind vor allem, wenn das Baby bei rauchenden und/oder alkoholisierten Eltern schläft. Auch das Schlafen auf einer Couch erhöht das Risiko des plötzlichen Kindstods.
      Wer sein Kind mit bei sich im Bett haben möchte, sollte das mit gutem Gewissen tun. Alles was man machen muss, ist ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Als unser kleiner Mann noch ganz klein war, haben wir ihn beispielsweise nicht zugedeckt, sondern mit einem Babyschlafsack warm gehalten.

      Das Beistellbettchen/Baby-Bay ist auch eine schöne Lösung. Unsere Geschwister haben damit wie du sehr gute Erfahrungen gemacht und wir haben auch darüber nachgedacht. Zudem Zeitpunkt hatten wir uns aber schon zu sehr daran gewöhnt, dass der Kleine zwischen uns liegt.

      Gut, das du noch den Punkt „unnötige Versicherungen“ angesprochen hast. Das ich das als Finanzblogger vergessen habe … 🙂

      In diesem Sinne:
      „Was Kinder wirklich brauchen ist Nähe und Liebe (und Essen), wie Christoph ja schon ganz richtig sagte, dann erstmal ganz lange nichts und danach eigentlich nur recht wenig.“ –> Amen.

      Liebe Grüße aus Leipzig
      Christoph

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