Was taugt der Dirk Müller Premium Aktien-Fonds?

Vor einigen Tagen bin ich über ein Interview auf wallstreet:online gestolpert, indem Dirk Müller zu der außergewöhnlichen Performance seines Fonds im Jahr 2018 befragt wird. Der Artikel lüftet dabei die „Geheimnisse“ des Dirk Müller Premium Aktien-Fonds. Diesen Geheimnissen werde ich auf den Grund gehen und die positive Performance des Produktes im Jahr 2018 ins richtige Licht rücken.



Was taugt der Dirk Müller Premium Aktien-Fonds?


Was taugt der Dirk Müller Premium Aktien-Fonds? Die Podcast-Episode zum Artikel:

Shownotes:

Die wichtigsten Inhalte:

  • 2018 hat der Fonds trotz des schlechten Marktumfeldes eine Rendite von knapp 10 Prozent erreicht
  • Bei längerfristiger Betrachtung sieht die Performance allerdings dürftig aus
  • Der Fonds richtet sich an Anleger, die Angst vor sinkenden Börsenkursen haben

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Textbeitrag – Was taugt der Dirk Müller Premium Aktien-Fonds?

Der Dirk Müller Premium Aktien-Fonds hat 2018 in einem negativen Marktumfeld knapp 10 Prozent an Wert zugelegt. In diesem Beitrag nehmen wir den Fonds näher unter die Lupe und rücken die positive Performance von 2018 ins richtige Licht.

Dirk Müller Premium Aktien-Fonds: Die harten Fakten

Beginnen wir mit den harten Fakten des Dirk Müller Premium Aktien-Fonds:

• WKN: A111ZF
• Auflagedatum: 17.04.2015
• Ausgabepreis eines Anteils zum 17.04.2015: 100 Euro
• Aktueller Preis: 101 Euro (stand 14.02.2019)
• Wertentwicklung seit Auflage: 1 Prozent (stand 14.01.2019) → Ausgabeaufschlag unberücksichtigt
• Fondsvolumen: 153,8 Mio. Euro (am 28.12.2018 waren es noch 131,1 Mio. Euro)
• Laufende Kosten: 1,71 %
• Ausgabeaufschlag: max. 4 %

Die Anlagestrategie betreffende Fakten:
• Investiert in weltweit tätige Unternehmen mit den Schwerpunkten USA und Europa
• Aktuell hält der Fonds 34 verschiedene Aktien (stand: 14.02.2019)
• Alle Aktien werden gleich gewichtet
• Fondswährung: Euro
• Auf den Einsatz von Wertpapierleihe wird verzichtet
• Laufende Fondsgebühren sinken mit steigendem Anlagevolumen
• Einsatz von Futures, um Fonds gegen sinkende Börsennotierungen abzusichern
• Verzicht auf Spekulation mit Lebensmitteln
• Verzicht auf Unternehmen, die in der Öffentlichkeit einen schlechten Ruf genießen?

Vielleicht geht es dir ähnlich? Nach den „harten“ Fakten bleibt bei mir ein Grummeln in der Bauchgegend zurück. Der „Premium Fonds“ erreicht in den knapp 4 Jahren seines Bestehens eine Gesamtperformance von 1 Prozent …

Dabei gefällt mir der Onlineauftritt von Dirk Müller auf den ersten Blick durchaus. Mit seinem Fonds geht er transparent um. Die einzelnen Aktienpositionen werden vorgestellt und es gibt regelmäßige Webinare zum Fondsgeschehen, bei denen Dirk Müller höchstpersönlich vertreten ist. Anleger, die sich für den Fonds entscheiden, müssten eigentlich wissen, worauf sie sich einlassen. Eigentlich …

 

Was bleibt, ist das Gefühl einer gut geölten Marketingmaschine

Auf den zweiten Blick bleibt bei mir das Gefühl einer gut geölten Marketingmaschine zurück. Wenn Dirk Müller im Vorstellungsvideo zum Fonds von sinkenden Gebühren bei steigendem Volumen spricht, wird aus dem Grummeln im Bauch Übelkeit. Um herauszufinden, was „Mr. Dax“ mit sinkenden Gebühren meint, musste ich das 88-seitige Verkaufsprospekt zu Rate ziehen. Auf Seite 43 findet sich:

„Die jährliche Vergütung reduziert sich um 5 Basispunkte, sobald das Fondsvolumen EUR 100 Mio. oder mehr beträgt, sowie um weitere 5 Basispunkte, sobald das Fondsvolumen EUR 250 Mio. oder mehr beträgt. Die Gesellschaft ist berechtigt, hierauf monatlich anteilige Vorschüsse zu erheben.“

Die von Dirk Müller knackig vorgetragene Kostenreduzierung entpuppt sich als Marketingente. 5 Basispunkte entsprechen 0,05 Prozent. Erreicht der Fonds irgendwann die 250 Mio. Euro, sinken die laufenden Kosten auf sagenhafte 1,61 Prozent. Für einen aktiv gemanagten Fonds ist das durchaus üblich, aber mit einer möglichen Kostenreduzierung von 10 Basispunkten auf Kundenfang zu gehen, hat ein Geschmäckle.

Die Kosten sind egal, wenn die Performance stimmt

In meiner Strukturvertriebszeit wurde mir eingetrichtert: Die Kosten sind egal, wenn am Ende die Performance stimmt.

Was mir damals nicht verraten wurde: Meistens stimmt die Performance nicht, wenn die Kosten hoch sind …

Und genau so verhält es sich beim Dirk Müller Premium Aktien-Fonds. Als Vergleichsmaßstab nennt Dirk Müller im Interview mit wallstreet:online den MSCI World Value Index, welchen ich dem folgenden Vergleich zu Grunde legen wollte. Leider habe ich kein Produkt gefunden, das exakt diesen Index nachvollzieht. Daher habe ich mich für den MSCI World Enhanced Value Factor Index entschieden. Er ist auf Dreijahressicht ähnlich gelaufen wie die von Dirk Müller genannte Benchmark und hat den Vorteil, dass es ETFs gibt, die ihn nachbilden. Als Vergleichsprodukt zum Fonds von „Mr. Dax“ wird uns daher der iShares Edge MSCI World Value Factor UCITS ETF dienen (WKN: A12ATG).

So schneidet Dirk Müller gegen seine Benchmark ab

Unser Betrachtungszeitraum sind die letzten 3 Jahre (14.02.2016 bis 14.02.2019). Aus folgenden Gründen:

• Beide Fonds sind in unterschiedlichen Währungen aufgelegt. Der EUR/USD-Kurs ist für diesen Zeitraum trotz zwischenzeitlicher Schwankungen nahezu unverändert und kann damit ignoriert werden
• Auf Dreijahressicht entspricht die Rendite des MSCI World Enhanced Value Factor Index in etwa dem des MSCI World Value Index
• Da onvista die Renditen für die letzten 3 Jahre von allein auswirft, sparen wir uns Rechenaufwand
• Ein längerer runder Zeitraum ist nicht möglich, da der Dirk Müller Fonds noch keine vier Jahre alt ist

Wechselkursänderung EUR/USD im Betrachtungszeitraum

Die Abbildung zeigt den nahezu unveränderten Wechselkurs zwischen Euro und Dollar im Betrachtungszeitraum.

Der Wechselkurs beider Währungen ist für den Betrachtungszeitraum nahezu unverändert. Quelle: onvista

 

Die Performance des Dirk Müller Premium Aktien-Fonds

Erfahrungen mit dem Dirk Müller Premium Aktien-Fonds: Die Abbildung zeigt die Wertentwicklung des Fonds vom 14.02.2016 bis zum 14.02.2019. Es schlägt eine Performance von 11,02 Prozent zu Buche.

Vom 14.02.2016 bis zum 14.02.2019 hat der Fonds 11,02 Prozent erwirtschaftet. Quelle: onvista

 

Die Performance des iShares Edge MSCI World Value Factor UCITS ETF

Der iShares Edge MSCI World Value Factor UCITS ETF hat im selben Zeitraum eine Gesamtperformance von 42,4 Prozent erzielt.

Der iShares Edge MSCI World Value Factor UCITS ETF hat im selben Zeitraum eine Gesamtperformance von 42,4 Prozent erzielt. Quelle: onvista

Der ETF hat in den letzten 3 Jahren eine Gesamtperformance von 42,4 Prozent erzielt. Für den Dirk Müller Premium Aktien-Fonds schlagen 11,02 Prozent zu Buche. Das ergibt eine „Underperformance“ von 31.38 Prozentpunkten. Auch wenn die Fondskosten des „Premium Fonds“ als Ursache ins Auge springen, reichen sie für eine Erklärung nicht aus. Eine weitere Ursache für das schlechte Abschneiden ist die ständige Absicherung durch Futures gegen sinkende Kurse.

Dirk Müller wird dazu von wallstreet:online mit folgenden Worten zitiert:

Ein passiver ETF muss erstmal hohe Verluste (56 % im Jahr 2008 oder sogar 75 % im Jahr 2003) aufholen, wir gehen sofort mit einem großen Depotvolumen in die Gewinnzone. So konnten wir den Einbruch im Februar 2018 vermeiden, aber vom danachfolgenden Anstieg im April profitieren. Ab Oktober waren wir dann wieder vollständig abgesichert. Das Ergebnis waren besagte 9,7 % Plus gegenüber 6,3 % Verlust im Vergleichsindex.

In fallenden Märkten sorgt die Absicherung des Portfolios für eine überdurchschnittliche Entwicklung. Das erklärt das gute Abschneiden des Fonds im Jahr 2018. Die Quittung dafür gibt es bei steigenden Kursen, wenn die Absicherung zu Verlusten führt und die Performance des gesamten Fonds beeinträchtigt.

Da wir langfristig einen positiven Drift in den Aktienmärkten haben, richten Absicherungen mehr Schaden an als das sie Nutzen stiften. Am Beispiel des Dirk Müller Fonds wird das deutlich. Selbst wenn es jetzt zu einem größeren Einbruch kommt, müssen durch die Absicherungen erst einmal 31,38 Prozentpunkte Underperformance aufgeholt werden …

Ob das realistisch ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Zumindest wird die Zielgruppe des Fonds klar. Dirk Müller richtet sich mit dem Fonds direkt an seine Leserschaft. Allein die Titel seiner Veröffentlichungen machen klar aus welcher Richtung der Wind weht:

Crashkurs: Weltwirtschaftskrise oder Jahrhundertchance?*
Showdown: Der Kampf um Europa und unser Geld*
Machtbeben: Die Welt vor der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten*

Crashpropheten wie Max Otte, Matthias Weik und Marc Friedrich lassen grüßen. Das Geschäftsmodell sieht bei allen ähnlich aus. Erst wird mit Büchern und Fernsehauftritten Angst geschürt und dann werden Fonds aufgelegt, mit denen der „Hype“ um die eigene Person ausgenutzt wird. Mehrwert für den Anleger? Zweifelhaft.

Aber der Fonds verzichtet auf Wertpapierleihe: Das muss doch zu was gut sein?

Dirk Müller hält seinem Fonds zu Gute, dass er auf Wertpapierleihe verzichtet. Bei der Wertpapierleihe werden im Falle eines Aktienfonds Aktien an einen Dritten verliehen, der sich dazu verpflichtet, diese zu einem späteren Zeitpunkt zurückzugeben und zusätzlich eine kleine Leihgebühr zu zahlen. Da erhebliche Sicherheiten hinterlegt werden, ist das Risiko eines solchen Geschäfts für den Fonds gering. Gleichzeitig können zusätzliche Erträge erwirtschaftet werden. Die Erträge aus der Wertpapierleihe sind aufgrund des niedrigen Risikos allerdings ebenfalls gering. Mehr zur Wertpapierleihe habe ich in folgendem Artikel festgehalten:

>Wertpapierleihe verstehen, um das Risiko für meinen ETF einschätzen zu können<

Letztlich ist auch der Verzicht auf Wertpapierleihe mehr ein Marketinginstrument als das damit tatsächlich Mehrwert für den Anleger geschaffen wird.

Wer steht hinter dem Dirk Müller Fonds?

Stellt sich als letztes noch die Frage, wer hinter dem Fonds steht und welche Aufgabe Herr Müller eigentlich übernimmt.

Das tägliche Fondsmanagement verantwortet die FOCAM AG. Laut Website ist die FOCAM eine bankenunabhängige, inhabergeführte Vermögensberatung und Vermögensverwaltung. Die FOCAM ist mir bisher vor allem aus Dokumentationen bekannt, bei denen Freiherr von Bechtolsheim zu Wort kommt, der mit der FOCAM AG Familienvermögen ab 30 Millionen aufwärts betreut.

Das vom Dirk Müller Premium Aktien-Fonds verwaltete Vermögen wird von der M.M.Warburg & CO (AG & Co.) KGaA verwahrt und als Sondervermögen geführt.

Dirk Müller hat letztlich zwei Funktionen. In erster Instanz ist er das Aushängeschild. Der Fonds trägt seinen Namen. In jedem Video und Webinar ist er zu sehen. Auch auf Anlegerveranstaltungen ist er präsent. In zweiter Instanz ist er nach eigener Aussage Berater der FOCAM AG bezüglich des Dirk Müller Premium Aktien-Fonds. Wie genau das aussieht, wird nicht verraten.

Resümee: Der Dirk Müller Premium Aktien-Fonds

Der Dirk Müller Premium Aktien-Fonds ist exakt auf seine Zielgruppe zugeschnitten und weiß auf den ersten Blick zu gefallen. Die Nutzung von Absicherungen vermittelt Sicherheit, sinkende Kosten mit steigendem Anlagevolumen klingen fair und der Verzicht auf Wertpapierleihe ist der krönende Abschluss des Konzeptes.

Beim zweiten Blick kippt das Bild allerdings. Die Wertpapierleihe wird verteufelt, nur um im gleichen Atemzug ausgiebig von Derivaten (Futures) Gebrauch zu machen. Auch die Kostenreduzierung entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als lahme Ente. Ganz davon abgesehen, dass die gute Performance im Jahr 2018 bisher eine punktuelle Erscheinung ist. Seit Auflage hat der Fonds gerade einmal 1 Prozent erwirtschaftet. Auf Dreijahressicht liegt der Dirk Müller Premium Aktien-Fonds gar 31,38 Prozentpunkte hinter unserem Vergleichsprodukt. Wobei ich fairerweise anmerken möchte, dass ein Dreijahreszeitraum zu kurz für eine abschließende Beurteilung ist …

Seinem schwachen Abschneiden zum Trotz haben Anleger dem Fonds 153 Mio. Euro anvertraut. Allein in den letzten 1,5 Monaten sind über 22 Mio. Euro in den Fonds geflossen. Das zeigt, dass die >Jagd nach vergangenen Renditen< immer noch ein verbreitetes Phänomen ist. Denn es ist davon auszugehen, dass die 22 Mio. Euro hauptsächlich aufgrund des guten Abschneidens im Jahr 2018 in den Fonds geflossen sind.

Dirk Müller richtet sich mit seinem Fonds an Anleger, die sich vor dem nächsten Einbruch der Kapitalmärkte fürchten. Wobei zum Schluss die Frage erlaubt sei, ob ein Aktienfonds für diese Zielgruppe das bevorzugte Mittel der Wahl sein sollte?

Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

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Kommentare

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23 Kommentare

  1. Dirk Brüller
    Reply März 12, 08:12 #1 Dirk Brüller

    Top Artikel. Leider wird Dirk Müller weiter seine Schafe um sich sammeln. Die ließen sich noch nie von Fakten, sondern nur von Ängsten, leiten. Wie lange kündigt der Junge jetzt schon den „totalen Crash“ an?

    • Finanzkoch
      Reply März 14, 11:15 Finanzkoch Author

      Das weiß ich gar nicht genau. Ich glaube, der Crash ist jetzt mindestens 10 Jahre überfällig laut Herrn Müller 😉

  2. Maciej
    Reply März 08, 16:37 #2 Maciej

    Tolle Analyse! Noch eine kleine Ergänzung zum Vergleichsindex:
    Du hast im Artikel den von Herrn Müller selbst gewählten Vergleichsindex MSCI World Value genannt, den Vergleich aber mit einem anderen Index angestellt. Auf der Webseite von MSCI (https://www.msci.com/end-of-day-data-search) lassen sich die Daten der verschiedenen Indizes herunterladen. Man kann die Fonds-Performance somit direkt mit dem entsprechenden Index vergleichen.

    Wählt man den korrekten Index, kann ich dennoch kein Schlagen des Index durch Herrn Müllers Fonds erkennen. Der MSCI World Value Index in Euro hat in der Price-Version vom 15.02.2016 bis zum 14.02.2019 eine Rendite von gut +26% erzielt, in der Net-Variante von gut +37%. Damit schrumpft die Differenz um wenige Prozentpunkte, von einer Outperformance trotzdem keine Spur.

    Viele Grüße

    • Finanzkoch
      Reply März 14, 11:14 Finanzkoch Author

      Hallo Maciej,

      ich habe bewusst, den anderen Index gewählt, da ich es spannender finde, Anlagen miteinander zu vergleichen, die tatsächlich möglich sind. Wenn es auf einen Index kein Produkt gibt, bleibt der Vergleich ansonsten bloße Spielerei.

      Liebe Grüße aus Leipzig
      Christoph

  3. cashtom
    Reply März 03, 18:15 #3 cashtom

    chapeau, ich muss zugeben dass ich vor längerem auch beinahe auf den Herrn herein gefallen wäre, wenn mich nicht wie immer mein Bauchgefühl davor gewarnt hätte. irgendwie hatte ich immer den Eindruck dass Mister DAX zu großspurig war was mich abschreckte. wenn man den Finanzkoch und den Finanzwesir liest ist man vor solchen Marktschreiern geschützt. wie schon oben gesagt, die Kosten sind eigentlich egal wenn die Performance stimmt aber das ist ja bei den meisten Fonds nicht der Fall . also weiter so koch gute Gerichte in deiner Küche und keine Gerüchte

    • Finanzkoch
      Reply März 06, 12:38 Finanzkoch Author

      Wenn ich Herrn Müller zuhöre, möchte ich ihm auch fast glauben –> reden kann er, das muss man ihm lassen. Und Respekt vor seiner geschäftlichen Leistung habe ich in jedem Fall (moralische Aspekte mal außen vor gelassen).
      LG, Christoph

  4. Geldfrau
    Reply März 03, 16:00 #4 Geldfrau

    Schön Schritt für Schritt analysiert. So können Anleger’innen sich Fonds nähern, über die sie irgendwo stolpern oder davon hören. Nüchtern mal die wichtigsten Fragen stellen.
    Wobei ich bei der Gesamtperformance alle Kosten einbeziehen würde, also inkl. laufender Gebühren plus Ausgabeaufschlag. Wenn ich das richtig gesehen habe, wäre die Gesamtperfomance dann sogar negativ?
    Beste Grüße – Dani

    • Finanzkoch
      Reply März 06, 12:36 Finanzkoch Author

      Hallo Dani,
      die laufenden Kosten sind in der Kursentwicklung berücksichtigt, da sie direkt aus dem Fondsvermögen entnommen werden. Der Ausgabeaufschlag variiert bei jedem Anleger, je nachdem wo erworben wird, daher habe ich ihn weggelassen.
      Liebe Grüße aus Leipzig
      Christoph

  5. Ally
    Reply März 01, 10:37 #5 Ally

    Moin, moin,
    danke für deinen gut lesbaren Artikel!

    Eine Kleinigkeit ist mir beim Lesen allerdings aufgefallen, und zwar bei deiner Berechnung der Underperformance:

    Der ETF hat in den letzten 3 Jahren eine Gesamtperformance von 42,4 Prozent erzielt. Für den Dirk Müller Premium Aktien-Fonds schlagen 11,02 Prozent zu Buche. Das ergibt eine „Underperformance“ von 31.38 Prozent.

    Die Differenz zwischen Prozentwerten wird nicht in Prozent gemessen („Prozent“ bezogen auf welche Grundgesamtheit?), sondern in Prozentpunkten 😉

    LG,
    Ally

    • Finanzkoch
      Reply März 01, 11:46 Finanzkoch Author

      Hallo Ally,
      danke für den Hinweis. Fehler ist behoben 🙂
      Liebe Grüße aus Leipzig
      Christoph

  6. Joerg
    Reply Februar 28, 08:32 #6 Joerg

    Hier gibt’s ein aktuelles Interview (90min) mit DirkM:
    https://www.aaronbrueckner.de/podcast/37-dirk-mueller-vom-boersenmakler-zum-mr-dax/
    Dirk glaubt WIRKLICH, er koenne den „Index“ schlagen (das ist keine Taeuschungs-Raffinesse sondern selektive Wahrnehmung).
    Zitat (in der zweiten Interview-Haelfte): „wir haben den Index auf allen Zeitebenen geschlagen“.
    Zur Ehrenrettung: er sagt nicht, welchen Index er meint … 😉

    Aber es wird mir klar, weshalb 130 Mio€ im Fonds sind:
    Es ist das Produkt/Label, das „Dazugehoeren“, das Vertrauen, dass wenn jemand soviel mehr ueber Boerse und Wirtschaft weiss als ich, mit Beraternetzwerk & Kontakten nach „ganz oben“, dann muss der das besser koennen als ich unwissendes Wuerstchen!
    Also kaufe ich fix sein Produkt und bin mit im Boot … fuehlt sich gut an.

    Mir ist das auch mal passiert in meiner aktiveren Trading Zeit. Ich lass viel auf godmodetrader.de und merkte: die haben oefters recht als ich (mit der kurzfistigen Markteinschaetzung). Also flux den GODMODETRADER Fonds gekauft und drei Jahre gehalten.
    Bin grade so mit einer Null rausgekommen ;-). Da war nicht annaehernd aus „recht haben“ Geld geworden 🙂

    Merke: Den Markt (Index) schlagen ist leicht. Es gibt viele gute Strategien (Equalweight, Momentum, TradingSetUps etc). Aber nach Kosten und Steuern nicht mehr.
    Deshalb bin ich passiver Breit-Index-ETF-Anleger geworden. Passt aber auch zu meinem Mindset. Ob es zu deinem passt? Keine Ahnung. Probier es aus?

    • Joerg
      Reply Februar 28, 13:54 Joerg

      Noch eine Erkenntnisebene hoch (ja, meine Leitung ist duenn und alt …):

      Wir sollten den Robin Muellers, Erhard Hoods und Geronimo Flossbachs dankbar sein! Das sind Helden!

      Sie nehmen Geld von ungebildeten u./o. reichen Angsthasen stecken es in ihre Fonds und es fliesst 1,6-2,0% via TER und 0,3-0,5% ueber „Hin&Her“ – manchmal noch Performance-Gebuehren – zurueck in den Wirtschaftskreislauf!

      Ist doch viel besser als dessen Geld in einen Index-Fonds zu stecken. Dann wuerde nur 0,1-0,3% in fremde Laender troepfeln (Vanguard/Black Rock)?
      Das hilft unserer Gesellschaft in D nix, oder?

      Also kauft Dirk-Mueller-Premium und Konsorten!

    • Finanzkoch
      Reply März 01, 12:03 Finanzkoch Author

      Hallo Joerg,
      an der Tatsache, dass Herr Müller glaubt, den Index schlagen zu können, ist zunächst nichts verwerfliches (gibt ja auch Fonds, die das schaffen. Die Frage ist, ob das Glück oder Zufall ist und ob sie es auch in Zukunft können). Was ich befremdlich finde, ist der Glaube, dass er seinen Vergleichsindex tatsächlich geschlagen hat …
      Liebe Grüße aus Leipzig
      Christoph

  7. cashius
    Reply Februar 27, 15:23 #7 cashius

    @ Joerg
    Diversifizierung bedeutet doch: nicht alle Eier in einen Korb!
    Insofern sichere ich mit dem Dirk-Mueller-Fonds einen Teil meiner „Millionen“ ab, ohne mich vom Markt zu verabschieden.
    Wie Finanzkoch im Artikel sehr schön beschrieben hat: 2018 war für den „Premium-Fonds“ recht gut,
    als alle anderen „gelitten“ haben. Für „Mütter des Porzellan-Ladens“ (wie für mich) ist diese Geld-Anlage eine gute Ergänzung. Ich find auch, dass etwas Gold oder Devisen die „Rendite-Bringer“ ergänzen sollten. Aber jeder Jeck ist halt anders . . .
    Mit bestem Gruß siggi

    • Joerg
      Reply Februar 27, 15:56 Joerg

      Ok, danke, Siggi

      kennst du „Alternative Liquids“? Smartinvestor geht damit immer hausieren …
      https://freiheitsmaschine.com/freiheitsforum/alternative-investments/aktiv-gemanagte-liquid-alternatives-las-auf-der-basis-von-hedge-funds-hfs/

      Vielleicht auch etwas, was dann fuer Dich in Frage kommt? Ggfls noch ein tucken professioneller als home-brewed-DirkM?

      Da steht das (hoffentlich) renditetechnisch, ausgleichende Element in schlechten Boersenphasen im Vordergrund … (falls mal ’n haessliches Entlein vorbeikommt)
      auch, wenn die (hohen) laufenden Kosten (und Erfolgsbeteiligung?) das einzig sichere sind, … bis wieder/vielleicht?/jemals?? ein (richtiger)Crash kommt

      Deshalb nix fuer mich, da muss man sehr genau (denken, dass man weiss?)wissen, was man tut 😉
      Viel Erfolg, Joerg

      • Finanzkoch
        Reply März 01, 12:20 Finanzkoch Author

        Hallo cashius, hallo Joerg,
        es müssen ja nicht gleich „Alternative Liquids“ sein. Zur Senkung des Risikos sind Anleihen (hohe Bonität, kurze Laufzeiten), Tagesgeld, Festgeld und Bargeld naheliegende und kostengünstige Optionen.
        Das Problem am Dirk Müller Fonds als Depotabsicherung sind ja nicht nur die hohen Kosten, sondern auch das das Management eine zukünftige Situation falsch einschätzen könnte und der Fonds in einer schlechten Börsenphase einfach mit nach unten rauscht.

        Liebe Grüße aus Leipzig
        Christoph

        • Smartinvestor
          Reply März 05, 23:47 Smartinvestor

          @Joerg
          „Ggfls noch ein tucken professioneller als home-brewed-DirkM?“
          Vielen Dank der ungewohnten Blumen. 🙂
          Wie komme ich zu der Ehre, professioneller als Mr. Dax? Soll ich vielleicht auch mal ne eigne Fondsauflage mit nen paar zig Mios versuchen? Wenn du das sogar sagst.

          „Deshalb nix fuer mich, da muss man sehr genau (…) wissen, was man tut 😉“
          War das nicht das, was uns der Finanzwesir die ganze Zeit versucht, beizubringen?!? Aber wenn er das nicht mal bei dir erreicht, bei wem dann, außer…, na weißt scho 😉

          @Finanzkoch
          „es müssen ja nicht gleich „Alternative Liquids“ sein.“
          Warum eigentlich nicht? Die sind neben Indexfonds/ETFs eine der ganz wenigen sinnvollen Finanzinnovationen für Privatanleger in den letzten 20 Jahren. Wie ETFs gab es die Hedgefonds zuvor nur als riskante Zertifikate in D. Beides habe ich mit Bauchschmerzen schon in den 90ern erfolgreich eingesetzt. Aber als es die dann als ETFs und LAs gab, war ich heilfroh und bin zügig drauf umgestiegen. Trotzdem erfordern beide eine sorgfältige Auswahl. Warum also nur ETFs aber keine mindestens ebenso nützlichen LAs?

          „Zur Senkung des Risikos sind Anleihen (hohe Bonität, kurze Laufzeiten), Tagesgeld, Festgeld und Bargeld naheliegende und kostengünstige Optionen.“
          Das ist leider ein Trugschluss. Hast du bei der Kosten auch die im Vergleich zu sehr sicheren Aktienindex-Anlagen enormen Opportunitätskosten für 0-Zinsanlagen mit Ausfallrisiken berücksichtigt? Daher raten wirkliche Finanzgrößen wie z.B. Warren Buffett dringend von Zinsanlagen ab. Und David Swensen aus Yale nimmt die nur wenn nicht zu vermeiden für kurzfristiges Cash-Management für die Versorgung von 1/3 des Yale Uni-Budgets.

          Mit meiner bei der Freiheitsmaschine beschriebenen Strategie unter dem von Joerg freundlicherweise oben angeg. Link erziele ich seit rund 20 Jahren eine ähnliche Vola wie durch eine rund 50/50 Aktien/Anleihen-Allokation aber mit absoluter und erst recht risikoadjustierter Outperformance von ein paar %-Punkten ggü. reinem Weltaktienindex (Sharpe liegt über 1), weil ich unkorrelierte reine Alpha-Instrumente (LAs) mit aktienähnlich hoher Rendite und Risiko zum statistischen Krisenschutz ohne Opportunitätskosten aber mit Rebalaning-Alpha statt Anleihen nutze.

          Ist das schwer zu verstehen? Ich bin Dipl.-Ing. und nutze dazu primär meine Ing.-Statistik, mit der ich auf Arbeit u.a. Großserienprozesse von Teile-Fertigungen und Komponenten-Montagen optimiert habe. Dinge, die viele Ingenieure bzw. Akademiker mit MINT-Background draufhaben. Die meisten meiner Gesprächspartner dazu haben auch diesen Background, von dem es in unserem Land der Tüftler Heerscharen geben müsste. Und inhaltiches Arbeiten, d.h. wissen was man tut, hat sich doch mittlerweile schon bei vielen unserer Technologieführer auf dem Weltmarkt eingebürgert (BASF, BMW, Bosch, SAP, Siemens…). Da kann es doch nicht soooo schwer sein, diesen State of the Art modernen Portfoliomanagements mit der statistisch optimierten Kombination von reinem Alpha und Beta mit Verstand anzuwenden, oder? Ich meine, die Grundlagen dazu wurden schon 1983 von Prof. Lintner, einem der das CAPM mitentwickelt hat, gelegt und seitdem erfolgreich angewendet, wenn man weiß, was man tut:
          https://www.cmegroup.com/education/alternative-investment-resource-center/research/lintner-revisited.html

          Dieses marketingmäßig aufgebauschte Dirk Müller Premium Gedöns kann man natürlich dagegen vergessen.

  8. Cashius
    Reply Februar 27, 13:00 #8 Cashius

    Halli Hallo,
    Ich bin so ein Dirk Müller Aktien Fonds Inhaber. Ich bin bisher sehr zufrieden mit der Entwicklung!
    Zum Diversifizieren ist der Fonds für mich genau das richtige!

    • Joerg
      Reply Februar 27, 13:50 Joerg

      Prima, Cashius,

      meinst Du, dass zB in 2018 der Mueller-Fonds positiv war, puffert das die Verluste in deinen anderen Fonds ab? Und das ist dann gut fuer dich, oder?

      Geht’s dir denn nicht um die Gesamt-Rendite von allen deinen Anlagen, um zB moeglichst viel fuer die Altersvorsorge zu erreichen?
      Ist es wichtiger fuer dich, dass die Buchwerte/Depots nicht so schwanken bis dahin?

      Wie ist denn deine Assetallokation (Prozente in Tagesgeld/Festverzinslichen/Aktien-Fonds/Einzelaktien)?
      Oder bist du gar schon in der Entnahmephase und brauchst deshalb nicht eine max. Rendite und eine Aussicht auf diese in der mittelfristigen Zukunft?

      Vielen Dank im Voraus, Joerg

  9. Joerg
    Reply Februar 27, 09:38 #9 Joerg

    Moin Christoph,
    ob wohl Dirk-Mueller-Anleger/Anhaenger hier mit lesen? Ich fuerchte nicht … Bitte melden?!
    Einfachere und ggfls „schoenere“ Fonds-Vergleiche kannst Du jeweils hier durchfuehren (einfach jeweils zu vergleichende ISINs in den Link kopieren):
    https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/ansicht/isins/DE000A111ZF1,IE00BP3QZB59
    Wertentwicklung: das muesste schon automatisch in EUR umgerechnet sein (jedenfalls steht’s so da)

    Interessanter (weil passender zu meiner Filterblasen-Anlage-Strategie) finde ich ja den Vergleich mit einem passiven Weltportfolio (zB iShares Core MSCI World):
    https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/ansicht/isins/DE000A111ZF1,IE00B4L5Y983
    LG & Viel Erfolg weiterhin, Joerg

    • Finanzkoch
      Reply Februar 27, 12:27 Finanzkoch Author

      Hallo Joerg,
      ich hoffe, dass auch Investierte über den Artikel stolpert. In dem Fall würde ich mich über Erfahrungsberichte freuen.
      Danke für die Links! Das ist deutlich schöner, als das was ich im Artikel genutzt habe.

      Liebe Grüße aus Leipzig
      Christoph

  10. Tobi88
    Reply Februar 26, 22:32 #10 Tobi88

    Ein nüchterne Analyse, sehr neutral und ehrliche Hinweise zwischendurch. (Oft wird einfach die beste oder schlechteste jahresansicht rausgezogen und einseitig gedeutet)
    Gut geschrieben👏