Friedrich & Weik Wertefonds in der Analyse

Mr. Dax und Prof. Dr. Max Otte bekommen Gesellschaft. Zwei weitere prominente Buchautoren gesellen sich zum erlauchten Kreis der Fondsmanager: Matthias Weik und Marc Friedrich.

Mit ihrem Wertefonds haben sie ein Produkt an den Markt gebracht, welches das Vermögen der Anleger durch den von ihnen proklamierten Crash der Kapitalmärkte lotsen soll. Im Beitrag analysieren wir den Fonds im Detail und gehen auf seine bisherige Performance (Stand 19.08.2020) ein. Ist der Wertefonds ein lohnendes Investment oder nicht?

Die Podcast-Episode: Was taugt der Friedrich & Weik Wertefonds?

Shownotes:

Die wichtigsten Inhalte:

  • Der Wertefonds richtet sich an Anleger, die an den Crash unserer Wirtschaftsordnung glauben
  • In der Coronakrise hat der Fonds eine gute Figur gemacht (Stand 31.08.2020)
  • Seinem ethischen und moralischen Anspruch wird der Wertefonds nicht gerecht
  • Die Fondskosten sind hoch
  • Seinem Anspruch der „erste offene Sachwertefonds Deutschlands“ zu sein, wird das Produkt aktuell nicht gerecht

Wertefonds von Weik und Friedrich:Das Buch Kapitalfehler von Matthias Weik und Marc Friedrich im Kräutergarten der Finanzküche.

Das Buch Kapitalfehler von Matthias Weik und Marc Friedrich im Kräutergarten der Finanzküche.

Textbeitrag: Friedrich & Weik Wertefonds in der Analyse

Die Initiatoren des Wertefonds: Matthias Weik und Marc Friedrich

Seit dem 02.01.2017 ist der Wertefonds von Matthias Weik und Marc Friedrich zu haben. Bekannt sind die Beiden durch ihre Bücher

geworden. Die inhaltliche Ausrichtung:

Der Crash kommt. Ganz bestimmt.

Die Bücher geben einiges her und regen Denkprozesse an. Leider fällt es zwischen den Zeilen schwer, die Schwarzmalerei der Autoren auszublenden. So bleibt am Ende der Lektüre – zumindest bei mir – ein fader Beigeschmack. Prädikat:

Kann man Lesen, muss man aber nicht.


Der größte Crash aller Zeit lässt bereits 8 Jahre auf sich warten

Mittlerweile sind seit der Veröffentlichung ihres ersten Buches 8 Jahre vergangen – 8 Jahre bangen Wartens auf den großen Crash (der ist schließlich die Lösung). Mit dem Coronavirus hatte das Warten scheinbar ein Ende. Innerhalb eines Monats ging es selbst für breit gestreute ETFs, die den MSCI World Index nachbilden, um über 30 Prozent bergab. Diese ETFs repräsentieren die Entwicklung der etwa 1.600 größten Unternehmen der Industrienationen.

Allerdings folgte auf den schnellen Einbruch, eine fast ebenso schnelle Erholung.

Wertentwicklung Lyxor MCI World UCITS ETF vom 19.08.2019 bis zum 19.08.2020. Quelle: www.onvista.de

Wertentwicklung Lyxor MCI World UCITS ETF vom 19.08.2019 bis zum 19.08.2020. Quelle: www.onvista.de

Einen Zusammenbruch der Aktienmärkte sehen wir selbst in Zeiten des Coronavirus bisher nicht. Trotzdem haben Matthias Weik und Marc Friedrich viele Fans. Allein ihr YouTube Kanal zählt zum 19.08.2020 über 100.000 Abonnenten.

Mit ihren Büchern, Der größte Raubzug der Geschichte* (2012), Der Crash ist die Lösung* (2014) und Kapitalfehler* (2016) legten die Beiden den Grundstein für ihre Bekanntheit. Der Wertefonds war 2017 für sie der nächste (logische?) Schritt, um ihr Angebot um den Lösungsbaustein zu erweitern.

  • Zielgruppe: Alle, die an den finalen Kollaps glauben.

Die Verheißung:

Werterhalt über den „größten Crash aller Zeiten“ hinweg.


Die Versprechungen des Friedrich & Weik Wertefonds

Die Homepage des Fonds kommt schick daher. Das Motto:

Zeit für Werte.

Laut Homepage ist der Fonds „Einzigartig, weil:

  • Deutschlands erster offener Sachwertefonds
  • Schutz vor Inflation, Negativzins und Enteignung
  • Bewährte Strategie von Deutschlands erfolgreichsten Wirtschaftsautoren erstmals als Fonds
  • Auch als Sparplan verfügbar“

Deutschlands erster offener Sachwertefonds? Das lasse ich noch durchgehen …

Aber „einzigartig, weil auch als Sparplan verfügbar“? Ernsthaft?

Und wann hat sich die Strategie von Matthias Weik und Marc Friedrich bewährt? In dem finalen Crash, der seit 2012 auf sich warten lässt (den Wertefonds gibt es erst seit 2017)? Zumindest das Abschneiden seit Auflage und während dem bisherigen Verlauf der Corona-Krise können wir uns im weiteren Verlauf anschauen.

 

Wertefonds in der Kritik: In welche Anlageklassen wird investiert?

Der Fonds investiert in fünf verschiedene Anlageklassen:

  • Edelmetalle (0-30 Prozent des Fondsvermögens)
  • Minenaktien (0-20 Prozent des Fondsvermögens)
  • Aktien (0-100 Prozent des Fondsvermögens)
  • Real Assets (0-20 Prozent des Fondsvermögens)
  • Cash (0-100 des Fondsvermögens)
  1. Cash

Freidrich & Weik unterscheiden taktische und physische Liquidität. Die taktische Liquidität „dient zur antizyklischen Nutzung von (Nach-)Kaufchancen“ und die physische der langfristigen Verwahrung.

Während der taktische Cash-Bestand auf Bankkonten liegt, wird die strategische Cash-Reserve in physischer Form (Banknoten) verwahrt.

Unsere Einschätzung:

  • Wenn man von einem Kollaps der Banken ausgeht, macht es Sinn, kein Geld auf Bankkonten zu bunkern. Die Frage ist, wo der Tresor für die physische Verwahrung steht …
  • Für den befürchteten Währungszusammenbruch im Zusammenspiel mit Inflation ist Cash in Tresoren allerdings ebenso ungeeignet wie Geld auf Bankkonten
  • Die physische Lagerung von Banknoten soll Negativzinsen vermeiden. Allerdings fallen auch für die physische Geldverwahrung Kosten an (sicherer Tresor, Versicherung, Verwaltung u.ä.)

 

  1. Real Assets

Real Assets sind Wald, Ackerland, Immobilien, Silber und Diamanten. Diese Assets machen absolut Sinn im Zusammenhang des Fondskonzepts. Was aufstößt:

Der Fonds wirbt damit, von Investitionen in ethisch und moralisch fragwürdige Unternehmen abzusehen. Wer sich mit der Herkunft und Förderung von Diamanten beschäftigt, weiß, dass deren Ursprung oft ebenso fragwürdig ist, wie die Geschäftsmodelle einiger Unternehmen. Auch die Förderung von Gold belastet die Umwelt stark.

Hier ist wieder das alte Problem: Was versteht man unter nachhaltigem Investieren?

Auf diese Problematik bin ich in meinem Artikel Nachhaltig Geld anlegen – geht das? eingegangen.

Unsere Einschätzung:

  • Auf den ersten Blick passen die „Real Assets“ in das Anlagekonzept des Wertefonds
  • Allerdings beißt sich die Anlage in Edelmetalle und Diamanten mit dem Anspruch der Moral und Nachhaltigkeit, der propagiert wird
  • Ob Wald und Ackerland die erhofften sichere Häfen sind, bleibt fraglich. In Zeiten des Klimawandels sind auch diese Anlagen mit Risiken behaftet

 

  1. Aktien

Hier habe ich mir verwundert die Augen gerieben …

Matthias Weik und Marc Friedrich gehen in ihren Büchern und in verschiedenen Interviews von einer massiven Überbewertung der Aktienmärkte aus und kommen auf ein Korrekturpotential zwischen 50 und 90 Prozent. Sie hegen sogar Zweifel, dass man Aktien zu den Sachwerten zählen kann. Nicht ohne Grund schwören sie auf Ackerland, Wald und Immobilien als Real Assets. Stellt sich die Frage:

Was suchen Aktien in ihrem Fonds?

Die Begründung findet sich wieder auf ihrer Homepage: „Entgegen einer häufig vorgetragenen Ansicht halten wir Aktien nicht in jedem Fall für solide Sachwerte. Vielmehr muss der Anleger stets sehr genau auf die Substanz eines Unternehmens schauen.“

Unsere Einschätzung:

  • Der Anleger muss darauf achten, dass er die guten Aktien kauft – die mit Substanz. Leuchtet ein. Ungefähr so klingt jedes zweite Fondsprospekt. Ein Alleinstellungsmerkmal ist das nicht.

 

  1. Minenaktien

Neben der Direktanlage in Edelmetalle beteiligt sich der Fonds auch an Minenaktien. Begründet wird das auf der Fonds-Website (Stand 20.08.2020) folgendermaßen:

„Eine Beteiligung an Minen-Unternehmen bietet folglich Chancen, am Wert künftig noch zu fördernder Goldreserven zu partizipieren. Die Werte der Aktien von Minengesellschaften entwickeln sich dabei zumeist in dieselbe Richtung wie der zugrunde liegende Rohstoff-Preis.“

Unsere Einschätzung:

  • Die Wertentwicklung von Minenaktien ist zum großen Teil von unternehmerischen Risiken geprägt. Ihr Risikoprofil ist vergleichbar mit anderen Branchen am Aktienmarkt und eher weniger mit dem von Edelmetallen
  • Es handelt sich hier um eine Branchenwette. Kann klappen, muss es aber nicht.

 

  1. Edelmetalle

Hier ist Gold gemeint. Da Gold von vielen als Krisenwährung schlechthin gesehen wird, überrascht es wenig, dass auch Matthias Weik und Marc Friedrich darauf zurückgreifen. Bis zu 30 Prozent des Vermögens wird in physisches Gold investiert.

Unsere Einschätzung:

  • Da Gold keine Erträge erwirtschaftet, ist es als Geldanlage umstritten
  • Als Alternativwährung hat es (eventuell) eine Daseinsberechtigung im Portfolio. Allerdings wurde der private Goldbesitz in vergangenen Krisenzeiten bereits verboten
  • Privatanleger sollten physisches Gold nicht über einen Fonds kaufen. Der Besitz ist sonst nachverfolgbar und werden Fondsanteile und damit der Goldbesitz veräußert, wird Kapitalertragssteuer fällig


Die konkrete Fondszusammensetzung mit Stand 17.08.2020

Bis zum 17.08.2020 sind 41,6 Millionen Euro in den Friedrich & Weik Wertefonds geflossen. Davon sind:

  • 27 Prozent in physische Edelmetalle
  • 22 Prozent in Minenaktien
  • 23 Prozent in Aktien
  • 16 Prozent in Real Assets
  • 11 Prozent in Cash

investiert. Die aktuelle Portfoliozusammensetzung findest du hier: https://www.fw-fonds.de/aktuelles/. Interessant ist, dass der Fonds knapp 3 Prozent seines Volumens in Bitcoin investiert hat. Damit ist er um eine weitere spekulative Komponente erweitert.

 

Die Kosten

Nachdem wir uns einen Überblick über die verschiedenen Anlageklassen des Wertefonds gemacht haben, wagen wir einen Blick auf die Kosten. Dabei helfen uns die wesentlichen Anlegerinformationen für Privatanleger weiter:

  • Laufende Kosten: 1,78 Prozent p.a.
  • Ausgabeaufschlag: 3 Prozent
  • Performance Fee: 7,5 Prozent auf alle Gewinne, die 3 Prozent über dem Verbraucherpreisindex Deutschlands (Inflationsrate) liegen. Negative Wertentwicklungen müssen aufgeholt werden.

Bei den Zahlen kann einem schwindlig werden. Mit 1,78 Prozent laufenden Kosten pro Jahr und Performance Fee konnte man vor 20 Jahren noch Fonds auflegen … Heute ist das, als ob ich eine Kugel Eis für 20 Euro an den Mann bringen möchte und zusätzlich einen Aufschlag verlange, wenn es schmeckt. Die Höhe der Kosten ist aus unserer Sicht nicht zeitgemäß.

Zu den ausgewiesenen Kosten kommen Transaktionskosten hinzu. Sie fallen an, wenn der Fonds Postionen kauft oder verkauft. Dieser Kostenblock dürfte gerade bei Käufen von Wäldern und Immobilien überdurchschnittlich ausfallen. Zahlt man dann noch Ausgabeaufschlag, braucht man keine Krise mehr, die das eigene Vermögen vernichtet.

 

Die Akteure hinter dem Friedrich & Weik Wertefonds

Wir haben bisher viel von Marc Friedrich und Matthias Weik gesprochen, dabei ist ihre Aufgabe im Wertefonds vor allem die des Marketings. Im Tagesgeschäft sind sie nicht tätig. Dafür zuständig sind:

Wobei Plutos die „Real Assets“ (wie Wald, Ackerland und Diamanten) und Knoesel & Ronge den Aktienanteil des Wertefonds verwaltet. Für die Kompetenz im Edelmetallgeschäft soll die SOLIT GRUPPE sorgen.

Die HANSAINVEST ist für die Erfüllung der regulatorischen Rahmenbedingungen des Wertefonds zuständig und hat die DONNER & REUSCHEL Privatbank damit beauftragt, als Verwahrstelle über das Sondervermögen des Wertefonds zu wachen.

Inklusive Weik und Friedrich sind also sechs Unternehmen am Fonds beteiligt, die Geld verdienen wollen und müssen. Das erklärt zum einen, warum die Fondskosten derart hoch sind und zeigt zum anderen, dass du dich mit den fünf Akteuren im Hintergrund und nicht mit Weik und Friedrich beschäftigen solltest, wenn du über ein Investment nachdenkst.

 

Wie gut ist die bisherige Rendite?

Um die bisherige Performance des Wertefonds bewerten zu können, haben wir folgende Fonds zum Vergleich gewählt:

  • Den Lyxor MSCI World ETF (ISIN: FR0010315770), der die Performance von etwa 1.600 der größten börsennotierten Unternehmen aus den Industrienationen widerspiegelt
  • Den Dirk Müller Premium Aktien-Fonds (ISIN: DE000A111ZF1), den wir bereits ausführlich analysiert haben und der ebenfalls seine Anleger sicher durch ein eventuelles Endzeitszenario lotsen soll
  • Den ARERO Weltfonds (ISIN: LU0360863863), welcher ein kostengünstiger weltweit gestreuter Mischfonds ist und einen passiven Anlageansatz verfolgt

Die Performance des Wertefonds seit Auflage bis zum 21.08.2020 im Vergleich

Erfahrungen mit dem Wertefonds im Hinblick auf die Rendite. Ein Vergleich mit dem Dirk Müller Aktien Premium-Fonds, dem ARERO Weltfonds und dem Lyxor Msci World UCITS ETF

Die Rendite des Wertefonds im Vergleich

Gegenüber dem Dirk Müller Aktien Premium-Fonds schneidet der Wertefonds besser ab.

Die kumulierten Renditen im Vergleich: Gegenüber dem Dirk Müller Aktien Premium-Fonds schneidet der Wertefonds besser ab.

Im direkten Duell mit dem prominentesten Crash-Propheten Dirk Müller haben Friedrich und Weik aktuell die Nase vorn. In den letzten 3 Jahren konnte der Wertefonds einen Ertrag von insgesamt 13,76 Prozent erzielen. Der Dirk Müller Premium Aktien-Fonds kommt im gleichen Zeitraum auf lediglich auf 3,1 Prozent.

Wenn man sich diesen Rendite-Unterschied vor Augen führt, mutet es seltsam an, dass im Wertefonds 41,6 Millionen Euro an Anlegergeldern stecken und im Dirk Müller Fonds weit über 500 Millionen Euro. Immerhin sind beide Fonds auf die selbe Zielgruppe ausgerichtet.

Vergleichen wir den Wertefonds mit dem unaufgeregten Mischfonds ARERO von Prof. Dr. Martin Weber sehen wir einen kleinen Unterschied in der kumulierten Rendite der letzten drei Jahre von 2 Prozent zugunsten des Wertefonds. Das ist ein gutes Ergebnis.

Von den 4 betrachteten Fonds hat der Lyxor MSCI World UCITS ETF deutlich die Nase vorn. Mit einer Rendite von knapp 30 Prozent in den letzten 3 Jahren hat der ETF einen Ertrag eingefahren, der mehr als doppelt so hoch ist wie der des Wertefonds. Der von Friedrich und Weik vorhergesagte Crash der Aktienmärkte lässt damit weiter auf sich warten.

 

Wie funktioniert der Wertefonds im bisherigen Verlauf der Corona-Krise?

Der Wertefonds hat sich im bisherigen Verlauf der Corona-Krise gut geschlagen. Im Februar/März 2020 verzeichnete er einen geringeren Verlust als der ARERO und der Lyxor MSCI World ETF. Nur der Dirk Müller Fonds schnitt in diesen beiden Monaten deutlich besser ab. Allerdings konnte der Wertefonds diesen Rückstand im Anschluss wieder aufholen und steht mittlerweile sogar deutlich besser da, als der Dirk Müller Premium Aktien-Fonds.

Zum Stand 21.08.2020 sind die Fondsanteile des Wertefonds sogar mehr Wert als vor der Corona-Krise. Das gute Abschneiden im bisherigen Verlauf der Pandemie lässt sich zu einem großen Teil auf die hohe Quote von Gold und Minenaktien zurückführen. Fast 50 Prozent des Fondsguthabens ist aktuell in diesen beiden Anlageklassen gebunden.

Gold hat sich in den letzten Monaten sehr positiv entwickelt.

 

Goldpreisentwicklung der letzten 10 Jahre zum Stand 26.08.2020. Quelle: onvista

Goldpreisentwicklung der letzten 10 Jahre zum Stand 26.08.2020. Quelle: onvista

Von der positiven Entwicklung des Edelmetalls konnten auch die Minenaktien profitieren, die dieses fördern. Ob die Entwicklung so weitergeht, bleibt abzuwarten. Gold ist seit jeher sehr schwankungsanfällig und erwirtschaftet keinerlei Ertrag. Aber zumindest bis jetzt zeigt sich Gold in der Corona-Krise robust, wovon der Wertefonds profitiert.

 

Resümee: Hält der Wertefonds was er verspricht?

Mit ihrem Wertefonds wollen Matthias Weik und Marc Friedrich Investoren vor Inflation, Negativzins und Enteignung in der von ihnen prophezeiten Krise schützen. Schaffen wollen sie das durch einen Mix aus Aktien, Minenaktien, „Real Assets“, Edelmetallen und Cash.

Wenn wir uns die Entwicklung des Fonds seit seiner Auflage 2017 anschauen, hat er bisher anständig abgeschnitten. Die Corona-Krise hat dem Friedrich & Weik Wertefonds Auftrieb gegeben. Allerdings lässt der prophezeite „größte Crash aller Zeiten“ weiter auf sich warten.

Letztlich ist der Betrachtungszeitraum von gut 3 Jahren noch viel zu kurz um ein abschließendes Fazit zur Performance zu ziehen. Wie schnell sich Tatsachen bei den Renditen ändern können, sehen wir im bisherigen Verlauf der Corona-Krise. Erst wurde der Dirk Müller Fonds gefeiert und nur Monate später steht er in unserem Performance-Vergleich als Verlierer da. Der Wertefonds feierte dagegen ein furioses Comeback.

Was uns damit für unser Fazit bleibt, ist ein nüchterner Blick auf die Anlagepolitik und die Fakten. Und da lässt sich sagen:

Dass der Fonds seinen Zweck erfüllt, ist schon aufgrund der Kosten fraglich.

Der Titel Erster offener Sachwertefonds ist mehr Schein als Sein. Die von den Fondsinitiatoren beschworenen „Real Assets“ wie Wald und Ackerland dürfen maximal 20 Prozent des Fondsvermögens ausmachen. Und alle anderen Anlageklassen kannst Du auch mit anderen Finanzprodukten leicht abbilden.

  • Wenn überhaupt sollte Gold physisch gekauft werden, um Besteuerung und Nachverfolgung aus dem Weg zu gehen
  • Auch für die Bargeldverwahrung finden sich bessere Wege, als einen Fonds damit zu beauftragen, bei dem alleine die laufenden Kosten mit 1,78 Prozent p.a. zu Buche schlagen

Was hältst Du vom neuen Wertefonds? Hast Du bereits eigene Erfahrungen mit dem Wertefonds gesammelt?

Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

Disclaimer: Der Autor hält keine Anteile an den besprochenen Finanzprodukte.

 

 

Portrait vom Autor dieses Artikels
Über Christoph Geiler

Als Finanzberater bin ich auf die Themen Finanzplanung, Geldanlage und Altersvorsorge spezialisiert. Als Finanzkoch bin ich konzeptionell tätig und erstelle Inhalte. In meiner Freizeit schwinge ich gern den Kochlöffel, treibe Sport und spiele mit meinem Sohn.