Mit reichlich Verspätung: Finanzküche Rückblick 2025 – Fast alle Ziele verpasst

Nach einer längeren Pause auf dem Finanzküche Blog kommt mit reichlich Verspätung der Jahresrückblick.

2025 war eine Achterbahnfahrt. Nach einem guten Jahresstart ließ ab März die Dynamik bei der Umsatzentwicklung nach und erreichte im Sommer einen Tiefpunkt.

Ab September hatten wir plötzlich so viel Dampf auf dem Kessel, dass all unsere Kapazitäten in der Beratung gebunden waren und wir es leider nicht geschafft haben, neue Beiträge auf der Finanzküche zu veröffentlichen.

In Summe haben wir unsere gesteckten Ziele verfehlt und ich habe ein emotionales Auf und Ab hinter mir. Dennoch können wir für den Moment zufrieden sein:

  • Die aktuelle Auftragslage ist stark
  • Der Gewinn hat einen Sprung nach oben gemacht
  • Bei der Liquidität ist die Bodenbildung geschafft
  • >Birgit macht einen phänomenalen Job

Konkret schauen wir uns in diesem Rückblick für 2025 an:

  • Umsatzentwicklung
  • Website- und Podcastentwicklung
  • Arbeitszeitentwicklung
  • Welche Ziele wir erreicht und welche wir verfehlt haben
  • Ausblick und Zielstellungen für 2026

Bevor wir starten, möchte ich das Wichtigste vorne anstellen: Wir bedanken uns bei allen Mandanten und Geschäftspartnern. Danke für das vertrauensvolle Miteinander. Wir arbeiten mit Freude für und mit Euch.

Finanzküche Rückblick Juni 2021

Umsatzentwicklung

Für 2025 hatten wir folgenden Zielkorridor für das Umsatzwachstum aufgestellt:

  • Pessimistisches Szenario: 14 Prozent
  • Mittleres Szenario: 24 Prozent
  • Optimistisches Szenario: 36 Prozent

Erreicht haben wir ein Umsatzplus von 12,8 Prozent und sind damit an unserer Zielstellung gescheitert. Vermutlich ist ein Grund dafür die insgesamt schwierige wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland.

Nur auf externe Faktoren zu verweisen, greift aber zu kurz und wäre zu einfach.

  • Wir hatten eine zu unspezifische und wenig zielgerichtete Kommunikation für unsere Dienstleistung –> haben wir verbessert und werden es regelmäßig mit etwas zeitlichem Abstand überprüfen
  • Zu optimistische Zielplanung –> dazu habe ich mich durch das schnelle Wachstum im zweiten Halbjahr 2024 verleiten lassen. Für 2026 habe ich deutlich mehr Energie in einen Realitätscheck der Planzahlen investiert
  • Wir haben weiterhin keine aktive Social Media Präsenz auf den Weg gebracht –> daran wird sich aber auch in naher Zukunft nichts ändern
  • Unsere internen Prozesse (vor allem die Automatisierung wiederkehrender Prozesse) haben Verbesserungspotential

Gewinnentwicklung

In den letzten Jahren durften wir lernen, dass Umsatzwachstum allein kein Indikator für nachhaltigen Unternehmenserfolg ist. Daher haben wir 2025 besonders die Kostenseite in den Blick genommen.

Unsere Betriebsausgaben sind bereinigt um die Umsatzsteuer lediglich um 7,6 Prozent gestiegen und damit weniger stark als der Umsatz. Im Ergebnis konnten wir unseren Gewinn um 34,5 Prozent steigern.

Dank des Gewinnsprungs hat sich unsere Liquiditätssituation mittlerweile nachhaltig entspannt.

In Anbetracht der Tatsache, dass wir noch im Sommer 2025 ordentlich gelitten haben, tut es gut, im neuen Jahr ohne großen finanziellen Druck unterwegs zu sein.

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Seitenaufrufe & Podcast-Entwicklung

Die Download-Zahlen haben sich beim >Podcast wie folgt entwickelt:

  • 2025: 13.750 Downloads
  • 2024: 12.178 Downloads

Das entspricht einem Plus von 12,9 Prozent.

Bei den Klicks auf die Finanzküche-Website über Google haben wir einen Zuwachs um 5,2 Prozent:

  • 2025: 65.822 Klicks über Google
  • 2024: 62.598 Klicks über Google

Die Besucherzahlen der Finanzküche sehen noch besser aus, womit wir die Abhängigkeit von Google weiter reduziert haben.

Insgesamt durften wir 110.685 Besucher und Besucherinnen begrüßen. Das sind 15,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Durch die ununterbrochen starke Auftragslage seit September 2025 ist auf Blog und Podcast Ruhe eingekehrt. Uns fehlten schlicht die Kapazitäten und Mittel, einen durchgehenden Veröffentlichungsrhythmus aufrechtzuerhalten.

Arbeitszeitentwicklung

Mit 1.337 Stunden habe ich 2025 etwa 35 Stunden mehr gearbeitet als 2024. Eine Vollzeit-Tätigkeit wird für Deutschland zwischen 1.500 und 1.600 Stunden taxiert. Theoretisch ist aus Unternehmenssicht bei meiner Arbeitszeit noch Luft nach oben.

In der Praxis strebe ich keine Arbeitszeitsteigerung an. Dafür hat meine Frau ihre Arbeit von 25 auf 29 Stunden aufgestockt. Bei den Zeilen muss ich etwas schmunzeln, da wir von außen betrachtet in die zwischendurch aufgekommene „faule Teilzeit“ Diskussion fallen. In der Praxis sind wir mit Kind von halb 7 früh bis abends um 10 Uhr vollständig ausgelastet. Jede weitere Steigerung der Arbeitszeit würde zulasten unseres Sohnes oder mittelfristig unserer Gesundheit gehen. Kurz gesagt: „Teilzeit“ ist für uns für den Moment das zielführende Konzept.

Privat: Familie und Sport

Nachdem 2024 mein Sohn in die Schule gekommen und meine Frau nach ihrem Studien-Abschluss in einen neuen Beruf gestartet ist, war 2025 das Jahr, in dem sich alle neuen Abläufe weiter eingespielt haben.

Eine größere Veränderung hat sich mit dem Einzug unseres Golden Retrievers erst jetzt zum Jahresbeginn 2026 ergeben, was unsere familiären und beruflichen Abläufe noch einmal durcheinandergewürfelt hat.

Sportlich war 2025 ziemlicher Mist. Im Fokus stand die Ausheilung meiner Achillessehnen-Entzündung. Damit, dass ich mich im Ausdauerbereich stark zurücknehmen musste, bin ich weniger gut umgegangen. Im Ergebnis habe ich zugenommen und mich immer unwohler gefühlt. Erst zum Jahresende hin habe ich damit begonnen, mich wieder aus dem Sumpf herauszubuddeln.

Der größte Misserfolg 2025

Mein größter Misserfolg war nicht das Verfehlen eines beruflichen Ziels, sondern mein Umgang damit. Im Sommer standen wir liquiditätsseitig unter Druck und die Auftragslage war dünn. Den Stress habe ich mit ins Private genommen und war vermutlich nicht immer der angenehmste Ehemann, zumal gleichzeitig der sportliche Ausgleich gefehlt hat.

Ein kleines Aha-Erlebnis war im Januar der Besuch bei einer Hautärztin, die mir unter anderem stressbedingten Haarausfall bescheinigt hat. Glücklicherweise scheint sich das wieder etwas zu erholen.

Die Herausforderung ist weder das Private noch das Berufliche. Die Kür ist das Wechselspiel zwischen den verschiedenen Bereichen, gerade wenn der Anspruch hoch ist, allen Verantwortlichkeiten gerecht zu werden.

Bei solchen Zeilen frage ich mich, warum ich das an dieser Stelle schreibe. Zum neuen Jahr haben mich die LinkedIn-Posts etwas aufgeregt, wo durch die Bank weg alle froh über die Herausforderungen des vergangenen Jahres waren, daran gewachsen sind und sich darauf freuen weiter abzuliefern. Höher, schneller weiter, Change & Growth Mindset. Hauptsache es wird ein möglichst positives Bild gezeichnet, um für potentielle Kunden attraktiv zu wirken.

Die Realität sieht dann meist anders aus. Schon allein aus unserer täglichen Arbeit heraus tausche ich mich mit unzähligen Menschen aus.

Selbständige und Unternehmer die ab und an Zweifeln, die die ein oder andere Träne verdrücken, vielleicht auch gesundheitliche Auswirkungen spüren, sind eher die Regel als die Ausnahme.

Der größte Erfolg 2025

Auch wenn wir an den meisten Zielstellungen vorbeigeschlittert sind, haben wir das Fundament der Finanzküche ausgebaut. Wir haben mehr laufende Aufträge und mehr Anfragen als noch vor 12 Monaten.

Wenn die Entwicklung so bleibt, rechtfertigt das in absehbarer Zukunft die Vergrößerung unseres Teams. Das wird uns auch dabei helfen, hier wieder regelmäßig Beiträge veröffentlichen zu können.

Das Schönste ist allerdings die Entwicklung der Menschen in meinem Umfeld. Wie meine Frau in ihrem Beruf aufgeht und Birgit sich als Beraterin entwickelt, ist phänomenal. Das erleben und dabei sein zu dürfen, ist unbezahlbar.

Ziele für 2026

Für 2026 haben wir folgenden Zielkorridor für das Umsatzwachstum aufgestellt:

  • Pessimistisches Szenario: 5,6 Prozent
  • Mittleres Szenario: 14,6 Prozent
  • Optimistisches Szenario: 23,7 Prozent

Bei der Reichweiten-Entwicklung von Blog und Podcast ist die Zielstellung schwierig, da uns die Kapazitäten für regelmäßige Inhalte fehlen. Hier wird einiges davon abhängen, ob wir unser Team noch in diesem Jahr verstärken oder erst 2027. Da der Zeitpunkt nicht nur von der Geschäftsentwicklung abhängt, sondern auch davon, wann ich persönlich dafür bereit bin, verzichten wir für den Moment auf eine konkrete Ausformulierung von Zielen in diesem Bereich.

Individuelle Honorarberatung anfragen: Gibt dir einen klaren Plan an die Hand, um das Beste aus deinem Einkommen zu machen.


Resümee

An diesem Rückblick habe ich über einen Zeitraum von 2 Monaten geschrieben und dabei meine Sichtweise auf das vergangene Jahr angepasst.

2025 hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Ohne Zweifel war es bisher eines der härtesten Jahre. Ob es daran lag, dass 2025 tatsächlich herausfordernder war, kann ich nicht sagen. Ich denke, ich war weniger Resilient als üblich. Was auch der Grund dafür ist, dass ich bei der Unternehmensentwicklung aktuell auf die Bremse trete.

Eine wundervolle Mandantin hat mir dieses Jahr gesagt, dass sie nie über Unternehmenswachstum nachgedacht hat. Es hat sich einfach aus der täglichen Arbeit ergeben.

Für den Moment genieße ich es einfach, unsere Arbeit mit Freude und ohne Druck ausüben zu dürfen.

Portrait vom Autor dieses Artikels
Über Christoph Geiler

Als Finanzberater bin ich auf die Themen Finanzplanung, Geldanlage und Altersvorsorge spezialisiert. Als Finanzkoch bin ich konzeptionell tätig und erstelle Inhalte. In meiner Freizeit schwinge ich den Kochlöffel, treibe Sport und spiele mit meinem Sohn.