Rezension: Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können

Wie Frauen Ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können von Madame Moneypenny ist ein Einsteigerbuch hinter dem mehr steckt als vermutet. Über Altersvorsorge, Finanzen und warum ich eigentlich hier bin.

Ich habe das Buch fast zwei Jahre in meiner Audio-Bibliothek stehen. Dabei schien es mir als Betriebswirtschaftsstudentin fast überflüssig ein Buch über finanzielle Selbstverwaltung zu besitzen. Was lerne ich denn sonst während meines Studiums?

Und doch habe ich mir das Buch angehört. In diesem Beitrag gehe ich auf die wichtigsten Inhalte ein und beantworte die Frage, ob sich der Kauf lohnt.

ist das Buch Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können von Madame Moneypenny einen Kauf wert?

Über das Buch

Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können* bietet einen Einstieg in das Thema „Finanzielle Selbständigkeit“. Obwohl es für Frauen geschrieben wurde, können sich auch Männer etwas mitnehmen. Die Kapitel orientieren sich an einem (vermutlich fiktiven) Grillabend, den die Autorin mit ihrer Familie verbringt.

Die wichtigsten Inhalte sind:

  • Habe einen Überblick über deine Ein- und Ausgaben
  • Führe dazu am besten ein Haushaltsbuch
  • Investiere in dein Humankapital
  • Beschäftige dich schon früh mit einem Sparplan
  • So viel Zeit brauchst du für alles gar nicht

Aber schauen wir uns das Buch im Detail an.

Über die Autorin

1985 geboren, wächst Natascha Wegelin im Ruhrpott auf. 2016 gründet sie >Madame Moneypenny, einen der größten Finanzblogs Deutschlands. Hier schreibt sie, um Frauen auf ihrem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit zu begleiten. Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können veröffentlicht sie 2018.

Der Inhalt des Buches von Madame Moneypenny im Detail

Im ersten Kapitel erläutert Natascha Wegelin mithilfe von Studien der OECD und Amundi (2017) die finanzielle Situation, in der sich zu viele Frauen befinden. Und die ist schlimmer als ich vorher angenommen habe:

  • Das Rentengefälle zwischen Mann und Frau ist nirgends größer als bei uns in Deutschland
  • 79 Prozent der befragten Frauen gaben aufgrund ihrer Erwerbsbiographie eine erwartete Versorgungslücke im Alter an
  • 44 Prozent der 35- bis 55- jährigen Frauen beschäftigen sich nicht mit dem Thema Altersvorsorge

Die Problematik haben wir auch im Beitrag >Altersvorsorge für Frauen: In 4 Schritten zum sorgenfreien Ruhestand aufgegriffen.

Nimm deine Finanzen in die Hand

Natascha Wegelin zeigt durch den Vergleich zweier Szenarien wie viel Unabhängigkeit die eigene, stabile Finanzlage bringen kann. Sei es, dass man sich einen Babysitter leistet um länger arbeiten zu können und nicht das Kind aus der Kita abholen zu müssen oder das Ablehnen eines unangenehmen, nicht lukrativen Kunden. „Wer Geld hat, hat Macht. Über die eigene Zeit und das eigene Leben.“ So die Aussage.

Schnippeln und Versicherungen

Die Familie versammelt sich zum Grillen. Die Schnippel-Arbeiten und das Tratschen beginnen. Als zur Sprache kommt, dass sich eine Bekannte von ihrem Mann scheidet, ist die Aufregung groß. Immerhin ist die Altersvorsorge ungeklärt und sie ist die ganze Zeit von ihrem Mann abhängig gewesen. Da die Scheidungsquote in Deutschland bei fast 40 Prozent liegt, sollte man annehmen, dass sich mehr Frauen mit ihren Finanzen beschäftigten. Leider ist das ein Trugschluss. Und so bleiben 28 Prozent der verheirateten Frauen aus finanziellen Gründen notgedrungen bei Ihrem Ehemann, obwohl sie sich gerne trennen würden. Die Zahlen gehen aus einer Studie aus Großbritannien hervor.

Von diesem Thema aus steigt sie in die Problematik der Erhöhung des Lebensstandards bei steigendem Einkommen ein. Das Hamsterrad von Konsum auf Pump beginnt sich zu drehen und zwingt die Beteiligten zu immer größeren Anstrengungen, um dieses finanzieren zu können.

Man gönnt sich ja auch sonst nichts.

Von Provisions- und Honorarberatern

Was also gegen die Altersarmut tun? Genau, ein Berater muss her. Der hat sicherlich einen Überblick. Es kommt jedoch anders. Natascha Wegelin erzählt von ihrem Flop mit einer „unabhängigen Beraterin“ (Provisionsberater), bei der sie einen überteuerten Versicherungsvertrag abschließt.

Als sie misstrauisch wird, geht sie zu einem Honorarberater. Dieser zeigt ihr auf, dass im Vertrag ein vierstelliger Betrag an Kosten einkalkuliert ist. In der Folge trennt sie sich von dem Produkt. Ihr Rat:

Wer eine Beratung sucht, sollte zu einem Honorarberater gehen.

Für mich war das ein sehr langatmiges Kapitel, da immer wieder das Thema gewechselt wurde und keine klare Struktur zu erkennen war.

Mehr zum Thema Honorarberatung findest du hier

 

Tischdeko und Haushaltsbuch

Am Beispiel der Zahlen ihrer Schwester erklärt Natascha Wegelin wie man sein Nettovermögen berechnet.

Vermögenswerte auf der einen Seite, Verbindlichkeiten auf der anderen. Dabei weißt sie darauf hin, dass Immobilien, die einem noch nicht gehören, nichts in der Aufstellung verloren haben. Hier kann man aber gespaltener Meinung sein, wenn die Kommunikation in der Familie stimmt. Man kann eine Erbe im Hinterkopf behalten, es sollte aber nicht essenzieller Bestandteil der >Ruhestandsplanung sein.

Danach kam es zu einem Thema, von dem ich mich persönlich stark angesprochen gefühlt habe. Was würdet ihr machen, wenn ihr schon lange in der Reihe steht und dann vorne am Tresen nochmal eine gefühlte Ewigkeit warten müsstet? Zum Beispiel für einen berühmten Döner? Weiter warten oder doch einfach zur nächsten Currywurstbude gehen? So verhält es sich auch mit überflüssigen Finanzprodukten. Jetzt habt ihr schon so lange in dieses Produkt eingezahlt. Vielleicht ist es aber doch nicht die richtige Lösung. Kündigt ihr oder findet ihr euch damit ab? Relativ suggestiv, oder? Es bringt nichts, an einem Produkt festzuhalten, dass einem keinen Mehrwert bringt. Erst recht nicht, wenn man immer weiter dafür bezahlt.

Dazu möchte ich aber noch kurz einwerfen, dass man seine Produkte nicht vorschnell kündigen sollte. Es ist eine individuelle Entscheidung, die vorher genau abgewägt werden sollte.

Das Haushaltsbuch

Auch dem Haushaltsbuch widmet sich das Buch Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können. Für mich war das früher ein lästiges Thema. Doch Natascha Wegelin hat einen Nerv bei mir getroffen, dem ich vollsten Herzens zustimmen kann. Sobald man ein Haushaltsbuch führt, spart man automatisch Geld. Jede Konsumausgabe, die in das Haushaltsbuch eingetragen wird, muss am Ende der Woche vor einem selbst und dem Buch gerechtfertigt werden. Zumindest ist es bei mir so. Sei es das neue Oberteil, dass ich weniger oft trage als ich es mir beim Kauf eingeredet habe oder fünf große Packungen Gummibären, die ich mir auf Vorrat „für Notfälle“ gekauft habe. Bis jetzt habe ich noch drei Packungen verschlossen in meiner Schublade liegen…

Grillen und Humankapital

In diesem Abschnitt geht Natasche Wegelin darauf ein, wie sie am besten Finanzflüsse steuert.

Ich lasse meine Einnahmen mit jeweils einem festen Betrag in die Töpfe

  • Tilgung der „schlechten“ Schulden (Konsumschulden) und
  • Notgroschen und später in die
  • Grundsicherung im Alter (gesetzliche/private Rentenversicherung)

fließen.

An dieser Stelle kommt Natascha Wegelins Vater zu Wort. Er erzählt aus seinem Berufsalltag, wie Frauen sich bei den Gehaltsverhandlungen selber ein Bein stellen. Sie arbeiten ihren eigenen Wert nicht heraus und schreiben ihre Leistung komplett dem Team und nicht sich selbst zu.

Was eigentlich einer guten Eigenschaft klingt, ist bei einer Gehaltsverhandlung eher hinderlich.

Frauen sollten sich auf Gehaltsverhandlungen gut vorbereiten. Zudem sollten wir uns auch sonst nicht selber „herunterrechnen“. Freundschaftspreise sind da so ein Ding. Sei es beim Babysitten oder, wenn die ausgebildete Physiotherapeutin für Freunde die Massage kostenlos oder zum halben Preis anbietet.

Einerseits kann ich verstehen, dass man anderen Leuten gefallen will, andererseits muss man für sich persönlich erkennen wo die finanzielle Schmerzgrenze liegt und wann es an der Zeit ist für sich selbst einzustehen.

Dann kommt Natascha Wegelin zum Humankapital. Investitionen in sich selbst, die einen weiterbringen. Je nachdem ob man das Gelernte anwendet oder nicht, ist es mehr oder weniger lukrativ. Diese Investitionen können täglich so klein wie eine gesunde Mahlzeit oder so kurz wie ein Blick in ein Finanzjournal sein.

Futtern und Aktien

Dieses Kapitel hat mir sehr gefallen. Wir sind schlussendlich beim Thema Börse angekommen. Für sie ist die Börse ein reines Spiel mit den Nerven, ein Glücksspiel könnte man meinen. Man beobachtet die Kurse seiner sinkenden Aktie, gerät in Panik, verkauft, ist deprimiert, macht dennoch weiter. Verkauft man eine Aktie mit geringem Gewinn, fühlt man sich wie der Größte.

Sicherer fährt man aus ihrer Sicht mit einem „Knabbermix“, einem Fond, in dem man von allem ein bisschen hat, um das Risiko breit zu streuen. Als sie die aktiven und passiven Fonds unterscheidet, zieht sie die passiven Fonds (ETFs) den aktiven vor.

Um später auch was vom Geld zu haben, sollen thesaurierende Papiere (Aktien oder Fonds, deren Dividenden reinvestiert werden) zu ausschüttenden Papieren umgeschichtet werden.

Diesen Punkt im Buch sehen wir allerdings kritisch, da bei einer Umschichtung Steuern auf die bisherigen Gewinne fällig werden. Besser ist es, sich von Anfang zu entscheiden, ob das Portfolio ausschüttende oder thesaurierende Anteile beinhalten soll und dann langfristig bei dieser Entscheidung zu bleiben.

Dessert und Sparplan

Kommen wir zum letzten Kapitel. Der Sparplan funktioniert wie ein Dauerauftrag, nur mit dem Unterschied, dass man Anteile kauft. Mit dem Sparplan kommt auch das Thema Sparen auf. Von dem Aussortieren von Kleidungsstücken zu einer neuen Lebensphilosophie ist mit Sparen alles möglich.

Es wird wieder auf das Führen eines Haushaltsbuches verwiesen. Vorlagen für Excel finden sich dafür im Internet.

Resümee: Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können

Das Buch führt durch einen Grillabend mit der Familie der Autorin Natascha Wegelin. Das Wissen, das vermittelt wird, ist Grundlagenwissen und richtet sich an Einsteiger.

Die wichtigsten Inhalte aus diesem Buch sind:

  • die gesetzliche Rentenversicherung reicht nicht für das Leben im Alter aus
  • unterschreibe nur Verträge, die du auch verstehst
  • behalte einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben
  • investiere in dein Humankapital und
  • überlege dir schon möglichst früh wie du deine Altersvorsorge ausgestalten willst

Die Erklärung was ein Puddingblech ist, hätte ich aber gerne übersprungen (ich bin leider keine Puddingliebhaberin). Ebenso einige der von Klischees nur so behafteten Dialoge. Ich kann nicht sagen, ob der Abend von Natascha Wegelin wirklich so abgelaufen ist. Er könnte aber sicher als der einer Otto-Normalverbraucher-Familie durchgehen.

Für mich persönlich war das Buch recht langatmig, was aber der Tatsache geschuldet sein könnte, dass ich schon sehr vieles wusste. Jedoch nicht alles. Dieses Buch ist auch der Grund, warum ich jetzt als Mitglied der Finanzküche arbeite. Es hat mir einige Fehler in meiner Grundhaltung, die ich Geld gegenüber hatte, aufgezeigt, so dass ich mich entsprechend weiter entwickeln konnte.

Wer sich noch nicht mit seinem finanziellen Status quo auseinandergesetzt hat und Anreize sucht wie man das bewältigen könnte, findet mit diesem Buch eine gute Lösung. Auch, wenn dieses Buch für Frauen geschrieben wurde, ist es ebenso den Männern zu empfehlen. Nur, weil ihnen die gesellschaftliche Rolle des „Finanzverwalters der Familie“ zugesprochen scheint, heißt das nicht, dass sie wissen was sie tun. Oder, dass sie nicht auch mal mit ihren Partnern über gemeinsame Finanzentscheidungen reden sollten.

Am Ende bleibt, was auch schon im ersten Kapitel durchgedrungen ist:

Wer seine Finanzen im Griff hat, hat eine Grundlage um selbstbestimmt durch das Leben zu gehen.

Hier kannst du das Buch >Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können* kaufen.

Deine Finanzköchin
Luise Schmuck

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Portrait vom Autor dieses Artikels
Über Luise Schmuck

Neben meinem Studium beschäftige ich mich mit der Altersvorsorge und Sparmöglichkeiten. Die Balance in meinem Alltag finde ich in meiner Tätigkeit im Studentenclub und dem Wohlergehen der internationalen Studierenden in Mittweida.