Scalable Capital: Der Robo-Advisor in seine Einzelteile zerlegt

Scalable Capital hat die magische Milliardengrenze durchbrochen. Seit Mai 2018 verwaltet der Robo-Advisor mehr als 1 Milliarde Euro an Kundengeldern.

In diesem Beitrag beleuchten wir, ob Scalable Capital die hohen Versprechungen halten kann und was hinter dem Erfolg steckt. Im Speziellen gehen wir auf Kosten, Anlagekonzept und erwartete Rendite ein.

Du findest den Beitrag hier sowohl in Textform als auch als Podcast-Episode vor.



Scalable Capital: Der Robo-Advisor in seine Einzelteile zerlegt


Scalable Capital im Test: Rendite, Kosten, Anlagephilosophie

Shownotes:


Die wichtigsten Inhalte:

  • Der Investmentprozess von Scalable Capital beruht auf der Idee, dass in schwankungsintensiven Marktphasen das Verlustrisiko überproportional gegenüber den Gewinnchancen ansteigt
  • Deswegen wird in volatilen Marktphasen in risikoarme Anlagen umgeschichtet
  • In ruhigen Marktphasen werden dagegen Assetklassen wie Aktien übergewichtet
  • Theoretische Grundlage ist unter anderem das Paper Volatility Managed Portfolios von Muir und Moreira


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Textbeitrag – Scalable Capital: Der Robo-Advisor in seine Einzelteile zerlegt


Das Erfolgskonzept von Scalable Capital

In Deutschland steckt die Branche der Robo-Advisor in den Kinderschuhen. Mit Scalable Capital schickt sich der erste Robo an, die Kindersachen abzustreifen und zu einem gestandenen Unternehmen heranzureifen …

Die Gründer von Scalable Capital haben zwei Dinge verstanden. Wenn du Erfolg willst, musst du:

  • Direkt mit Menschen sprechen
  • An große Player andocken

Beide Punkte arbeitet Scalable vorbildlich ab. Allein für Juli 2018 hat Scalable Capital auf seiner Homepage 7 Infoabende angekündigt – unter anderem in München, Hamburg und Düsseldorf.

Da das Scalable-Team vor Ort nicht alle potentiellen Kunden erreicht, werden die Roadshows durch Webinare ergänzt (ich weiß nicht, wie oft mir mittlerweile Facebook-Werbung von Scalable Capital angezeigt wurde …).

In jedem Fall lässt sich festhalten, dass das Scalable-Team im B2C Bereich seine Hausaufgaben macht.

Darüber hinaus bestehen mittlerweile Kooperationen mit Siemens*1 und der ING-DiBa.

Gerade die Zusammenarbeit mit der ING-Diba hat Scalable in neue Höhen befördert. Vermutet wird, dass über die Hälfte der Scalable Kunden von der ING-DiBa*² stammen.

1 Milliarde Euro sammelt man eben nicht einfach so ein … selbst im Zeitalter der Digitalisierung braucht ein FinTech dafür die Vertriebsmannschaft einer Bank.

Für den erfolgreichen Aufbau der B2B-Kooperationen spielt die Beteiligung von BlackRock vermutlich die tragende Rolle. Der größte Vermögensverwalter der Welt hält mittlerweile eine signifikante Minderheitsbeteiligung an Scalable Capital.*³


Die Zielgruppe

Mir ist seit jeher schleierhaft, welche Zielgruppe Robo-Advisors ansprechen.

Gut informierte und routinierte Anleger nehmen die Umsetzung ihrer Geldanlage in der Regel selbst in die Hand. Schlecht informierte Anleger wurden bisher nicht auf Robo-Advisors aufmerksam, da das bereits einiges an Branchenkenntnis voraussetzt.

Bleiben alle Menschen zwischen diesen beiden Gruppen. Von denen vertrauen all diejenigen ihr Geld einem Robo an, wenn sie vom Anlagekonzept (oder Marketingkonzept) überzeugt sind. Über das Anlagekonzept von Scalable Capital werden wir im weiteren Verlauf ausführlich sprechen.

Der wirtschaftliche Erfolg von Scalable Capital beruht nun zu einem erheblichen Teil darauf, dass über die B2B-Kooperationen Kunden im schlecht informierten Kundenkreis abgeholt werden. Zudem steht durch diverse Finanzierungsrunden ausreichend Kapital zur Verfügung, um direkt über Fernsehwerbung auf sich aufmerksam zu machen.

Der initiale Fragebogen: Erfahrungen und Ziele

Kommen wir langsam zum Eingemachten, dem Anlageprozess.

Im ersten Schritt muss du einen Fragebogen durchlaufen, der folgende Bereiche abfragt:

  • Anlageziele
  • Kenntnisse
  • Finanzielle Situation

Damit erfüllt Scalable Capital alle gesetzlichen Vorgaben, nicht mehr und nicht weniger. Was positiv auffällt, ist, dass der Fragebogen immer wieder abgebrochen wird, wenn eine Antwort darauf schließen lässt, dass Scalable als Kapitalanlage ungeeignet ist.

Beispielsweise kommt bei einem Anlagehorizont von 1 Jahr und weniger sofort der Hinweis, dass Kapitalmärkte Schwankungen unterworfen sind und Scalable Capital für kurzfristige Anlagen ungeeignet ist.

Auch wenn die Angaben zu den eigenen Kenntnissen darauf schließen lassen, dass keine Erfahrungen zu Kapitalmarktinvestments bestehen, kommt danach der Hinweis, dass die Anlage ungeeignet ist.

Gleiches gilt für den Fall der Überschuldung …

Was dann doch seltsam anmutet:

Im Test habe ich angegeben, Verbindlichkeiten über 10.000 Euro und gleichzeitig liquide Mittel über 10.000 Euro zu haben … der Anlageprozess geht trotzdem einfach weiter. Zumindest ein Hinweis, dass es sinnvoller sein kann, die Schulden abzulösen, anstatt das Geld anderweitig zu investieren, wäre angebracht.

 

Scalable Capital für unerfahrene Anleger ungeeignet?

Bereits anhand des Fragebogen lässt sich erkennen, dass Scalable Capital vorzugsweise von erfahrenen Anlegern genutzt werden sollte. Zur eigenen Risikoneigung wird nur eine einzige Frage gestellt:

„Kapitalmärkte sind schwankungsanfällig. Welcher Wertverlust macht Sie nervös?“

Einen Anleger durch diese Frage zuverlässig in eine Risikoklasse einzustufen, ist kaum möglich. Wünschenswert wäre eine Kooperation mit einem auf Risikoeinstufung spezialisierten Anbieter wie beispielsweise FinaMetrica.

Die Beschränkung auf diese eine Frage kann ich mir nur durch die Fokussierung von Scalable Capital auf den Value-at-Risk erklären. Aber dazu später mehr …


Die Anlageempfehlung

Das Ausfüllen des Fragebogens dauert wenige Minuten. Im Anschluss bekommst du auf Basis deiner Antworten eine konkrete Anlageempfehlung. Die Risikoklasse deines Portfolios wird anhand des Value-at-Risks (VaR) bestimmt. Ein VaR von 15 % bedeutet, dass dein Portfolio mit einer Wahrscheinlichkeit von 5 % einen Jahresverlust von mehr als 15 % erleidet. Oder anders ausgedrückt:

Aller 20 Jahre erleidet das Portfolio einen Verlust von 15 % und mehr.

Den Value-at-Risk solltest du nur als Orientierung nutzen. Das Risiko eines Portfolios lässt sich nicht exakt bestimmen, da sich Risikomaße immer an der Vergangenheit orientieren. Der Gegenwart und der Zukunft ist die Vergangenheit leider relativ egal … Den Sachverhalt stellt Prof. Dr. Gigerenzer in seinem hervorragenden Buch Risiko: Wie man die richtigen Entscheidungen trifft* wunderschön dar.

Die Übersicht der Anlageempfehlung ist schick gestaltet. Im Fokus steht die voraussichtliche Entwicklung deines Anlagebetrags. Du siehst:

  • Die durchschnittliche Wertentwicklung
  • Eine gute Entwicklung, welche mit einer Wahrscheinlichkeit von 5 Prozent eintritt
  • Eine schlechte Entwicklung, welche mit einer Wahrscheinlichkeit von 5 Prozent eintritt

Darüber hinaus bekommst du den maximalen historischen Verlust deiner Anlage mitgeteilt. Die Angabe beruht allerdings auf einem Beobachtungszeitraum vom 6. Juni 2000 bis zum 23. November 2017 und ist damit wertlos. Der Beobachtungszeitraum ist zu kurz, um Aussagekraft zu besitzen.

Du bekommst jetzt auch Gelegenheit, die Höhe deiner Einmalanlage und die Höhe deiner monatlichen Zahlungen festzulegen. Eine Mindestanlage von 10.000 Euro ist Pflicht. Darunter ist ein Investment bei Scalable Capital nicht möglich – was verständlich ist, da alles andere für das Unternehmen unrentabel wäre.

Besonders interessant:

Unter dem Reiter „ Dynamische Gewichtung“ kannst du den theoretischen Verlauf deiner Anlage seit dem Jahr 2000 beobachten. Es lässt sich schön erkennen, wie sich die Portfoliogewichtungen von:

  • Tagesgeld
  • Staatsanleihen
  • Besicherten Anleihen
  • Immobilien
  • Rohstoffe
  • Aktien

ständig verschieben. Diese Umschichtungen werden wir jetzt bei der Anlagephilosophie unter die Lupe nehmen.

Das Herz von Scalable Capital: Die Anlagephilosophie

Kommen wir zum letztlich entscheidenden Herzstück von Scalable Capital:

Der Anlagephilosophie

Scalable Capital verfolgt keineswegs langweiliges Buy and hold. Durch dynamisches Risikomanagement soll Mehrwert geschaffen werden.

Dabei fährt Scalable Capital in Zeiten schwankungsintensiver Märkte das Risiko im Portfolio zurück. Es werden beispielsweise Aktien verkauft und Anleihen gekauft. In schwankungsarmen Zeiten läuft das Spiel umgekehrt ab.

Diese Vorgehensweise soll das Risiko-Rendite-Profil deines Portfolios verbessern.

Diverse Forschungsarbeiten zeigen, dass in volatilen Marktphasen, dass Verlustrisiko stärker ansteigt, als die Chance auf Gewinne. In ruhigen Marktphasen bekommt der Anleger dafür mehr Rendite bei weniger Risiko.

Kern der Risikosteuerung stellt bei Scalable der bereits oben erwähnte Value-at-Risk dar, der fortlaufend für jedes einzelne Kundenportfolio berechnet wird. Übersteigt das errechnete Risiko für dein Portfolio, den von dir gewählten Value-at-Risk, schichtet die Software dein Portfolio um und nimmt Risiko heraus.

Dass die Strategie funktioniert, führt Scalable Capital unter anderem auf das Paper Volatility-Managed Portfolios von Moreira und Muir zurück. Die beiden Wissenschaftler bescheinigen Portfolios, die in volatilen Marktphasen weniger Risiken eingehen, eine deutliche Outperformance gegenüber Portfolios, die auf vermeintlich stumpfen Buy and hold basieren.

Das Diagramm zeigt, wie die Strategie von Scalable Capital sich auswirken soll. Durch ständiges Umschichten soll eine deutliche Zusatzrendite erwirtschaftet werden.

Hier aus Sekundärquelle: http://proactiveadvisormagazine.com/managing-market-volatility/


Die Forscher haben für die Simulation einen Testdollar im Jahr 1926 investiert. Bei der Buy and hold Strategie war der Testdollar im Jahr 2015 4.000 US-Dollar wert. Das volatilitätsgemanagte Portfolio erreichte dagegen einen Endwert von 20.000 US-Dollar. Das entspricht einer langfristigen Outperformance von 2 Prozent p.a. …

Ein beeindruckendes Ergebnis.

Die Gefahr von Data-Mining

Skepsis ist angebracht. Bei solchen Studien besteht immer die Gefahr von Data-Mining. Wer nach Anomalien an den Kapitalmärkten sucht, der findet sie auch. Die Frage ist, ob diese robust in die Zukunft reproduzierbar oder nur zufällig aufgetreten sind.

Wenn du dir den betrachteten Zeitraum anschaust, sticht beispielsweise ins Auge, dass die Anlage kurz vor Hitlers Machtergreifung und dem zweiten Weltkrieg startet. Der investierte Dollar nimmt in dieser Zeit bei der Buy and hold Strategie empfindliche Verluste hin.

Das gemanagte Portfolio erleidet dagegen kaum Verluste. Zu klären wäre damit, ob sich die Ergebnisse auch für andere Zeiträume reproduzieren lassen.

Um zumindest etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben Moreira und Muir noch die Zeiträume:

  • 1926 – 1955
  • 1956 – 1985
  • 1986 – 2015

getestet. Im ersten Zeitraum konnte das Ergebnis  – wenig überraschend – bestätigt werden.

Im zweiten Zeitraum konnte nur eine geringere Outperformance festgestellt werden. Der dritte Zeitraum untermauert die Annahme von Moreira und Muir wieder.

 

Es bleiben Fragen offen

Trotz der vielversprechenden Daten hinterlässt das junge Paper der beiden Wissenschaftler Fragezeichen. Linda Ferentchak (Präsidentin der Financial Communications Associates Inc.) fasst es folgendermaßen zusammen:

„These questions need to be addressed before an investor puts the strategy into actual use:

  • Does the strategy work with available investment vehicles such as index mutual funds, ETFs, or individual stocks?
  • Is there a difference in its effectiveness with different indexes and asset classes?
  • What are the drawdowns?
  • Does the strategy perform consistently over shorter time periods of 5, 10, or 20 years?
  • What happens when the strategy is tested against rolling 5-, 10-, and 20-year time periods?
  • How often does the strategy trade over a typical year?
  • How will this frequency of trading affect expenses?

This is basically an academic paper written by academics for academics, quoting all of the right academic sources and using academic measures of the market. As practical investment advice, it has a lot of blanks in the data.“*4

Generell solltest du immer vorsichtig sein, wenn jemand den Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko aushebeln möchte. Für mich müssen immer zwei Punkte gegeben sein, damit derartige Forschungsergebnisse ihre Daseinsberechtigung in einem Portfolio haben:

  • Die Daten müssen den Nutzen belegen → könnte hier gegeben sein
  • Plausible Erklärbarkeit → ist eher nicht gegeben. Mehr Rendite bei weniger Risiko widerspricht den meisten Annahmen (dazu empfehle ich das Working Paper: The Efficient Market Hypothesis and Its Critics)


Die Kosten des Robo-Advisors

Während in unserer ungewissen Welt nahezu alles mit Unsicherheit behaftet ist (auch und vor allem die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeiten), ist eines gewiss:

Die Kosten

Daher sollten sie ein Hauptkriterium bei der Auswahl der Geldanlage sein.

Wenn du bei Scalable Capital Kunde wirst, gehen jedes Jahr

  • 0,55 Prozent der Anlagesumme an Scalable Capital für die Vermögensverwaltung
  • 0,2 Prozent p.a. an die Baader Bank für den Wertpapierhandel
  • ca. 0,17 Prozent an die ETF-Anbieter auf die Scalable zurückgreift
  • 0,08 Prozent p.a. für die Geld-Brief-Spanne (Spread) beim Kauf und Verkauf der ETFs

Wobei die Kosten für die Spreads in volatilen Marktphasen steigen, da öfter umgeschichtet wird.

Insgesamt kommen wir damit auf eine Gesamtkostenquote von etwa 1 Prozent. Für einen Vermögensverwalter ist das günstig. Wobei Anbieter aus Übersee zeigen, dass bei den Kosten noch Spielraum nach unten existiert. Aber dafür müssen die Anbieter hierzulande zunächst mehr Anlegergelder einsammeln, um die notwendigen Skaleneffekte zu erreichen.


Scalable Capital: Die Rendite

Da Scalable Capital erst 2 Jahre besteht, ist die Aussagekraft der bisherigen Renditen stark begrenzt. Ob das Anlagekonzept aufgeht, wird sich erst in vielen Jahren bzw. Jahrzehnten offenbaren. Trotzdem möchte ich dir die bisherige Performance nicht vorenthalten. Die Grafik ist von der Homepage von Scalable Capital und spiegelt den Zeitraum vom 31.12.2015 bis 31.03.2018 wider.

Die Grafik vergleicht die vergangenen Renditen von Scalable Capital mit einem MSCI World ETF und verschiedenen anderen Fonds.

*5

Es zeigt sich, dass der MSCI World ETF (betrachtet wird der: iShares Core MSCI World UCITS ETF in Euro) die mit Abstand beste Performance abgeliefert hat. Renditebetrachtungen machen allerdings nur Sinn, wenn das eingegangene Risiko berücksichtigt wird. Daher liefert Scalable Capital noch folgende Grafik mit:

Der Erfahrung zeigt, dass Scalable in der risikogewichteten Rendite die Nase vorn hat.

*6

Wir sehen, dass Scalable Capital aus Risiko-Rendite-Aspekten gegenüber dem MSCI World ETF vorn liegt. Das wäre allerdings auch ohne dynamisches Risikomanagement zu erwarten, da das Anlageuniversum deutlich breiter gefasst ist, als das des MSCI Worlds.

Es handelt sich um einen Vergleich von Äpfeln und Birnen. Mit dem MSCI World hat Scalable Capital die falsche Benchmark gewählt. Platt ausgedrückt, können wir vom kreativen Benchmarking sprechen …

Heißt: Die Daten haben wenig Aussagekraft.


Erfahrungen? Kundenservice ja – Rendite nein

Scalable Capital ist mit gut 2 Jahren noch frisch am Markt. Erfahrungsberichte echter Kunden sind damit noch Mangelware. An dieser Stelle daher nur der Hinweis:

Erfahrungsberichte solltest du nur hinsichtlich der Servicequalität und anderer „weicher“ Kriterien bei der Entscheidung für oder gegen den Anbieter einfließen lassen.

Performancedaten sind für solche kurzen Zeiträume nicht aussagekräftig.


Resümee: Scalable Capital in der Kritik

Bleibt die Frage, was nach über 2.000 Wörtern bleibt? Ist Scalable Capital ein Investment wert oder nicht …

In jedem Fall solltest du eine Anlage nur in Betracht ziehen, wenn du zu 100 Prozent hinter dem risikobasierten Ansatz von Scalable Capital stehst. Ob dieser vor allem nach Berücksichtigung aller damit verbundenen Kosten einen Mehrwert liefert, steht in den Sternen.

Zudem stellt sich die Frage, welchen Nutzen Scalable darüber hinaus stiften kann.


Einfachheit?

Ein Depot zu eröffnen und einen ETF zu kaufen, ist nicht schwierig.


Portfoliozusammenstellung?

Das können andere günstiger. Beispielsweise Professor Dr. Martin Weber mit seinem ARERO (Der Weltfonds).


Risikoeinstufung?

Wenn du dir unsicher bist, ist ein guter Berater die bessere Wahl …


Letztlich bleibt der Eindruck, dass Scalable Capital vor allem mit seiner Investmentstory punktet. Risikomanagement ohne nennenswerte Renditeverluste klingt immer gut. Ob das Versprechen gehalten werden kann, wird die Zeit zeigen.

Problematisch wird es, wenn immer mehr uninformierte Anleger bei Scalable Kunde werden. Auf der Homepage findet sich schon der nächste TV-Spot, womit sich dieser Kundenkreis noch vergrößern wird.

Es wird spannend zu sehen, in welchen Größenordnungen beim nächsten Abschwung Geld abgezogen wird. Die Vermutung liegt nahe, dass durch die eine Frage nach dem maximal gewünschten Verlust keine adäquate Risikoeinstufung vorgenommen werden kann.

Wir Menschen sind keine rationalen Roboter. Die Verhaltensforschung zeigt, dass in steigenden Marktphasen unsere Risikobereitschaft deutlich höher ist als in rückläufigen Marktphasen.

Was passiert, wenn wir unsere Risikobereitschaft überschätzen, haben die letzten Krisen eindrucksvoll gezeigt.

Wir fallen in Scharen vom Glauben ab, liquidieren unsere Anlagen und warten auf den Weltuntergang.

Die Folge: Eine schmerzhafte Anlageerfahrung.

Und ob Scalable Capital die vermeiden kann? Da bin ich skeptisch … finanzielle Bildung ist da vermutlich deutlich effektiver als volatilitätsgemanagte Portfolios.

Wie schätzt du Scalable Capital ein? Vielleicht hast du selber schon Erfahrungen gemacht? Lass es mich wissen.

Dein Finanzkoch
Christoph Geiler


Quellen

1* http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/trends/digitale-vermoegensverwaltung-siemens-setzt-auf-robo-advisor/19263320.html, Zugriff am 03.06.2018 um 22:30 Uhr

2* http://finanz-szene.de/exklusiv-schon-jetzt-kommen-mehr-als-50-der-scalable-bestands-kunden-von-der-ing-diba/, Zugriff am 03.06. um 22:44 Uhr

3* https://de.scalable.capital/presse/BlackRock-beteiligt-sich-an-Scalable-Capital, Zugriff am 4.06. um 11:52 Uhr

4* http://proactiveadvisormagazine.com/managing-market-volatility/, Zugriff am 04.06.2018 um 13:30 Uhr

5* https://de.scalable.capital/erzielte-rendite, Zugriff am 04.06. um 14:01 Uhr

6* https://de.scalable.capital/erzielte-rendite, Zugriff am 04.06. um 14:02 Uhr

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Kommentare

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29 Kommentare

  1. Micha
    Reply Juli 26, 23:31 #1 Micha

    Servus Christoph. Zum Thema Robos muss ich meine persönliche Erfahrung beisteuern, die mich auch vor ein paar Monaten zu dem “warum überhaupt” geführt haben.
    Ich selbst, im fortgeschritteneren Alter jenseits der 50, habe meine Kohle regelmäßig zu Tages-/Festgeldkonten geschleppt und angefangen mich über die Zinsentwicklung zu ärgern. Ein paar Aktien lagen (und liegen) auch noch rum, Wohnung ist bezahlt. “Was nun” war der Gedanke. Dann las ich Anfang 2017 von Scalable, hatte noch nie von ETF gehört und dachte mir “das machst Du mal”. Knackige Renditeversprechungen bei geringerem Risiko klang gut. Bin dann insgesamt mit nem gut mittleren 5stelligen Betrag eingestiegen bei VaR 20 und habe es laufen lassen plus regelmäßigem Sparplan. Klang gut, unkompliziert und diverse Webinars von denen hatten mich überzeugt.
    Parallel dazu fing ich an mich mit einschlägiger Literatur zu beschäftigen, u.a. von Finanztest, dem “reich werden wie Norwegen” und zu guter Letzt dem lieben Herrn Kommer. Je mehr ich las, desto mehr wurden mir die Augen ggü. Scalable geöffnet und das Weltbild geriet ins schwanken, da die Renditeentwicklung reichlich mau war und diverse Transaktionen aus meiner persönlichen Sicht nicht nachvollziehbar waren. Auch das Verhalten nach dem Mini-crash Ende Januar 18 hat mir Stirnrunzeln verursacht. In diversen Blogs und anderen Publikationen haben die Gründer von Scalable sehr eloquent geschildert, warum deren Modell so und nicht anders reagiert. Meist war ich danach wieder beruhigt, aber irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich dachte handeln zu müssen. Ständig wurden die Gebühren belastet, aber die Rendite blieb “unspektakulär” (nach 17 Monaten knapp 1% !!!). So habe ich die Hälfte des Anlagebetrages vor vier Monaten abgezogen und über OV in eigene ETF angelegt. Einige Standards, einige Tends.
    Inzwischen wird das restliche Scalable Depot auch zu OV übertragen. Die hatten zuletzt 19 (!) verschiedene ETF (einige zu gleichen Themen) in meinem Portfolio, allein drei davon mit 0,5% Gesamtanteil.
    Das Spiel ist jetzt vorbei. Ich werde das einschrumpfen auf Kommers 2018er Weltportfolio mit Smart-ETF und gut ist. Ich freue mich über gesparte 0,75% Gebühren und habe es endlich selbst in der Hand. 😉
    Es hinterlässt bei mir ein zwiespältiges Gefühl, vielleicht, weil mir das Wissen fehlt, um den VaR Ansatz zu verstehen, vielleicht aber auch, weil die netten Werbefilmchen mit dem Output von 0 % nicht so gänzlich zusammenpassen. 🙂
    Nur ergänzend zur Performance:
    Details zur Finanzportfolioverwaltung:
    VaR 20
    2017 meine Rendite 0,78% ggü. 4,29% Benchmark Morningstar
    2018 bis 30.6. meine Rendite -1,53% ggü. -0,82% Benchmark Morningstar

    VaR 15
    2017 meine Rendite -1,43% ggü. +0,77% Benchmark Morningstar
    2018 bis 8.6. meine Rendite -1,26% ggü. -0,13% Benchmark Morningstar

    • Finanzkoch
      Reply August 01, 23:59 Finanzkoch Author

      Hallo Micha,

      danke für deinen Erfahrungsbericht und super, dass du die Sache jetzt in die eigenen Hände genommen hast.

      Ich bin gespannt, wie sich Scalable über längere Zeiträume schlägt. 1 Jahr ist leider noch nicht besonders aussagekräftig.

      Liebe Grüße aus Leipzig
      Christoph

  2. ChrisS
    Reply Juni 11, 16:02 #2 ChrisS

    Meine Vermutungen zur weiteren Entwicklung.

    Es wird eine weitere Ausdifferenzierung geben.
    Die relativ „einfachen“ Robos, die alle „nur“ ähnliches klassisch-passives Weltportfolio-B&H machen, können sich dabei hpts nur in einer Variable voneinander unterscheiden – dem Preis. Da werden die Quoten immer also nach unten gedrückt werden, weil so eine einfache Dienstleistung ein relativ austauschbares Commodity/Utility ist, unsexy wie Stromtarife oder KFZversicherungen.
    Theoretisch könnte jeder Onlinebroker sowas als Tool für seine Kunden anbieten (einige machen das ja schon, aber die Brokerrobos sind noch lausig), und das werden in Zukunft wohl auch immer mehr tun.
    Für die Startups, die sich davon nicht wirklich absetzen können, wird es dann schwierig am Markt, wenn die drei K’s (kopieren, kooperieren, kaufen) zuschlagen. Groß zu verdienen gibt es in diesem Discounter-Modell (Preis runter zwingt zu AUM rauf) sonst ohne Masse eben nicht wirklich.

    Eine Gegenbewegung weg zum einfachen/austauschbaren passiv-B&H ist da also schon erkennbar. Eine wachsende Zahl der in den letzten 1-2 Jahren neu dazugekommenen Robos versuchen sich mit mehr oder weniger „aktiven“ Ansätzen von der Masse abzuheben. Das reicht vom Setzen persönlicher „Themen-Satellites“ (neben dem Core-Weltportfolio), über alle möglichen Risikosteuerungsversuche (zb VaR oder Trendfolger) bis zu Einzelaktien-Stockpicker Robos (was das ganze wieder fast zu klassischen aktiven Fonds macht). usw…
    Gemeinsam ist denen allen, dass sie versuchen nach der Devise „Mehrwert durch Mehrarbeit“ (ggü dem einfachen B&H) zu liefern um damit auch ihre Mehrkosten zu rechtfertigen.

    Was deren Überlebensfähigkeit nun wieder angeht, keine Ahnung. Da ist auch viel Mist dabei, und ich kann nicht absehen welches Konzept beim Kunden besonders gut einschlagen wird. zB das Scalable heute der mit Abstand größte Robo von allen ist, konnte ja 2016 auch genausowenig jemand wirklich vorhersehen.

    Was klassische menschliche Berater angeht, tja, das hatten wir glaubich auch schonmal früher etwas ausdiskutiert. Die müssen sich halt dann vor allem besonders auf die Aspekte besinnen, die eben (im Ggs zu reinen „technischen“ Details wie Anlagevermittlung etc) (noch) nicht so leicht/effizient von einem Computer durchrationalisiert werden können.
    Rückzug vom Massen-Retailgeschäft bzw steigende Spezialisierung in die verbleibenden Nischen wird eine Entwicklung sein, aber auch da ist nicht Platz für alle und auch da besteht immer die Gefahr dass sich der Computer diese Felder immer weiter erobert.
    Ehrlich gesagt, bin ich froh dass ich kein Berater bin der sich darüber Sorgen machen muss, sondern nur ein einfacher zufriedener DIY-Anleger (der also die Sorgen der Beraterbranche mit verursacht) 😀

    • ChrisS
      Reply Juni 11, 16:03 ChrisS

      ups, das war als Antwort auf deinen Kommentar vom Juni 11, 14:22 gemeint, Christoph

      • Finanzkoch
        Reply Juni 12, 12:14 Finanzkoch Author

        Nicht schlimm. Ich antworte einfach hier. Deine Einschätzung teile ich. Und danke für den Hinweis, dass du froh bist, kein Berater zu sein 🙂
        Ich schaue dem ganzen recht entspannt zu. Die normalen Vermittler werden die ersten sein, die verschwinden. Ich vermute, dass ich eher als einer der letzten in unserer Branche das Licht ausmache. Aber das kann natürlich auch eine grandiose Fehleinschätzung sein.
        Was abzusehen ist, dass unsere Dienstleistung vor allem vermögendere Kunden in Anspruch nehmen, wo es oftmals darum geht, verschiedene Optionen durchzurechnen (Finanzplanung eben), um sich dann erst zu entscheiden. Wer dann die Umsetzung übernimmt (und ob der Mandant die Umsetzung dann in Eigenregie übernimmt) steht auf einem anderen Blatt. Das ist von Fall zu Fall verschieden.

        Bei den Robo-Advisors werden sich am Ende vermutlich 2-3 durchsetzen und der Rest wird entweder verschwinden oder auf niedrigem Niveau stagnieren. Wobei die Frage ist, wie lange sich die Banken das anschauen. Das hast du ja bereits geschrieben … irgendwann drehen die vermutlich einfach den Geldhahn auf und kaufen sich bei den aussichtsreichen Kandidaten ein. BlackRock hat es ja bereits vorgemacht.

        Herzliche Grüße aus Leipzig
        Christoph

  3. Schneewittchen
    Reply Juni 10, 14:55 #3 Schneewittchen

    Danke für den Artikel. Nicht das der Roboadviser in Frage gekommen wäre für mich, aber die Idee mit seinen passiven Instrumenten immer wieder mal aktiv zu gewichten und so Markettiming als Kleinanleger zu betreiben, sucht wohl jeden das ein oder andere mal heim.
    Unklar ist mir bei dem Chart von Scalable – welche Kosten da schon alle eingerechtnet sind; du hast ja sehr gut herausgearbeitet, welche Kosten man alle hat.

    • ChrisS
      Reply Juni 10, 17:26 ChrisS

      „Unklar ist mir bei dem Chart von Scalable – welche Kosten da schon alle eingerechtnet sind;“

      Steht auf deren Webseite erklärt unter der Grafik:
      „Die Wertentwicklung einer Risikokategorie von Scalable Capital entspricht dem Median der Wertentwicklungen der Portfolios in dieser Kategorie. Die Daten berücksichtigen unsere All-in-Gebühr von 0,75% p.a. und die ETF-Gebühr von 0,25% p.a. Zu entrichtende Steuern bleiben unberücksichtigt, da steuerliche Effekte von individuellen Umständen abhängen und insofern der Vergleichbarkeit von Wertentwicklungen nicht dienlich sind.“

    • Finanzkoch
      Reply Juni 11, 14:48 Finanzkoch Author

      Gern 🙂
      Es ist schon verlockend, ab und zu mal am Portfolio etwas zu „verschlimmbessern“ 😉

      Zu den Kosten hat ChrisS ja schon was geschrieben.

      Herzliche Grüße aus Leipzig
      Christoph

  4. Smartinvestor
    Reply Juni 10, 11:43 #4 Smartinvestor

    Glückwunsch zu dieser hochwertigen aber inhaltlich vernichtenden Bewertung von Scalable, der wie alle ein old school Finanzprodukt in einer neuen Robo-Hülle bombastisch vermarktet und Heerscharen an ahnungslosen Anlegern mit überhöhten Gebühren abzockt. Ich bin auch schon verschiedentlich danach gefragt worden und habe jeweils dringend davon abgeraten. Denn dieser Ansatz beruht auf derselben Masche, wie alle zweifelhaften Smart Beta Ansätze, wie z.B. Rohstoff-ETFs, Single- und Multi-Faktor-ETFs.* Die machen nämlich nichts anderes, als wirklich leistungsfähige Alpha-Strategien, hier sowas ähnliches wie Risk Parity, durch Beta-Instrumente quasi passiv bzw. pseudo-aktiv zu replizieren, meistens nach Datamining im Backtest überzuoptimieren und von aufwändigem Marketing mit Professor und viel pseudowissenschaftlichem Gedöns zu einer Story auszubauen, die die überhöhten Gebühren rechtfertigen sollen. So läuft das Geschäft in der Branche schon seit Jahrhunderten. Und das ernährt die Branche immer noch so gut, dass es noch nie grundlegender kundenorientierter Erneuerungen bedurfte. Dafür sorgen schon absolut zuverlässig die verhaltensökonomischen Irrtümer der Kunden. Das einzig Neue ist immer nur die neue Story, die es halt vorher noch nicht gegeben haben darf. Und die Robo-Unterstützung, die das ganze noch dazu bei überhöhten Gebühren und weniger Verwaltungsaufwand effizienter und damit profitabler für den Anbieter macht.

    Echte Outperformance ist nur bei Fokussierung auf echte Top-Expertise mit echt aktiven Ansätzen möglich und wird auf meine Rückfrage bei Scalable überhaupt nicht in Aussicht gestellt. Also wird das langfristige Ergebnis für den Anleger, wie bei allen Smart Beta Ansätzen, die risikoadjustierte Performance des Marktes minus die Gebühren und Transaktionskosten sein, schätzungsweise 1,0-1,5 % p.a. Das ist identisch zu dem uralten Mischfonds, die hiermit wieder in einen nagelneuen Schlauch umgefüllt wurden. Das Marketing-Konzept dahinter ist absolut erste Sahne, wie der kometenhafte Aufstieg eindrucksvoll belegt. Aber das ist für die Anleger eher schädlich, weil damit klar ist, dass alles auf kurzfristiges, möglichst hohes Absahnen ausgerichtet ist. Da finden sich natürlich leicht große Mitspieler zum Mitverdienen. Wie man es ganz anders und langfristig mindestens genauso erfolgreich laufen kann zeigt Vanguard, die das Anlegerinteresse als Art Genossenschaft konsequent in den Vordergrund stellen. Jetzt sind sie die Nr. 2 der Vermögensmanager in der Welt mit ca. 5 Bio USD und die Nr 1 mit +15% Wachstum p.a. Damit werden sie ca. 2022 die Nr 1 Blackrock, die bei ca. 6 Bio USD nur +8% p.a. wächst, überholen, was ich sehr hoffe. Denn dann besteht die berechtigte Hoffnung, dass in dieser Branche ein grundlegenderes Nachdenken über deutlich mehr Anlegerorientierung beginnt.

    * Die Rohstoff- und Smart Beta.ETFs hat übrigens auch der oft in Finanzblogs wie hier hochgelobte Kommer nacheinander alle angepriesen und dann wieder zum Umstieg geblasen, wie gerade von der Branche gewünscht. Im Gegenzug dankt er es der Bloggerzunft mit bissigen Kommentaren, wie in seinem aktuellen Hauptwerk „Souverän investieren“: „Zwar veröffentlichen viele Finanzblogger Artikel zu Smart-Beta-Themen, doch die meisten bewegen sich eher an der Oberfläche oder enthalten substanzielle Fehler.“ Aber das stößt dort jetzt zunehmend sauer auf, s.:

    https://freiheitsmaschine.com/2018/06/09/gerd-kommer-zum-thema-finanzielle-freiheit/#comment-1762

    https://frugalisten.de/forum/topic/herr-kommer-belaecht-frugalisten/?part=1

    https://www.amazon.de/gp/customer-reviews/R2QUHPPQFEB2DD/ref=cm_cr_othr_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=B077BW4RXY

    • Finanzkoch
      Reply Juni 11, 14:58 Finanzkoch Author

      Danke für deinen Kommentar! Ein paar Bücher aus deiner Rezension zum Kommer habe ich mir auf die Wunschliste gepackt und werde sie mir bei Gelegenheit besorgen.

      „Denn dann besteht die berechtigte Hoffnung, dass in dieser Branche ein grundlegenderes Nachdenken über deutlich mehr Anlegerorientierung beginnt. “ –> Die Hoffnung habe ich langsam begraben. Was bei mir auf dem Tisch landet, kann man sich kaum vorstellen. Da wird so viel Geld verbrannt, dass die Gebühren von Scalable dagegen ein Witz sind.

      Ich bin mal gespannt, wann ich die neue Ausgabe vom Kommer in den Händen halte. Kaufen werde ich sie mir nicht. Die Rendite-Aussichten von Rohstoff-ETFs haben mir noch nie eingeleuchtet. Die Diversifikationsrendite allein ist für die Begründung von aktienähnlichen Renditen etwas dünn.

      Herzliche Grüße aus Leipzig
      Christoph

  5. Turbo
    Reply Juni 09, 13:40 #5 Turbo

    Hallo Christoph,

    erstmal vorweg: Dein Blog ist oberste Spitzenklasse. Du schreibst klar, verständlich, nüchtern und auf den Punkt. Ein so wohltuender Unterschied zu dem ganzen Halbwissen nachplappernden Wirtschaftsjournalistenquatschiquatschi in den Zeitungen. Vielen Dank!

    Ich habe vor einem Jahr ein ETF-Depot aufgebaut und dabei überlegt, zu Scalable zu gehen. Ich habe es nicht gemacht. Denn als noch ziemlicher Anfänger verstehe ich einfach den Sinn dahinter nicht, auf geringere Kursverluste zu achten, wenn man dabei gleichzeitig auch Renditeeinbußen hat:

    – Der Hauptzweck eines ETF liegt doch darin, das Risiko eines Totalverlustes meiner Anlage nahezu zu eliminieren. Ein einzelnes Unternehmen kann pleite gehen, aber nicht die im Index repräsentierte gesamte Volkswirtschaft (bzw. wenn das passiert, wird meine Geldanlage das geringste Problem sein).

    – Auf dieser Grundlage kann es mir doch herzlich wurscht sein, wie viel meine ETFs zwischendrin absacken. Hauptsache ich habe langfristig die maximale Rendite. Ein Totalverlust ist ausgeschlossen, also muss ich nur lang genug warten, zur Not 20 Jahre. Was solls! Oder in obiger, Scalable eigener Grafik ausgedrückt: Mag ja sein, dass ich mit deren Ansatz im Abschwung im Frühjahr 2016 weniger Verluste zwischendrin gemacht hätte. Aber das sind ja nur Buchverluste. Am 31.3.18 hätte ich unter dem Strich weniger Rendite eingefahren als mit einer simplen Investition in den MSCI World, und das bei viel höheren Kosten. Also was soll der Zirkus?

    – Oder noch anders: Der Gesichtspunkt, dass man Risiko und Rendite immer ins Verhältnis setzen muss und dass es in manchen Zeiten sein kann, dass ich für das hohe Risiko, das ich eingehe, eine zu geringe Rendite bekomme, ist ja durchaus einleuchtend. Aber – einen entsprechend langen Atem und eine gewisse emotionale Stabilität/Verachtung gegenüber allem Materiellen vorausgesetzt – ist das einzig relevante Risiko doch allein das des Totalverlusts. Und das habe ich bei ETFs eben nicht.

    – Interessant wäre Scalable daher doch nur, wenn sie mit ihrem Ansatz tatsächlich auch eine absolute Überrendite (unabhängig vom Risiko) erzielen würden. Das haben sie aber zumindest in dem zugegeben noch zu kurzen Zeitraum seit 2016 nicht geschafft.

    Ich hab mir daher selber ein Depot nach Kommer-Anleitung gebaut und bin damit jedenfalls rendite- und kostenmäßig bis jetzt deutlich besser gefahren als mit deren Ansatz. Und streiche ich mir jetzt selbstgefällig über die Wampe.

    • Finanzkoch
      Reply Juni 11, 14:46 Finanzkoch Author

      Hallo Turbo,

      danke für das tolle Feedback 🙂
      Das einzige Risiko was ein diversifizierter ETF letztlich nicht ausschalten kann, ist das Marktrisiko.

      Aber klar, wenn einem zwischenzeitliche Schwankungen egal sind und der Anlagehorizont lang genug ist, ist ein 100% Aktien Portfolio eine rationale Lösung. Risikoarme Anlagen würden dann nur den Anlageerfolg schmälern.

      Aber in der Praxis ist es den meisten Anlegern nicht egal, wie sich ihr Vermögen zwischenzeitlich entwickelt. Maßnahmen zur Senkung der Schwankungsintensität sind daher sinnvoll – spätestens, wenn es auf die Entnahmephase zugeht …

      Herzliche Grüße aus Leipzig
      Christoph

      • PerJo
        Reply Juni 12, 00:12 PerJo

        Ich manage mein ETF-Portfolio auch selbst, kann aber die Selbstherrlichkeit von nahezu allen Finanzbloggern (und deren Lesern) nich teilen, das Robos keine Daseinsberechtigung hätten (Christoph schwankt immer etwas zwischen Unverständnis und Verständnis ggü. diesen).

        Wir befinden uns auf Finanz-Blogs in einer absoluten DIY-Nischen-Blase (das ist zwar schade, aber Fakt) – der Großteil der Bevölkerung hat einfach keine Lust auf den Quatsch, den wir uns hier freiwillig geben. 99,9% aller Autoschrauber-Foren-Nutzer wird 99,9% der Bevölkerung mit dem gleichen Unverständnis begegnen, was 99,9% der Gründe für einen Besuch in Werkstätten angeht.

        Am Ende des Tages stürzen sich die meisten Blogger und Leser doch wieder nur auf die Performance. Nicht zu Unrecht – aber nach 2 Jahren am Markt kann kein Finanzprodukt der Welt so bewertet werden. Vor allem nicht in diesem Bullenmarkt. Wir bewegen uns um absolute Höchststände, für uns ETF-Liebhaber kann nahezu per Definition kein anderes Produkt hier den Index outperformen. Umso unsinniger ist m.E. die Aussage von Turbo sich die Momentaufnahme jetzt anzugucken und daraus Schlüsse zu ziehen. Manch einer kann im Worst-Case nicht einfach 20 Jahre warten, bis wieder einmal Höchststände erreicht werden und wird ggf. dankbar über sein, weniger Verluste in Bärenmärkten eingefahren zu haben.

        Long story short: wir sollten nicht zu früh urteilen.

        • Finanzkoch
          Reply Juni 12, 12:20 Finanzkoch Author

          Ja, ich schwanke und kann mich nicht entscheiden. Fakt ist, dass der wirtschaftliche Erfolg Scalable recht gibt. Der Markt für Robo-Advisor ist da und es ist immer gut daran erinnert zu werden, dass wir uns in einer Blase befinden. Ich glaube der Finanzwesir hatte vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass jeder zweitklassige Techblog mehr Besucher hat als der größte Finanzblog …
          Da ist es schon als Erfolg zu werten, wenn ein Anleger überhaupt in irgendeiner Form in Produktivkapital investiert.

          Liebe Grüße aus Leipzig
          Christoph

  6. Teilzeitinvestor
    Reply Juni 08, 13:24 #6 Teilzeitinvestor

    Ich war letztens mal auf einem Infoabend von Scalable, um mir das ganze genauer anzuschauen.Positiv: Die Veranstaltung war absolut seriös, keine Spur von aggressiver Verkaufsveranstaltung mit Drückerkolonne, sondern sachliche Erklärung des Produktes ohne Verkaufsdruck. Und im Vergleich zu manch anderem von den Banken gepushtes teues Anlageinstrument scheint mir eine Anlage bei denen für Otto Normalinvestor nicht die schlechteste Option.

    Für mich selber stellt sich der Mehrwert im Vergleich zur direkten Anlage in Indexfonds allerdings nicht dar. Value-at-Risk halte ich für Finanz-Vodoo, eine gute Story um sich vom Wettbewerb zu differenzieren, aber, wie du schon schreibst, ist eine langfristige Outperformance fraglich.

    • Finanzkoch
      Reply Juni 11, 14:30 Finanzkoch Author

      Es gibt halt bereits deutlich einfachere und schlankere Lösungen, bei denen man sich auch umso gut wie nichts kümmern muss. Der Weltfonds von Martin Weber ist da nur ein Beispiel von vielen. Wozu es da noch Robo-Advisor braucht, erschließt sich mir nicht. Aber das ist bei vielen Produkten außerhalb der Finanzbranche ebenfalls so. Der Nutzen ist oft sekundär und das Marketing primär ausschlaggebend für den Erfolg.

      • ChrisS
        Reply Juni 11, 15:36 ChrisS

        „Der Weltfonds von Martin Weber ist da nur ein Beispiel von vielen. Wozu es da noch Robo-Advisor braucht, erschließt sich mir nicht. “

        Der Vergleich „Robo-Advisor“ vs klassische „vermögensverwaltende Mischfonds“ liegt insofern nahe, als dass beide ähnliche Versprechungen machen, ein Multiasset-Portfolio abzubilden und im selben potentiellen Kundensegment wildern (zb grobgesagt die „wills einfach haben, wenig damit beschäftigen und jemand andres soll sich um den ganzen Kleinkram kümmern“-Fraktion).

        Der Unterschied ist dann am Ende vielleicht auch mehr ein quantitativer statt wirklich qualitativ. Und zwar, dass mit Robos theoretisch eine größere Individualisierbarkeit bzw Anpassung an persönlich gewünschte Risikotoleranzen ermöglichen können. Klingt erstmal ironisch, weil die im Endeffekt ja auch die Kunden in Musterportfolios von der Stange reinpacken, aber der Punkt ist, die haben wenigstens mehrere Musterportfolios zur Auswahl, so dass man da theoretisch ein bischen passgenauer als Kunde eingeordnet werden könnte.
        (in der Praxis ist das aber oft auch nur ne Scheinauswahl).

        Damit ist gemeint, bspw den Arerofonds von Weber gibt es halt nur in einer Ausführung, mit 60% Aktien, 25% Anleihen, 15% Rohstoffen. Es gibt aber unterschiedliche Kundentypen, und manchen mag diese „one size fits all“-Lösung vielleicht nicht so gut passen (zu risikoreich, oder nicht risikoreich genug).
        Andere klassische Mischfonds-Serien gibts manchmal in dreifacher Ausführung, zB in „conservative“, „balanced“ und „dynamic“-Variante oder was auch immer für Sprechblumen zur Beschreibung der Risikokategorien verwendet werden.
        Tja und jetzt kommen die Robos und bieten dagegen schon 10 (oder wie Scalable 23) verschiedene mögliche Abstufungen, das wirkt gleich nochmal eindrucksvoller und individuell anpassbarer…

        …aber wie gesagt, das mag am Ende auch nur eine Pseudokomplexität und Scheinauswahl sein. Wenn die Kategorien zu kleinteilig werden, verlieren auch die Unterschiede immer weiter an Signifikanz (zb Klasse 3 ist nicht wirlich relevant anders als Klasse 4, und zwischen Klasse 8 und 9 besteht dann auch kein wirklich großer Unterschied mehr, der diese Unterteilung nochmal extra zwingend nötig gemacht hätte).
        Am Ende dient das nur mehr den Werbezwecken durch Kundenbeeindruckung (schaut her wieviele Möglichkeiten wir euch bieten) anstatt praktischem Nutzen (bei genauerem Hinschauen unterscheiden sich die meisten Möglichkeiten garnicht so sehr voneinander).

        Zudem kann man auch mit die einfachen „festgezurrten“ Multiassetprodukte wie den Arero noch individuell anpassen, zB mit einer Arero+Tagesgeld Kombi das Gesamtrisiko wenn gewünscht reduzieren, oder mit einem reinen Weltaktien-ETF extra dazu wenn gewünscht erhöhen. Ist dann aber auch wieder mit etwas mehr eigener Beschäftigung verbunden, und da kommt man schnell wieder ins „wer sich eh schon selbst damit auseinandersetzt, braucht doch im Endeffekt garkeine Mischfonds/Robos mehr und kann sich sein ETF-Portfolio selbst zusammenstellen und verwalten“-Dilemma rein.

  7. tomcash
    Reply Juni 08, 11:21 #7 tomcash

    bin bei scalable nach 6 monaten wieder raus,miese performance wie im Festgeldbereich,aber Gebühre, sie werben dauernd damit wieviel Kunden sie schon haben aber mit ihrer Performance sind sie sehr schmallippig.;-(

    • Finanzkoch
      Reply Juni 09, 22:54 Finanzkoch Author

      Hallo tomcash,

      da hast du Scalable nicht viel Zeit gegeben …
      In so einem Zeitraum kann auch die beste Geldanlage 0 Prozent und weniger abliefern. Bei der nächsten Anlage würde ich etwas mehr Geduld mitbringen.

      Herzliche Grüße aus Leipzig
      Christoph

      • tomcash
        Reply Juni 13, 08:37 tomcash

        hallo Christoph, du hast natürlich recht bezüglich des Zeitraums, aber in genau der selben Zeit hatte ich mit Growney 7 % Performance . habe also das Geld von Scalable direkt nach Growney überwiesen und bin mit diesem Roboter weiter sehr zufrieden.
        greets aus B,Tom

  8. Geldfrau
    Reply Juni 08, 10:46 #8 Geldfrau

    Moin Christoph,
    mir geht es wie Covacoro. Ich wollte auch einen genauen Blick auf Scalable werfen, weil er so gehypt wird der Robo. Du bist uns zuvor gekommen. 🙂 Große Klasse, dein Artikel. Ich packe ihn mir auf „Vorlage“, wie das früher so schön hieß.
    Danke dafür!

    • Finanzkoch
      Reply Juni 09, 22:45 Finanzkoch Author

      Hallo Dani,

      danke für dein Lob 🙂 Ein paar Punkte gibt es sicher noch zu ergänzen, sodass Raum für einen weiteren Artikel ist, wenn du Lust hast 😉

      Liebe Grüße aus Leipzig
      Christoph

  9. innocent bystander
    Reply Juni 08, 07:31 #9 innocent bystander

    „Aller 20 Jahre erleidet das Portfolio einen Verlust von 15 % und mehr.“

    Die Größe VaR bezieht sich nur auf ein einzelnes Jahr. Es lässt sich also nicht so verallgmeinern. Bei einer Münze lässt sich auch nicht sagen, dass aller zwei Würfe Kopf erscheine.

    • Finanzkoch
      Reply Juni 09, 22:41 Finanzkoch Author

      Klar kann 10 mal hintereinander Zahl kommen. Trotzdem erscheint im Schnitt bei jedem zweiten Wurf Kopf. Von daher passt meine Aussage ganz gut, auch wenn sie vielleicht als Definition nicht ganz sauber ist 🙂

      Herzliche Grüße aus Leipzig
      Christoph

      • ChrisS
        Reply Juni 11, 15:11 ChrisS

        Das Problem beim Verkürzen von „theoretischer Wahrscheinlichkeitsverteilung“ versus der „tatsächlich auch praktisch erzielte Ergebnisverteilung“ ist halt immer, dass es immer erst eine *ausreichend große/lange* Anzahl von Wiederholungen bei den Versuchen braucht, bis sich die tatsächlichen Ergebnisse dann auch einigermaßen genau und zuverlässig an die theoretischen Wahrscheinlichkeiten heran annähern und ausmitteln.

        Selbst beim Münzwürf, auch wenn wir a priori wissen dass die theoretische Verteilung dass „im Schnitt jeder zweite Wurf Kopf ist“, wäre es fahrlässig zu kurz gegriffen, wenn man daraus ableitet, dass man nur zwei Würfe machen muss um dieses Ergebnis auch so zu erreichen. Zehn Würfe sind dabei genauer als zwei, und hundert Würfe sind genauer als zehn, usw….

        Bei Scalable ist das im Prinzip genauso. Wenn es darum geht, „ein Portfolio dynamisch so zusammenzustellen, dass mit 95%iger Wahrscheinlichkeit ein Jahresverlust von -X% nicht übertroffen wird“ -> also in 5% doch -> und daraus abgeleitet zu sagen „5% aller Jahre = in 1 von 20 Jahren ein Verlust größer -X% zu erwarten“, kann das Missverständnisse erzeugen die in der Praxis zu großen Enttäuschungen führt.

        Diese 95% / 5% Wahrscheinlichkeiten sind die aggregierte Ergebnisverteilung aus mehreren zehntausend mehr oder weniger zufällig simulierten Renditekurven (Monte Carlo). Um diese Wahrscheinlichkeiten dann auch so in der Praxis als Ergebnisse annähernd zu erreichen, müsste man konsequenterweise auch über zehntausend Jahre lang dort anlegen, erst dann hat man genug Datenmaterial dass sich Theorie und Wirklichkeit auch einigermaßen auf diese Werte ausmitteln.
        Einfach „nur“ 20 Jahre anzulegen (und dabei nur einmal einen Jahresverlust größer -X% zu „erwarten“) reicht eigentlich nicht. Es können in der Praxis in diesen 20 Jahren auch mehrere Verluste größer -X% auftreten, oder auch mal zufällig garkeine – die 5% Wahrscheinlichkeiten sind eben nur der Durchschnitt gemittelt aus zehntausenden „Versuchen“ (simulierter Investitionsperioden). Genauso wie auch bei „nur 2“ Münzwürfen auch zweimal ne 2 kommen kann, oder garkeine.
        Nochmal als Beispiel/Vergleich, das Würfelspiel. Wir wissen natürlich, dass „theoretisch“ die Wahrscheinlichkeit eine Sechs zu würfeln 1/6 beträgt. Aber wie ich geschrieben habe, ist es eine irreführende Verkürzung, daraus zu sagen dass es nur maximal sechs Würfe braucht, bis eine 6 kommt. Das kann in der Praxis bei niedrigen Versuchszahlen auch mal ganz schnell (oder ganz lange) gehen, bis eine 6 kommt, erst bei genügend Versuchen (mindestens jedenfalls mehr als 6 Würfe) nähert sich Ergebnis und Theorie einigermaßen an.
        Genauso muss man eigentlich auch bei Scalable länger als 20 Jahre anlegen, um diese „1-pro-20“ Verteilung so einigermaßen annähernd dann auch zu erhalten.

        Das „Problem“ bei Scalable ist dann also, dass natürlich niemand den extrem langen Anlagehorizont mitbringt (ist ja menschlich nicht möglich), den es eigentlich braucht um diese langfristigen Wahrscheinlichkeitsverteilungen auch ungefähr so in der Praxis zu bekommen.

        Ein verwandtes Problem ist die Ausrichtung des VaR auf Jahresbasis (bzw rollierende 12m Periode). Zur Illustration: Wir haben bspw ein VaR-15 Portfolio gewählt, sollen also in einem Jahr (zu 95% pb) nicht mehr als -15% verlieren.
        Okay, aber selbst wenn das eingehalten wird, was ist mit kleineren Verlusten über längere Zeiträume. Was zB auch passieren könnte, ist dass wir bspw in 3 aufeinanderfolgenden Jahren jeweils -10% verlieren. Scalable, mit seiner Jahres-Ausrichtung, sagt „kein Problem, ist doch alles innerhalb der Grenzen geblieben“, ja für eure Systemregeln und Betrachtung vielleicht, aber insgesamt haben wir vom absoluten Portfoliowert damit schon kumuliert -27% verloren.

  10. ChrisS
    Reply Juni 08, 03:34 #10 ChrisS

    „Was mich stört, ist die Betonung des streng wissenschaftlichen Ansatzes …“

    Wobei man bei einer Betrachtung des ganzen Robo-Marktes (oder überhapt Vermögensverwaltung generell) auch sagen muss, dass sich eh so ziemlich JEDER von denen mehr oder weniger mit „wissenschaftlichen“ Erkenntnissen und Strategien schmückt und wirbt. Die aktiven genauso wie die vielen passiven Anbieter, die sich halt vor allem noch auf die klassische B&H Portfoliotheorie berufen.
    Da pickt sich halt jeder die verschiedenen Wissenschaftsaussagen so raus, die ihn selbst am meisten bestätigen. Der unbedarfte Anleger muss sich halt selbst einlesen und weiterbilden um bewerten zu können, welche Konzepte er für am überzeugendsten hält (oder überhaupt solche Fremdverwaltung braucht).

    „und dann wird noch nicht einmal eine korrekte Benchmark gesetzt“

    Was ist denn an den verwendeten Benchmarks (Morningstar Mischfondskategorie-Indizes cautious, moderate und aggressive) inkorrekt, bzw was wäre eine korrektere Benchmark?
    Da die Robo-Portfolios eh alle Multi-Asset sind (und die Robos ja selbst sagen, dass gerade die klassischen Mischfonds ihre naheliegendsten Zielgruppe-Konkurrenten sind) finde ich das im Prinzip nicht allzuverkehrt. Zumindest ist das sinnvoller als die sonst medial verbreitete Unart, ein Multi-Asset Portfolio zb mit einem 100% reinen Aktienindex zu vergleichen, oder die Krönung, dazu noch mit einem so begrenzten und beliebigen Regionalindex wie dem DAX.
    Mich stört die Verwendung solch unpassender Benchmarks auch, aber ich vermute das wird weniger an bewusster Täuschungsabsicht der Anbieter liegen anstatt einfach daran dass halt trotzdem viele deutsche Anleger es halt einfach interessiert bzw sie verlangen, die Performance mit etwas „was sie kennen“ (MSCI World oder DAX etc) vergleichen zu können, selbst wenns eigentlich wenig Sinn macht. Da könnten die Anbieter ruhig gern etwas konsequenter sein und die Leute erziehen, nur auf wirklich passende Multi-Asset Benchmarks zu achten, aber haja…

    „Was manchem vielleicht nicht klar ist: mit VaR 5%-15% Depots ist ihre langfristige Renditeerwartung deutlich unter 7% p.a.“

    Dass die langfristigen Renditeerwartungen bei den „konservativeren“ Portfolien geringer als die vollen 7% (einer 100% Aktienanlage) sind, wird bei Scalable (wie bei jedem anderen Robo auch) doch mehr oder weniger ziemlich deutlich dargestellt.
    Alle Anbieter haben beim Anmeldeprozess ziemlich ähnliche „Prognose“-Tools, die einem die geschätzte langfristige Rendite für die jeweilige gewählte Risikostufe schon vorher mitteilen. Klar, großen Garantiewert haben die Prognosen auch nicht, aber zumindest zeigen sie alle wenigstens einigermaßen den generellen Zusammenhang von (niedrigeres) Risiko = (niedrigere) Rendite.
    Wem das ansonsten trotzdem noch „nicht klar“ ist, der kann sich eigentlich bei den gegebenen Informationen nicht über die Anbieter beschweren, sondern muss halt selbst ein bischen aufmerksamer mitlesen.

    „Und dass Scalable für seine Strategien nur 1 Benchmark ansetzt und neue Risikomaße erfindet, statt wenigstens den historischen Drawdown und historische (also erzielte) VaR in der letzten Periode gegen die Ziele zu vergleichen sowie etablierte Kennzahlen wie Sharpe- oder Information Ratio anzugeben, ist auch verbesserungswürdig.“

    Klar ist aber auch, ja die Robo-Anbieter unterschieden sich noch alle etwas, welche Daten zu den Wertentwicklungen/Risikokennzahlen sie rausgeben, und in welcher Form, da ist auch nicht viel vereinheitlicht (Vergleichsplattformen wie der Echtgeldtest von Brokervergleich oder Extra-Funds vesuchen das zwar, aber auch noch recht oberflächlich). Manche Anbieter sind da recht transparent und veröffentlichen Live-Daten auf ihrer Webseite leicht zu finden und übersichtlich aufbereitet. Andere Anbieter sind da etwas knauseriger und geben nur unregelmäßig ab und zu mal ein Update ihrer Portfoliodaten irgendwo versteckt im News-Archiv raus. Und von einigen Anbietern findet man erstmal noch garnichts.

    Was Scalable speziell angeht, die sind was die Veröffentlichung angeht relatives Mittelfeld (ein paar der verlangten Maße geben sie schon raus, andere nicht) also nicht die intransparentesten aber sicher auch noch verbesserungsfähig.
    Benchmarks gibt es wie gesagt eigentlich 3 relevante (die Morningstar-Kategorien), historische Drawdowns wird relativ grob auf der „Erzielte Rendite“-Seite mit angegeben. Historisch realisierte VaR (und vor allem der zeitliche Verlauf davon) wäre sicher mal interessant. Der verwendete „Rendite/Drawdown-Quotient“ ist auch kein wirklich neu erfundenes Risikomaß (vgl Calmar-Ratio etc), aber ja ist halt auch nicht so verbreitet wie die bekanntere Sharpe-Ratio. Wenn ich mich in Die reinversetzen müsste, würden die das wohl bestimmt so begründen ala „Unser Hauptaugenmerk ist halt das Managen von Verlustrisiken, deswegen ist für uns der Drawdown relevanter als nur die reine Volatilität an sich“.

    Was eigentlich auch ganz interessant wäre sind Daten zum Upside/Downside Capture Verhältnis. Um also ein Verständnis dafür zu bekommen
    a) wie viel/wenig partizipiert man in den Scalable-Portfolios an steigenden (hpts Aktien-)Märkten
    b) wie viel/wenig partizipiert man fallenden Märkten.
    Das ist wichtig um den wirklichen MEHRwert des Systems ggü einem einfachen passiv/statischen B&H Ansatz mit festen Allokationsgrenzen (zB 50% Aktien / 50% Anleihen) feststellen zu können. Der „Unique Selling Point“ von Scalable ist ja gerade die Behauptung, dass sie mit ihrer Risikoanalyse und den sich daraus ergebenden dynamischen Umschichtungen in risikoärmeren (und damit potentiell positiveren) Marktphasen die Aktienquote erhöhen könne (zb auf 75/25), um mehr an der Upside zu partizipieren als ein festgezurrt-statischer B&H-Ansatz, bzw in risikoreicheren (also potentiell negativeren) Marktphasen das Engagement reduzieren können (zB auf 25/75) um dann wiederrum weniger am Abschwung beteiligt zu sein als das starre 50/50 Portfolio.

    Die Upside/Downside Capture würde also mehr tatsächlichen Aufschluss darüber geben, wie zuverlässig/zielsicher und signifikant/nachhaltig das ihnen in der Praxis gelingt – also erstmal ob sie auch wirklich überhaupt besser als der Zufall (bzw ein naiver 50/50 Ansatz) feststellen können in welcher Marktphase wir uns gerade befinden (bzw prognostizieren können welche in Zukunft kommt), und daraus mit ihren Umschichtungen es auch wirklich schaffen, soviel wie möglich von der Upside mitnehmen zu können bzw sowenig wie möglich an der Downside mit zu verlieren.

    Zweitens ist das auch wichtig, um feststellen zu können, mit welcher Zeitnähe/Zeitverzögerung das ganze vonstattengeht. Schaut man sich deren Allokationsverlauf (in der Grafik beim „Dynamischen Risikomanagement“) an, sieht das ganze relativ so ähnlich wie ein eher prozyklisches Trendfolge-System aus. Aus fallenden Märkten wird sich schrittweise zurückgezogen, in steigende Märkte wird schrittweise eingestiegen. Hier ist nun die Dauer und Intensität der Schritte entscheidend.
    Wenn das zu langsam passiert (man steigt zu spät aus, nachdem die Märkte schon längst zuviel gefallen sind, bzw man steigt danach auch nur zu verspätet wieder ein nachdem die Märkte schon mit viel verpasster Rendite wieder gestiegen sind), verpufft der Nutzen bzw kann sogar schädlicher als einfaches stures B&H sein (der berüchtigte „Whipsaw“-Effekt, den jedes Trendfolgemodell mehr oder weniger hat), aber zu schnelle/übersensible Umschichtungen auf der anderen Seite sind auch nicht gut, denn nicht jeder kleine Knick ist der Vorbote eines großen Crashs und man würgt durch zuviel hin-und-hergeschichte langfristige Trends ab. Ist halt ein komplizierter Spagat, der da geleistet werden muss. Dass gelingt auch vielen aktiven Profis oft nicht besser, von daher ist vernünftige Skepsis berechtigt.

    „Dass die Strategie funktioniert, führt Scalable Capital unter anderem auf das Paper Volatility-Managed Portfolios von Moreira und Muir zurück.“

    Das ist ein bischen problematisch. Also nicht nur, weil virtuelle Backtest-Simulationen eh immer mit vernünftiger Vorsicht zu genießen sind, sondern vor allem auch weil das im Paper verwendete Modell des constant volatility targeting ja eben nicht ganz das gleiche ist, was Scalable in der Praxis mit ihrem Value at Risk basierten Ansatz einsetzt, die Ergebnisaussagen also nicht einfach direkt 1-zu-1 übertragbar sein können. Es mag zwar genug Verbindungspotential geben (steigende Vola zieht meist auch steigende VaR-Maße nach sich, etc), dass man darauf querverweisen/anknüpfen kann, aber für den Anlageprozess von Scalable sollte man sich weniger an so einer fremden Studie orientieren als an ihrem eigenen Whitepaper selbst.

    „Mehr Rendite bei weniger Risiko widerspricht den meisten Annahmen“

    Ist halt alles ne Frage der Differenziertheit. Die Scalabler (bzw alle die generell mit solchen Ansätzen arbeiten) würden halt darauf verweisen, dass natürlich Risiko und Rendite prinzipiell verbunden sind, aber in der Praxis dann doch auch immer noch genauer hingeschaut werden muss wie es der (zu ver-)einfache Zusammenhang „(mehr/weniger) Risiko bedeutet immer (mehr/weniger) Rendite“ dann doch wieder etwas komplizierter ist als es der simple Lehrsatz vermuten lässt.
    Siehe die Studien, die dabei zwischen so Sachen wie (langfristiger) „Basis-Volatilität“ und (kurzfristigerer) „Exzess-Volatilität“ unterscheiden.
    Gemäß der einfachen RenditeRisiko Theorie sollten Phasen höherer Volatilität (zB bei Aktienindizes) demnach auch eine höhere Rendite bringen als Phasen niedrigerer Volatilität. Bei Praxisuntersuchungen ist das aber nicht wirklich unbedingt immer so, es lässt sich feststellen, dass das nur bis zu einem bestimmten Volatilitätslevel einigermaßen zuverlässig gilt, und man wenn die Vola drüber hinausgeht damit tendenziell nicht mehr mit zusätzlicher Rendite bekohnt wird, sondern durchschnittlich eher negativeren Renditen in solchen Hochvola-Phasen. Bzw auch umgedreht, niedrige Volatilität bei Aktienindizes muss nicht auch zwangsläufig immer mit niedrigeren/negativen Renditen verbunden sein, im Gegenteil.
    Ob und wie erfolgreich/mehrwertnützlich sich diese Erkenntnisse nutzen lassen zB zur Umsetzung risikodynamischer Portfoliosteuerung, ist dann natürlich eine andere Frage, denn in der Praxis kann man auch nicht alles, was man so im Backtest simuliert, wirklich anwenden bzw unterliegt anderen realpraktischen Einschränkungen, die man so im allein virtuellen Raum noch nicht hatte.

    „In jedem Fall solltest du eine Anlage nur in Betracht ziehen, wenn du zu 100 Prozent hinter dem risikobasierten Ansatz von Scalable Capital stehst.“

    Die alte Selbstverständlichkeit von „investiere nur in Sachen die du auch verstehst bzw von denen du wirklich überzeugt bist“ halt. Wobei ich auch mal, ohne Arroganz, die Behauptung aufstelle, dass die große Mehrheit der Scalable-Anleger nicht wirklich ernsthaft und vollumfänglich verstehen, was da im Hintergrund eigentlich so alles abläuft, bzw das nur auf einem recht oberflächlichen „äh ja die wollen halt die Verluste irgendwie in meinen gewünschten Grenzen halten“, aber auch nicht viel mehr.
    Das ist noch nichtmal so sehr die Schuld von Scalable, die geben sich ja in ihrem Whitepaper relativ viel Mühe zu erklären, aber das setzt halt zum wirklichen Verständnis schon etwas höhere Mathematik oder Programmierkenntnisse voraus um nachvollziehen zu können wie man eine Portfoliio-VaR per Monte Carlo-Simulationen prognostiziert, etc.
    Solche Sachen übersteigen den Horizont der meisten Anleger bei weitem (kein Vorwurf, das ist ja nicht unbedingt Allgemeinbildung sondern ziemlich esoterisch/elitäres Spezialwissen), bzw sie wären auch nicht besonders willens oder fähig sich damit noch weiter zu beschäftigen – DAS ist ja gerade auch die Werbebehauptung der ganzen Robos, die alle mehr oder weniger „du brauchst dich um die ganzen Details nicht zu kümmern, wir übernehmen das für dich“ versprechen und damit eine dementsprechende Zielgruppe ansprechen. Die muss dann eben aber auch damit umgehen können dass solche Modelle (gerade die aktiv-„fortgeschrittenen“, im Ggs zu den einfachen passiv-statischen B&H-Robos, die auch für die breitere Masse noch nachvollziehbar sind) eine ziemliche „Blackbox“ sind, von der man eben mangels wirklichem Wissen auch nur irgendwie „Vertrauen“ bzw Überzeugung haben muss, dass das „alles schon irgendwie so richtig wie behauptet dann auch funktioniert“.

    „Es wird spannend zu sehen, in welchen Größenordnungen beim nächsten Abschwung Geld abgezogen wird.“

    Spannend sicherlich, aber auch weil ja jeder bei der Spekulation darüber, welche Anlegergruppe im nächsten kommenden Abschwung am meisten leiden wird, seine eigenen Vorurteile hat (mangels Erkenntnissen sind das ja auch erstmal nur Vorurteile).

    Dass die klassische „menschliche“ Beraterbranche der neuen digitalen Konkurrenz misstrauisch gegenübersteht, verwundert mich nicht. In Finanzmedien werden gibt es ja laufend neue Artikel, in denen zB Fondsmanager vor ETFs warnen, oder Vermögensverwalter die Robo-Advisors kritisieren. Und ich bin dabei ja auch nicht so bösartig zu behaupten, als gehe es ihnen dabei in Wirklichkeit NUR um die Kundenabwanderung und dem Abschmelzen der eigenen Erträge, nein ich glaube schon dass die meisten Berater und Verwalter durchaus von dem „unersetzlichen Mehrwert, den nur sie liefern können“ ehrlich überzeugt sind.

    Aber zwischen Anspruch und Wirklichkeit liegt halt dann doch immer nochmal ein Unterschied. Welche Kundengruppe in der nächsten Krise sich dann doch als die „bessere“ (iSv standhaftere, durchhaltefähigere) herausstellen wird, also ob eher die Robo-Kunden abziehen oder die von klassischen Beratern/Vermögensverwaltern, da würde ich mir noch keine besonderen Mutmaßungen in die eine oder andere Richtung haben.
    Klar, Berater definieren ihren Mehrwert ja nicht unbedingt durch überlegene Renditeerbringung (also zumindest die seriösen Berater sollten zugeben, dass es ihnen nicht wirklich möglich ist, „den Markt zu schlagen“ o.ä. Vorstellungen), sondern vor allem durch ihre persönliche Kommunikationsfähigkeit (der „Händchenhalten-Faktor“). Die Robos können ja nur Blogartikel posten oder Rundmails verschicken.
    Ob und wem das eine oder andere in der Krise mehr nützt, ist halt eher Anlegertyp-abhängig als nur speziell Anlageart-abhängig. In den erwähnten vielen Anti-ETF und Anti-Robo Artikeln von so manchnen klassischen Beratern, Verwaltern und Fondsmanagern schwingt mir da auch oft ein mehr oder weniger ausgeprägter Chauvinismus mit rein. So ala „jaja, diese ETF/Robo Anleger sind doch alle nur naive/nervöse Grünschnäbel, die beim nächstgrößeren Knick doch alle bestimmt wieder schreiend davonlaufen werden, und das würde ihnen mit uns ja bestimmt nicht passieren weil wir soviel besser sind, deswegen sollen die mal lieber einfach alle brav bei uns bleiben“. Wie gesagt, das ist nur zur Verdeutlichung überspitzt, aber so kommt so manch undifferenzierte Glosse von überheblicheren Branchenvertretern halt manchmal rüber.

    Wie gesagt, ein hinreichend „gebildeter“ (damit gemeint nicht nur das reine Anlagewissen, sondern vor allem auch die nötige gefestigte Anlagepsychologie) hat eigentlich beides nicht wirklich nötig, weder klassische Beratung noch Digitalverwaltung.
    Und jemand, der Bildung braucht, kann sich heute auch besser als früher raussuchen, ob er sich im Internet (zb auf seriösen Finanzblogs) kostenlos informiert (das reicht für viele Menschen tatsächlich aus), oder überhaupt noch eine Fremdverwaltung (egal ob klassisch-persönlich oder digital) in Anspruch nimmt.
    Was dann bei jedem Einzelnen am Ende damit tätsächlich bei rauskommt (also zB welche Anlegergruppe langfristig am erfolgreichsten/konsequentesten sein wird), sei ihnen selbst überlassen, bzw nur schwere/unseriöse Spekulation, in der jeder denkt, er selbst wäre der beste 😀

    • Finanzkoch
      Reply Juni 11, 14:22 Finanzkoch Author

      Hallo ChrisS,

      danke für deinen Kommentar. Eine passende Ergänzung zum Artikel.

      Ich bin ehrlich gespannt, wie sich der Markt Berater/Robo usw. entwickeln wird. Gut möglich, dass ein Großteil meiner Zunft in 10 Jahren überflüssig sein wird. Viele klassische Vermittler sehen ihre Geschäftsgrundlage heute schon zusehends schwinden … was dann auch zu pauschalem Verurteilen verschiedener Neuerungen führt. Aber solche Gedankenspiele finden derzeit in vielen Branchen statt. Wie es dann tatsächlich kommt, wird die Zukunft zeigen.

      Herzliche Grüße aus Leipzig
      Christoph

  11. Covacoro
    Reply Juni 06, 21:04 #11 Covacoro

    Einen ähnlichen Artikel wollte ich auch schreiben, Christoph, bin aber bisher nicht dazu gekommen. Vielleicht baue ich auf deinem Artikel auf und hole das noch nach. Was manchem vielleicht nicht klar ist: mit VaR 5%-15% Depots ist ihre langfristige Renditeerwartung deutlich unter 7% p.a. (was 100% Aktienquote wäre in einem breiten Index) bei 1% Kosten. Und dass Scalable für seine Strategien nur 1 Benchmark ansetzt und neue Risikomaße erfindet, statt wenigstens den historischen Drawdown und historische (also erzielte) VaR in der letzten Periode gegen die Ziele zu vergleichen sowie etablierte Kennzahlen wie Sharpe- oder Information Ratio anzugeben, ist auch verbesserungswürdig.

    • Finanzkoch
      Reply Juni 06, 22:22 Finanzkoch Author

      Ich bin gespannt, wo die Reise von Scalable hingeht.

      Das Anlagekonzept steht aus wissenschaftlicher Sicht auf wackligen Beinen … lässt sich aber hervorragend verkaufen – was aus wirtschaftlicher Sicht für Scalable letztlich entscheidend ist.

      Was mich stört, ist die Betonung des streng wissenschaftlichen Ansatzes und dann wird noch nicht einmal eine korrekte Benchmark gesetzt

      Auf jeden Fall ist noch jede Menge Raum für einen weiteren Artikel. Gerade die verschiedenen VaR-Portfolios habe ich ja kaum thematisiert.

      Liebe Grüße aus Leipzig
      Christoph