Kennst du deine Risiko-Tragfähigkeit?

Lass uns zusammen das Loblied auf die Aktie anstimmen … 1 … 2 … 3 … und jetzt alle … Stopp!

Bevor du dich tiefergehend mit dem Thema Investment beschäftigst, möchte ich dir die Thematik der Risiko-Tragfähigkeit ans Herz legen.



Kennst du deine Risiko-Tragfähigkeit?


Geschätzt jede Zeitung, jeder Blog und jeder Nachrichtensender sind sich einig, die Aktie ist allem und jedem überlegen und anderen Anlageklassen wie z.B. Schuldtiteln klar vorzuziehen. Du musst sie nur lange genug halten, dann wirst du schon deine sieben Prozent Rendite pro Jahr einfahren. Die einzige Frage, die noch geklärt werden muss, ist anscheinend, wie du am besten in Aktien investiert … Einzeltitel? Fonds? Oder darf es die günstige Form über ETFs sein? Ich weiß nicht wie oft ich die Überschrift: „Dividenden sind die neuen Zinsen“, nun schon lesen durfte und dagegen ist auf den ersten Blick auch nichts einzuwenden. Dabei wird jedoch vergessen, dass der Köder dem Fisch und nicht dem Angler schmecken muss.

Ich kann mir in der Küche noch so viel Mühe geben und ein traumhaftes Gericht zaubern, es werden sich immer Menschen finden, denen es nicht schmeckt. Das ist auch gut so, denn die Vielfalt ist das, was uns Menschen ausmacht.

Dem sollten wir auch in unserem Anlageverhalten Tribut zollen.

Seit Jahren kennen die Börsen nur eine Richtung und die führt uns in immer neue Schwindel erregende Rekordhöhen. Die fallenden Zinsen haben nicht nur bei Aktien für Rekordstände gesorgt, auch Anleihe-Anleger konnten sich über hohe Kursgewinne freuen.

Vermutlich haben viele Marktteilnehmer vergessen, wie es ist, wenn der Depotauszug tiefrot ist.

Nicht nur Anleger verhalten sich prozyklisch, auch die Presse reiht sich hier mit ein. Fallen die Kurse, wird sich mit Horrorszenarien überboten und es hagelt Verkaufsempfehlungen. Das andere Extrem dürfen wir gerade bestaunen. Da wird fassungslos berichtet, wie sich der „dumme Deutsche“ kalt enteignen lässt und die Aktie „links liegen“ gelassen wird.

Aber vielleicht handelt der „dumme Deutsche“ ja gar nicht dumm? Vielleicht handelt er ja innerhalb seiner Risiko-Tragfähigkeit optimal?

Kannst du dir vorstellen, wie es ist, in kurzer Zeit den Gegenwert eines Einfamilienhauses zu verlieren? Kannst du dir vorstellen, wie es ist, in kurzer Zeit Vermögenswerte im Gegenwert mehrerer Jahreseinkommen zu verlieren?

Glaubst du, es lässt dich kalt? Glaubst du, du kannst in so einem Moment rational handeln? Kannst du diese Fragen mit ja beantworten, gratuliere ich dir, denn du bist der perfekte „buy-and-hold-Anleger“, der du sein solltest, um die Ergebnisse zu erreichen, die dir von der Presse suggeriert werden.

Oder glaubst du, es ist wahrscheinlicher, dass du fassungslos deinen Depotauszug betrachtest und deine Anlagen frustriert liquidierst? Auch das ist nicht schlimm, wenn du dir dessen bewusst bist und danach handelst.

Stell dir deswegen folgende Frage: „Kennst du deine Risiko-Tragfähigkeit?“

Die Frage solltest du unbedingt klären, bevor du beginnst, Geld zu investieren. Denk dabei an Murphys Gesetz:

„Whatever can go wrong will go wrong“ (Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen).

Danach kannst du, wenn du möchtest, entspannt in das Loblied der Aktie einstimmen.

Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

Bildquelle: © Photocreo Bednarek – Fotolia.com

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