Günstig kochen: 22 Tipps, die dir massig Geld sparen

Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Es beginnt beim Einkaufen, setzt sich bei der Zubereitung fort und gipfelt im fertigen Gericht. Bei allen Schritten lässt sich massig Geld sparen, ohne einen Hauch an Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen.

Im Beitrag bespreche ich meine 22 besten Tricks, um beim Kochen Geld zu sparen. Nummer sechs ist mein liebster.



Günstig kochen: 22 Tipps, die dir massig Geld sparen


Günstig kochen: Die Podcast-Episode zum Artikel:

Shownotes:

Die wichtigsten Inhalte:

  • Günstig kochen und leckeres Essen harmonieren wunderbar
  • Den einen Spartipp gibt es nicht. Vielmehr ist es ein Sammelsurium an Tipps und Gewohnheiten, das in Summe einen deutlichen Unterschied im Portemonnaie ausmacht

Den Finanzküche Podcast findest du auch auf:

>>iTunes<<

>>Stitcher<<

>>Podigee<<


Textbeitrag – Günstig kochen: 22 Tipps, die dir massig Geld sparen

Ich koche seit Jahren nahezu täglich. Was ich dabei gelernt habe: Es gibt nicht den einen Spartipp, der deinen Geldbeutel in Größenordnungen entlastet. Vielmehr ist es ein Sammelsurium an Tipps und Gewohnheiten, das in Summe einen deutlichen Unterschied im Portemonnaie ausmacht.

Im Beitrag bespreche ich meine 22 besten Tricks, um beim Kochen Geld zu sparen. Nummer sechs ist mein liebster.

I. Satt einkaufen gehen

Vielleicht geht es dir genauso? Wenn mein Magen knurrt, kaufe ich jede Menge überflüssigen Kram. Chips, Salzstangen und Knuspermäuse wandern dann in ungesunden Mengen in den Einkaufswagen. Meine Frau legt noch Schokolade und Eis dazu …

Inzwischen machen wir vorzugsweise Samstagvormittag gut gesättigt nach dem Frühstück unseren Großeinkauf. Den Konsum von Knabberzeug konnte ich so deutlich eindämmen. Das spart Geld und hält die Fettpolster in Schach.

Nebenbei gewinnen wir durch den Großeinkauf Zeit, da wir unter der Woche seltener einkaufen gehen.

II. Günstige Eigenmarken kaufen

Ein simpler Spartipp ist, günstige Eigenmarken zu bevorzugen. Einen Qualitätsverlust im Vergleich zu teuren Markenprodukten kann ich bisher nicht feststellen.

Auf Dauer macht es einen deutlichen Unterschied, ob ich für eine Packung Nudeln 40 bis 70 Cent zahle oder über einen Euro. Ich schätze, dass wir allein durch Eigenmarken einen dreistelligen Betrag im Jahr sparen.

III. Großpackungen kaufen

Beim Einkaufen greife ich gern zu Großpackungen. Zugegeben, ab und zu ziehe ich den Unmut meiner Frau auf mich. In unseren Schränken ist schlicht kein Platz für einen 10-Kilo-Sack Kartoffeln. Und so liegt er dann „gut versteckt“ in der hintersten Küchenecke. Aber finanziell lohnt es sich einfach …

IV. Immer den Kilopreis im Blick haben

Wenn ich beim Einkaufen Preise vergleiche, stehe ich immer wieder vor derselben Herausforderung:

Die unterschiedlichen Packungsgrößen erschweren die Sache ungemein.

Daher ist es sinnvoll, immer die Kilopreise im Auge zu behalten. Fällt die exakte Umrechnung schwer, reicht meist ein grobes Überschlagen, um Mogelpackungen aufzudecken.

V. Auf das Haltbarkeitsdatum achten

Wenn ich nicht genau weiß, wann ich ein Lebensmittel verarbeite, achte ich auf eine möglichst lange Haltbarkeit. Meistens steht alles, was bald abläuft in der vordersten Reihe, daher lohnt es sich in die zweite oder dritte Reihe zu greifen.

Wenn ich etwas zeitnah verarbeiten möchte, mache ich es auch einmal umgekehrt. Oft sind Produkte, bei denen die offizielle Haltbarkeit erreicht ist, deutlich reduziert. Gerade bei Lebensmitteln, denen die Lagerung kaum schadet, ist das ein guter Deal.

Verderbliches wie Hackfleich kaufe ich hingegen lieber an der Theke.

VI. Messer selber schärfen

Nummer fünf ist mit Abstand mein liebster Spartipp für die Küche.

Wenig nervt mich beim Kochen mehr als stumpfe Messer. Daher schärfe ich sie regelmäßig. In erster Linie greife ich dabei zu einem Wetzstahl* aus Metall. Die Schneide eines Messers wird bei der Nutzung mit der Zeit zur Seite gebogen. Mit dem Wetzstahl kann ich die Schneide wieder aufrichten und das Messer behält seine Schärfe länger.

Wenn ich mit dem Wetzstahl ein Messer nicht mehr scharf bekomme, greife ich zu Schleifsteinen, wobei ich mit drei verschiedenen Körnungen arbeite. Beim Schleifen wird Material von der Klinge abgetragen, um Unebenheiten zu entfernen und eine scharfe Schneide aufzubauen. Gute Messer können ihre Schärfe danach bis zu zwei Jahre halten, wenn ein Wetzstahl benutzt und der Geschirrspüler gemieden wird.

Messer selbst zu schärfen, hat vier Vorteile:

• Sicheres Arbeiten, da scharfe Messer präzises Schneiden ermöglichen (mit stumpfen Messern rutschst du schneller vom Schneidgut ab)
• Du musst dir nicht ständig neue Messer kaufen, was Geld spart
• Du musst deine Messer nicht zum Schleifer geben, was Geld spart
• Zu guter Letzt macht es mehr Spaß, mit scharfen Messern zu arbeiten als mit stumpfen

Für mich ist das Messer schleifen zum Hobby geworden. Ich habe Spaß am Handwerk und es ist fester Bestandteil meiner Küchenarbeit.

Es ist verständlich, wenn du keine Lust auf Schleifsteine hast. Die Alternative ist der Gang zum professionellen Schleifer. Der Kostenpunkt liegt irgendwo zwischen 15 und 20 Euro je Klinge. Das macht allerdings nur Sinn, wenn du hochwertige Messer hast und einen Wetzstahl nutzt. Ansonsten ist die Schärfe von kurzer Dauer. Die Handhabung eine Wetzstahls ist simpel. Bei YouTube findest du schöne Anleitungen.

Mein Liebling in der Küche ist mein Kochmesser von Wüsthof*, dass ich für nahezu alle Anwendungen nutze. Beim Wetzstahl habe ich zu einer günstigen Variante gegriffen, die ebenfalls von Wüsthof ist. Bisher bin ich sehr zufrieden. Bei meinen beiden Schleifsteinen habe ich ebenfalls zu günstigen Varianten gegriffen, bei denen ich vor allem mit meinem BERGKVIST Schleifstein* sehr zufrieden bin. Meinen Stein fürs „Grobe“ mit 400er Körnung kann ich hingegen nicht uneingeschränkt weiterempfehlen.

VII. Bewusst Fleisch essen

Fleischkonsum ist ein vielschichtiges Thema. Ich esse gerne Fleisch und bin weit davon entfernt, mich vegetarisch zu ernähren.

Mit Fleisch aus Massentierhaltung lässt sich zweifellos Geld sparen, allerdings verfolge ich einen anderen Ansatz. Ich greife bevorzugt zur Bio-Ware. Dafür kaufe ich kleinere Mengen. Ob ich das Chili con Carne mit 300 statt 600 Gramm Hackfleisch koche, macht geschmacklich kaum einen Unterschied.

Neben der Mengenreduktion geht es mir darum, mit Fleisch möglichst ergiebig zu arbeiten. Beim Hähnchen bedeutet das zum Beispiel, so viele Mahlzeiten wie möglich herauszubekommen. Neben mehreren Portionen Nudelsuppe entstehen gleichzeitig mehrere Mahlzeiten Frikassee.

VIII. Mayonnaise aus dem ganzen Ei herstellen

Mich hat es immer tierisch geärgert, dass mir alle Rezepte erklären wollten, dass ich nur das Eigelb für Mayo verwenden darf. Das Eiweiß ist dann meistens ungenutzt verdorben. Irgendwann habe ich einfach mal versucht, statt zwei Eigelben ein Vollei zu nutzen. Und siehe da … seitdem gelingt mir die Mayo jedes Mal und ist nach meinem dafürhalten leckerer als vorher.

Die Ersparnis bewegt sich zwar nur im Centbereich, geht dafür aber mit keinerlei Einschränkungen einher.

IX. Butter durch Margarine ersetzen

Unser Volkswirtschaftsprofessor hat gerne angeführt, dass Margarine und Butter Substitutive Güter sind. Was geschwollen klingt, bedeutet einfach, dass die Güter untereinander austauschbar sind.

Ein Paket Margarine kostet mich lediglich 79 Cent, während ich für Butter 1,79 Euro hinlegen muss. Daher verwende ich deutlich mehr Margarine als Butter. Der Geschmacksunterschied ist in den meisten Anwendungsfällen vertretbar.

X. Küchenkräuter kaufen, die nachwachsen

Beim nächsten Spartipp machen wir uns die Kräfte der Natur zu eigen und lassen unsere Küchenkräuter einfach nachwachsen. Im Idealfall sprießen sie direkt in deinem Garten. Wenn du (wie ich) keinen Garten hast, kannst du dir Kräutertöpfe kaufen. Das spart Geld und sorgt dafür, dass die Kräuter immer frisch ans Essen kommen.

XI. Paniermehl aus alten Brötchen selbst herstellen

Die Ersparnis durch diesen Tipp ist überschaubar. Dafür hilft er, Abfall zu vermeiden. Bevor Brötchen in den Mülleimer wandern, kannst du sie trocknen, bis sie hart sind. Dann kannst du sie mit einer Vierkantreibe* zu Semmelmehl verarbeiten.

XII. Auf sinnlose Fertigprodukte verzichten

Ich kann verstehen, wenn du dir so wenig Arbeit wie möglich machen möchtest. Aber bei manchen Fertigprodukten verschlägt es mir die Sprache. Letztens bin ich über „Mehlschwitze“ in der Packung gestolpert …

Jetzt mal ehrlich, alles was du für Mehlschwitze machen musst, ist Butter zerlaufen lassen und Mehl einrühren. Mit Induktionsherd ist das ein Zweitaufwand von zwei Minuten (der Weg zum Kühlschrank, um die Butter zu holen, ist da schon eingerechnet …).

Derartige Fertigprodukte sind rausgeworfenes Geld.

Auf der Hitliste überflüssiger Produkte ganz vorn dabei: Mehlschwitze aus der Packung. Günstiger kochen kannst du, indem du es einfach selber machst.

Auf der Hitliste überflüssiger Produkte ganz vorn dabei: Mehlschwitze aus der Packung


XIII. Gemüsebrühe entsteht beim Kochen von allein

Bei Rezepten kommst du regelmäßig an den Schritt „und jetzt schütten wir 500 ml Gemüsebrühe dazu“. Wie von Zauberhand hat der Koch dann plötzlich Gemüsebrühe zur Hand. Was die Frage aufwirft, wie die Brühe uns einfach so in den Schoß fallen soll …

Extra eine Brühe zu kochen, ist aufwendig, weshalb oft zu Brühwürfeln und Pulver gegriffen wird. Dabei geht es ohne Chemiebaukasten. Für die meisten warmen Mahlzeiten wird ohnehin eine Gemüsebeilage gekocht. Und Erbsen-, Bohnen- oder Blumenkohlwasser ist nichts anderes als Gemüsebrühe, die sich hervorragend für Soßen eignet und Brühwürfel überflüssig macht.

XIV. Deckel auf den Topf

Der Deckel auf dem Topf spart Energie und verhindert unnötige Dampfentwicklung. Gerade letzteres ist bei spartanischen Küchen wie unserer ohne Dunstabzugshaube ein echter Gewinn.

XV. Topfgröße der Herdplatte anpassen

Auch dieser Tipp zeigt, wie simpel günstiges Kochen ist.

Ich achte drauf, dass der Durchmesser des Topfes mindestens dem der Herdplatte entspricht. Ansonsten geht viel Wärme und damit Energie verloren.

XVI. Mit möglichst wenig Wasser garen

Bringst du viel Wasser zum Kochen, brauchst du viel Strom. Bringst du wenig Wasser zum Kochen, brauchst du wenig Strom. Deswegen benutze ich immer so wenig Wasser wie möglich, um Gemüse und Co. zu garen. Wenn die Kartoffeln gerade eben bedeckt sind, reicht das völlig aus.

XVII. Größere Mengen kochen

Ich koche größere Mengen. Dann kann ich mir Mahlzeiten mit auf Arbeit nehmen und brauche nichts zu kaufen. Zudem muss meine Frau seltener kochen und hat mehr Zeit für unseren Sohn.

XVIII. Aufbewahrung: Anständige Gefäße besorgen

Wenn du größere Mengen kochst, brauchst Du Gefäße zur Aufbewahrung. Ich habe mir Glasboxen* besorgt. Das hat den Vorteil, dass ich sehe, was im Kühlschrank steht. So gerät nichts in Vergessenheit und ich werfe weniger weg.

XIX. Suppe: Brühe und Einlage erst auf dem Teller zusammenführen

Wenn ich eine leckere Brühe für eine Nudelsuppe koche, möchte ich so oft wie möglich davon essen.

Früher habe ich die Suppennudeln direkt in der fertigen Brühe gekocht. Das Problem ist, dass die Nudeln den Großteil der Brühe aufsaugen und geschmacklich nicht davon profitieren. Deswegen bin ich dazu übergegangen, die Nudeln separat in Salzwasser zu kochen. Brühe und Nudeln berühren sich bei uns nur noch direkt auf dem Teller. So bekommen wir deutlich mehr Portionen heraus.

XX. Reste für Eintöpfe nutzen

Aus Resten lassen sich hervorragende Eintöpfe machen. Die Reste vom Sonntagsbraten sind ebenso eine tolle Grundlage für einen Linseneintopf wie die zu viel gekaufte Paprika. So schlägst du drei Fliegen mit einer Klappe:

• Du wirfst weniger weg
• Du sparst Geld
• Du hast was leckeres zum Essen

XXI. Die billigsten Gerichte sind oft die leckersten

Auf dem Teller muss es nicht dekadent zugehen, um deinen Geschmacksknospen eine Freude zu bereiten. Oft schmecken die günstigsten Gerichte am besten. Ich esse für mein Leben gern Kartoffeln mit Quark und Senfsoße mit Ei. Gerade letzteres hat den Ruf als „arme Leute Essen“.

Schöne Ideen für günstige Gerichte findest du zum Beispiel hier:

Omas 1 Euro Rezepte

XXII. Käse selbst reiben

Der letzte Spartipp für die Küche ist gleichzeitig einer meiner liebsten. Er ist für mich Ausdruck von Essenskultur.

Es ist einfach etwas anderes, sich Käse frisch auf die Nudeln zu reiben anstatt die Plastikpackung aufzureißen.

Daneben sparen wir Geld, seitdem wir Hartkäse am Stück kaufen. Geriebener Käse neigt dazu, im Kühlschrank zu verschimmeln, wenn er nicht zeitnah aufgebraucht wird. Von unserem Hartkäse können wir hingegen mehrere Monate essen. Die einmalige Investition in eine Käsereibe* lohnt sich allemal.

Günstig kochen: Das Resümee

Leckeres Essen und Sparen schließen sich nicht aus. Im Gegenteil, oft harmonisiert beides wunderbar und lässt sich leicht umsetzen.

Die Liste mit Tipps zum günstigen Kochen ist mit Sicherheit nicht abschließend und ich bin gespannt, was du für Spartipps hast. Schreib es mir in die Kommentare.

Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

Hier geht's zum Finanzküche Stammtisch
Der Newsletter für die extra Portion Finanzwissen


Vorsicht: Nur für Liebhaber! Einmal wöchentlich halte ich dich über neue Artikel, Podcasts und Webinare auf dem Laufenden. Zusätzlich gibt es eine kleine Kolumne, die nirgendwo sonst erscheint.

Du kannst dich jederzeit abmelden. Kein Spam.
Unabhängig und transparent.

Kommentare

Ihre Meinung ist mir wichtig

13 Kommentare

  1. Susii
    Reply November 13, 18:56 #1 Susii

    Hallo, wirklich gute Tipps!
    Man kann auch mit wenig Geld tolle Sachen kreieren! Ich freue mich die Rezepte zu probieren.
    Gerade mit Familie ist es unumgäglich an jeder Ecke gut mit dem Geld zu wirschaften. Ich selbst hatte damals einige probleme über die runden zu kommen. Gewohnte Standarts aus dem Leben ohne Kinder und plötzlich meine zwei süße Frida und Johanna (Zwillige). Die beiden waren ein Geschenk aber meine Umgang mit dem Geld musste ich drastisch verändern.. Ich habe es erst alleine versucht.. leider vergeblich. Durch die Empfehlung eines Freundes, bin ich auf Matthias Eilers gestoßen. Hat mir sehr geholfen. Falls ihr auch Hilfe beim Umgang mit Geld benötigt hier der Link:https://www.digistore24.com/redir/46547/neizzlife/CAMPAIGNKEY

    Liebe Grüße aus Dresden

  2. Dagmar
    Reply Oktober 10, 13:43 #2 Dagmar

    Hallo! Vielen Dank für die vielen Ideen. Den Vorschlag, Nudeln und Suppe getrennt zu kochen, werde ich sicher künftig beherzigen wenn ich für mehrere Tage koche. Ich halte es außerdem so, dass ich nicht mehr alles verfügbar haben muss. Wenn der Gouda eben aufgegessen ist, muss der Edamer herhalten, bis es wieder neuen Gouda gibt. So bilden sich weniger Reste. Außerdem kaufe ich nach Möglichkeit direkt bei unseren Bauern vor Ort. Zwar nicht immer Bio, aber regional und saisonal. Auch mit saisonaler Küche kann man einiges an Geld sparen.

    Viele Grüße aus der Pfalz, Dagmar

  3. Walter von der Vogelweide
    Reply Juli 30, 18:33 #3 Walter von der Vogelweide

    Ich finde Margarine in Ordnung, der Forschungsstand ist sowas von unklar…

  4. Zacharias
    Reply Juni 19, 13:34 #4 Zacharias

    Schöne (und leckere :D) Tipps!

  5. Francis
    Reply März 11, 16:36 #5 Francis

    Hallo zusammen,
    vielen Dank für die vielen Spartipps. Wir versuchen auch günstig einzukaufen. Meiner Meinung nach sollte man aber auch möglichst darauf achten, Lebensmittel aus nachhaltigem Anbau zu kaufen. Die Bauern/Produzenten sollen schon von ihrer Arbeit leben können und dabei nicht unsere Umwelt zerstören (müssen). Daher versuchen wir immer mehr zu regionalen Bio- und Fairtrade-Produkten zu greifen. Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Leute Gedanken über die Herstellungsbedingungen machen und nicht nur auf den Preis schauen. Vor allem die Leute, die es sich leisten können.
    Beste Grüße aus Sellerhausen,
    Francis

    • Finanzkoch
      Reply März 14, 11:22 Finanzkoch Author

      Hallo Francis,
      das sehe ich ähnlich und versuche es auch umzusetzen. Ich muss aber zugeben, dass wir da noch Luft nach oben haben …
      Liebe Grüße aus Leipzig
      Christoph

  6. TK-E09
    Reply Februar 18, 19:19 #6 TK-E09

    Hier mal ein Tipp, der vielleicht weniger für Diskussionen sorgt und den Menschen näher in die Natur bringt. Viel Spaß beim suchen und räubern. https://mundraub.org/

  7. Stefan Stulle
    Reply Februar 11, 10:02 #7 Stefan Stulle

    Die Herstellung von Margarine umfasst drei grundverschiedene Schritte:
    Die Raffination, d. h. die Reinigung des gewonnenen Öls; die Modifizierung, d.h. die Umgestaltung des raffinierten Rohstoffs in die technisch geeignete Form; und die Rekombination mit Zusatzstoffen zu einem typischen Imitat. Diese Reihenfolge gilt im Prinzip für alle Imitate, Novel Foods oder andere Produkte des Food Designs.
    Die wichtigste Ölsaat der Deutschen ist heute die Sojabohne. Sie wird geschält, zerkleinert und extrudiert, um das Eiweiß zu denaturieren. Das erleichtert das anschließende Auslaugen mit Hexan (Leichtbenzin). Die Benzin-Öl-Mischung wird destilliert, das Hexan wiederverwendet, das Rohöl raffiniert:
    – die Entlecithinierung: unter Zusatz von heißem Wasser wird ein Teil des Lecithins abgetrennt
    – die Entschleimung: mit Phosphorsäure werden Begleitstoffe wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Phosphatide entfernt
    – die Entsäuerung: mit heißer Natronlauge beseitigt man die freien Fettsäuren
    – die Bleichung: Aktivkohle oder Bleicherde binden alle farbgebenden Stoffe wie Chlorophyll, Carotin oder Gossypol
    – die Desodorierung: mit Wasserdampf, bei ca. 250°C, lassen sich praktisch alle übrigen Begleitstoffe abtrennen.
    Dieser „chemisch gereinigte“ Rohstoff muss nun für die Margarine verfestigt werden, denn alle pflanzlichen Fette aus unseren Breiten sind naturgemäß flüssig. Mit drei verschiedenen Verfahren wird das Fett modifiziert:
    – die Härtung; Mit Nickelkatalysatoren werden unter Druck die ungesättigten Bindungen der Fettsäuren geknackt und mit Wasserstoff versehen. Bei diesem Prozeß bilden sich zahlreiche neuartige Verbindungen, deren gesundheitliche Bedeutung z. T. ungeklärt. z. T. zweifelhaft ist.
    – die Umesterung: Das Fett wird mit Natriumalkoholat gekocht, um es in Glycerin und freie Fettsäuren aufzuspalten. Dann werden Glycerin und Fettsäuren wieder neu usammengesetzt. Durch die Steuerung dieses Prozesses lassen sich die Eigenschaften des fertigen Fettes recht genau einstellen.
    – die Fraktionierung: Ein natürliches Öl besteht aus einem Gemisch verschiedener Fettbestandteile (Triglyceride) mit unterschiedlichen Schmelzpunkten. Durch Anwendung von Kälte, evtl. unter Wasch- und Lösungsmitteleinsatz, lassen sich Bestandteile mit hohem Schmelzpunkt von niederschmelzenden abtrennen. Hochschmelzende Anteile werden für die Margarine verwendet.
    Anschließend wird das verfestigte Fett einer Nachraffination unterworfen, um die verwendeten Chemikalien wieder abzutrennen. Häufig werden die drei Verfahren in Kombination eingesetzt. So lautet beispielsweise eine Rezeptur für Bäcker-Blätterteig-Margarinen: Palmöl härten, Erdnussöl härten, Sojaöl fraktionieren und diese drei Komponenten zusammen mit Rindertalg umestern.
    Die Rekombination zur Haushaltsmargarine:
    Jetzt schlägt die Stunde des Food-Designers. Er muss dafür sorgen, dass das Endprodukt so aussieht und schmeckt wie richtige Butter.
    – Eine Zugabe geeigneter Emulgatoren ermöglicht die Bildung einer streichfähigen Fett-Wasser-Mixtur, die auch beim Braten in der Pfanne nicht spritzt.
    – Dann wird der Paste mittels des Farbstoffes Carotin der ehemals goldgelbe Teint der Sommerbutter verliehen;
    – Aromastoffe mit Butternote oder nussiger Ausstrahlung, Säuren und Kochsalz lassen sie schmackhafter erscheinen als richtige Butter.
    – Mit Eiweißzusätzen ruft man das für Butter typische Schäumen und Bräunen in der Pfanne hervor.
    – Antioxidantien, Synergisten und gelegentlich auch Konservierungsmittel sorgen für die nötige Haltbarkeit
    Wenn du jetzt noch Magarine als gesund bezeichnest, ist dir nicht zu helfen.
    Quelle(n): : „Prost Mahlzeit! Krank durch gesunde Ernährung“ von Udo Pollmer, Andrea Fock, Ulrike Gonder und Karin Haug. Verlag Kiepenhauer & Witsch, Köln. 1. Auflage 1996, S. 91-93). Die im Text genannte Referenz lautet: „Bockisch M, Nahrungsfette und -öle. Stuttgart 1993“

    Guten Appetit!

    • Finanzkoch
      Reply Februar 11, 10:56 Finanzkoch Author

      Hallo Stefan,
      danke für den Auszug. Ich werde mich sobald ich Zeit habe, mit dem Thema intensiver auseinandersetzen.
      Für die Zukunft bitte ich Dich um ein respektvolleres Miteinander. Sätze wie „Wenn du jetzt noch Magarine als gesund bezeichnest, ist dir nicht zu helfen.“ haben auf meinem Blog nichts verloren, weder mit gegenüber noch anderen Kommentatoren gegenüber.

      Herzliche Grüße aus Leipzig
      Christoph

      • Stefan Stulle
        Reply Februar 12, 10:42 Stefan Stulle

        Das ist aber Bestandteil des Artikels, nicht von mir. Von mir ist nur „Guten Appetit“. Der Artikel geht auf den Irrtum ein, es gäbe gesundes oder ungesundes Essen.

        • Finanzkoch
          Reply Februar 12, 10:47 Finanzkoch Author

          Hallo Stefan,

          alles klar. Beim Schreiben sind Missverständnisse vorprogrammiert … Vielen Dank für die Richtigstellung.

          Liebe Grüße aus Leipzig
          Christoph

  8. Abc
    Reply Februar 10, 19:07 #8 Abc

    Lieber den 1€ für Butter mehr ausgeben – Margarine enthält Transfette

    • Finanzkoch
      Reply Februar 10, 20:19 Finanzkoch Author

      Hallo Abc,

      danke für den Hinweis. Hast du zu dem Thema Literaturhinweise?
      Das Thema wird ja sehr kontrovers diskutiert und es kommt wohl auch stark darauf an, was für Margarine gekauft wird. Ich werde wohl von der normalen ALSAN Margarine auf die Bio ALSAN umsteigen. Hier findet keine Härtung statt, was verhindert das Transfettsäuren entstehen und der Preisunterschied zu der „nicht-bio-Variante“ ist auch nicht so dramatisch.

      Liebe Grüße aus Leipzig,
      Christoph