23 simple Regeln, die dich zu einem besseren Anleger machen

1. Kaufe nur Dinge, die du verstehst

Unzählige Anleger haben mit Schiffsbeteiligungen Schiffbruch erlitten. Hätten sie diese einfache Regel befolgt – ihr Geld wäre noch da.

Kapitallebensversicherungen sind ein noch populäreres Beispiel. Kaum einer versteht sie, aber jeder hat sie. Dank der Kombination aus langer Laufzeit und Inflation merken die Wenigsten wie schlecht diese Produktgattung wirklich ist.

 

 2. Behalte die Kosten im Auge

Kosten sind ein großartiger Indikator für zukünftige Renditen. Nicht umsonst bleiben die meisten aktiv gemanagten Investmentfonds hinter den billigeren Indexfonds zurück. Der Zusammenhang ist einfach:

  • hohe Kosten = niedrigere Renditen
  • niedrige Kosten = höhere Renditen

Erinnere dich an deine Schulzeit. Wie unfair wäre es gewesen, wenn du beim 100-Meter-Lauf mit 5 Metern Rückstand hättest starten müssen? Hohe Kosten bringen dich bei der Geldanlage in eine ähnliche Situation …

 

 3. Kenne deine Emotionen

Der Rat, Emotionen von der Geldanlage fernzuhalten, ist ähnlich sinnvoll wie der, einem Kind zu erzählen, dass es nicht ins Bällebad springen soll. Du bist ein Mensch. Du bist gelebte Emotion – und zwar in allen Bereichen deines Lebens.

Der Schlüssel zum Erfolg ist, dass du deine Emotionen kennst. Wie fühlt sich ein Verlust an? Bleibst du cool? Oder lässt er dich schlecht schlafen? Nur wenn du dich mit deinen Emotionen beschäftigst, kannst du dein Investment an sie anpassen und teure Fehler vermeiden.


 4. Lege nicht alle Eier in einen Korb

Durch Diversifikation kannst du das Risiko deines Portfolios reduzieren, ohne dass die Rendite leidet. Es handelt sich um das vielleicht einzige Free-lunch der Kapitalmärkte. Nutze es.

 

5. Hin und Her macht Taschen leer

Erinnerst du dich an Punkt 2? Kosten senken deine Rendite – und Transaktionen verursachen Kosten. Vermeide sie, wo es nur geht. Für Privatanleger ist eine langweilige Buy-and-Hold-Strategie ohnehin die erfolgversprechendste.

6. Nutze eine Strategie

Hannibal Barkas ist in meinen Augen der größte Stratege aller Zeiten. Hätte er aus Karthago mehr Rückhalt erfahren – er hätte das mächtige Rom in die Knie gezwungen und unsere Welt wäre heute eine gänzlich andere.

Teil seines Erfolgsrezepts: Eine Strategie mit Weitblick

Eine Strategie brauchst du auch bei der Geldanlage, wenn du langfristig Erfolg haben willst.

 

7. Halte Kurs

Hast du deine Strategie gefunden, halte an ihr fest. Sie wird nicht in allen Marktphasen gleich gut funktionieren. Aber über die Zeit werden sich gute und schlechte Phasen ausgleichen.

Eine Ausnahme von der Regel gibt es: Rationale Gründe legen nahe, dass deine Strategie besser in der Schublade verschwindet.

 

 8. Denke langfristig

Langfristig kennen die Börsen (bisher) nur eine Richtung: Nach oben. Kurzfristig sind Abstürze von 20 Prozent und mehr keine Seltenheit. Denke und investiere also langfristig. Alles andere ist Spekulation und gleicht dem Gang in ein Kasino.

 

9. Habe am Anfang schon das Ende im Sinn

Wofür willst du Geld anlegen? Nur wenn du ein Ziel hast, kannst du es erreichen.

 

10. Lass dich nicht von der Geldillusion blenden

Inflation ist der periodisch wiederkehrende Beweis für die Tatsache, dass bedrucktes Papier bedrucktes Papier ist. (Helmar Nahr)

Jede Wertentwicklung eines Investments unter der Inflationsrate ist ein realer Vermögensverlust. Das gilt es bei der Bewertung deiner Investments zu berücksichtigen.

 

11. Nur wenn du Geld verdienst, kannst du welches anlegen

Dein Humankapital ist dein wohl wichtigster Vermögenswert. Hege und Pflege ihn. Denn nur wenn du Geld verdienst, kannst du welches anlegen.

 

12. Es gibt wichtigeres als Geld

Geld ist wichtig – aber es gibt wichtigeres. Wenn du die Wahl hast zwischen Familie und Arbeit, dann wähle so oft wie möglich deine Familie. Dein Lebensglück wird es dir danken.

 

13. Lies Finanzpornografie nur zur Unterhaltung

  • Aktien sind alternativlos!
  • Raus aus Aktien – rein ins Gold: Der Crash steht unmittelbar bevor!
  • Wie Sie sich jetzt vor dem Weltuntergang schützen …

Bei den Überschriften handelt es sich um typische Investmentpornografie. Sie ist gut für die Auflage der Zeitschriften und schlecht für dich. Niemand weiß, was die Zukunft bringt – auch keine Investmentgurus. Wenn du solche Texte liest, dann nur zur Unterhaltung. Deine Anlageentscheidungen sollten sie nicht beeinflussen.

 

14. Halte deine Ausgaben gering

Der einfachste Weg Vermögen aufzubauen, ist weniger auszugeben, als du einnimmst.

 

15. Versuche nicht, den Markt zu schlagen

War doch klar, dass der Aktienmarkt abstürzt. Ich habe es gewusst!

Kennst du das Gefühl? Manchmal überkommt es mich einfach. Ich glaube schlauer zu sein, als alle anderen. Aber das bin ich nicht. Niemand ist schlauer als der Markt. Und wenn es jemand ist, wird er es uns nicht sagen.

 

16. Es gibt tausende Wege Geld zu verdienen – die Börse ist nur einer davon

Die Kapitalmärkte sind effizient. Das bedeutet, harte Arbeit wird nicht belohnt. Du kannst dich noch so sehr anstrengen, mehr als die Marktrendite ist nicht drin – außer durch Zufall.

An anderen Märkten wie dem Kunst- oder Automarkt ist das anders. Hier kannst du durch Know-how und geschicktes Handeln deinen Ertrag beeinflussen. Willst du zweistellige Renditen und mehr einfahren, lohnt sich also ein Blick über den Tellerrand. Es gibt tausende Wege Geld zu verdienen – die Börse ist nur einer davon.

 

17. Habe stets das große Ganze im Blick

Gute Anlageentscheidungen triffst du nur, wenn du dein Gesamtvermögen im Auge hast. Dein Humankapital solltest du genauso beachten wie dein Immobilienvermögen.

In jungen Jahren ist dein Humankapital hoch. Verluste bei der Kapitalanlage kannst du leicht durch dein Arbeitseinkommen ausgleichen. Du kannst also mehr Risiko eingehen, als wenn du kurz vor der Rente stehst.

 

18. Finanzplanung ist Lebensplanung

Wenn du über Geld nachdenkst, landest du irgendwann bei der Frage:

Was will ich vom Leben?

Die solltest du beantworten bevor du loslegst und investierst. So stellst du sicher, dass deine Anlage zu deinen Lebensplänen passt.

19. Rechne mit dem GAU

GAU. Das ist der größte anzunehmende Unfall. Was hat das Potenzial, dich finanziell aus der Bahn zu werfen? Finde es heraus und sorge vor. Dann wirft dich nichts mehr um.

 

20. Habe Mut zum Risiko

Rendite leitet sich von Risiko ab. Wenn du keine Risiken eingehst, wirst du keine Rendite bekommen.

Dabei ist es auch ein Risiko, zu risikoarm zu investieren. Das birgt die Gefahr, von Anfang an keine Chance zu haben, ausreichend Kapital zu bilden, um beispielsweise den Ruhestand abzusichern.

 

21. Sei vorsichtig

Investiere immer innerhalb deiner Risikotragfähigkeit. Dir ist nicht geholfen, wenn du deine Anlagen verkaufen musst, weil du einen Liquiditätsengpass hast oder nach einem Börsencrash nachts nicht mehr schlafen kannst.

 

22. Lies

Wenn du nicht liest, bist du genauso arm dran, wie jemand, der nicht lesen kann.

Bücher sind etwas Wunderbares. Sie ermöglichen es dir, einen Blick in die schlausten Köpfe der Welt zu werfen. Diesen Blick solltest du dir nicht verwehren.

 

23. Teile

Die letzte Regel macht dich nicht zu einem besseren Anleger – sie macht dich zu einem besseren Menschen. Es gibt Millionen Menschen, die es nicht so gut getroffen haben wie wir. Sie leben in Regionen, in denen es kein Wasser gibt. Sie leiden Hunger. Sie haben keinen Zugang zu Bildung. Sie leben in tiefster Armut.

Berücksichtigst du die vorangegangen 22 Regeln, stehen die Chancen gut, dass du Vermögen aufbaust. Irgendwann stellt sich die Frage:

Was fängst du damit an?

Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

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Portrait vom Autor dieses Artikels
Über Christoph Geiler

Als Finanzberater bin ich auf die Themen Finanzplanung, Geldanlage und Altersvorsorge spezialisiert. Als Finanzkoch bin ich konzeptionell tätig und erstelle Inhalte. In meiner Freizeit schwinge ich gern den Kochlöffel, treibe Sport und spiele mit meinem Sohn.