Einkaufen mit Kind: Meine 11 besten Tipps

Vielleicht kennst du das? Das Wochenende beginnt. Im Kühlschrank? Gähnende Leere. Die Lösung: Einkaufen!

Also Kind schnappen und los. Oder doch nicht? Meist beginnt an dieser Stelle das Elternleid. Der Nachwuchs lässt sich jede Menge Zeit beim Anziehen und hat noch allerlei andere Sachen zu tun.

Kommst du irgendwann im Supermarkt an, beginnt die nächste Runde. Die Meinung der Kleinen unterscheidet sich teils erheblich von unserer Vorstellung davon, was konkret in den Einkaufswagen wandern soll. Dabei können sie überzeugend sein. Wortgewandt kochen uns bereits die Jüngsten weich. Wenn alle Stricke reißen und wir Eltern nicht von unserem „Nein“ abrücken wollen, kann es zum Äußersten kommen: Ein gepflegter Wutanfall – mitten im Einkaufsrummel.

Spätestens jetzt wankt die letzte Verteidigungslinie.

Mehr Ungesundes als geplant findet seinen Weg in unseren Einkaufswagen. Die Rechnung steigt in unerwünschte Höhen.

Damit es nicht so weit kommt, habe ich in diesem Beitrag meine 11 besten Tipps für einen entspannten Einkauf mit Kind zusammengetragen.

Einkaufen mit Kind: Frau wirft Kind in die Luft, das glücklich lacht.

Außerhalb der Stoßzeiten einkaufen gehen

Volle Supermärkte sind die Hölle. Schon ohne meinen 3-jährigen Sohn steigt in einer solchen Umgebung mein Stresspegel. Ihm geht es ähnlich. Also versuche ich, außerhalb der Stoßzeiten mit ihm einzukaufen.

Bei den Pfandautomaten erspart uns das Wartezeit. Zwischen den Regalen können wir entspannt miteinander reden. Er hat ausreichend Ruhe, dass Obst abzuwiegen. Und an der Kasse kommen wir direkt dran und können die Quengelware schnell hinter uns lassen. Das >spart uns bares Geld.

Einkaufen mit Kind: Den Partner zu Hause lassen

Beim Wocheneinkauf bleibt Mama zu Hause. Während sie sich von uns erholen kann, können wir uns voll auf unsere Abläufe konzentrieren. Er kennt meine Grenzen und ich seine. Was das Wert ist, zeigt sich, wenn Mama doch einmal mitkommt.

Alle Routinen kommen durcheinander. Mal geht er mit ihr ein Regal entlang und dann mit mir. Dadurch wandert mehr in den Einkaufswagen, als wenn nur einer mit ihm einkaufen geht. Zudem kommt es öfter zu anstrengenden Diskussionen. Und das nicht nur zwischen uns und unserem Sohn – auch wenn ich und meine Frau unterschiedlicher Meinung sind, müssen wir uns erst einmal einen gemeinsamen Nenner erarbeiten.

Mit sattem Kind einkaufen gehen

Das ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt. Ich achte darauf, dass unser Sohn etwas isst, bevor wir einkaufen gehen.

Mit einem vollen Magen sind Süßigkeiten weniger verlockend, als wenn der Magen laut schreit: Zucker!!!

Eine feste Anzahl Wünsche vereinbaren

Das war unser Game Changer. Davor habe wir uns häufig mit unserem Sohn gestritten, was er sich heraussuchen darf und was nicht.

Als wir dazu übergegangen sind, vor dem Einkauf darüber zu reden, änderte das alles.

Wir haben mit ihm vereinbart, dass er zwei Wünsche frei hat. Seitdem wägt er sehr genau ab, wofür er diese einsetzt. Manchmal tauscht er auch Dinge aus, die er eigentlich schon in den Wagen gelegt hatte.

Wenn er überflüssige Sachen anschleppt, reicht es meistens aus, wenn ich ihn frage, ob er dafür einen Wunsch verbrauchen möchte. Dann überlegt er kurz und schafft es zurück – außer er möchte es wirklich haben.

Der einzige Haken ist, dass er jetzt vor dem Einkauf anfängt, über die Zahl seiner Wünsche zu debattieren. Dabei lernt er stetig dazu. Bisher hat er immer drei Wünsche eingefordert statt zwei. Heute ist er das erste Mal mit vier Wünschen in die Diskussion eingestiegen, sodass wir uns fast bei drei in der Mitte getroffen hätten. Aber:

Zu Hause sind solche Unterhaltungen entspannter als in der Öffentlichkeit und können sogar Spaß machen.

Ausgeschlafen in den Supermarkt

Unser Sohn braucht Schlaf, wie Pflanzen das Wasser zum wachsen. Zu oft haben wir den Fehler gemacht, ihn müde dem Einkaufswahnsinn auszusetzen.

Mittlerweile achten wir noch mehr darauf als früher, dass er ausgeschlafen ist, wenn wir einkaufen gehen. Dann hat er Spaß und lässt mit sich reden.

Kritische Regale meiden

Wenn der falsche Reiz im falschen Moment auf unseren Sohn trifft, hilft die beste Vorbereitung nichts. Dann sagt er: „Will ich haben“ und ich „Zu teuer“. Daraufhin er: „Bitte Papa“. Eine endlose Spirale beginnt. Ausgang? Ungewiss.

Meistens wissen wir vorher schon, welche Supermarktregale solche Situationen heraufbeschwören können. Wenn ich es schaffe, ihn daran vorbeizumanövrieren, ist das die halbe Miete.

Kleckereinkäufe mit Kind vermeiden

Genauso sinnvoll, wie kritische Regel zu meiden, ist es, überflüssige Einkäufe zu vermeiden. Denn auch bei kleinen Besorgungen will der Nachwuchs sich etwas heraussuchen.

Wenn du deinem Spross jeden Tag für ein paar Euro etwas holst, summiert sich das mit der Zeit zu einer stattlichen Summe. Und nicht nur das:. Anstatt langfristig einen Verlust durch die Inflation zu erleiden, kann das Geld sinnvoll mithilfe eines Sparplans angelegt und vermehrt werden.

Zu Hause türmen sich mit der Zeit bergeweise Süßigkeiten.

Mit einem wöchentlichen Großeinkauf lässt sich das weitestgehend vermeiden.

Kind aktiv in den Einkauf einbeziehen

Kommen wir zu meinem Lieblingspunkt.

Ich gehe gerne mit meinem Sohn einkaufen – und er kommt gerne mit. Das geht so weit, dass er beleidigt ist, wenn ich ohne ihn gehe.

In der Obst- und Gemüseabteilung wiegt er Paprikas, Äpfel und Bananen. Beim Fleischer hüpft er auf und ab: „Papa, ich will eine Wiener!“. Am Süßigkeitenregal leuchten die Augen. Ab und an springt er an die Seite des Einkaufswagens, hält sich mit seinen kleinen Händen fest und lässt sich von mir schieben. Den Leergutautomaten befüllt er fachmännisch und gibt mir den Pfandbon. Selbstredend hilft er an der Kasse dabei, die Lebensmittel zu verstauen.

Unseren Sohn aktiv einzubeziehen, ist der Schlüssel für einen tollen Einkauf.

Ist er glücklich, zeigt er auch Verständnis für eine liebevolles „Nein“.

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Gemeinsam eine Einkaufsliste schreiben

Der gemeinsame Einkauf beginnt schon beim Einkaufszettelschreiben. Gemeinsam mit meiner Frau notiert unser Sohn, was wir brauchen und was sich jeder wünscht. Er liebt es, zu schreiben. Das seine Kritzeleien niemand lesen kann, ist unwichtig.

Im Supermarkt prüfe ich dann gemeinsam mit ihm anhand des Einkaufszettels, ob wir alles haben.

Zeit mitbringen

Einer meiner größten Fehler ist es, unter Zeitdruck einzukaufen. Wenn es dazu kommt, steht das Ergebnis bereits fest:

Unglücklicher Sohnemann, unglücklicher Papa.

Wenn mir die Zeit fehlt, auf unseren Sohn einzugehen, fordert er es umso vehementer ein. Eine Spirale beginnt, bei der wir uns gegenseitig hochschaukeln. Am Ende steht nicht selten ein Trotzanfall – wahlweise von mir, meinem Sohn oder von uns beiden …

Auch Nachgeben will gelernt sein

Wir haben unsere Prinzipien, unsere Vorsätze und unseren guten Willen – nur unsere Kinder interessiert das herzlich wenig. Sie haben ihren eigenen Willen.

Bei manchen Auseinandersetzungen wissen wir vorher schon, dass wir auf verlorenem Posten stehen. In einem vollen Supermarkt, ohne Mittagsschlaf auf die Vernunft des eigenen Kleinkinds zu hoffen, ist ungefähr so vielversprechend, wie Nudeln ohne Wasser zu kochen.

Auch wenn es schwer ist:

Manchmal ist es das Beste, die weiße Flagge zu hissen und unseren Standpunkt aufzugeben.

Beim nächsten Einkauf, wenn der Nachwuchs hoffentlich ausgeschlafen ist, können wir die Situation „pädagogisch wertvoll“ lösen.

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Resümee

Einkaufen mit Kind kann ein tolles Erlebnis sein, wenn wir ein paar Dinge beachten.

Dabei ist klar, dass es Tage gibt, an denen der Wurm drin ist. Wenn wir links sagen, läuft unser Nachwuchs nach rechts und umgekehrt.

Wie gestaltest du den Einkauf mit deinem Kind?

Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

Portrait vom Autor dieses Artikels
Über Christoph Geiler

Als Finanzberater bin ich auf die Themen Finanzplanung, Geldanlage und Altersvorsorge spezialisiert. Als Finanzkoch bin ich konzeptionell tätig und erstelle Inhalte. In meiner Freizeit schwinge ich den Kochlöffel, treibe Sport und spiele mit meinem Sohn.