Beschere deinem Zukunfts-Ich ein schönes Leben

Unsere Zukunft ist ungewiss. Warum also vorsorgen, wenn jeder Tag der letzte sein könnte? Jenny (bekannt als Ex-Studentin) liefert mit diesem wunderbaren Gastbeitrag die einfache Antwort.



Beschere deinem Zukunfts-Ich ein schönes Leben


Gastbeitrag von Ex-Studentin

Diejenigen, die diese Zeilen lesen, sind hoffentlich bereits auf dem besten Wege, ihr Leben aktiv in die Hand zu nehmen. Falls ihr aber offen für weitere Motivationstipps seid oder noch zweifelt, möchte ich euch meinen Gedankentrick verraten:

Ich arbeite für mein Zukunfts-Ich.


Beispiel aus meinem Berufsalltag

Bei mir auf der Arbeit wird mittwochs asiatisch bestellt. Die Portionen sind so groß, dass man davon 2 Tage essen kann. Ab und zu fluchen meine Kollegen darüber, dass sie am Folgetag nicht satt werden, da sie am Vortag zu viel gegessen haben. Manch einer isst die große Portion auch an einem Tag (aus Hunger oder einfach aus Prinzip).

Irgendwann wurden mir die Parallelen fürs restliche Leben bewusst: Der eine teilt sich seine Ressourcen ein, während andere nicht an morgen denken. Manch einer hat tatsächlich erhöhte Bedürfnisse (Kinder, Hausbau, Pflegefall in der Familie) und kommt gerade so mit seinem Geld hin. Ein anderer wiederum hat Geld übrig und gibt es mit vollen Händen aus. „Was bringt es mir, nur ein wenig übrig zu lassen, wenn ich davon morgen eh nicht satt werde? Dann kann ich auch gleich alles essen“ ist gleichzusetzen mit „Ich bekomme eh keine Rente, eh keine Zinsen. Wofür sparen, wenn mir am Ende doch nichts bleibt?“  Und doch: Freut ihr euch nicht bereits, wenn man euch von eurem Lieblingskuchen das letzte Stück übrig lässt? Muss es gleich eine Million auf dem Konto sein, wenn man schon erleichtert ist, zumindest eine kaputte Waschmaschine ohne Probleme stemmen zu können?

Es reichen schon kleine Verbesserungen im Leben, um einen großen Mehrwert in Bezug auf die Lebensqualität zu spüren.

 

Zweifel an der eigenen Zukunft und am Staat

Für die Zukunft vorzusorgen ist tatsächlich nicht für jeden so einfach: Wie soll man fürs Alter vorsorgen, wenn man jetzt gerade so über die Runden kommt? Selbst, wenn Geld am Ende des Monats übrig ist: Könnte nicht jeder Tag der letzte sein? Sollte man nicht die jungen Jahre in vollen Zügen genießen, so lange man noch gesund ist? Wieso sparen, wenn das bei Arbeitslosigkeit oder im Alter auf die Grundsicherung angerechnet wird?

Ich kann diese Frustration gut verstehen und ertappe mich selbst bei diesen Gedanken. Aber mit dieser Denkweise beginnt der Teufelskreis: Je mehr man aufgibt und resigniert, desto eher wird die eigene „Ich bekomme doch eh nichts“-Prophezeiung eintreffen.

 

Vergangenheits-Ich und Zukunfts-Ich möchten ein schönes Leben

Es ist immer ratsam, sich das jetzt Verfügbare einzuteilen. Auch wenn dabei ab und zu ein wenig Magengrummeln aufkommen kann und man die Notwendigkeit dafür noch nicht ganz erkennt. Aber wäre es nicht toll, wenn ihr im Alter merkt:

Ihr wacht auf und jemand hat für euch bereits vorgesorgt.

Denn das ist letztlich der Fall: Alles, was ihr aktuell besitzt, hat euer vergangenes Ich für euch erwirtschaftet (nette Person, dieses vergangene Ich!). Alles, was ihr jetzt beiseite legt, kommt eurem zukünftigen Ich zugute. Deswegen sollte man sich bei jeder Entscheidung über deren Tragweite bewusst werden: Legt euch nicht selbst Steine in den Weg.

Die meisten eurer Körperzellen erneuern sich rund alle 7 Jahre. Dazu kommen noch Genmutationen, Lebenserfahrung und Veränderung der Lebensumstände. Eigentlich lebt ihr für eine fremde Person. Blickt zurück und fragt euch: Seid ihr wirklich noch derselbe Mensch wie vor 10 Jahren? Habt ihr noch die gleichen Lebensziele? Ähnlichkeiten bei den Charakterzüge sind sicherlich vorhanden. Die Nase im Spiegel kommt euch auch bekannt vor.

Hättet ihr vor 10 Jahren erwartet, dass ihr nun genau so wie jetzt euer Leben führt?

Ich kann da vielleicht nur für mich sprechen, aber mein Leben hat sich die letzten Jahre sehr verändert. In eine fremde Stadt gezogen, ungeahnte Berufswege eingeschlagen und viele neue Menschen sind in mein Leben getreten. Meine Ideale sind recht ähnlich geblieben, aber doch verändern sich meine Sichtweisen und Gedankengänge ständig. Wenn ich mir ein paar alte Kommentare oder Forenbeiträge von mir durchlese, so kommt mir das Lesen alter Beiträge wie eine Zeitreise vor. Ich urteile automatisch objektiv über meine vergangenen Handlungen und bin für einige meiner Entscheidungen sehr dankbar und ab und zu denke ich mir: „Hätte ich nur damals schon gewusst, was ich heute weiß.“

Ihr könnt die Zeit nicht zurückdrehen, aber ihr könnt jetzt euer zukünftiges Leben so angenehm wie möglich gestalten.

Versucht, wie euer Zukunfts-Ich zu denken.

Was könntet ihr in nächster Zeit für Bedürfnisse haben? Ihr habt jetzt schon die Möglichkeit, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, damit euer zukünftiges Ich ein schönes Leben führen kann. Ich bin nun 23 Jahre, mitten im Berufsleben und seit 4,5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Was könnte in meinem kommenden Leben noch passieren?

Vielleicht..

  • …ändern sich meine beruflichen Verhältnisse.
  • …heirate ich die nächsten Jahre und gründe eine Familie.
  • …gehe ich in Eltern-/Teilzeit.
  • … werde ich die Hauptverdienerin und mein Freund bleibt zuhause.
  • …vielleicht gehe ich unter die Häuslebauer.
  • …vermiete ich Immobilien.
  • …bleibe ich kinderlos.
  • …studiere ich nochmal.
  • …strebe ich die finanzielle Freiheit an.
  • …ziehe ich zurück in meine Heimat.
  • …muss ich meine Familie finanziell unterstützen.
  • …bereisen mein Freund und ich die halbe Welt.
  • …bin ich gesundheitlich sehr angeschlagen.
  • …kommt alles ganz anders als erwartet.

Man könnte mir eine Pistole auf die Brust setzen und ich könnte nicht mit Gewissheit sagen, was die Zukunft bringt. Ich kann höchstens, von der aktuellen Situation ausgehend, grob abschätzen, wie wahrscheinlich welches Ereignis ist. Aber letztlich ist der weitere Lebensverlauf ungewiss.


Wie plant man ein Leben mit so vielen Unbekannten?

Da sich gerade in jungen Jahren noch viel verändern kann, sollte man sich finanziell nicht zu sehr binden. Eine Traumwohnung zur Eigennutzung kaufen kann ziemlich in die Hose gehen, wenn man 2 Jahre später für den Beruf umziehen muss und den Kasten nicht vermietet bekommt. Alles Ersparte in Aktien zu investieren, wenn man selbst oder der Partner von den eigenen 4 Wänden träumt, ist auch nicht so meins. Halbherzig eine Ausbildung anzufangen, nur weil das Geld lockt, führt zwangsläufig zu einem unzufriedenen Leben oder einem Berufswechsel. Um so etwas zu verhindern, bleibt nur eins:

Gestaltet euer Leben so flexibel wie möglich und öffnet euch die richtigen Türen.

Ihr sollt nun nicht jegliche Entscheidung scheuen: „Sorry, Schatz. Ich kann dich nicht heiraten, weil ich dann nicht mehr so flexibel bin“ oder „Selbstständig machen? Was da alles schief gehen kann..“ Stattdessen lebe ich mein Leben so, dass ich den Weg gehe, den ich in Zukunft vermutlich am wenigsten bereuen würde. Ich will, dass mein Zukunfts-Ich hinter meinen Entscheidungen steht und sagt: „Ist zwar scheiße gelaufen, aber war trotzdem eine wichtige Erfahrung.“ Oder mein Zukunfts-Ich kann im besten Fall stolz auf die Weitsichtigkeit meines jetzigen Ichs sein. Mir ist bewusst, dass es keinen perfekten Lebensweg gibt. Aber es gibt Entscheidungen, die tragen mehr Früchte als andere, z.B. eine weitere Ausbildung, um die beruflichen Perspektiven zu verbessern. Es gibt Wendungen, die einem alles Erarbeitete auf einen Schlag zunichtemachen können (Sollte ich die Liebe meines Lebens gehen lassen, um mich mehr auf meine Karriere konzentrieren zu können?). Man merkt vielleicht: Ich bin nicht wirklich risikofreudig. Man sollte ein Risiko nur eingehen, wenn man mit dem drohenden Verlust auch wirklich, wirklich umgehen kann.

Betrachtet euer Leben objektiv.

Zu was würde euer potentielles Zukunfts-Ich euch raten? Mit welcher Entscheidung könntet ihr am ehesten ein Leben lang leben? Mein Zukunfts-Ich wird mir Vorwürfe machen, dass ich nicht mehr Zeit mit meiner Familie verbracht habe. Gleichzeitig wird es hoffentlich Verständnis dafür haben, dass ich versucht habe, mir etwas Neues aufzubauen. Da ich mein Bestes gegeben habe, das alles irgendwie in Einklang miteinander zu bringen.

 

Kopfkino angesagt

Ihr habt einen Unfall. Ihr erwacht und habt die letzten Jahre eures Lebens vergessen. Mit welcher Lebenssituation wärt ihr zufrieden?

Meine größte Angst wäre, dass keiner im Krankenhaus auf mich wartet. Im besten Falle wartet meine komplette Familie auf mich, kleine Kinder springen mir in die Arme und ich kann mich voll auf meine Genesung konzentrieren, ohne mich mit finanziellen Problemen rumschlagen zu müssen. Bräuchte ich ein fettes Depot, um glücklich zu sein? Nein. Bräuchte ich ein eigenes Haus? Ehrlich gesagt auch nicht. Zumindest nicht im ersten Moment. Auf Dauer jedoch wäre ich natürlich sehr froh, wenn mein vergangenes Ich mir ein gemütliches Nest geschaffen hätte. Aber man muss kein Millionär sein, wenn die anderen Rahmenbedingungen passen. Wer frühzeitig vorsorgt, kann sich im Alter darauf ausruhen. Lieber in jungen Jahren die Zähne zusammenbeißen als im Alter, wenn man vielleicht ganz andere Sorgen hat. Ich vermute, dass ich es nie wieder so einfach haben werde, ein Vermögen aufzubauen, wie jetzt.

Wie hat euer Vergangenheits-Ich euer Leben nachhaltig verändert? 
Was tut ihr, um eurem Zukunfts-Ich ein schönes Leben zu bescheren?

 

Ex-Studentin in LuganoÜber Jenny

Jenny ist seit 2013 im Berufsleben und treibt sich seitdem in der Finanzwelt herum. In ihrem Blog exstudentin schreibt sie nicht nur über ihre ersten Schritte bei der Vermögensbildung, sondern auch über ihre Suche nach einem zufriedenstellenden Lebensstil.

 

 

 

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Titelbildquelle: © olly – fotolia

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Kommentare

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11 Kommentare

  1. Oliver
    Reply Mai 02, 15:42 #1 Oliver

    Schöner Artikel, Jenny!

    Die Idee vom Zukunfts- und Vergangenheits-Ich finde ich auch sehr spannend. Interessant dabei finde ich noch, dass das Zukunfts-Ich dank Zeitdiskontierung (oder zumindest Zins und Zinseszins) morgen zweimal oder dreimal soviel bekommt wie ich heute zurück gelegt habe.
    Übrigens, auch MMM hat vor einiger Zeit mal etwas über dieses Sinnbild geschrieben, allerdings etwas anders motiviert:
    http://www.mrmoneymustache.com/2014/11/11/are-you-giving-the-shaft-to-your-future-self/

    • Ex-Studentin
      Reply Mai 03, 07:11 Ex-Studentin

      Danke Oliver für den Link! MMM appeliert vor allem an junge Leute, dass sie keine riesigen Schulden machen sollen und sich dann beschweren, dass doch alles so ungerecht ist. Jeder ist selbst für seine Schulden verantwortlich, weil man den Schaden zumindest hätte begrenzen können. In den USA ist das Thema aber noch viel extremer als bei uns, da man dort schnell an Studien- und Gesundheitskosten zugrunde geht.

  2. Alex von Homemade Finance
    Reply Mai 02, 09:15 #2 Alex von Homemade Finance

    Klasse Gastbeitrag, geht fast schon ins Philosophische.

    Meiner Meinung nach muss man sich von der Vorstellung verabschieden man setzt sich einmal hin, legt einen Finanzordner an, reißt sich zwei Monate zusammen und spart, kauft vielleicht ein paar ETF/Aktien, liest fleißig Blogs im Internet und fertig ist die Laube namens Vorsorge.

    Aber das ist falsch.
    Der Weg in Richtung finanzielle Freiheit oder wie man es nennen möchte geht ein Leben lang bergauf. Es erfordert konstante Selbstbeherschung und Anstrengung. Man muss sich immer selbst hinterfragen, wer man sein will und was man vom Leben möchte. Das ist ein andauernder Prozess und wie beim Bergsteigen auch wird es sicher mal etwas mehr Routine als am Anfang aber es wird immer etwas Anstrengung von einem fordern. Mal mehr mal weniger.

    Dafür ist aber die/der Belohnung/Gipfel um so schöner. Vor allem wenn man sich selbst dahinhebracht hat und nicht die Seilbahn genommen hat.

    Toller Beitrag nochmal!

    Alex

    • Ex-Studentin
      Reply Mai 02, 23:04 Ex-Studentin

      Danke schön für das Lob!! Das Thema Altersvorsorge könnte so einfach wie beschrieben sein, wenn die dafür angepriesenen Produkte wirklich so einfach wären, wie sie einem versprechen.
      Wie du richtig sagst, muss man sich stattdessen immer und immer wieder entscheiden. Durchhalten und auch mal Nein zu irgendeinem Unsinn sagen.

  3. mafis
    Reply Mai 02, 08:35 #3 mafis

    Diese Gedanken mit was habe ich vor zehn Jahren gedacht kam mir vor kurzem. Genau so wie in die andere Richtung. Daher ein super Thema und sehr schön geschrieben.

    Mein Vergangenheits-Ich hat auf jeden Fall eine Menge für mein heutiges Gehalt getan. All die Stunden für den PC habe ich dann doch ausgezahlt. Im Bereich Bildung war das Vergangenheits-Ich also ziemlich gnädig. Wahrscheinlich hat sich daraus der Drang entwickelt jetzt so viel zu Reisen. Das habe ich in der Zeit sehr wenig gemacht. Aber was soll man drüber meckern. Am Vergangenheits-Ich kann ich nichts ändern und will ich auch nicht. Das Vergangenheits-Ich hat mich gemacht, wie ich bin und das Ich ist genau perfekt so.

    Und das Zukunfts-Ich liegt halt komplett in meinen Händen. Die Unbekannten können passieren. Aber das passiert halt in den Situationen muss man dann halt dynamisch reagieren. Genau das ist wohl auch mein Ansatz jeden Tag was gutes für das Zukunfts-Ich tun. Geld zurücklegen, etwas lernen oder was sonst grade anliegt. Fest planen kann ich das Zukunfts-Ich eh nicht, aber eine Tendenz kann ich geben.

    Gruß,
    mafis

    • Ex-Studentin
      Reply Mai 02, 23:00 Ex-Studentin

      Was das Reisen betrifft, weil das früher zu kurz kam, da haben wir was gemeinsam. Manchmal beneide ich die Leute ein wenig, die einen Schüleraustausch, Au-Pair oder gar 1 Auslandsjahr gemacht und so viel Neues erlebt haben. Bei mir gab es viel mehr diesen schnell-Geld-verdienen-Drang. Gleichzeitig fühle ich mich zu sehr hier gebunden, um nun noch sagen zu können: „Ich bin dann mal weg.“ Wenn ich das Geld hätte, würde ich non-stop die Kontinente bereisen, mir Wasserfälle und Berge anschauen und die Natur genießen. Stattdessen bleibt es erstmal bei 1-2 mal im Jahr das Land verlassen.

  4. Felix
    Reply Mai 02, 07:36 #4 Felix

    Dem Artikel ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

    Aber wenn du schon fragst… 🙂
    Ich glaube, dass bei den meisten Menschen ein Denkprozess beginnt, wenn die Endlichkeit des Lebens erfasst wird. Wenn Freunde oder Verwandte im jungen oder mittleren Alter versterben. Dann macht man sich Gedanken: was ist der Sinn des eigenen Lebens, was möchte ich erreichen, wie werde ich glücklich.
    Und selten wird dann finanzieller oder materieller Reichtum im Mittelpunkt der Überlegungen stehen. Es sind eher Erinnerungen, Erlebnisse mit Freunden oder der eigenen Familie.

    Ich bin auch kein Freund von langfristigen Plänen (siehe Zitat Dummerchen oben/unten). Vielleicht ist das aber auch das der Grund, warum das Thema Geldanlage so häufig vernachlässigt wird?! Was interessiert mich morgen, wenn ich sowieso nicht mehr bin.

    Wie so häufig ist es also eine schwierige Balance zwischen „Carpe diem“ und „An Morgen denken“

    Zu mir: gestern am 1. Mai das schöne Wetter mit der Familie genossen – heute arbeiten für den Ruhestand. Und mal sehen, was in den nächsten 5 Jahren passiert 🙂

    P.S: ich wünsche dir, dass die guten 50% deiner „Vielleicht“-Punkte in Erfüllung gehen!

    • Ex-Studentin
      Reply Mai 02, 22:48 Ex-Studentin

      Danke schön! Ich muss oft feststellen, dass das Leben viel zu kurz ist. So viel Zeit habe ich gar nicht, wie meine To-Do-Liste lang ist. Aber jedes Jahr arbeite ich mich ein wenig vor, um ein wenig von der Welt zu sehen.

  5. Dummerchen
    Reply Mai 01, 22:54 #5 Dummerchen

    Sehr schöner Gastartikel! Das Bild vom Zukunfts-Ich und dem Vergangenheits-Ich gefällt mir richtig gut.

    Mein Vergangenheits-Ich war richtig gut zu mir, ohne so wirklich an mich gedacht zu haben. Diesen neumodischen Kram a la Finanzielle Freiheit usw. kannte es überhaupt nicht und hat sich auch nicht ausgemalt, wie sehr es mir heute schon durch das frühzeitige regelmäßige Sparen helfen würde. Danke trotzdem für diese Selbstlosigkeit. Gefehlt hat es dem Vergangenheits-Ich aber auch an nichts – ein gewisses Maß an Bescheidenheit hilft schon sehr. Und so wird auch hoffentlich mein Zukunfts-Ich ähnlich über mich heute denken.

    Die Balance zwischen dem guten Leben heute und dem guten Leben der Zukunft zu finden, ist halt die Kunst. Viele konzentrieren sich mehr aufs heute, manche auch zu sehr auf die Zukunft. Beides ist nicht gut. Aber jeder hat ja auch eine eigene Vorstellung von der richtigen Balance. Als Außenstehender hat man schnell eine abweichende Meinung.

    Die Frage „Wie plant man ein Leben mit so vielen Unbekannten?“ würde ich (Stand heute) mit „auf Sicht“ beantworten. Das Leben und die eigenen Ansichten verändern sich stetig (zumindest bei mir war es so) und auch ich habe es vermieden, mich frühzeitig auf einen Ort festzulegen. Manchmal ändert auch ein einziger Arztbesuch das ganze Leben. Mit einer freudigen oder aber einer sehr unerfreulichen Botschaft.

    Ich bin eher kein Freund langfristiger Pläne. Ich ahne ganz gerne, was in den nächsten 12 Monaten passieren wird, aber darüber hinaus finde ich Pläne eher korsettartig. Keine Ahnung, wie man das besser beschreibt. Vermutlich mit John Lennon: „Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“

    • Ex-Studentin
      Reply Mai 02, 12:42 Ex-Studentin

      Hallo Dummerchen,
      ein Arztbesuch hat wirklich schon das ein oder andere Leben verändert. Oder Schicksalsschläge aus dem näheren Umfeld.

      Dass du nicht unbedingt lang planen willst, kann ich gut verstehen. Ich spare alleine deswegen schon bei Urlauben, weil ich bisher nie soweit vorausschauen konnte, um mal längere Urlaube zu planen. Beim Gedanken an einen Wohnungs- und Hauskauf wird mir warm ums Herz, obwohl ich gleichzeitig mir immer eingestehen muss, dass mir das jetzt zu unflexibel wäre. Dass dein jüngeres Ich noch nicht an die finanzielle Freiheit gedacht hat, würde ich ihm auch nicht übel nehmen. Daran denke ich aktuell auch noch nicht, obwohl die Idee ja schon ganz nett klingt. Aber ich will mich mit diesem Ziel nicht zu sehr unter Druck setzen.

      Ich sehe meine Lebenspläne meist recht locker: Alles kann, nichts muss.

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