Welche deiner Versicherungen benötigst du wirklich?

Versicherungsgesellschaften bieten Versicherungsschutz an, um Geld zu verdienen. Damit unterscheiden sie sich nicht von den meisten anderen Unternehmen dieser Welt.

Sie als Verbraucher sollten sich das immer wieder vor Augen führen. Natürlich kann der Einzelne aus einem Versicherungsvertrag mehr herausholen, als er eingezahlt hat, doch im Schnitt verlieren Sie mit jedem einzelnen Versicherungsvertrag in Ihrem Bestand Geld. Wenn dem nicht so wäre, würden Versicherungsunternehmen nicht profitabel arbeiten.



Welche deiner Versicherungen benötigst du wirklich?


Wenn du dir über diesen Punkt klar wirst, fällt das Ausmisten des Versicherungs-Ordners leicht. Risiken, die du allein tragen kannst, solltest du in den meisten Fällen nicht absichern. Risiken, die du nicht allein tragen kannst, solltest du versichern.

Letztere sind existentielle Risiken, wie zum Beispiel das Haftpflicht-Risiko oder in vielen Fällen auch das Risiko des Verlustes der Arbeitskraft. Für jeden mag die Liste der existentiellen Risiken anders aussehen, doch eines haben alle Punkte auf deiner eigenen Risikoliste gemeinsam … tritt der Schadensfall ein, stehst du vor einem gewaltigen Problem und im schlimmsten Fall vor den Trümmern deines bisherigen Lebens. Deswegen ist es sinnvoll, diese Risiken (wenn es zu einem akzeptablen Preis möglich ist) von einem Kollektiv tragen zu lassen.

Vereinfacht gesagt, ist die Bildung des Kollektivs die Aufgabe des Versicherers. Er sammelt er von den Mitgliedern des Kollektivs die Prämien ein, die er für angemessen hält (das ist in der Praxis um einiges komplizierter), um alle Schadensfälle zu decken. Dafür steht ihm eine Entlohnung zu, welche in der Prämie schon einkalkuliert ist.

Die Entlohnung für den Versicherer ist dein Verlust (plus die Kosten, die der Versicherer decken muss). Man bekommt schließlich auch kein Smartphone gratis. Wenn man etwas konsumiert (in diesem Fall Versicherungsschutz), bezahlt man dafür.

Was sind keine existentiellen Risiken?

Ein gutes Beispiel ist die Handy-Versicherung … Natürlich willst du dein neues Lieblingsspielzeug abgesichert wissen, doch ist das wirklich nötig? Wenn wirklich ein Totalschaden eintritt, kaufst du dir einfach ein neues Smartphone. Kleinere Schäden kann man auf eigene Rechnung reparieren lassen. Die Handy-Versicherungen, die ich kenne, sind so teuer, dass sie sich erst nach der zweiten Reparatur „lohnen“.
Wenn du den Verlust des neuesten iPhone nicht ersetzen kannst, solltest du dich fragen ob es nicht eine Nummer günstiger geht.

Die Reisegepäck-Versicherung gehört in den meisten Fällen ebenfalls zu den nicht existentiellen Risiken. Die Hausrat-Versicherung kann, muss aber nicht existentiell sein. Diese Liste kannst du noch beliebig erweitern.

Du weißt am besten, welche Risiken du alleine tragen kannst (und möchtest).

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Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

Bildquelle: © Matthias Enter – Fotolia.com

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