Versicherungsberater vs. Versicherungsmakler: Wer ist der richtige Ansprechpartner?

Versicherungsberater, Versicherungsmakler oder Versicherungsvertreter, wer ist der richtige Ansprechpartner für dein Anliegen? Diese Frage kannst du nur beantworten, wenn du die Unterschiede zwischen Versicherungsvermittlern und Versicherungsberatern kennst.

Auf diese Unterschiede werde ich im Folgenden eingehen, damit wir im Anschluss die Frage nach dem richtigen Ansprechpartner beantworten können.



Versicherungsberater vs. Versicherungsmakler: Wer ist der richtige Ansprechpartner?


Versicherungsberater vs. Versicherungsmakler: Wer ist der richtige Ansprechpartner?



Unterscheidung nach dem Grad der Unabhängigkeit

Der erste Unterschied besteht im Grad der Abhängigkeit. Nach § 59 (1) VVG gehören sowohl Versicherungsvertreter als auch Versicherungsmakler zur Gruppe der Versicherungsvermittler.

Ein Versicherungsvertreter wird vom Versicherer oder einem anderen Vertreter mit der Vermittlung oder dem Abschluss von Versicherungsverträgen betraut (vgl. § 59(2) VVG).

Vom Versicherungsvertreter grenzt sich der Versicherungsmakler dadurch ab, dass er für den Auftraggeber (für dich) die Vermittlung oder den Abschluss von Versicherungsverträgen übernimmt, ohne von einem Versicherer oder von einem Vertreter damit betraut worden zu sein (vgl. § 59 (3) VVG).

Was ist ein Versicherungsberater? Der Versicherungsberater unterscheidet sich vom Versicherungsmakler dadurch, dass er unabhängig vom Produktverkauf agieren kann und ausschließlich von dir als Endkunden vergütet wird.

Der Versicherungsmakler ist damit unabhängig von einzelnen Versicherern, aber anhängig vom Versicherungsabschluss. An diesen Abschluss koppelt sich auch sein Vergütungsanspruch. Kommt in seiner Tätigkeit für dich kein Abschluss zustande, darf er kein Entgelt verlangen.

An dieser Stelle kommt der Versicherungsberater ins Spiel. Er berät Dritte (dich) bei der Vereinbarung, Änderung oder Prüfung von Versicherungsverträgen oder bei der Wahrnehmung von Ansprüchen aus Versicherungsverträgen, ohne von einem Versicherer einen wirtschaftlichen Vorteil zu erhalten oder in anderer Weise von ihm abhängig zu sein (vgl. § 59 (4) VVG). Darüber hinaus kann dich ein Versicherungsberater außergerichtlich gegenüber einem Versicherer vertreten.

 

Ausbildung

Der erfolgreiche Abschluss der Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann reicht sowohl für Versicherungsvermittler als auch für Versicherungsberater bereits aus, damit sie ihren jeweiligen Beruf aufnehmen zu dürfen.

Dass der Sachkundenachweis weit entfernt von einer fundierten Ausbildung ist, habe ich im Artikel Welche Qualifikation sollte ein Finanzberater haben? dargelegt.

Hat dein Gegenüber dagegen die Ausbildung zum Fachwirt für Finanzberatung oder ein Studium mit dem Schwerpunkt Versicherungen absolviert, kannst du dir vergleichsweise sicher sein, einen kompetenten Ansprechpartner gefunden zu haben.

 

Vergütung

Der Versicherungsvertreter bekommt für die Versicherungsvermittlung eine Provision und der Versicherungsmakler eine Courtage. In beiden Fällen sind die Vergütungen in der Regel in die Versicherungsprämien einkalkuliert. Kommt es zur Vermittlung von abschlusskostenfreien Nettotarifen kann der Maklerlohn auch direkt vom Mandanten eingefordert werden. In diesem Fall spricht man von einer Honorarvermittlung. Das Vermittlungshonorar ist von der Umsatzsteuer befreit und darf nur erhoben werden, wenn eine Vermittlung stattfindet. Sowohl Versicherungsmakler als auch Versicherungsvertreter haben damit ein Interesse daran, dass ein Vertragsabschluss zustandekommt.

Der Versicherungsberater hingegen arbeitet wie ein Rechtsanwalt ausschließlich auf Honorarbasis. Sein Vergütungsanspruch ist nicht an einen Produktabschluss gekoppelt, da das Hauptaugenmerk seiner Arbeit auf der Beratung liegt und nicht auf der Vermittlung. Im Gegensatz zur Honorarvermittlung wird bei der Honorarberatung die Umsatzsteuer mit ausgewiesen.

Da der Versicherungsberater nach Zeit abrechnet, kann er einen Anreiz haben, Beratungen unnötig in die Länge zu ziehen. Eine transparente Aufschlüsselung seiner erbrachten Leistungen ist daher wünschenswert. Alternativ kann auch ein Pauschalhonorar vereinbart werden. Dann verschiebt sich das Risiko eines erhöhten Zeitaufwands vom Mandanten zum Versicherungsberater.

 

Beim Versicherungsberater zahlst du in Zukunft nicht mehr doppelt

Als Versicherungsberater hat man bisher das Problem, dass man Provisionen nicht an den Versicherungsnehmer weiterleiten darf. Das bedeutet, wenn eine für den Mandanten passende Versicherung nur als Provisionstarif zu haben ist, muss der Mandant sowohl das Honorar für den Berater als auch die Provision für den Vermittler zahlen.

Mit der Umsetzung der IDD-Vermittlerrichtlinie in deutsches Recht wird sich das zum 23.Februar 2018 ändern. Dann ist der Versicherungsberater dazu verpflichtet, den Versicherer dazu zu veranlassen, in der Versicherung enthaltene Vermittlungszuwendungen an den Versicherungsnehmer auszukehren. Das Verbot der Provisionsannahme durch den Versicherungsberater bleibt dabei unberührt.

Für dich heißt das, dass du in Zukunft nicht mehr Gefahr läufst, doppelt zahlen zu müssen, wenn du auf einen Versicherungsberater zurückgreifst.

 

Versicherungsberater, Makler oder Vertreter: Wer ist der richtige Ansprechpartner?

Unterschiede zwischen Versicherungsberater und Versicherungsvermittler auf einen Blick. Wer ist der Auftraggeber? Was ist der Tätigkeitsschwerpunkt? Wie ist die Vergütung geregelt? Welche Qualifikation ist Voraussetzung?

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Wer für dich der richtige Ansprechpartner ist, hängt von deinem Anliegen und deinen konkreten Vorstellungen ab. Der Versicherungsvermittler kann der richtige Ansprechpartner sein, wenn du einen konkreten Produktwunsch hast.

Ich möchte die Berufsunfähigkeitsversicherung von der Pfefferminzia-Versicherung mit einer Absicherungshöhe von 1.500 Euro und einer Laufzeit von 35 Jahren.

Hast du hingegen einen konkreten Absicherungswunsch und wünschst dir Unabhängigkeit von einzelnen Versicherungsgesellschaften, kann der Versicherungsmakler ein idealer Ansprechpartner sein.

Ich möchte eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Höhe von 2.000 Euro. Welcher Versicherer hat das beste Angebot für mich?

Der Versicherungsberater kann immer dann die richtige Wahl sein, wenn:

  • dir Unabhängigkeit vom Produktverkauf wichtig ist,
  • du einen unbestimmten Bedarf hast,
  • Unterstützung im Schadenfall suchst,
  • Oder bestehende Produkte überprüfen lassen möchtest.

Ich habe gehört, eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig. Ist sie das auch für mich? Und wenn ja, welche Absicherungshöhe ist die richtige für mich und bei welchem Versicherer bin ich am besten aufgehoben?

 

Resümee

Wenn du die Fragen:

  • Hat mein Ansprechpartner die nötige Kompetenz?

und

  • Hat mein Ansprechpartner die gewünschte gewerberechtliche Stellung?

für dich zufriedenstellend beantwortet hast und es zusätzlich auf der menschlichen Ebene passt, ist die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit gelegt.

Welche Erfahrungen hast du bisher mit Versicherungsvertretern, Versicherungsmaklern und Versicherungsberatern gemacht? Zu welchem Ansprechpartner würdest du raten?

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Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

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