Verlustaversion: Wenn uns unser Verstand einen Streich spielt

Siehst du das kleine Mädchen auf dem Bild? Kannst du die Freude spüren, die es ausstrahlt? Stell dir vor, es ist dein Kind. Zusammen geht ihr auf die Kirmes. Die Sonne strahlt. An einem Losstand bleibt ihr stehen. Mit glänzenden Augen greift dein kleines Mädchen in die Lostrommel …

Hauptgewinn! Der Teddybär ist größer als deine Tochter. Das Glück ist in diesem Moment perfekt. Dann passiert das Unfassbare. Ein Jugendlicher reißt deiner Tochter den Teddybären aus der Hand. Noch bevor du begreifst, was gerade geschehen ist, ist er um die nächste Ecke verschwunden.

Deine Tochter ist untröstlich. Bittere Tränen kullern ihr Gesicht herunter …



Verlustaversion: Wenn uns unser Verstand einen Streich spielt


Kannst du nachvollziehen, wie sich dein Kind in diesem Moment fühlt? Glaubst du, du kannst es trösten? Oder hältst du es für wahrscheinlicher, dass euer glücklicher Tag auf der Kirmes vorbei ist?

Egal, wie deine Antwort ausfällt – sicher ist, dass dein Kind trauriger ist als vor dem Gewinn des Teddybären. Eigentlich verrückt, oder? An der Situation hat sich nichts geändert. Die Sonne scheint und ihr seid immer noch auf der Kirmes, wo es lauter aufregende Sachen zu entdecken gibt. Und wie zu Beginn des Ausflugs habt ihr keinen Teddybären. Trotzdem steht vor dir ein völlig aufgelöstes Kind …

 

Verlustaversion: Wenn uns unser Verstand einen Streich spielt

Mit der Übergabe des Teddybären hat dein Kind ihn gedanklich seinem Besitz zugeordnet. Das neue Wohlstandslevel ist „eingeloggt“. Kommt der Teddy abhanden, fühlt es sich nicht mehr an, als ob ein „Bonus“ verloren geht. In der Folge ist der Schmerz durch den Verlust deutlich größer als die Freude durch den Gewinn. Das ist das Prinzip der Verlustaversion.

Was für Teddybären gilt, ist auch auf die Finanzwelt zu übertragen. Bekommst du 100 Euro geschenkt und verlierst diese wieder, bist du unglücklicher als zuvor. Das aktuelle Vermögen nimmt in unseren Gedanken als Bezugspunkt eine herausragende Stellung ein. Schrumpft das einmal Erreichte in sich zusammen, tut das weh. In Zahlen ausgedrückt, ist der Schmerz über einen Verlust etwa doppelt so stark wie die Freude über einen Gewinn.

Das Problem ist, selbst wenn du dir dieser Problematik bewusst bist, kommt der Schmerz jedes mal aufs Neue. Es ist also völlig normal, wenn dich Börsenturbulenzen, wie wir sie die Tage wieder erleben, nicht kalt lassen.

 

Wie begegnen wir der Verlustaversion am besten?

Das Phänomen der Verlustaversion ist bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt. Wichtig ist, dass du dir deiner (irrationalen) Verhaltensweisen bewusst wirst. Beobachte, wie du auf Verluste reagierst. Kannst du bei fallenden Märkten nicht mehr ruhig schlafen? Dann nimm Risiko aus deinem Depot und senke deine Aktienquote.

Klare Verhaltensregeln können dir helfen, der Verlustaversion zu begegnen. Zum Beispiel:

  • Kaufe und Verkaufe nicht spontan. Hast du eine Entscheidung getroffen, schlafe einige Nächte darüber und betrachte die Situation noch einmal neu
  • Schaue selten ins Depot
  • Sprich deine Entscheidungen mit einer Vertrauensperson durch

Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Vielleicht hilft dir ja klassische Musik um deine Gefühle zu ordnen 😉 Schau, was für dich funktioniert und schreibe dir deine Verhaltensregeln auf. Im Ernstfall kannst du die Liste abarbeiten und so möglichst rationale Entscheidungen treffen.

Zum Schluss bleibt die Erkenntnis:

Das größte Risiko unser Geldanlage sind wir selbst.

 

Jetzt will ich es aber wissen … Hast du mit Verlustaversion zu kämpfen? Wie begegnest du ihr?

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Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

Bildquelle: © Gorilla – fotolia

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Kommentare

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22 Kommentare

  1. Markus
    Reply Juli 12, 10:03 #1 Markus

    Wie schon jemand kommentiert hat, ist der Vergleich zwischen entgangenen Gewinnen und handfester Diebstahl vielleicht nicht zu 100% vergleichbar. Psychologisch ist aber schon eine Ähnlichkeit vorhanden. Man kann das Beispiel auch leicht modifizieren, damit es besser passt:

    Jemand gibt dem Kind ein Teddy und täuscht vor, dass es sich um ein Geschenk handeln sollte. Ist es aber nicht und der Teddy wird wieder weggenommen. Das Kind wäre ebenso bitter enttäuscht.

    Christoph, die Frage die mich jetzt bewegt, ist:

    Wie hoch muss ein anschließender Gewinn wieder sein, um den schmerzlichen Verlust wieder auszugleichen? Würde es dem Kind reichen, man würde ihm den Teddy aus eigener Tasche ersetzen? Oder müssten es zwei Teddys sein? Oder müsste man den Dieb bestrafen? Oder dem Dieb das Diebesgut abnehmen?

    Ich habe in letzer Zeit viele Verluste hinnehmen müssen, die mir teis den Schlaf rauben, teils an meinen Nerven zehren und zuviel Zeit meiner Aufmerksamkeit beanspruchen, das die Problemlösungsfähigkeit weiter senkt und die Verluste nochmal potenziert. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Ich spreche nicht von finanziellen Problemen.

    Wie geht man mit so einem Problem am besten um, wenn der Verlust bereits geschehen ist? Im Sinne der Verlustbegrenzung habe ich den Kontakt zu Problemverursachenden Leuten bereits deutlich reduziert. Aber wie sieht es mit Vergebung aus? Auf der anderen Seite: Man soll Aktien niemals im Verlust nachkaufen. Das gleiche sollte auch fürs Real-Life gelten. Oder nicht?

    Was tun?

    Und wie hoch muss ein Gewinn wieder sein, um schmerzliche Verluste aus der Vergangenheit wieder zu überwinden?

    Um etwa zu triumphieren, dass man jetzt Problemverursacher überwunden hat?

    Christoph, vielleicht ließt du das hier ja, und falls ja, würde ich mich über deine Rückmeldung freuen. Börsenpsychologie taugt meiner Meinung nach zu viel mehr als nur für die Börse! Und meine finanziellen Erfolge würde ich gerne halten, sowie die Erfolgskonzepte auch fürs Privatleben übertragen!

    Dank im Voraus,
    Markus

    • Markus
      Reply Juli 12, 10:15 Markus

      Um noch selbst etwas Produktives beizutragen: Mit der Verlustaversion an sich gehe ich so um, dass mich ich die kleinen Verluste pro Trades einfach ignoriere.

      Bzw. mich berühren die kleinen Verluste einfach natürlicherweise nicht. Weil ich mir viel höhere Ziele gesetzt habe. Ausgestoppt und 50€ verloren? Kein Problem. Was will ich auch mit 50€ anfangen? Nichts. Meine Denkweise ist da binär: Entweder es gibt irgendwann die Million, oder es gibt sie nicht.

      Gruß,
      Markus

    • ChrisS
      Reply Juli 13, 00:23 ChrisS

      @Markus:

      Puh, also da würd ich mal lieber direkt einen Termin bei einem richtigen Psychologen (wichtig, kein Eso-Schmarrn oder „Life-Coaches“ etc) machen, wo ihr euch wirklich intensiv & persönlich mit den Problemen, die dich belasten, auseinandersetzen könnt. Die sind ja auch darauf geschult (viel besser, als hier einen Finanzberater dafür „zweckentfremden“ zu wollen) und können sich ganz privat und persönlich mit dir beschäftigen.

      Wenn du deine Problembeschreibung hier so vage hälst (klar, man will ja auch nicht die ganze Öffentlichkeit an seinem Innersten teilhaben lassen), kannst du auch nur vage und allgemeine Antworten bekommen. Inwieweit die dir weiterhelfen würden, naja… Anscheinend gehts ja um Menschen, und nicht nur bloß ums „schnöde Geld“ (wo man noch ganz akademisch theoretisieren kann, dass Studien nach der Verlust eines Betrags X stehts schwerer wiegt als der Gewinn eines Betrages X und erst ab einem G/V-Verhältnis von 2 zu 1 die Stimmung sich ins Positive verschiebt. Das nützt dir jetzt aber erstmal wohl natürlich auch nichts).

      Ich wäre da auch vorsichtig, die Metaphern der Börse auf den zwischenmenschlichen Umgang zu übertragen. Was wäre denn ein auch „Gewinn“ in diesem Sinne ? Dass es dir besser geht als den Anderen/Problemverursachern ? Dass du ihnen noch eins auswischen kannst (also den Schmerz in dem Sinne „zurückzahlen“, um mal bei dem Bild zu bleiben) ? Sind Menschen denn für dich Aktien, so dass Vergebung ein „im Verlust noch nachkaufen“ bedeutet ? Ich weiß nicht ob das ein wirklich persönlichkeitsförderndes Mindset ist, bzw es scheint ja auch anscheinend bei dir nicht so zu wirken.

      • Finanzkoch
        Reply Juli 13, 07:47 Finanzkoch Author

        Hallo Markus,

        Chris hat im Prinzip alles gesagt. Eine echte Hilfe kann ich an dieser Stelle leider nicht leisten. Dass dir Börsenpsychologie hier weiterhilft, glaube ich nicht.

        Ein Psychologe, mit dem du über alles sprechen kannst, ist eine Überlegung wert. Aber vielleicht tut es im ersten Schritt auch eine Vertrauensperson aus deinem nächsten Umfeld?

        Liebe Grüße aus Leipzig
        Christoph

      • Markus
        Reply Juli 13, 11:23 Markus

        Nein, ich selbst hoffe eigentlich, dass ein Auswischen nicht notwendig ist, weil das eigentlich gegen meine Persönlichkeit ist. Es war nur meine Befürchtung, ob es nicht vielleicht notwendig sein könnte.

        Mein Mindset ist eigentlich, dass freiwillige und friedliche kooperation so gut performt, sodass ich automatisch irgendwann ein vielfaches an Glück habe gegenüber jenen, die vorzugsweise Probleme verursachen zum Zwecke der kurzfristigen „Gewinnmitnahme“.

        Menschen sind für mich keine Aktien, aber durchaus so etwas wie Werte. Freunde sind wertvoll. Und so tragisch es ist, es gibt gute, aber auch schlechte Freunde. Wenn dich jemand nur ausnutzt, dann sollte man vielleicht besser nicht dem Denkfehler unterliegen, dass man jetzt schon so viel in den Freund rein gesteckt hat, dass es jetzt ja irgendwann wieder bergauf gehen müsste. Und auch bei einem guten Freund ist es legitim auch mal zu sagen, ne sorry, geht nicht.

        • Markus
          Reply Juli 13, 11:38 Markus

          Also Interessant finde ich meine subjektive Beobachtung bei Menschen, wenn ich mir anschaue, wie sie sparen oder konsumieren, und wie sie mit anderen Menschen umgehen. Ist vielleicht nur ein Vorurteil. Manchen ist der kurzfristige Nutzen so wichtig, dass sie selbst im Finanziellem gar nicht sparen *können*.

          • Finanzkoch
            Juli 14, 18:38 Finanzkoch Author

            Hallo Markus,

            wenn dich jemand nur ausnutzt, dann hat er die Bezeichnung „Freund“ nicht verdient? Von solchen Menschen sollte man sich generell eher fernhalten.

            Einen Zusammenhang zwischen Spar-/Konsumverhalten und dem Umgang mit Menschen konnte ich persönlich noch nicht feststellen. Manche Menschen geben anderen einfach gerne etwas aus und machen ihnen eine Freude anstatt das Geld zu sparen.´

            Herzliche Grüße aus Leipzig
            Christoph

  2. Chris
    Reply Januar 21, 10:40 #2 Chris

    Zum psychologischen Umgang mit Verlusten hatte ich auch mal vor kurzem einen Artikel geschrieben (Link in meinem Nicknamen), wo auch ähnliche Gedanken wie bei dir und vor allem Dummerchens, zum Ausdruck gebracht werden.

    Wichtig ist, schon möglichst vorher eine realistische Erwartungshaltung entwickelt zu haben. Aktien schwanken nunmal eben, und man sollte die Börsengeschichte (oder zumindest einfach nur mal schon die Kursverläufe der großen Indizes) studiert haben um zu wissen, welche Drawdowns in welchen Zeiträumen möglich sind. Ein Langfrist-Anleger, der sich vorgenommen hat, jahrzehntelanges Buy&Hold zu betreiben, wird ziemlich sicher in dieser Zeit auch mal einen der zukünftigen -50% Crashs erwischen und durchstehen müssen. Zu glauben dass sowas nicht mehr passieren kann, ist naiv, und nicht zu wissen das so etwas überhaupt passiert ist, ist fatal.

    Natürlich ist sind es zwei verschiedene paar Schuhe, dass einfach nur theoretisch zu „wissen“ oder es praktisch erfahren zu müssen. Wenn erstmal wirklich viel eigenes Geld im Feuer ist, verändert sich die Risikotoleranz vieler gedanklich „offensiver“ Anleger doch oft deutlich.

    Deswegen ist es auch so wichtig, eine jeweils für sich selbst passende Investitionsquote zu finden. Wer sein ganzes Kapital nur in Aktien steckt, dessen Gesamtvermögen wird sich eben in einer solchen Börsenkrise auch mal halbieren können. Alle anderen, die sich so etwas nicht antun können oder wollen, müssen dementsprechend ihre Aktienquote zurückfahren, bis der potentielle Verlust (bezogen aufs Gesamtvermögen) wieder in einem Rahmen ist, mit dem man noch ruhig schlafen kann. Wer z.B. nur -15% Verlust als Schmerzgrenze hat, sollte nur etwa ein Drittel seines Kapitals in Aktien (und den Rest in „sicheren“, d.h. schwankungsärmeren Anlagen) investieren.

    Achja, und ich weiß zwar was du mit deiner Teddy-Anekdote eigentlich meinst, aber das ist ein eher unpassender, fast geschmackloser Vergleich, da es hier (Buch-)Verluste von Aktien auf eine Stufe mit wirklichem Diebstahl stellt. Wer mal selbst Opfer von richtiger Kriminalität geworden ist, weiß dass es eine ganz andere Sache als einfach nur trocken zu analysieren „tja man hat dir halt was geschenkt, dann ist es wieder weggenommen worden, im Prinzip hat sich doch also nichts geändert, lol“. Diebstahl geht auch oft mit aggressiver Einschüchterung bis gar handfester Gewalt einher, die Verletzung ist also nichtmal so sehr der Verlust des konkreten Besitzes sondern der Verlust des Sicherheitsgefühls und der Selbstbestimmung, was viel wichtiger mehr wiegt als irgendwelche Euro-Beträge zum Beispiel. Da kann es also auch sensiblere Analogien geben, die den Sinn, den du meinst, besser rüberbringen können.

    Zum Beispiel hier ein schönes und verständliches Wissenschaftsvideo zum Thema, wie Verlustaversion bei Menschen in der Praxis zum tragen kommt:
    https://www.youtube.com/watch?v=vBX-KulgJ1o

    • Finanzkoch
      Reply Januar 21, 12:10 Finanzkoch Author

      Hallo Chris,

      danke für die Links. Wahnsinn, dass in dem Video eine 10:1 Wette abgelehnt wird …

      Wichtig ist, dass man sich mit dem Thema beschäftigt und mit der Zeit lernt damit umzugehen. Hier wird jeder seine eigenen Erfahrungen und Lösungswege finden müssen.

      Wenn ich mit dem Artikel jemandem zu nahe trete, dann tut mir das leid. Das ist keinesfalls meine Absicht. Deswegen ist mir auch so ein Feedback wichtig. Danke dafür.

      Liebe Grüße
      Christoph

  3. Dummerchen
    Reply Januar 20, 12:59 #3 Dummerchen

    Na, ich denke, jeder Anleger kennt das ungute Gefühl, wenn Kurse sinken und der Wert des Depots kleiner wird – ich auch. Schön ist anders. Das alleine ist aber ja nicht das Problem, sondern welche Folgen damit einhergehen: Schlaflose Nächte und evtl. Panikverkäufe – beides habe ich bislang nicht gehabt.

    Ich habe sowohl beim 2000er als auch beim 2008er Bärenmarkt prozentual weniger als heute in Aktien investiert gehabt. Das gute Gefühl, dass man auch ohne den Aktienanteil noch genug auf der hohen Kante liegen hat, hat mich die Zeiten ziemlich unberührt durchleben lassen. Über die beiden jüngsten Bärenmärkte hinweg habe ich bis vor wenigen Jahren den Aktienanteil langsam aber sicher erhöht. Ich weiß mittlerweile, dass ich besser damit umgehen kann und auch mit Aktienquoten über 50% noch gut schlafen kann.
    Zudem habe ich ein relativ einfaches Regelwerk über alle Anlageklassen hinweg, wann ich was kaufe oder umschichte. Da gibt es nichts zu überlegen und meine Transaktionen sind völlig von meinen Emotionen entkoppelt. Das macht es mir sehr leicht, nichts unüberlegtes zu machen.
    Zudem spreche ich jede größere Finanztransaktion mit meiner Frau ab – das bremst Kurzschlussreaktionen auch völlig aus.

    Wenn ich also einen Ratschlag geben müsste, so würde er lauten:
    1. Lege nicht zu viel in Aktien an. Es ist wichtiger, dass Du einen Börsencrash mental (und finanziell) durchstehen kannst, als dass Du doch irgendwann aus Panik verkaufst. Eine hohe Aktienquote ist KEIN Zeichen dafür, was für ein toller Hecht Du bist. Du hast (hoffentlich) nur eine höhere Risikotoleranz (und/oder Leidensfähigkeit).
    2. Formuliere ein IPS (https://www.bogleheads.org/wiki/Investment_policy_statement) und definiere Dir dort alle wichtigen Eckdaten und Regeln für Deine Anlagen. Je detaillierter und klarer es formuliert ist, desto mehr mehr hilft es Dir in einem Bärenmarkt nachzuschlagen, was zu tun oder auch nicht zu tun ist.

    Lieben Gruß
    Dummerchen

    • Finanzkoch
      Reply Januar 20, 22:24 Finanzkoch Author

      Hallo Dummerchen,

      deine Börsenerfahrung will ich haben …

      Die Idee mit dem IPS gefällt mir. Ich werde darüber nachdenken, sowas an gegebener Stelle in meinen Beratungsprozess einfließen zu lassen.

      Wenn man eine „bessere Hälfte“ hat, mit der man sich in Finanzentscheidungen abstimmen kann, hilft das ungemein.

      Eine hohe Aktienquote ist KEIN Zeichen dafür, was für ein toller Hecht Du bist.

      Das wäre ein toller Titel für einen Beitrag 🙂

      Liebe Grüße
      Christoph

      • Dummerchen
        Reply Januar 21, 10:10 Dummerchen

        Hallo Christoph,
        IPS werden in den USA vielfach zwischen Kunden und Vermögensverwaltern ausgemacht, um dem Verwalter klare Regeln zu liefern. Außerdem kann der Panikanruf a la „Oh, Gott, ein Kursrückgang! Was tun?“ viel leichter mit dem Hinweis auf diese allgemeinen Vereinbarungen/Regeln in ruhige Fahrwasser überführt werden. Ist also sicher eine gute Idee, das zu verwenden.

        „Das wäre ein toller Titel für einen Beitrag“
        Für ungeschriebene Beiträge fallen mir leider die besten Titel ein 😉

        Liebe Grüße
        Dummerchen

        • Finanzkoch
          Reply Januar 21, 11:54 Finanzkoch Author

          Hallo Dummerchen,

          Für ungeschriebene Beiträge fallen mir leider die besten Titel ein

          Besser so, als für bereits veröffentlichte Beiträge 😉

          Liebe Grüße
          Christoph

  4. Christo
    Reply Januar 20, 09:55 #4 Christo

    Hallo,

    ich bin gerade über diesen Artikel „gestolpert“. Ich selbst handle mit Aktien und kenne dieses Thema nur zu gut, da das Thema Verlustangst / Schmerz beim Handeln noch heftiger ist als beim Investieren, da ich mich damit fast jeden Tag auseinandersetzen muss.

    Ich würde das, was du geschrieben hast, noch ergänzen. Jeder, der sich am Aktienmarkt bzw. Wertpapiermarkt bewegt, sollte sich darüber bewusst sein, dass zum Geld verdienen auch Geld verlieren gehört. Kurse gehen hoch und runter, das ist so.

    Gleichzeitig sind fallende Kurse ggf. auch tolle Möglichkeiten, Geld zu verdienen (Value-Cost-Averaging).

    Um mit den Emotionen zurechtzukommen, die entstehen, wenn der Kurs nicht in die gewünschte Richtung geht, ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, eine klare Aktienstrategie zu verfolgen, die auch ein Risikomanagement beinhaltet.
    – Für welche Aktie entscheide ich mich? (Grundlagenanalyse)

    – Unter welchen Voraussetzungen kaufe ich? Kaufe ich monatlich am Tag x? Kaufe ich jeden Monat, aber nur, wenn der Preis Grenze X erreicht hat?

    – Wann steige ich aus einer Aktie aus?
    – Wie viel Verlust bin ich bereit zu riskieren? Setze ich einen Stopp-Loss oder nicht?

    Wenn man sich im Vorfeld mit dem Thema auseinandergesetzt hat und eine funktionierende Aktienstrategie fährt, dann hat man genaue Kriterien, wann man kauft oder verkauft. Und immer wenn es schmerzt, dann schaut man auf seinen Investment/Handels-Plan und sagt, das sind meine Kriterien. An denen halte ich fest.

    Viele Menschen scheitern am Aktien- bzw. Wertpapiermarkt, weil sie mit den Emotionen nicht umgehen können und dann schlechte Entscheidungen treffen.

    Übrigens gehören dazu auch positive Emotionen. Wenn einer durch einen Glücksgriff innerhalb von kurzer Zeit viel Geld verdient hat und sich deswegen für einen Aktiengott hält, der hat ein echtes Problem. Denn dann wir er viel Riskieren und auch viel verlieren.

    Viele Grüße
    Christo

    • Finanzkoch
      Reply Januar 20, 10:13 Finanzkoch Author

      Hallo Christo,

      wie lange hat es gedauert, bist du eine funktionierende Strategie entwickelt hattest, mit der du deine Emotionen in den Griff bekommen hast? Gab es Rückschläge?
      Ich für meinen Teil musste einiges an Lehrgeld bezahlen und kann gut nachvollziehen, wie schwierig es für dich sein muss, jeden Tag aufs neue rationale Entscheidungen zu treffen.

      Das mit den positiven Emotionen kann ich bestätigen – ich habe mich früher nach Glücksgriffen auch wie Gott gefühlt – und dann wieder alles aufs Spiel gesetzt …

      Herzliche Grüße
      Christoph

      • Christo
        Reply Januar 21, 12:05 Christo

        Wie lange es gedauert hat? Ich arbeite noch daran :-). Und ja, es gibt Rückschläge, wenn ich Verluste mit einem Trade einfahre.

        Wie ich damit umgehe? Ich spreche darüber. Ich lerne das Handeln über ein Unternehmen, das für seine Kunden Webinare anbietet. Und dort spricht man auch über solche Sachen. (Wir wurden auch vorgewarnt, was alles emotional mit uns passieren wird). Was mir hilft: Mir das Feedback einzuholen, dass ich den Trade nach den Regeln korrekt durchgeführt habe. Verluste gehören zum Geschäft, um Gewinne zu erzählen.

        Aber diese sehr rationale Erkenntnis muss in mein Unterbewusstsein einsickern.

        Als Trader entwickelt man seine Persönlichkeit weiter und lernt Dinge anders zu beurteilen und ehrlich gegenüber sich selbst zu sein.

        Übrigens gibt es genau zu dem Thema gute Bücher ;-).

        Viele Grüße
        Christo

        • Finanzkoch
          Reply Januar 21, 12:16 Finanzkoch Author

          Hallo Christo,

          danke für deine Einblicke.

          Aber diese sehr rationale Erkenntnis muss in mein Unterbewusstsein einsickern.

          Ich denke, dass ist der schwerste Part? Es ist ja auch nicht immer jemand zur Stelle, mit dem man sich austauschen kann …

          Liebe Grüße
          Christoph

  5. Stefan
    Reply Januar 19, 23:22 #5 Stefan

    Hi Christoph,

    super Artikel! Wie ein Film, bei dessen Abspann man sich wünscht, er wäre noch ein wenig länger gewesen 😉

    Nach dem Kurseinbruch letzten Freitag hab ich als Anleger zum ersten Mal Angst verspürt. Mir hilft es dann, langfristige Charts zu betrachten und Aussagen langfristig orientierter Anleger zu lesen.

    Viele Grüße, Stefan

    • Finanzkoch
      Reply Januar 20, 08:34 Finanzkoch Author

      Hallo Stefan,

      einen tollen Blog hast du da.

      Deine Angst ist völlig normal. Toll, dass du einen Weg gefunden hast, mit ihr umzugehen. Du hast noch mehrere Jahrzehnte Zeit, Verluste auszugleichen. Das musst du nur deinem Verstand erklären 🙂

      Liebe Grüße
      Christoph

  6. Philipp von Investment Amad€
    Reply Januar 19, 22:56 #6 Philipp von Investment Amad€

    Hallo Christoph!

    Wie schaffst du es, dir immer wieder so gute Geschichten auszudenken?

    Verluste machen uns um den Faktor 2,5 unglücklicher als uns Gewinne glücklich machen.

    MFG Philipp

    • Finanzkoch
      Reply Januar 20, 08:23 Finanzkoch Author

      Hallo Philipp,

      spontane Eingebung 😉

      Liebe Grüße
      Christoph

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