Rabeneltern? Warum mein kleiner Sohn kein eigenes Depot bekommt

07:00 Uhr morgens. Etwas regt sich. Müde öffne ich die Augen und schaue an mir hinab. Auf meiner Brust räkelt sich mein kleiner Sohn und meldet: Hunger! Da bin ich der falsche Ansprechpartner. Ich reiche den kleinen Spatz seiner Mutter …

Trotz früher Stunde bin ich zufrieden. Das erste Mal in meinem Leben bin ich komplett. Nichts fehlt.

Wenn du Kinder hast, wirst du dieses Gefühl kennen. Die kleinen Erdenbürger erhalten einen besonderen Platz in unserem Leben. Wir wollen, dass es ihnen an nichts fehlt. Zu keinem Zeitpunkt. Kein Wunder, dass wir uns schon bei ihrer Geburt Gedanken machen, wovon die Kleinen später Leben sollen.



Rabeneltern? Warum mein kleiner Sohn kein eigenes Depot bekommt


Über die Gemütslage von sorgenden Eltern ist sich die Finanz- und Versicherungsbranche im Klaren und hat „passgenaue“ Produkte entworfen. Von Babysparbüchern über Ausbildungsversicherungen bis hin zu Tabaluga- und Biene Maya– Policen ist alles im Sortiment vertreten. Wir Eltern brauchen nur zuzugreifen …

Dabei haben die Produkte mit ihren bunten Prospekten eines gemein:

Wären sie Bestandteil eines leckeren Fischs, sie wären die Gräten. Und für die gilt …

Können beim Verzehr im Halse stecken bleiben.

Das ist unangenehm und führt im besten Fall zu ungewolltem Aufstoßen.

Die Lösung?

Finger weg von den bunt verpackten Mogelpackungen der Finanzbranche.

Halte es einfach. Strukturierte Produkte wie Versicherungen solltest du mit Vorsicht genießen, wenn du für dein Kind sparst. In diesen Policen lässt sich nur schwer nachvollziehen, was mit deinem eingezahlten Geld passiert. Fragen wie:

  • Welchen Anteil des Sparbeitrags macht die Versicherungsprämie aus?
  • Wie hoch sind die Kosten?
  • Und vor allem: Welcher Teil des Sparbeitrags wird tatsächlich zur Vermögensbildung genutzt?

können (oder wollen) die meisten Banken und Versicherungen selbst kaum beantworten …

Wenn du böse Überraschungen vermeiden willst, ist das Depot die richtige Wahl. Nur so bekommst du volle Kontrolle über Anlagestrategie und Kosten.

Es gibt keinen vernünftigen Grund, dass du Geld für deine Kinder grundlegend anders anlegst als für dich selbst.

Die Frage, die sich mir als Vater gestellt hat, war also weniger, welche Produkte ich für meinen Sohn kaufe, sondern in wessen Namen das Ganze geschehen soll …

 

Soll das Depot in meinem Namen laufen oder im Namen meines Stammhalters?

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, Investitionsentscheidungen nicht hauptsächlich von Steuerfragen abhängig zu machen – und ein Depot auf den Namen meines Kindes wäre genau das:

Eine steueroptimierende Entscheidung, um die Freibeträge unseres kleinen Mannes einzusacken (auch ihm stehen 801 Euro steuerfreie Kapitalerträge pro Jahr zu).

Er hat kein eigenes Depot bekommen. Alle Überschüsse fließen weiter in mein Depot. Das hat Gründe:

  • Ich kann unser Geld weiterhin effizient investieren. Bei einem weiteren Depot würden zusätzliche Orderkosten anfallen und ich hätte für meinen Sohn aufgrund der geringen Sparrate auf eine einfachere Depotzusammensetzung umschwenken müssen
  • Ich muss mir keine Gedanken über die Höhe der Sparrate fürs Kind machen
  • Ich kann mir zu gegebenem Zeitpunkt Gedanken darüber machen, mit welchen Summen ich meinen Sohn unterstützen will
  • Muss ich – aus welchem Grund auch immer – zwischendurch an das Geld, ist das ohne Bürokratie und Nachversteuerung möglich
  • Mein Spross verwirkt nicht jeden Anspruch auf Bafög und andere staatliche Zuschüsse, weil er größere Vermögenswerte besitzt (Gerade bei vom Einkommen der Eltern unabhängigen Leistungen kann das ärgerlich sein.)
  • Und: Mit 18 geht das Kapital nicht automatisch auf den kleinen Mann über. Ich behalte mein Mitspracherecht

Gerade der letzte Punkt ist wichtig für mich. Trotz bester Erziehung können junge Erwachsene auf komische Ideen kommen und komische Ideen gepaart mit ordentlich Startkapital können seltsame Blüten treiben …

Vielleicht braucht unser kleiner Mann nach seiner Volljährigkeit noch ein paar Jahre, um sich auszutoben?

Mit 18 ist es völlig normal, dass man sich ausprobieren möchte:

  • Feiern mit Kumpels
  • Die Welt bereisen
  • Ins Casino gehen
  • Ein schickes Auto
  • Einfach mal die Sau rauslassen und das Leben genießen …

All das klingt für gerade Volljährige verlockender, als für später vorzusorgen. Und das ist gut so, ansonsten kommt später vielleicht das Gefühl auf, etwas verpasst zu haben.

Noch wertvoller sind solche „Findungsphasen“, wenn man sie sich selbst finanziert, anstatt auf das Ersparte seiner „Oldies“ zurückzugreifen.

Hat dein Spross seinen Weg gefunden, kannst du ihm immer noch finanziell unter die Arme greifen. Mit einem Depot in seinem Namen verlierst du jeden Handlungsspielraum.

 

Fazit

Mein Sohn hat kein eigenes Depot. Unsere Überschüsse werden gebündelt investiert. Das ist effizienter und wir können zu gegebenem Zeitpunkt entscheiden, wie wir unseren Nachwuchs unterstützen.

Wie hältst du es? Sparst du für deine Kinder? Und wenn ja, wie?

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Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

Bildquelle: © Maruba – fotolia

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Kommentare

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20 Kommentare

  1. Finanzielle Freiheit
    Reply Mai 23, 18:03 #1 Finanzielle Freiheit

    Hallo Christoph,
    Ich kann gut nachvollziehen, warum Du kein eigenes Depot für Deinen Sohn angelegt hast. Ich habe für meine Kinder genauso gehandelt.
    In Österreich fällt auch noch das steuerliche Argument pro eigenes Depot weg, da es keinen Freibetrag gibt und die gesamten Kapitaleinkünfte besteuert werden.
    Ein Argument für das eigene Depot verbleibt allerdings – im Scheidungsfall fällt das Kinderdepot im Zweifel in das zu verteilende ehelich Vermögen…
    Viele Grüße
    FF

  2. EasyWISA
    Reply Mai 21, 13:52 #2 EasyWISA

    Hallo Christoph,

    habe vor kurzem dein Interview mit dem Finanzrocker gehört. War sehr interessant mal etwas von jemandem aus der Branche zu hören, der dazu auch noch sehr ehrlich ist. Ich hatte bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung herausgefunden, was der Makler für die 2 Stunden Arbeit eingesackt hat und war entsetzt.

    Da dein Interview schon ein paar Monate her ist und du damals noch kein Vater warst: Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs 🙂

    Ich habe 2 Mädels und werde demnächst für jede ein eigenes Depot eröffnen. Für mich hat das ganze keine steuerlichen Gründe, sondern ich möchte ihnen dann in vielen Jahren einfach zeigen können, was durch regelmäßiges Anlegen von Geld am Ende herauskommen kann. Praktische finanzielle Bildung sozusagen. Da ich auch nur ihr Geld anlege, sollen sie dann mit 18 auch vollen Zugriff darauf bekommen und damit machen können, was sie wollen. Wenn sie ein Auto möchten, warum nicht? Wenn sie eine große Reise machen wollen, gerne. Wenn sie einen Großteil spenden wollen: wenn es sie glücklich macht…

    Sie dürfen dann selbst entscheiden und ich denke, dass sie bis dahin auch gelernt haben, dass Geld nicht auf den Bäumen wächst. Von daher hoffe ich, dass sie es sinnvoll einsetzen…

    Zum Abschluss noch einer, den ich mir nicht verkneifen kann: Geiler Name 🙂

  3. picaxu
    Reply April 30, 06:52 #3 picaxu

    Hallo Christoph,

    ich bin spät – aber trotzdem Gratulation auch von mir zum Sohnemann 🙂 Ich hoffe, Ihr hattet einen wundervollen Start. Ab jetzt wird nur noch in Phasen gelebt 😉 Vielen Dank auch für den Artikel, wie Du weißt, hat diese Frage mich schon länger umtrieben und schlußendlich habe ich mich aus den von Dir genannten Gründen auch kein eigenes Depot eröffnet. Vielleicht ändert sich das noch… .

    Lieben Gruß, binh

    • Finanzkoch
      Reply Mai 01, 09:19 Finanzkoch Author

      Hallo Binh,

      danke. Wir haben eine tolle Zeit mit unserem Sohnemann 🙂

      Bei dem Artikel musste ich auch an Dich denken.

      Liebe Grüße aus Leipzig

      Christoph

  4. Frosch
    Reply April 11, 16:12 #4 Frosch

    Hallo Finanzkoch!
    Was hältst Du davon?
    Eine Risikoabsicherung für den Fall einer schwere Erkrankung, als lebenslange Absicherung und die Überschüsse fließen automatisch in eine Fondsanlage Deiner Wahl. Zwei Vorteile: Für den Ernstfall ist ausreichend Geld vorhanden (je nach gewählter Versicherungssumme), Dein Sohn muss sich nie wieder mit Gesundheitsfragen auseinander setzen, und die Auszahlungssumme ist sogar steuerfrei, in jeder Hinsicht. Und als Vermögen wird es auch nicht angesehen, da es sich nicht um eine fondsgebundene Renten- oder Lebensversicherung handelt.
    Nur so ein Gedanke.
    Liebe Grüße

    • Finanzkoch
      Reply April 12, 19:04 Finanzkoch Author

      Hallo Frosch,

      ich trenne Kapitalanlage und Risikoabsicherung strikt. Von daher ist es wohl eher nichts für uns.

      Herzliche Grüße
      Christoph

  5. Schneewittchen
    Reply April 11, 09:01 #5 Schneewittchen

    Hallo,
    an dieser Stelle nochmal Glückwunsch zu deinem Sohnemann – ich glaube ich hatte dir gar nicht gratuliert.

    Ich möchte erstmal auch selbst ein Vermögen aufbauen, bevor ich für meinen Sohn spare. Können wir sorgenfreier leben, kommt das auch unserem Kind zugute. Wenn er jedoch mit 18 Jahren (eigentlich ja ein sehr willkürliches Alter) plötzlich viel Asche hat – bringt ihm das so viel? Bestenfalls spart er es.

    Aus unserer Sicht früh hat unser Sohn aber den Wunsch geäußert, keine Windeln mehr zu tragen, weil er ja mit 2,25 kein Baby mehr sei. Die Argumentation war überzeugend – und nach stressigen 14 Tagen hats auch gut funktioniert. Ansträngender und länger anhaltend waren die Nächte, in denen er auch kein Baby mehr sein wollte….
    Meine Partnerin hatte die Idee, das gesparte Geld auf ein Konto zu geben – so kalkulierten, wir dass wir etwa 30 Euro monatlich sparen, und manche Kinder (in seinem Sinne wählten wir den amerikanischen Extremfall) bis 5 Jahre Windeln tragen – so dass erstmal 30 Euro jeden Monat auf ein eigenes Konto von ihm gehen. Ob wir für ihn sparen? Nein, im Grunde spart er bereits jeden Monat Geld durch Konsumverzicht – und auf Pampers kann man wirklich gut verzichten.

    Von dem Vorgang haben wir ihm mal erzählt – aber er hat sich nicht besonders dafür interessiert. Vielmehr dafür, dass er mal Windeln getragen hat und jetzt wieder Baby spielen will.

    Derzeitige finanzielle Bildung: Wir schenken ihm etwa einmal im Monat unsere Milchflaschen, die er gemeinsam gegen Pfand eintauscht – das Geld gehört ihm und so kann er gegenüber davon Eis kaufen oder etwas sparen für Spielzeug.

    Was in einem Jahr sein wird, wenn er 5 ist, weiß ich noch nicht – sein Widnelgeld müsste dann eigentlich enden.
    Viele Grüße aus München,
    Tobias

    • Finanzkoch
      Reply April 12, 19:01 Finanzkoch Author

      Hallo Tobias,

      danke 🙂

      Finde es super, wie ihr an die Sache rangeht. Bei der „überzeugenden Windelargumentation“ wäre ich gerne dabei gewesen. Bin gespannt, wie das bei unserem Kleinen wird.

      Ich bin mir auch nicht sicher, ob es für die finanzielle Bildung viel bringt, mit 18 plötzlich einen größeren Batzen Geld geschenkt zu bekommen. Bei der Frage bin ich etwas ratlos. Mir hat es ganz gut getan, quasi bei Null zu starten. Aber das ist denke ich von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

      Herzliche Grüße aus Leipzig
      Christoph

  6. Sabine
    Reply April 10, 14:11 #6 Sabine

    Hallo Christoph!

    Herzlichen Glückwunsch noch zum Sohnemann!
    Genau dieses Thema hat mich auch vor einiger Zeit beschäftigt und ich habe einen meiner ersten Blogartikel dazu geschrieben: https://elternfinanz.wordpress.com/2017/01/11/warum-ein-eigenes-depot-fuer-kinder
    Wie der Titel schon verrät, haben wir eigene Depots für unsere Söhne eingerichtet. Der Hauptgrund war, deren Vermögen von unserem eigenen zu trennen. In ihren Depots landen fast ausschließlich Geldgeschenke der Verwandtschaft. Damit wir die Flut der Spielzeuggeschenke in Grenzen halten, versuchen wir soviel wie möglich in Geldgeschenke umzuleiten. Insbesondere beim zweiten Sohnemann mangelt es meist an sinnvollen Geschenkideen, weil die Grundausstattung an Spielzeug und Kleidung schon vorhanden ist. Das wird sich sicherlich etwas ändern, sobald sie ihre eigenen Wünsche stärker zum Ausdruck bringen können.
    Den eigenen Steuerfreibetrag sehe ich als ein nettes Zuckerl, aber insbesondere bei thesaurierenden ETFs nicht entscheidend. Wir legen das Geld auch nicht grundlegend anders als bei uns an. Der Aktienanteil ist allerdings bei den Kids bei fast 100%, da sie ja die nächsten 15+x Jahre nicht an das Geld ran müssen. Somit erleichtern mir eigene Depots in diesem Punkt die „Buchhaltung“. Auf der anderen Seite muss ich regelmäßig über die monatlichen Sparraten schauen, da die Zuflüsse ganz unregelmäßig sind. Durch den Sparplan umgehe ich das Thema zusätzliche Kaufgebühren.
    Regelmäßige Einzahlungen aus unserem Vermögen (z.B. Kindergeld) machen wir erstmal keine. Aus ganz ähnlichen Bedenken, wie du geäußert hast: keiner weiß, was in mehr als 10 Jahren sein wird. Nicht nur können sich die eigenen Kinder anders entwickeln, als man es sich wünscht. Auch die eigene Zukunft ist ungewiss: Berufsunfähigkeit, Pflegebedürftigkeit, Scheidung oder Tod des Ehepartners. Alles Risiken, für die ich mir jetzt gerne ein finanzielles Polster aufbauen möchte, damit ich später meinen Kindern nicht auf der Tasche liegen muss.

    Viele Grüße

    Sabine

    Und nochmal ein bisschen Eigenwerbung 😉
    Ich habe noch einen Artikel geschrieben zu meiner Suche nach einem passenden Kinder-Depot:
    https://elternfinanz.wordpress.com/2017/02/12/kinder-depot-welcher-online-broker-ist-fuer-mich-der-richtige

    • Finanzkoch
      Reply April 10, 16:10 Finanzkoch Author

      Hallo Sabine,

      danke 🙂

      Mit größeren Geldgeschenken für den Kleinen wurden wir bisher noch nicht konfrontiert. Bisher haben wir vor allem Dinge wie Tragetuch, Bodys, Windeln, Öle usw. geschenkt bekommen.

      Falls später einmal höhere 3-stellige oder gar 4-stellige Summen kommen, wird er noch ein eigenes Depot bekommen. Ich hätte aktuell schon Schwierigkeiten gehabt, überhaupt eine Höhe der monatlichen Sparrate für den Kleinen festzulegen, da ich kein regelmäßiges Gehalt bekomme und meine Partnerin noch studiert.

      Zunächst müssen wir erst einmal schauen, dass wir unsere Altersvorsorge, Risikovorsorge, usw. in trockenen Tüchern haben. Dem Kleinen ist nicht geholfen, wenn er uns später einmal finanziell unterstützen muss. Wenn es dann soweit ist, können wir entspannt schauen, wie viel Geld bei uns über ist und das bekommt er dann auch.

      Deine Links passen gut. Danke 🙂

      Herzliche Grüße aus Leipzig

      Christoph

  7. beckersbest
    Reply April 10, 14:00 #7 beckersbest

    Hallo Christoph,
    ein interessanter Artikel, grundsätzlich lese ich immer mal bei Dir mit. Ich habe mich schlussendlich für eigene Depots für meine beiden Kids entschieden, nicht aus steuerlichen Gründen (es ist der MSCI World (85%) und der MSCI EM (15%) drin, beide thesaurierend). Es ist für mich wichtig, einerseits das Vermögen der Kids von meinem eigenen zu haben und andererseits auch für weitere Besparer (Onkel, Tanten, Oma, Opa) auch jederzeit guten Gewissens zeigen zu können, wie sich das Vermögen (hoffentlich) mehrt.

    Der Punkt mit der Ausbildung ist in der Tat gut / wichtig. Aber ich erlege mir mit dem Wissen, dass ich spätestens ab 18 keinen Einfluss mehr auf das Geld habe (und ich spare jeweils den Kindergeldbetrag, da wird hoffentlich bis 18 einiges zusammenkommen) auch auf, meine Kinder bis dahin in Geldfragen ordentlich eingewiesen / erzogen zu haben, sonst wäre es ja auch zu einfach 😉 …
    Den Punkt der Kosten finde ich heutzutage und den kostenlosen Sparplänen und JuniorDepots nicht wichtig, da kann ich im eigenen Depot der Kinder genauso günstig sparen, wenn ich nicht gerade exotische Titel abseits der Sparpläne im Auge habe.

    Den Punkt „zwischendurch ans Geld“ kommen sehe ich eher als gefährlich an, da demnach das Kindervermögen gedanklich doch noch mehr einem selbst gehört, auch wenn wir hier alle nicht lesen / schreiben würden, hätten wir nicht einen halbwegs sinnvollen Geldumgang im Sinn.

    Und zu guter Letzt, dass meine Sprösslinge die Kohle mit Erreichen des 18 Lebensjahres verprassen könnten, soweit geht meine Vorstellung nicht 😎

    Gruß
    Thorsten

  8. DerMitleser
    Reply April 10, 13:48 #8 DerMitleser

    Wenn man schon so weitsichtig ist und für sein(e) Kind(er) ein Depot eröffnet, dann hat das meiner Meinung nach auch ausschließlich auf dessen (deren) Namen zu laufen, völlig unabhängig von irgendwelchen Steuerangelegenheiten. Denn, wenn man schon ein Kind (odere mehrere) auf die Welt setzt, hat man verdammt nochmal auch die Pflicht (!) finanzielle Vorsorge zu treffen, damit der Nachwuchs einen entsprechend leichteren Einstieg in diese ohnehin schon schwierige Welt hat.

    Und ja, mag sein, dass das Kind „unvernünftige“ Ideen hat, dieses Geld später für „unnötige“ Dinge auszugeben. Gott bewahre, vielleicht entwickelt sich der eigene Sprössling ja sogar zu einem A……..-Kind. Trotzdem oder gerade deshalb sollten wir Eltern nicht so arrogant sein und entscheiden wollen, wann, ob und zu welchen Zweck das Geld verwendet wird. Schließlich wurde das Kind ja auch nicht vorher gefragt, ob es auf die Welt kommen will. Oder, ob es mit uns als Eltern einverstanden ist.

    Es ist doch alles „nur“ eine Frage der Erziehung und der einhergehenden, Finanziellen Bildung. Gelingt es Eltern, die „richtigen“ Werte zu vermitteln, ist doch alles im grünen Bereich. Falls nicht, wer trägt dann die Schuld – etwa das Kind..?

  9. BadBanker
    Reply April 10, 10:18 #9 BadBanker

    Nun, es ist der einfachere unambitioniertere Weg…oder kurz: Du verschenkst Geld (an den Staat bzw. an uns alle – Dankeschön). 🙂

    Du vergisst (oder weißt es nicht), dass bei Deinem Kind natürlich auch höhere Einnahmen aus Kapitalerträgen – mit ein wenig mehr Aufwand – steuerfrei sind.
    2016 müssten dies der Grundfreibetrag i.H.v. EUR 8.652,00 zuzüglich des Sparerfreibetrages i.H.v. EUR 801,00 zuzüglich der Sonderausgabenpauschale i.H.v. EUR 36,00, mithin insgesamt EUR 9.489,00 EUR sein. Ein weiteres Stichwort ist in diesem Zusammenhang: Nichtveranlagungsbescheinigung.

    • Finanzkoch
      Reply April 10, 10:42 Finanzkoch Author

      Hallo BadBanker,

      danke für deinen Kommentar. Nutzen und Aufwand sollten immer im Verhältnis stehen. Ich betreibe beispielsweise auch kein Tagesgeld-Hopping. Das mein Kind der Grundfreibetrag zusteht, ist mir bewusst. Dann muss allerdings eine eigene Steuererklärung her.
      Ich habe das Thema ausgespart, da es eher unwahrscheinlich ist, mit einem Depot fürs Kind durch laufende Ausschüttungen den Grundfreibetrag in Anspruch nehmen zu müssen.

      Dem geringen Verlust durch die Kapitalertragssteuer steht das – aus meiner Sicht – deutlich größere Risiko gegenüber, dass mein Sohn durch das eigene Vermögen auf keinerlei staatlichen Förderungen mehr zurückgreifen kann.

      Herzliche Grüße aus Leipzig

      Christoph

  10. Oz
    Reply April 09, 12:29 #10 Oz

    Hallo Christoph,

    wenn ich Deinen Text las, blitze in meinem Kopf unwillkürlich ein eher schlechtes Bild auf. Nämlich Dich als alten Herrn, der mit Argusaugen darüber wacht, was Sohnemann treibt und ebendiesem, der das Gefühl hat, Dir nichts recht machen zu können und dabei finanziell von Dir abhängig ist. In Krimis endet das dann meistens so, dass der alte Herr tot und der Sohn als Mörder im Gefängnis sitzt…

    Aber hey, das entspringt nur meinem kranken Hirn und meinem schwarzen Humor, mein Bild von Dir aus Deinen bisherigen Beiträgen ist ja ein ganz anderes und ich glaube schon, dass Du das für Dich/Euch richtig angeht.

    Für mich und meine beiden Plagen möchte ich das Thema allerdings anders angehen, beide haben ein Depot, die werden mit je 100,- Euro monatlich betankt und besparplant. Ich finde das für mich einfacher zu trennen, die Steuerthematik kommt da ja noch dazu.

    Hintergrund ist auch, dass von den Großeltern schon einiges zusammengekommen ist, sogar schon mit Ansage „Führerschein“ und co. und dass das erste Kind sehr viel stärker davon profitiert hat als das zweite. Das erste hat nämlich vier Jahre lang alles bekommen, als das zweite kam wurden die gleichen Beträge auf beide verteilt. Das möchte ich bei der Gelegenheit ausgleichen.

    Für das ältere Kind habe ich nun noch 10 Jahre, das Depot aufzufüllen und ich versuche beide natürlich auch, an das Thema heranzuführen. Bis zur Volljährigkeit sollten dann 15-20k zusammenkommen und hoffentlich die Idee, dass es sich nicht um Spaßgeld handelt sondern um lange aufgebautes Vermögen, das man nicht einfach verprasst.

    Ich hege die Hoffnung, dass ich Ihnen damit zeige, dass ich Ihnen vertraue, damit vernünftig umgehen zu können. Natürlich werde ich auch weiterhin beratend zur Seite stehen.

    All das machst Du ja auch und das Ergebnis wird sicherlich dasselbe sein, versteh mich nicht falsch, das Bild, das ich oben gezeichnet habe, war ja nur ein Gedanke 😉

    Wenn sich natürlich herausstellt, dass die Plagen nicht mit dem Geld umgehen können, kann ich bis kurz vor dem Geburtstag das Geld immer noch rausziehen und das ganze etwas restriktiver angehen. Vielleicht reden wir da in neun Jahren nochmal drüber…

    Und falls die dann doch mit der Kohle eine riesige Drogenparty schmeißen, sollen sie mich wenigstens dazu einladen. Ich glaube, das sind sie mir dann mindestens schuldig 😉

    • Finanzkoch
      Reply April 09, 14:25 Finanzkoch Author

      Hallo Oz,

      das ist wirklich ein düsteres Bild 😉
      Mein Kind ist hoffentlich für vieles auf die Welt gekommen, aber es mir recht zu machen, soll nicht dabei sein. Das „Problem“ größere Geldgeschenke sinnvoll anzulegen, haben wir nicht, von daher müssen wir da nichts trennen.

      Unser Ziel ist es auch, dass der kleine Mann möglichst selbständig wird (auch finanziell).

      Ich fände es großartig, wenn er mit 18 so selbständig ist, weitgehend für sich selbst zu sorgen. Wie das aussieht, ist mir eigentlich (fast) egal, solange er dabei glücklich ist. Und wenn er Geld braucht, um voranzukommen, dann kann er es jederzeit haben (damit meine ich Dinge wie Ausbildung, Firmengründung usw.). Die meisten anderen Dinge kann er sich einfach erarbeiten. Das gehört für mich auch zur finanziellen Bildung dazu.

      Bei dem Thema führen viele Wege nach Rom und ich kann deinen Weg nachvollziehen. Ich weiß einfach nicht, was in 18 Jahren sein wird und habe daher die flexibelste Lösung gewählt.

      Herzliche Grüße aus Leipzig

      Christoph

      Herzliche Grüße aus Leipzig

  11. Alexander Schmitt
    Reply April 09, 11:40 #11 Alexander Schmitt

    Hallo Christoph,

    ich spare für meine Kinder ebenfalls in meinem Depot an, allerdings in jeweils einem Unterdepot. Dort lege ich auch eventuelle Geldgeschenke von Verwandten an. Der Vorteil ist, dass ich ihnen später schön erklären kann, wie sich alles entwickelt hat. Was sind die Einzahlungen, was die Erträge. Ich nehme thesaurierende ETF, also steuerlich fast egal (besser Steuerberater fragen), keine Orderspesen.
    Möchte auch bestimmen können, was sie mit dem Geld machen. Steuer ist kein Thema, aber es sind dann Schenkungen und bis ~27 könnten sie mich eventuell noch zusätzlich auf Unterhalt verklagen. Wenn das nur ein Kind macht, dann Verändert sich die Einstellung zu Geld bei allen, was zu verhindern wäre. Zwar hätte die Erziehung versagt, aber der Teufel ist ein Eichhörnchen… (besser Anwalt für Familienrecht fragen, manche Dinge sind kompliziert und die Konsequenzen nicht immer klar.)
    Außerdem wenn ich 150 € pro Monat und Kind nehme, dann werden es ~45.000 € mit 18 sein und der Betrag sollte für eine gute Ausbildung reichen. Jeder bekommt das gleiche, vielleicht ist es aber zu gewissen Zeitpunkt nicht so ratsam, zu verkaufen. Wenn eines nicht studiert, lernt es den wirtschaftlichen Vorteil davon kennen und ich sehe es als Teil meines Erziehungsauftrags an, ihnen das über Geld beizubringen. Wenn sie es nicht anfassen, haben sie mit 60 Jahren ~1 Million. Geld ist Freiheit und hoffentlich können sie das früh genießen.

    Grüße, Alex

    • Finanzkoch
      Reply April 10, 09:16 Finanzkoch Author

      Hallo Alex,

      „Der Teufel ist ein Eichhörnchen“? Den kannte ich auch noch nicht.

      Ich mir sicher, dass von uns keiner mit seinen Kindern vor Gericht landet 🙂 Wobei wir aus der Geldanlage ja wissen, dass es absolute Sicherheit nicht gibt …

      Herzliche Grüße aus Leipzig

      Christoph

  12. Esteban
    Reply April 09, 10:28 #12 Esteban

    Auch mal eine nette Sicht auf die Frage der finanziellen Unterstützung. Deine Ausführungen finde ich nachvollziehbar. Die angesprochenen sind genau die Fragen, die man sich stellen muss. Wir haben uns für ein Depot fürs Kind mit World ETF entschieden. Ein regelmäßiger Sparbeitrag sorgt für anwachsendes Vermögen. Das Ding wird quasi zwangsbespart und ich muss mir keine Gedanken machen. Es ist losgelöst von unserem Depot und läuft einfach. Für die Zukunft setze ich auf finanzielle Bildung und den richtigen Umgang mit Geld und so wird das Kindlein auch langsam an sein Erspartes mit der Grundidee herangeführt, es weiter auszubauen und nicht zu verprassen. Aber wie immer gilt die Finanzentscheidung zu treffen, die zu einem passt.

    • Finanzkoch
      Reply April 10, 08:51 Finanzkoch Author

      Hallo Esteban,

      „Aber wie immer gilt die Finanzentscheidung zu treffen, die zu einem passt.“
      Genau so ist es. Ansonsten wirft man seine Entscheidungen regelmäßig über den Haufen und das kostet im Finanzbereich fast immer Geld.

      Liebe Grüße aus Leipzig

      Christoph

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