Sparen: Geld ist nur Papier

Wir haben in Deutschland Bargeld und Bankeinlagen im Wert von etwa 2000 Milliarden Euro angehäuft. Hinzu kommen Ansprüche gegenüber Versicherungen in ähnlicher Höhe. Das sind vier Fünftel unseres gesamten Geldvermögens, die dem gierigen Schurken Inflation nahezu schutzlos ausgeliefert sind. Höchste Zeit, etwas zu ändern.



Sparen: Geld ist nur Papier


Du legst jeden Monat Geld zurück? Sehr gut. Doch warum sparst du?

Wenn dein Ziel, in absehbarer Zukunft, eine größere Anschaffung ist, befindest du dich mit Zinssparen und dem Anhäufen von Barvermögen auf einem guten Weg. Allerdings hege ich den Verdacht, dass ein Großteil der 4000 Milliarden Euro, welche wir in Form von Bargeld, Bankeinlagen und Ansprüchen gegenüber Versicherungen angespart haben nicht für die Anschaffung von Autos gedacht sind …

Der Großteil des Geldes dürfte dafür vorgesehen sein, unseren Lebensstandard in Zukunft zu halten und zu erhöhen. Während ein Eichhörnchen Nüsse für den Winter sammelt, legen wir uns Geld für schlechte Zeiten unter das Kopfkissen.

An dieser Stelle ist uns das Eichhörnchen einen Schritt voraus. Es käme nie auf die Idee, große Mengen an Papier oder noch paradoxer, Bits und Bytes (Bankeinlagen) auf einem Computer zu sammeln. Unser kleiner Nager weiß, dass er von einer Nuss heute genauso satt wird, wie morgen.

An dieser Stelle möchte ich dir ein fiktives Geschäft vorschlagen:

Leihst du mir 1000 €, wenn ich dir in zehn Jahren 820 € zurückzahle? (jährlich zwei Prozent Wertverlust)

Nein? Das ist verständlich. Es handelt sich für dich offensichtlich um ein schlechtes Geschäft. Doch diesen Deal gehst du Tag für Tag ein, wenn du Geld auf einem Bankkonto liegen hast. Ein gemeiner Schurke, der unter dem Namen Inflation zweifelhaften Ruhm erlangt hat, macht sich beim Geldsparen an deinem Vermögen zu schaffen. Stelle dir ihn ruhig vor, wie auf dem Titelbild:

Genüsslich zündet er sich mit deinem Geld eine Zigarre an und sorgt dafür, dass dein Vermögen mit der Zeit schrumpft.

Die Folge:

Wenn du dein Geld auf die Bank bringst, bekommst du einen garantierten Verlust.

Geld ist nur Papier und mit dem Sammeln von Papier haben es in der Geschichte wenige Menschen zu Wohlstand geschafft. Wenn du aufhören willst, schlechte Geschäfte zu machen, brauchst du Alternativen.

Klassische Lebens- und Renten-Versicherungen bieten sich meist nicht an. Das hat, meiner Meinung nach folgende Gründe:

  • Verzinst wird immer nur der Sparbeitrag (Versicherungs-Beitrag reduziert um Risiko- und Kostenbeitrag)
  • Versicherungen legen den Großteil ihrer Gelder in Staatsanleihen an (mit Ausnahme von fondsbasierten Lösungen)
  • Langfristige Vertragsbindung (unflexibel)
  • Insolvenzrisiko des Versicherungs-Unternehmens
  • Stark eingeschränkte Vererbbarkeit
  • Du gibst die Kontrolle über dein Geld ab
  • Unsicherheiten bei Währungsreformen …

Ab heute heißt es:

Umdenken

Sparen war gestern – ab heute wird investiert. Interessante Investitions-Möglichkeiten bieten uns:

  • Unser Humankapital
  • Aktien
  • Immobilien
  • Edelmetalle
  • Wald
  • Streuobstwiesen
  • Whiskey
  • Anleihen

Bei den meisten Vorschlägen handelt es sich um Sachwerte. Sie dienen langfristig dem Werterhalt und/oder dem Vermögenszuwachs. Mit Sachwerten legst du dem „Schurken“ Inflation gezielt das Handwerk. Einem Wald ist es egal ob er in Euro, D-Mark, Dollar oder Kamelen bewertet wird.

 

Jetzt interessieren mich deine Erfahrungen.

Wie begegnest du der Inflation? Wenn du investierst, welche Anlageklassen bevorzugst du? Welche habe ich vergessen?

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Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

Bildquelle: © Romolo Tavani – Fotolia.com

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Kommentare

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7 Kommentare

  1. olli0816
    Reply August 10, 15:44 #1 olli0816

    Momentan stecke ich mein Geld fast ausnahmslos in Aktien. ich habe noch ein bisschen Gold & Silber sowie einige Sachwerte (Briefmarken, alte Bücher).

    Ich denke, dieser Notfallfonds mit 3 oder 6 Monatseinnahmen wird für viele zu viel sein. Ich bin davon weitestgehend abgekommen und habe immer so 2.000 € auf irgendwelchen Konten liegen. Damit und mit meinen monatlichen Einnahmen hab ich es immer geschafft, auch bei besonderen Kosten irgendwie finanziell durchzukommen. Wie Claudius richtig schreibt: Dadurch kann man vielleicht noch ein bisschen sparen. Zum anderen bietet meine Investmentbank die Möglichkeit, Aktien zu beleihen, falls es wirklich mal notwendig sein sollte. Hatte ich noch nie. Je weiter man voran kommt und desto mehr passives Einkommen man hat, desto unwichtiger wird der Punkt. Dagegen verliert man etwas Geld, weil mögliche Ressourcen keinen Ertrag abwerfen. Und das für vielleicht eine einmalige Situation.

    Ich habe es mir ausgerechnet und anlegen ist auf lange Sicht ertragreicher. Im Gegensatz zu dir kaufe ich aber nur direkt Aktien. Da ist jeder anders gestrickt und diese Strategie passt hervorragend zu mir.

    • Finanzkoch
      Reply August 11, 15:45 Finanzkoch Author

      Hallo Olli,

      vermutlich sollte ich es anders formulieren: Ich habe immer genug Geld auf dem Konto, um drei Monate ohne Einnahmen auszukommen (unterscheidet sich also vom Einkommen). Wer schon höheres passives Einkommen hat, dem reicht vielleicht weniger. Sicher auch eine Frage der Risikotoleranz.
      Durch Gold und Silber hast du auch Vermögenswerte die sich gut liquidieren lassen.

      Ich finde die Zinsen für die Beleihung von Depots (bei mir über 5%) absurd hoch. Aber da es nur für den Notfall ist, kann es sich vermutlich lohnen, anstatt sein ganzes Leben lang Geld zu horten … dann würde ich aber eher Depotanteile verkaufen …

      Hast du die Bücher bewusst als Wertanlage?

      Herzliche Grüße
      Christoph

  2. Finanzello
    Reply Juni 15, 13:54 #2 Finanzello

    Hallo Christoph,

    ich persönlich setze vor allem auf Aktien und ETFs. In Sachwerte zu investieren finde ich jedoch zur Diversifizierung sinnvoll. Dass Humankapital in deiner Liste auftaucht finde ich klasse – diese Investitionsmöglichkeit wird sehr oft unterschätzt. Uhren, Edelsteine oder Kunst sind weitere alternative Investitionsmöglichkeiten.

    Viele Grüße
    Manuel

    • Finanzkoch
      Reply Juni 15, 18:06 Finanzkoch Author

      Hallo Manuel,

      danke für deine Ergänzungen. ETFs halte ich ebenfalls für eine sehr attraktive Investitionsmöglichkeit. Richtig eingesetzt, bieten sie ein hohes Maß an Diversifikation zu sehr niedrigen Kosten.

      Viele Grüße
      Christoph

  3. Claudius
    Reply Juni 14, 21:17 #3 Claudius

    Hallo Christoph,

    vielen Dank für den interessanten Beitrag. Ich mache es seit einiger Zeit so, dass Ich nur einen wirklich minimalen Puffer auf dem Girokonto bunker. Der Rest wird in Projekte oder Wertpapiere investiert. Diese Strategie hat mich auch schon das ein oder andere Mal in die Bredouille gebracht aber bisher hat es noch immer geklappt. So lernt man dann ganz nebenbei auch noch zu sparen.

    Gruß,

    Claudius

    • Finanzkoch
      Reply Juni 15, 18:24 Finanzkoch Author

      Hallo Claudius,

      ich halte es ganz ähnlich wie Du.

      Vielleicht ein kleiner Rat:
      Wenn Du schon das eine oder andere Mal Probleme hattest, kann es sinnvoll sein, das Girokonto um ein paar Euro aufzustocken. Nichts ist ärgerlicher, als Teile seines Depots auflösen zu müssen, weil man gerade einen finanziellen Engpass hat (hier spreche ich aus Erfahrung).

      Mit einem kleinen Polster bist Du auch bei Kursrückgängen entspannter.
      Unter Pokerspielern heißt es:
      „Scared money is dead money.“

      Viele Grüße
      Christoph

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