Die Levermann Strategie und warum ich sie verwende – Gastartikel

Kaum eine Anlagemethode wird auf Finanzblogs derzeit so häufig thematisiert wie die Levermann Strategie. Sie lockt mit attraktiven Überrenditen durch einen standardisierten Anlageprozess. Stellt sich die Frage:

Was ist dran?

Als Anhänger der Markteffizienzhypothese würde ich spontan behaupten:

Hier wird nur eine weitere Sau durchs Dorf getrieben.

Doch so einfach will ich es mir nicht machen. Da ich weiß, dass Philipp vom Blog Investment Amad€ nach der Levermann Strategie investiert, habe ich ihn gebeten einen Gastartikel für uns zu verfassen. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und freue mich auf eine interessante Diskussion im Anschluss.



Die Levermann Strategie und warum ich sie verwende – Gastartikel


Levermann Strategie: Gastartikel von Philipp Amadeus Kammerer

Ich bekomme oft die Frage gestellt: „Welche Investment Strategie verwendest du selbst?“

Und genau diese Frage werde ich in diesem Artikel beantworten. Denn ich habe heute die Ehre, meine Investment Strategie in der Finanzküche vorzustellen. Danke dafür!

Ich werde dabei auf folgende Fragen eingehen:

  • Nach welcher Investment Strategie investierst du?
  • Was sind die Vor- und Nachteile der Strategie?
  • Wem kannst du diese Strategie weiterempfehlen?

Nach welcher Investment Strategie investiere ich?

Das lässt sich mit 2 Wörtern beantworten: Levermann Strategie.

 

Die Fondsmanagerin Susan Levermann

Susan Levermann hatte einen Traum: Sie wollte die beste in ihrem Gebiet werden. Wer möchte das auch nicht?

Susan Levermann war 8 Jahre lang an der DWS tätig. Das ist Deutschlands größte Fondsgesellschafft. Dort schaffte sie es zum Senior Fondsmanager und Director. Und investierte 1,7 Milliarden Euro Kundengelder in europäische und deutsche Aktienfonds.

2008 hatte sie ihren großen Durchbruch. Levermann wurde für den besten Aktienfonds über 1 und 3 Jahre ausgezeichnet.

In ihrem Buch „Der entspannte Weg zum Reichtum“ erklärt sie, mit welcher Strategie sie dabei vorgegangen ist. Diese Strategie nennt sie die Levermann Strategie.

 

Wie ist die Levermann Strategie aufgebaut?

Die Levermann Strategie ist ein quantitatives Investitionsmodell. Auf Deutsch: Sie beruht auf Kennzahlen.

Auf 13 – um genau zu sein. Jede Kennzahl wird mit -1, 0 oder +1 Punkte bewertet. Aus diesen Punkten wird eine Gesamtpunktezahl ermittelt. Dadurch können verschiedene Aktien miteinander verglichen werden.

Aber was noch wichtiger ist: Die Investment Entscheidungen werden dir vorgegeben. Erreicht eine Aktie 4 Punkte, kaufst du sie. Fällt sie auf 2 Punkte, verkaufst du sie wieder und suchst dir wieder Aktien, die 4 Punkte erhalten. Einfacher geht es kaum.

Du musst nur alle 2 Wochen die Kennzahlen überprüfen. Und bei Notwendigkeit dein Depot umschichten.

 

Die 13 Kennzahlen im Detail

Du möchtest auch die Levermann Strategie anwenden? Dann sollst du davor wissen, wie sie aufgebaut ist. Du sollst wissen, aus welchen Kennzahlen sie besteht. Investiere nie in eine Black Box!

  1. Eigenkapitalrendite

Die Eigenkapitalrendite ist nichts anderes als die Rendite des eingesetzten Geldes.

  1. EBIT-Marge (EBIT = Earnings Before Interests and Taxes)

Die EBIT-Marge ist eine Kennzahl für das operative Geschäft. Je höher der Prozentsatz, desto profitabler ist das Unternehmen.

  1. Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote misst den Verschuldungsgrad. Sie ist das Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital.

  1. KGV 5 Jahre

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis misst den Preis des Unternehmens. Je niedriger das KGV, desto billiger ist das Unternehmen.

  1. KGV aktuell
  2. Analystenmeinungen

Dazu fällt mir ein Zitat von Sir John Templeton ein: „It is impossible to produce superior performance unless you do something different from the majority.”

Deshalb investiert Levermann entgegengesetzt zu den Analystenmeinungen.

  1. Reaktion auf Quartalszahlen

Die Reaktion von Quartalszahlen misst, wie sich der Kurs nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen verändert hat.

  1. Gewinnrevisionen

Gewinnrevisionen sind nichts anderes als Gewinnwarnungen. Diese Kennzahl soll uns vor einem kurzfristigen Kursabsturz schützen.

  1. Kurs heute gg. Kurs vor 6 Monate
  2. Kurs heute gg. Kurs vor 1 Jahr
  3. Kursmomentum

Das Kursmomentum vergleicht die beiden Trendlinien „Kurs heute gg. Kurs vor 6 Monate“ und „Kurs heute gg. Kurs vor 1 Jahr“.

  1. Dreimonatsreversal

Angenommen du würdest am Monatsanfang die 5 schlechtesten Aktien und die 5 besten Aktien verkaufen. Dann würdest du eine Rendite von 3,7% p.a. erwirtschaften. Eine solche Strategie nennt sich Reversal-Strategie.

Das Dreimonatsreversal untersucht, wie die Aktie in den letzten 3 Monaten abgeschnitten hat. Und soll einen guten Einstiegsmoment ermitteln. Ganz nach dem Motto: „Buy cheap and sell dear.“

  1. Gewinnwachstum

Das Gewinnwachstum erklärt sich eigentlich von selbst. Es ist das Verhältnis des Gewinns zum Vorjahr.

 

Diversifikation

Auch Systeme machen Fehler! Daher ist die Diversifikation auch bei der Levermann Strategie wichtig.

Nun stellt sich die Frage: Wie breit soll ich diversifizieren?

Susan Levermann empfiehlt eine Diversifikation von 10-30 Aktien.

Diese Diversifikation empfehlen auch übrigens viele andere Value Investoren. Darunter: Warren Buffett, Benjamin Graham, James Montier, Joel Greenblatt, …

 

Was sind die Vor- und Nachteile der Strategie?

Die Vorteile der Levermann Strategie liegen auf der Hand:

  • Sie beruht auf Kennzahlen.
  • Sie ist objektiv.
  • Sie lässt sich einfach automatisieren.

Die zweite Seite der Medaille

Ein entscheidender Nachteil entsteht durch die Erwartungen der Anleger. Dieser Nachteil ist nicht der Levermann Strategie zu verschulden – sondern den Emotionen.

Denn die Levermann Strategie wird nicht immer den Markt outperformen. Dafür gibt es keine Garantie. Keine Strategie erzielt eine ständige Outperformance.

Aber die Levermann Strategie erzielt langfristig eine durchschnittliche Überrendite. Vorausgesetzt du hältst dich an die Strategie – auch in Hungerperioden.

Du glaubst mir nicht? Dann kannst du dir ja mal folgendes Wikifolio-Depot ansehen.

Viele Privatanleger verlieren ihre Nerven, wenn es einmal nicht so rund läuft. Sie verlassen ihre Strategie und verspielen so alle Chancen auf eine langfristige Outperformance.

Du musst auch die Vorteile eines Crashs sehen: Die Aktien werden billig. Verdammt billig!

Schon Benjamin Graham sagte: „Buy cheap and sell dear.“

Wer 2009 Aktien kaufte, machte entweder Gewinne oder sehr gute Gewinne. Wer 2015 Aktien kaufte, machte entweder niedrige Gewinne oder Verluste.

Siehst du den Unterschied? 2009 war die Wirtschaftskrise. Alle Aktien waren so billig wie noch nie. 2015 befanden wir uns bereits in einem ablaufenden Bullenmarkt. Die Aktien waren bereits deutlich teurer. Mittlerweile sind die Aktien schon wieder billiger geworden – aufgrund des Börsencrashs in China.

Die Levermann Strategie hat aber auch noch einen weiteren „Nachteil“. Welche Aktien bewertet die Levermann Strategie hoch?

Aktien, die unterbewertet sind. Sie ist ja eine Value Investing Strategie.

Und wann ist eine Aktie unterbewertet?

Oft sind Aktien unterbewertet, die sich in finanziellen Notsituationen befinden. Außer in einem Crash: Zu diesem Zeitpunkt sind fast alle Aktien unterbewertet.

Nun ist es aber nicht leicht, eine solche Aktie zu kaufen. Das Unternehmen befindet sich ja in einer Notsituation.

Schuld daran sind unsere Emotionen. Nach diesem Prinzip funktioniert aber jede Art von Value Investing Strategie. Auch die Value and Growth Strategie und die Magic Formula.

 

Wem kann ich die Strategie weiterempfehlen?

Du möchtest unterbewertete Aktien kaufen? Dir reicht die Marktrendite nicht? Du möchtest mit geringem Aufwand eine Überrendite erzielen? Und dir macht es nichts aus, in finanzielle Schieflagen zu investieren?

Dann ist die Levermann Strategie das Richtige für dich.

Wenn die Levermann Strategie nichts für dich ist, dann würde ich vom Value Investing Abstand nehmen. Dann bist du beim passiven Investieren besser aufgehoben.

Die Levermann Strategie ist zwar eine gute Möglichkeit, um Überrenditen zu erzielen. Aber sie erfordert eine Menge Durchhaltevermögen. Und kann auch einmal Bauchschmerzen verursachen.

Hier findest du einen guten Podcast zur Levermann Strategie mit Erfahrungswerten:

 

Resümee

Nach meiner Erfahrung ist die Levermann Strategie eine einfache Möglichkeit, um Überrenditen zu erzielen. Darum verwende ich sie.

Wer sie verwendet, sollte aber über ein entsprechendes Grundwissen über die Börsenpsychologie besitzen. Und dieses auch anwenden können.

Dazu ein abschließendes Zitat von Warren Buffett: „Investing is simple but not easy.“

Du möchtest mehr über die Levermann Strategie erfahren? Dann kannst du ja meine Artikelserie lesen. Der Finanzrocker hat dazu auch einen sehr guten Artikel veröffentlicht.

Was hältst du von der Levermann Strategie?

Schreibe mir deine Gedanken in die Kommentare!

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Philipp Amadeus Kammerer ist der Gründer von Investment Amad€. Dabei handelt es sich um einen Nischenblog zum Thema Investment Strategien. Auf seinem Blog stellt er dir verschiedene Investment Strategien vor und zeigt dir die Vor- und Nachteile auf. Sein Ziel ist es dich Stück für Stück an deine eigene Investment Strategie heranzuführen.

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Kommentare

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26 Kommentare

  1. kotzolany
    Reply Januar 01, 11:48 #1 kotzolany

    Solche Bücher von Börsenprpheten kommen seltsamerweise immer nach einer Börsenkrise gross raus. Damals in den 80ern wars z.B. Kostolany,nach 2009 nun unter anderem Levermann
    Das Buch braucht man nicht zu lesen 2/3 davon ist Gelaber. 1/3 ist die Darstellung ihrer Strategie die mittlerweile überall im Internet steht. Das Buch ist ja nun ein Weilchen alt, wer ist denn bitteschön enspannt reich geworden mit dem Buch? Müssten doch schon einige Millionen gescheffelt haben bei Auflagen.

  2. Philipp von Investment Amad€
    Reply Januar 22, 19:41 #2 Philipp von Investment Amad€

    Hallo Christoph!

    Es kaufen nicht alle das Buch. Und es wenden auch nicht alle die Strategie an.

    Die meisten Strategien der bekannten Investoren sind öffentlich bekannt. Aber nicht alle wenden eine Strategie an.

    Sonst hättest du natürlich Recht. Wenn alle eine Strategie anwenden würden, würden tatsächlich alle „nur“ eine Durchschnittsrendite erzielen.

    MFG Philipp

  3. Lothar
    Reply Januar 22, 19:36 #3 Lothar

    Sorry, ich habe nicht verstanden, warum die Strategie so toll sein soll? Weil Frau Levermann die Beste sein will? Weil Sie nach einem Kennzahlensystem vorgeht? Das tun andere auch.
    Der kurze Zeitraum ist nicht aussagekräftig und die Erfahrung (bin 34 Jahre am Markt) zeigt, dass keiner dauerhaft den Markt schlägt.
    Und wenn er bzw. sie das könnte, warum sollte sie so dumm sein und uns daran partizipieren zu lassen. Womit ich beim nächsten Punkt wäre, der leider im Artikel keinerlei Erwähnung findet. Die Kosten.
    Frau Levermann ist ein Produkt der Marketingabteilung der DWS. Die hat die Strategie Personen zu promoten. Da wird dann dem Anleger weiß gemacht ein Herr Kaldemorgen oder eine Frau Levermanns seien Stars. In Wirklichkeit ist Fondsmanagemen Teamarbeit. Aber Menschen lesen gern Heldenstories.

    HG Lothar

    • Philipp von Investment Amad€
      Reply Januar 22, 19:47 Philipp von Investment Amad€

      Hallo Lothar!

      Die Levermann Strategie ist ein emotionsloses System. Deshalb funktioniert die Strategie.

      Klar gibt es Investoren, die den Markt outperformen: Warren Buffett, Joel Greenblatt, James Montier, …

      MFG Philipp

  4. Teddy
    Reply Januar 22, 18:03 #4 Teddy

    Leben und leben lassen..

    Ich frage mich nur, wie diese Strategie, die unterbewertete Aktien hoch bewertet, in den Zeiten eines Crashs vorgeht, in dem wie du sagst fast alle Aktien unterbewertet sind? Kann man dann überhaupt noch von einer „Strategie“ in diesem Sinne sprechen?

    V.G. Teddy

    • Philipp von Investment Amad€
      Reply Januar 22, 18:59 Philipp von Investment Amad€

      Hallo Teddy,

      du möchtest ja auch unterbewertete Aktien finden, wenn wir uns gerade nicht in einem Crash befinden.

      Ich hoffe das beantwortet deine Frage.

      MFG Philipp

  5. Dummerchen
    Reply Januar 22, 16:58 #5 Dummerchen

    Hallo Investment Amadeur (oder wie soll man dieses Euro-Zeichen deuten?),

    ich kämpfe jetzt ganz stark mit mir, ob ich auf Deinen Artikel überhaupt antworten soll oder es einfach bleiben lasse. Ich schreibe jetzt doch und versuche seriös zu bleiben – sei mir nicht böse, falls ich Dir dabei doch auf die Füße treten sollte.

    Man merkt ziemlich deutlich, dass Du noch ein sehr junger Investor bist. Du berichtest von einer Strategie, die von Frau Levermann 2010, also vor rund 6 Jahren veröffentlicht wurde und die in einem Wikifolio seit 3 Jahren erfolgreich angewendet wird. Daraus leitest Du eine „langfristige“ (fettgedruckt!) Überrendite ab. Für Dich mag das bereits eine lange Zeitspanne sein, aus der man Aussagen über die Langfristigkeit ableiten kann. Für mich ist das ein Wimpernschlag in einem Anlegerleben. 40 oder mehr Jahre wird mein Geld investiert sein – was sind da 3 Jahre? Und die von Dir im Artikel genannten „Hungerperioden“ gab es doch seit 2010 überhaupt nicht.

    Zudem hatte ich gehofft, Du hättest etwas mehr erklärt, warum diese Anlagestrategie denn überhaupt besser als der Marktdurchschnitt sein sollte. Du postulierst zwar immer und immer wieder, dass man damit „ziemlich einfach“ eine Überrendite erreicht, aber Gründe nennst Du keine. Du listest die 13 Kriterien auf, aber warum diese sinnvolle Indikatoren sein sollen, erläuterst Du nicht. Warum ist eine konträre Meinung von Analysten ein gutes Zeichen? Warum ist die Reaktion auf Quartalszahlen so wichtig? Was sagt das über langfristige Kursverläufe aus?
    Deine Erläuterung zum Dreimonatsreversal kapiere ich zudem überhaupt nicht. Woher kommen die 3,7%? Was hat das mit den 5 besten und 5 schlechtesten Aktien zu tun? Und was sind überhaupt die „besten/schlechtesten“? Diejenigen, die bei allen 13-Levermann-Kriterien besonders gut/schlecht abschneiden?

    Was ist für Dich eigentlich die Überrendite? Welchen Maßstab ziehst Du denn heran, wenn Du die Überrendite misst? Die Herren Fama und French haben ja einzelne Faktoren als langfristig renditesteigernd ermittelt, darunter auch die Größe (Small caps) und Buch/Marktwertverhältnis (Value). Kann es sein, dass mit der Strategie einfach verstärkt auf SmallCaps- und/oder Value-Aktien gesetzt wird und das Ergebnis dann mit AllCaps/LargeCaps&Blend-Indizes verglichen wird?

    Was mich insbesondere irritiert (Akim spricht das Thema in seiner Nachfrage ja auch schon an): Die Informationen, auf die sich die Strategie stützt, sind ja nicht gerade geheim. Hinz und Kunz, ja sogar Fondsmanager könnten diese in Erfahrung bringen. Warum tun sie das dann nicht? Oder warum ist noch kein Fondsmanager auf die „verwegene“ Idee gekommen, einfach diese (nicht gerade innovativ neuen) Kennzahlen zu verwenden und in regelmäßigen Abständen in der Finanzwelt für sein geniales Anlegen gefeiert zu werden? Sind die einfach zu dumm? Und antworte bitte nicht damit, dass die Fondsmanager sich ja keine schwächeren Phasen erlauben dürften, während Du als Privatinvestor ja einen viel längeren Atem an der Börse hast. Es gibt hunderte von aktiv gemanagten Fonds die unterdurchschnittlich abschneiden. Auch ein Levermann-Fonds würde das – aber wenn er langfristig besser wäre, würden Anleger das gerne akzeptieren.

    Dein Artikel liest sich (zumindest für mich) so: Vertraut mir (und Frau Levermann) – es wird langfristig eine Überrendite geben! (Dabei stelle ich mir eine Beschwörung a la Obi-Wan-Kenobi vor: https://www.youtube.com/watch?v=XQdl3B7KXg8.) Man muss nur feste dran glauben und durchhalten. Mir ist das irgendwie nicht genug – bevor Du mich jetzt dazu einlädst, auf Deinem Blog weiter nachzulesen: Ich habe es bereits getan. Und auch dort finde ich leider nicht mehr Substanz, sorry.

    Sorry, wenn ich hier etwas harsch klingen mag, aber wenn Du die Levermann-Strategie so gut findest, solltest Du in meinen Augen etwas mehr liefern.

    Liebe Grüße
    Dummerchen

    • Philipp von Investment Amad€
      Reply Januar 22, 19:36 Philipp von Investment Amad€

      Hallo Dummerchen!

      Erstmal danke für deine kostruktive Kritik.

      Eines vorweg: Ich sage nicht, dass die Levermann Strategie die einzige sinnvolle Investment Strategie ist. Ich sage nur, dass jeder eine Investment Strategie braucht. Aber davon gibt es viele.

      Nun zu deinen Fragen:

      Das € wird als E ausgesprochen: Investment Amade.

      Klar diese Hungerperioden habe ich noch nicht miterlebt. Aber das sagt Susan Levermann selbst.

      Ich bin nicht auf jede Kennzahl eingegangen, warum ich diese sinnvoll halte. Aber warum ich das System sinnvoll halte: Es ist ein emotionsloses Investment System. Und beruht auf Kennzahlen.

      Eine Überrendite ist für mich eine bessere Rendite als die Rendite eines Vergleichindex. Z.b. des MSCI World.

      Diese Strategie setzt auf Value Aktien. Sie ist ja auch eine Value Strategie.

      Die Fonds Manager haben wahrscheinlich eine andere Strategie. Vielleicht gibt es auch Fonds Manager, die die Levermann Strategie verwenden. Das weiß ich nicht. Aber ich sage ja auch nicht, dass die Levermann Strategie die einzige Investment Strategie ist, die funktioniert. Sie ist eine unter vielen.

      Ich sage nicht, dass man mit der Levermann Strategie eine Überrendite erzielen muss. Für mich funktioniert sie aber. Für Susan Levermann hat sie auch funktioniert. Und für den Finanz Rocker funktioniert sie auch.

      Ich hoffe ich konnte deine Fragen beantworten. Sonst kannst du mich natürlich auch kontaktieren.

      MFG Philipp

      • Dummerchen
        Reply Januar 22, 20:48 Dummerchen

        Hallo Investment Amade,

        eines habe ich jetzt aufgrund Deiner Antworten verstanden: Das System soll Deiner Meinung nach funktionieren, weil es auf Kennzahlen beruht und damit emotionslos ist. Emotionen aus den Entscheidungen herauszuhalten, finde ich auch wichtig. Aber deswegen ist doch nicht jedes System erfolgreich, das sich auf Kennzahlen stützt, oder?

        Wenn Du Valueaktien mit dem MSCI-World als Benchmark vergleichst, verstehe ich Deinen Glauben an langfristige Überrendite.

        „Ich sage nicht, dass man mit der Levermann Strategie eine Überrendite erzielen muss. Für mich funktioniert sie aber.“
        Wie passt denn das zu Deinem Artikel? Dort schreibst Du: „Aber die Levermann Strategie erzielt langfristig eine durchschnittliche Überrendite. Vorausgesetzt du hältst dich an die Strategie – auch in Hungerperioden.“

        „Für mich funktioniert sie aber. Für Susan Levermann hat sie auch funktioniert. Und für den Finanz Rocker funktioniert sie auch.“
        Das freut mich für alle Beteiligten. Für Susan Levermann hat es zu einer Auszeichnung für 1-und 3-Jahreserfolge gereicht. Es muss für sie also von 2005-2008 gut gelaufen sein. Wie lange es bei Daniel schon gut gelaufen ist, kann ich nicht einschätzen. Länger als 6 Jahre auf jeden Fall nicht. Du bist eigenen Angaben nach seit weniger als einem Jahr damit investiert. Nach solch kurzen Phasen ein langfristiges Funktionieren zu postulieren ohne auch nur halbwegs begründen zu können, warum es funktionieren könnte, finde ich weiterhin sehr mutig.

        Lieben Gruß
        Dummerchen

        • Philipp von Investment Amad€
          Reply Januar 23, 01:12 Philipp von Investment Amad€

          Hallo Dummerchen!

          Es ist nicht jedes System erfolgreich. Aber man ist vielen Anlegern bereits einen Schritt voraus.

          Ich möchte diese Strategie auch niemanden aufzwingen. Ich möchte nur sagen, dass es wichtig ist eine Strategie zu haben. Und ich möchte das Wissen vermitteln, selbst eine Strategie zu wählen. Und diese auch anzuwenden. Welche Investment Strategie für einen die richtige ist, muss jeder selbst wissen.

          MFG Philipp

  6. Akim
    Reply Januar 22, 15:04 #6 Akim

    Eine naive Frage zu diesem Thema oder generell zu Strategien…
    Wie sollte es sein, dass eine Stategie, die veröffentlich ist und jedem zugänglich ist, auf lange Sicht eine Überrendite erzielen soll? Warum sollte der Markt das nicht weg arbitrieren?
    Ratlose Grüße

    • Philipp von Investment Amad€
      Reply Januar 22, 19:04 Philipp von Investment Amad€

      Hallo Akim!

      Fakt ist: Investment Strategien funktionieren. Diese Strategie wendet ja auch nicht jeder an. Dann würde man tatsächlich eine durchschnittliche Performance erzielen.

      MFG Philipp

      • Finanzkoch
        Reply Januar 22, 19:27 Finanzkoch Author

        Hallo Philipp,

        Fakt ist: Investment Strategien funktionieren.

        Was macht dich da so sicher? Ich persönlich glaube zwar auch, dass es Investmentstrategien gibt, welche funktionieren. Allerdings denke ich, dass sobald solche Marktineffizienzen allgemein bekannt werden, diese wieder verschwinden. Wenn ich also ein Buch lese, in dem diese Strategie beschrieben ist, ist es schon viel zu spät.

        Liebe Grüße
        Christoph

        • Philipp von Investment Amad€
          Reply Januar 22, 19:53 Philipp von Investment Amad€

          Hallo Christoph!

          Es kaufen nicht alle das Buch. Und es wenden auch nicht alle die Strategie an.

          Die meisten Strategien der bekannten Investoren sind öffentlich bekannt. Aber nicht alle wenden eine Strategie an.

          Sonst hättest du natürlich Recht. Wenn alle eine Strategie anwenden würden, würden tatsächlich alle „nur“ eine Durchschnittsrendite erzielen.

          MFG Philipp

    • Christo
      Reply Januar 23, 10:13 Christo

      Hallo zusammen,

      ein interessantes Thema. Die Frage: „Wie sollte es sein, dass eine Strategie, die veröffentlicht ist und jedem zugänglich ist, auf lange Sicht eine Überrendite erzielen soll?“

      Die Antwort ist ziemlich einfach. Nur weil jemand etwas veröffentlicht hat weiß es nicht jeder. Aber selbst, wenn jeder diese Strategie kennen würde, würde die meisten dann doch das machen, was sie für richtig halten.

      Ich finde, das sieht man gut in den Kommentaren. Meiner Beobachtung nach wird dieses System eher kritisch gesehen. Ich möchte jetzt niemandem zu nahe treten, ich schildere nur meine Eindrücke: Ich habe die Erfahrung gemacht, das Neues, Unbekanntes oder mit Vorurteilen behaftetes abgelehnt wird. Sei es, wenn man mit anderen darüber spricht, dass man mit Aktien zu tun hat (das kann der ein oder andere vielleicht nachvollziehen) aber auch, wenn man anderen seine finanziellen Ziele mitteilt. Ich habe das Gefühl, das gleiche erlebe ich hier mit dieser Strategie.

      Investment in Aktien interessiert mich zur Zeit nicht, ich bin eher etwas kurzfristiger unterwegs. Wenn ich mich für Investment interessieren würde, hätte ich beispielsweise gefragt: Wie ist denn die Performance? Gibt es hierzu Statistiken? Welche Aktien erfüllen denn zur Zeit die Kennzahlen? Wenn die Kennzahlen nicht mehr erfüllt werden, wie steigt man aus? usw.

      Jedoch zielen die Kommentare nicht darauf ab, mehr Informationen über die Strategie zu bekommen, sondern meiner Beobachtung nach eher diese zu zerreden.

      Worauf ich hinaus will ist, dass wenn man 100 Leuten diese Strategie (oder irgendeine Strategie) erklärt, vielleicht dann einer wirklich tatsächlich anwendet. Dazu gibt es ja noch ein Haufen anderer Strategien, nicht jede Strategie passt zu der Persönlichkeit und Fondmanager können ja auch nicht machen, was sie wollen.

      Deswegen ist es meiner Meinung nach total egal, ob eine Strategie veröffentlicht wurde oder nicht.

      • Finanzkoch
        Reply Januar 23, 12:13 Finanzkoch Author

        Was mir nicht ganz klar ist:

        Wie trifft man die Vorauswahl? Man kann ja schlecht alle Aktien weltweit bewerten.
        Und wie kommt man an die Kennzahlen? Muss man sich diese selber errechnen?
        Welchen Zeitaufwand muss man für die Umsetzung der Strategie einplanen?
        Und gibt es außer diesem Wikifolio noch andere Hinweise, welche auf ein funktionieren der Strategie hinweisen? (Evtl. Fonds die diese Strategie seit langem anwenden)

        Liebe Grüße
        Christoph

        • Christo
          Reply Januar 23, 12:25 Christo

          Ein Teil der Frage kann ich beantworten. Gute Aktien-Screener können einem die Arbeit unheimlich erleichtern, beispielsweise http://www.finviz.com/. Dort findet man viele Kennzahlen, nach denen man filtern kann. Darüber hinaus gibt es weitere Screener, einfach mal nach stockscreener googeln :-).

          Übrigens überrascht mich die Frage. Denn bei jeder Investmentstrategie sucht man ja nach bestimmten Hinweisen und Kennzahlen.

          • Dummerchen
            Januar 23, 13:17 Dummerchen

            Was überrascht Dich denn an der Frage? Wenn der Finanzkoch lediglich passiv in Aktienindizes (in Form von ETFs) und nicht in Einzelaktien investiert (s. Ende des Artikels), können ihm Kennzahlen einzelner Aktien ziemlich schnuppe sein. Oder siehst Du das anders?

          • Philipp von Investment Amad€
            Januar 23, 13:40 Philipp von Investment Amad€

            Hallo Christo!

            Ich stimme mit dir überein: Selbst Warren Buffett sucht ja nach Kennzahlen.

            MFG Philipp

          • Finanzkoch
            Januar 23, 14:13 Finanzkoch Author

            Hallo Philipp,

            stellen sich mir trotzdem noch folgende Fragen:

            Wie triffst du deine Vorauswahl? Du musst ja entscheiden, welche Aktien du hinsichtlich ihrer Kennziffern bewerten möchtest.

            Welchen Zeitaufwand wendest du für die Umsetzung der Strategie auf?

            Und gibt es außer dem Wikifolio noch andere Hinweise, welche auf ein funktionieren der Strategie hinweisen? (Evtl. Fonds die diese Strategie seit langem anwenden)

            Liebe Grüße
            Christoph

        • Tino
          Reply Januar 08, 22:21 Tino

          Bezüglich der Vorauswahl kannst du auf meine Webseite aktien.guide zurückgreifen. Momentan werden 230 Aktien aus 7 Indizes einmal wöchentlich entsprechend der Levermann-Strategie analysiert. Weitere Indizes sind geplant.

      • Dummerchen
        Reply Januar 23, 13:13 Dummerchen

        „Jedoch zielen die Kommentare nicht darauf ab, mehr Informationen über die Strategie zu bekommen, sondern meiner Beobachtung nach eher diese zu zerreden.“

        Ich möchte die ganze Zeit über vom Autor wissen, warum er glaubt, dass diese Strategie funktioniert. Genau diese zusätzlichen Informationen liefert er aber nicht. Er sagt nur „Das funktioniert. Denn es beruht auf Zahlen und nicht auf Emotionen.“ Von Zerreden kann eigentlich nicht die Rede sein – es gibt ja gar nichts, das man zerreden könnte.

        • Philipp von Investment Amad€
          Reply Januar 23, 14:21 Philipp von Investment Amad€

          Hallo Dummerchen!

          Das Investieren in ETFs ist eine gute Strategie. Das möchte ich nicht bezweifeln.

          Aber es gibt eben auch noch andere Strategien. Eine davon ist die Levermann Strategie.

          Eine Strategie, die emotionlos ist, funktioniert (fast) immer. Eben weil viele Anleger psychologische Fehler machen.

          Dass Kennzahlen wie die Eigenkapitalrendite, Eigenkapitalquote, das KGV, … zur Bertung von Aktien funktionieren, muss ich nicht erklären – denke ich.

          MFG Philipp

        • Christo
          Reply Januar 24, 14:25 Christo

          Zitat Dummerchen: „Was überrascht Dich denn an der Frage? Wenn der Finanzkoch lediglich passiv in Aktienindizes (in Form von ETFs) und nicht in Einzelaktien investiert (s. Ende des Artikels), können ihm Kennzahlen einzelner Aktien ziemlich schnuppe sein. Oder siehst Du das anders?“

          Zum einen kommt es daher, weil ich nicht den Überblick habe, wer hier alles aktiv ist und wo wer sein Geld angelegt hat. Dazu kommt, dass ich übersehe, dass man bei der Auswahl von ETFs keine Screener benutzt ;-).

          Zitat Dummerchen: Ich möchte die ganze Zeit über vom Autor wissen, warum er glaubt, dass diese Strategie funktioniert. … Von Zerreden kann eigentlich nicht die Rede sein – es gibt ja gar nichts, das man zerreden könnte.“

          In meiner Wahrnehmung waren einige Kommentare weniger neugierig fragend als eher kritisch anmerkend, wobei dein Kommentar ja eher (konstruktiv) kritisch bezüglich des Inhaltes des Artikels war.

          Diese Kritik teile ich übrigens. Wenn man jemand neugierig auf eine Strategie macht, sollte der Autor wenigstens angeben, was sie bisher für Erfolge erzielt hat.

          Und, um etwas auf das Thema zurückzukommen. Meiner Meinung nach sollte jede Strategie, ob kurz- oder langfristig, auch bei ETFs, das Ziel haben, Emotionen auszuschalten bzw. beherrschbar zu machen.

          Viele Grüße
          Christo

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