Ignorierst du dein Geld, straft es dich mit Ignoranz

Eigentlich ist es kein Geheimnis. Die Hauptzutat für eine gute Geldanlage ist Zeit. Bekommt sie die nicht, ist alle Liebesmüh vergebens.

Es ist wie in einer Beziehung.



Ignorierst du dein Geld, straft es dich mit Ignoranz


Völlig egal, ob du dein Geld in eine Lebensversicherung einzahlst oder an der Börse investierst, du brauchst Zeit. Schuld ist der Zinses-Zins-Effekt. Erst auf lange Sicht entwickelt er seine volle Kraft.

Stell dir einfach eine Schneelawine vor, die einen Berg hinunter saust. Auf dem Weg nach unten wird sie immer schneller, immer größer. Genauso verhält sich dein Geld. Du musst ihm nur einen Schubs geben und das so früh wie möglich.

Natürlich ist es wichtig, welche Anlagen du wählst. Aktien? Immobilien? Anleihen? Rohstoffe? Vielleicht auch Kunst oder Whiskey? Doch hinter der begrenzten Ressource Zeit sind das alles nur Randnotizen.

Klar: Wir leben im hier und jetzt.

Aber: Ich für meinen Teil will auch später ein angenehmes und vor allem würdevolles Leben führen.

Betrachten wir den Super-Gau für fleißige Sparer und Anleger:

Ein frühes Ableben

Dazu eine kleine Anekdote aus einer Fernsehserie …

Eine junge Medizinstudentin bekommt die fürchterliche Diagnose Blutkrebs. Sie weiß, ihre Heilungschancen laufen gegen Null. Sie ist am Boden zerstört. Jahrelang hat sie sich ihren Allerwertesten aufgerissen und auf alles verzichtet, um ihr Studium durchzuziehen. Sie ist Anfang dreißig und hat das Gefühl, nie wirklich gelebt zu haben. Alles war umsonst.

Sie entscheidet sich gegen eine Behandlung. In den kommenden Wochen holt sie alles nach, was sie glaubt, verpasst zu haben. Zum ersten Mal in ihrem Leben ist sie glücklich. Noch bevor die Krankheit unerträglich wird, nimmt sie sich selbstbestimmt das Leben.

Ein trauriges Schicksal, ohne wirkliches Happy-End.

So wie bei der jungen Medizinerin soll es nicht laufen. Wenn du das Gefühl hast, für das Sparen und Anlegen auf alles Angenehme in deinem Leben verzichten zu müssen, dann solltest du es lassen. Sonst wirst du dich über die Maßen ärgern, wenn etwas nicht so läuft, wie du es geplant hast. Da reichen schon kleine Börsenturbulenzen. Größere Schicksalsschläge sind gar nicht nötig.

Vielleicht hilft dir ein kritischer Blick. Was brauchst du um glücklich zu sein? Was ist überflüssig? Findest du nichts, dann lass alles beim alten. Wenn die Ausgabenseite keine Stellschraube ist, kann der Ausweg ein Nebenjob sein. So bekommst du die zusätzlichen Mittel zum Sparen und Anlegen.

Kannst oder möchtest du beide Wege nicht beschreiten (Ausgaben runter; Einnahmen hoch) dann ist dem so. Du musst dann aber damit leben, dass das Geld auf lange Sicht einen Bogen um deine Brieftasche machen wird. Denn:

Geld ist ein Geldmagnet

Das ist der Grund, warum die Reichen immer reicher werden. Fehlt dir dieser Magnet, bekommst du spätestens Probleme, wenn du keine Arbeitskraft mehr hast.

Die gesetzliche Rente wird nicht ausreichen. Das ist ein offenes Geheimnis. Mehr als ein Jahrzehnt ist es jetzt her, dass die Rente zu einer besseren Grundsicherung degradiert wurde. Und was damals nötig war, um die Lohnnebenkosten niedrig zu halten, wird heute nicht mehr rückgängig gemacht werden. Dafür wird der Widerstand der Wirtschaft sorgen.

Es liegt an dir, für später vorzusorgen. Je eher du anfängst, auf umso weniger musst du verzichten.

Die Zeit ist dein stärkster Verbündeter oder dein größter Feind

Ein kleines Beispiel:

Legst du über 40 Jahre monatlich 100 Euro zu durchschnittlich 7 Prozent an, kommst du auf ein stolzes Vermögen von

248.645 Euro

Legst du über 20 Jahre monatlich 200 Euro an, kommst du nur auf

102.119 Euro

Sorge also dafür, dass die Zeit dein Verbündeter ist.

Pflanzt du früh in deinem Leben einen Baum, wirst du erleben, wie er groß und stark wird. Pflanzt du ihn erst an deinem Lebensabend, wird er für dich immer ein zartes Pflänzchen bleiben.

Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

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Bildquelle: © Gina Sanders – fotolia

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Kommentare

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4 Kommentare

  1. Investment Amad€
    Reply Oktober 12, 22:08 #1 Investment Amad€

    Ich vertrete den Ansatz „Learning by investing“. Je früher man mit dem Investieren anfängt, dessdo früher lernt man dabei die Nerven nicht zu verlieren.

    • Finanzkoch
      Reply Oktober 16, 09:36 Finanzkoch Author

      Stimmt. Irgendwann hilft alles grübeln nichts mehr und man muss einfach loslegen.

  2. Claudius
    Reply Oktober 12, 12:47 #2 Claudius

    Die Zeit ist beim investieren schon ein sehr wichtiger Faktor. Je früher man anfängt, desto besser. Nur leider denken die meisten Menschen gar nicht oder erst sehr spät in Ihrem Leben über das Investieren nach.
    Ich kann mich noch an meine Schulzeit erinnern. Dort hatten wir zwar das Fach „Wirtschaft“ aber so wirklich praktisches Wissen konnte Ich dort nicht erlernen.

    • Finanzkoch
      Reply Oktober 12, 13:19 Finanzkoch Author

      Hallo Claudius,

      genau, der frühe Vogel fängt den Wurm 🙂

      Über die Schule lässt sich trefflich streiten. Der Umgang mit Geld wird völlig vernachlässigt. Ebenso wie nützliche Statistik für alltägliche risiko-kompetente Entscheidungen. Kochen wäre als Fach sicher auch interessant.

      Aber wenn ich mir die Kritikpunkte anschaue, streifen viele den Aufgabenbereich der Eltern. Kochen und den Umgang mit Geld können die Eltern ihren Kindern problemlos vermitteln. Da stehen sie meiner Meinung nach mit in der Verantwortung.
      Die Schule sollte vor allem einen kritischen und selbstdenkenden Geist fördern. Was nicht heißt, das die Praxis ausgeblendet werden soll.

      Herzliche Grüße
      Christoph

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