Und Geld macht doch glücklich!?! Wenn auch anders als Du denkst…

Kennst du dieses Gefühl, wenn dich eine Geschichte ganz in ihren Bann zieht? Wenn du jedes einzelne Wort in dich aufsaugst und Stunden später noch darüber nachdenkst?

So ist es mir mit Dummerchens Beitrag ergangen, den ich heute mit dir teilen darf. Er nimmt uns mit auf eine Reise zu einem Wendepunkt in seinem Leben. Dabei wird deutlich, dass Geld nicht alles ist und doch glücklich machen kann …



Und Geld macht doch glücklich!?! Wenn auch anders als Du denkst…


Gastartikel von Dummerchen

Mal ganz ehrlich – warum sparst Du Geld und legst es an? In erster Linie um irgendwann später etwas dafür kaufen zu können. Das kann das nächste Auto, die lang ersehnte Fernreise oder ein anderer lang gehegter Wunsch sein. Oder Du möchtest dem Nachwuchs später bei seiner Ausbildung finanziell unter die Arme greifen können. Oder aber – und das ist wohl eines der wichtigsten Ziele – Du möchtest fürs Alter vorsorgen.

Neben diesen „klassischen“ Zielen hat sich ein in der breiten Öffentlichkeit eher unbekannter Wunsch unter einigen Finanzinteressierten etabliert, der durch den Begriff der „Finanziellen Freiheit“ beschrieben wird: der Wunsch, irgendwann soviel Vermögen aufgebaut zu haben, dass man von den Erträgen leben kann und nicht mehr arbeiten gehen muss – wohlgemerkt vor dem offiziellen Renteneintrittsalte

Kann Geld Dir noch von anderem Nutzen sein? Ich denke ja, und lade Dich auf eine Zeitreise zu einem zentralen Schlüsselerlebnis meines bisherigen Lebens ein:

 

Der Schock

„Daher hat sich die Geschäftsleitung entschlossen, auch im Bereich der Entwicklung Arbeitsplätze aus den High-Cost-Countries in die Best-Cost-Countries zu verlagern.“ Verlagern. Schön gesagt. Wohl eher hier abbauen und hoffen, dass die Kollegen aus Indien, der Ukraine, China und den anderen Best-Cost-Countries die Projekte billiger hinkriegen. Dass das nach vielen Jahren, in denen ausschließlich die Produktion verlagert wurde, irgendwann auch die Entwicklung treffen würde – so richtig überrascht war keiner meiner Kollegen. Seit Jahren gab es eh schon die Sorge, dass die US-Leitung den deutschen Standort „verschlanken“ wollte.

So standen wir ziemlich bedröppelt da. Hatten wir doch gerade die Info der obersten Geschäftsleitung in kleinen Gruppen mitgeteilt bekommen. Man spürte die Unsicherheit. Wen würde es tatsächlich treffen? Die Junggesellen? Die Kinderlosen? Die „Underperformer“? Die Familienväter mit frisch gebautem Häuschen auf dem Land? Würde man im Fall der Fälle sofort wieder einen ähnlich gut bezahlten Job bekommen? Hier in der Nähe? Wie ist überhaupt gerade der Jobmarkt in unserer Branche?

 

Der kleine Stups

Ich spürte, dass dies der letzte Anstoß war, den ich noch brauchte, um etwas zu ändern. Erlebt hatte ich diese Situation schon ein paar Mal bei verschiedenen Arbeitgebern, aber dieses Mal war anders.

Was war anders? Nun, zum einen war mein Finanzpolster ein anderes. Die erste Entlassungswelle hatte ich schon wenige Monate nach meinem Berufseinstieg und somit ohne jede Rücklage hautnah miterleben dürfen. Seitdem hatten meine Frau und ich überschüssiges Geld gespart und investiert. Über die Zeit hatte sich so auf unseren Konten einiges angesammelt und ich hatte bislang vorsichtig mit einem Auge in Richtung des heiligen Grals der Finanzbloggerszene geschielt: die finanzielle Freiheit!

Der Gedanke, irgendwann nicht mehr als Ingenieur arbeiten zu müssen und von Rücklagen und deren Erträgen leben zu können, war mir schon sympathisch. Ich beherrschte zwar mein Handwerk und auch meine Chefs waren zufrieden mit mir, aber so richtig glücklich war ich nicht. Hardwareentwicklung, Softwareentwicklung, Projektleitung – gemacht hatte ich über die Jahre einiges. Mit tiefster innerer Freude hat es mich nicht erfüllt. Also irgendwann raus aus dem Hamsterrad?! Mit dem aktuellen Gehalt und den daraus resultierenden Sparraten durchaus möglich – allerdings wohl frühestens in zehn Jahren.

Aber nicht nur die finanzielle Situation war eine andere. Ich war anders. Ich hatte gerade die statistische Lebensmitte überschritten und mich einige Zeit intensiv mit dem Sinn meines Lebens und der Suche nach der inneren Zufriedenheit beschäftigt: Was macht Dich glücklich? Wer und was ist Dir wichtig im Leben? Was würdest Du tun wollen, wenn Du morgen im Lotto den Jackpot gewinnen würdest? Ich hatte vage Antworten auf diese Fragen gefunden. Und diese Antworten hatten mit meiner bisherigen Arbeit wenig zu tun.

Was bedeutete da die Hiobsbotschaft, die wir gerade erhalten hatten? Sollte ich hoffen, nicht von dieser Entlassung (oder einer der folgenden Wellen) betroffen zu sein? Im Job bleiben zu können? Vielleicht doch zehn Jahre einfach noch weiter funktionieren, um dann hoffentlich die finanzielle Freiheit erreichen zu können und dem nachgehen zu können, was mich glücklich macht?

Nein! Ich wollte nicht mehr bloß funktionieren. Und der kleine „Geldhaufen“ im Rücken gab mir die innere Ruhe, dass ich jetzt einfach mal etwas in meinem Leben riskieren sollte. Etwas Neues ausprobieren. Mich selbst ausprobieren. Den ersten Schritt Richtung innerer Zufriedenheit gehen. Auch wenn es bedeuten sollte, weniger zu verdienen und den Gedanken an die finanzielle Freiheit entweder nach hinten schieben oder vielleicht sogar ganz abhaken zu müssen. Lieber jetzt glücklich sein als vielleicht in zehn oder mehr Jahren! Also machte ich mich auf die Suche nach einer Lösung.

 

Hoffnungen und Ängste

Mein Arbeitgeber gab mir und meinen Kollegen nach der ersten Ankündigung ausreichend Zeit, sich entweder verrückt zu machen, wen es wohl genau treffen würde, oder aber die Fühler nach etwas Neuem auszustrecken. Lange wurden keine Namen genannt, dafür erarbeitete der Betriebsrat eine gute Lösung für die potentiell Betroffenen: eine Abfindung in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit, eine zwölfmonatige Transfergesellschaft mit 80%-Gehalt und eine Bonuszahlung für die Schnell-in-den-neuen-Job-Wechsler. Da lag also viel Geld auf dem Tisch – und ich war wohl einer der wenigen, die unbedingt entlassen werden wollten. Ich hatte bereits genug Geld gespart, um einige Jahre auch ohne staatliche Hilfen leben und etwas Neues ausprobieren zu können. Und dieses in Aussicht gestellte Finanzpaket würde die Situation sogar weiter entspannen.

Jetzt musste ich „nur“ noch den Beruf finden, in dem ich meine Fähigkeiten und Wünsche unter einen Hut bringen konnte. Ich las Ratgeber darüber, „Wie man die richtige Arbeit für sich findet“, ließ mich auf darin vorgeschlagene Gedankenexperimente ein und horchte in mich hinein. Was sind meine innersten Wünsche? Was erhoffe ich mir von einem anderen Beruf? Dabei stieß ich regelmäßig auf meine Ängste, neuen Herausforderungen nicht gewachsen zu sein. Ein Motto, das fortan an meinem Kühlschrank hing, half mir durch diese Phase:

 

Everything you want is on the other side of fear. (Jack Canfield)

 

Meine endgültige Entscheidung tauchte während dieses Prozesses schon sehr früh und immer mal wieder in meinen Gedanken auf. Ich traute mich aber zunächst nicht. Ich wollte dieses Mal – anders als noch bei meiner rein rationalen Entscheidung für den Ingenieursberuf in jungen Jahren – sicherer sein, eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Aber immer wieder kreisten die Gedanken und Vorstellungen um meinem Herzenswunsch. So suchte ich Kontakt zu Menschen, die schon in diesem Umfeld tätig waren, und wollte mehr erfahren. Was sie erzählten, bestärkte mich darin, den Weg zu gehen. Ich erfuhr, dass ich diesen Beruf sogar realistisch erreichen konnte: Training-on-the-job über rund zwei Jahre und schließlich rund 20-25% weniger Gehalt als zuvor, hieß der Deal. Es gab allerdings nicht viele dieser Stellen und es würde frühestens ein halbes Jahr später losgehen können. Und eine konkrete Zusage würde auch erst deutlich nach dem potenziellen Entlassungstermin ausgesprochen werden können.

Puh, so ganz einfach und geschmeidig von Job A nach Job B wechseln ging damit nicht. Ich müsste also damit leben, bei einer Entlassung keine Ahnung zu haben, ob es wirklich mit meinen Plänen klappen würde. Und ob der neue Beruf mir wirklich die Erfüllung bringt, die ich mir erhoffte, stand trotz aller Vorüberlegungen auch in den Sternen. Man merkt ja immer erst so richtig, wie ein Beruf ist, wenn man ihn auch am eigenen Körper erfährt. Und was, wenn ich nach zwei Jahren feststellen würde, dass es doch ein Irrtum war? Könnte ich einfach so wieder als Ingenieur einsteigen? Wie gehen Personaler mit solchen ungewöhnlichen Brüchen im Lebenslauf um? Machte ich da gerade einen dummen Fehler? Und ticke ich eigentlich noch richtig? Alle wollen doch immer mehr verdienen – wie kann ich da aus der Reihe tanzen und weniger anstreben? Zweifel kamen auf.

 

Die Entscheidung

Dann kam die Entlassungsliste heraus – und ich stand nicht drauf! So ein Mist! Klar, kündigen kann man auch selbst, aber das Entlassungspaket war einfach zu gut. Mit der Liste kam dann aber auch die potenzielle Rettung: Nicht-Betroffene konnten sich ab dem Folgetag freiwillig beim Vorgesetzten melden und sich anstelle von Betroffenen auf die Liste setzen lassen.

(Über das psychologisch unkluge Vorgehen der Firma will ich gar keine Worte verlieren – so macht man es auf jeden Fall nicht!)

Nach einigen Gesprächen mit Frau und Freunden, dem Abwägen aller Vor- und Nachteile, dem erneuten Durchrechnen eines Worst-Case-Szenarios und einer unruhigen Nacht stand die Entscheidung fest. Am nächsten Morgen meldete sich zunächst exakt eine (!) Person beim Abteilungsleiter – etwas erstaunt und überrascht nahm er meinen Wunsch zur Kenntnis, übergab den Fall „Dummerchen“ der Personalabteilung und wenige Wochen später wurde die Entlassung offiziell beschlossen!

 

Fazit

Zwei Jahre sind seitdem vergangen. Ich habe die erhoffte Stelle bekommen, übe den neuen Beruf erfolgreich aus und bin glücklich. Sehr glücklich sogar. Besser hätte alles gar nicht laufen können. Training-on-the-job läuft mit hohem zeitlichem Aufwand nebenher. Aber den damit verbundenen Stress nehme ich gerne in Kauf. Meine Frau sagt, sie hätte mich nie ausgeglichener, zufriedener, glücklicher und begeisterter erlebt.

 

Was hat mich diese Episode in meinem Leben über die Bedeutung und den Wert von Rücklagen gelehrt?

  • Ein Finanzpolster kann dem Leben Druck nehmen. Wer nicht auf das Gehalt des Folgemonats angewiesen ist, gewinnt die Gelassenheit, auch mal links und rechts des Weges zu schauen und Gelegenheiten beim Schopf packen zu können. Es erleichtert, mutige Entscheidungen zu treffen.
  • Man muss nicht die finanzielle Freiheit erreichen, um ein zufriedenes Leben zu führen. Ich habe erlebt, dass es besser sein kann, das Streben nach „mehr Geld“ zurückzustellen, um schon im Hier und Jetzt glücklich zu sein.

 

Hinweis: Ich nenne in diesem Beitrag bewusst nicht meinen neuen Beruf. Du darfst gerne spekulieren – ich werde mich dazu nicht äußern. Es ist nämlich nicht wichtig, welchen Beruf ich jetzt konkret ausübe. Es ist nur wichtig, dass es ein Beruf ist, den ich jeden Tag gerne ausübe und der mich fast täglich dazu bewegt, meiner Frau begeistert von den neuesten Erlebnissen zu berichten. Mein neuer Beruf passt zu mir – Du würdest diesen Beruf vielleicht niemals ausüben wollen.

 

Wie sieht es bei Dir aus? Bist Du auch glücklich im Hier und Jetzt? Hast Du auch schon mal darüber nachgedacht, grundsätzliche Dinge in Deinem Leben zu ändern?

 

Über den Autor

Dummerchen beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit dem Thema Privatfinanzen, ist regelmäßiger Leser in zahlreichen Finanzblogs und meldet sich dort gerne in den Kommentaren zu Wort.

Du willst mehr?
Dann trag dich jetzt ein und hol dir mein gratis E-Book: Das Basisrezept des erfolgreichen Vermögensaufbaus. Zusätzlich bekommst du meinen kostenlosen Newsletter - so verpasst du keinen Artikel mehr.

Bildquelle: © pixelmeister – fotolia

 

Das könnte dich auch interessieren:

Zeit, mit Normen zu brechen und glücklich zu sein
Wie du die Macht der Bilder brichst und die richtigen Entscheidungen triffst

Artikel weiterempfehlen

Facebook
Google+
https://www.finanzkueche.de/geld-macht-doch-doch-gluecklich/">
Twitter
SHARE
LinkedIn

Kommentare

Ihre Meinung ist mir wichtig

42 Kommentare

  1. Vercingetorix
    Reply Juni 06, 12:20 #1 Vercingetorix

    Wurde durch ein Kommentar auf dem Blog von Oliver dem Frugalisten darauf Aufmerksam gemacht das hier ein Artikel von Dummerchen steht. Denn musste ich einfach lesen da ich deine Kommentare sehr wertschätze. Und siehe da es ist ein super Artikel geworden und meine hohen Erwartungen wurden erfüllt

    Ich selbst bin auch gerade am überlegen ob ich etwas Beruflich in meinem Leben ändern soll da ich nicht wirklich zufrieden bin. Ich bin auch erst 25 Jahre alt und hätte daher noch alle Möglichkeiten offen. Ich habe leider „nur“ eine Lehre abgeschlossen und müsste daher schon noch einiges nachholen wenn ich z.B. studieren möchte. Die Sache mit dem Geld wär zurzeit überhaupt kein Problem da wäre genug da um auch die Weiterbildung oder Studium zu finanzieren. Das „Problem“ und das ist für mich wirklich eines ist das ich nicht weiß WAS oder WOHIN.
    Bin Elektriker könnte mich auch da Weiterbilden oder auch etwas anderes Studieren oder lernen aber ich kann nicht wirklich etwas finden wo ich so richtige Begeisterung dafür finde.
    Nur etwas zu probieren tue ich mich auch schwer da ich für meinen Beruf ganz okay bezahlt werde und meine Position für mein Alter auch gut ist. Wenn ich wechseln würde habe ich eben die Angst nicht wieder dahin zurück zu können wenn es nicht gut geht.
    Zur Info bin Österreicher(bei uns sind Eben doch ein paar Dinge anders als bei euch z.B. Steuern da musste ich schon viel lernen)
    Hm habe wohl noch ein paar ???? zu lösen

    • Dummerchen
      Reply Juni 11, 22:52 Dummerchen

      Hallo Vercingeterox,
      Wenn du unzufrieden bist, solltest du die Gründe suchen und vor allem darüber nachdenken, was dir denn wirklich wichtig an einem Job ist. Sind die Probleme allgemeiner Art oder vielleicht auch nur in deiner Firma / deiner Abteilung anzutreffen? Meine Gründe waren allgemeiner Natur und daher war ein Berufswechsel notwendig, um hier etwas zu ändern. Das kann bei dir ganz anders sein. Vielleicht musst du nur den Arbeitgeber oder auch nur die Abteilung wechseln? Ich denke auch nicht, dass ein Beruf nach einem Studium besser sein muss als nach einer Lehre.

      Mir hat unter anderem das in den Kommentaren erwähnte „Tote Pferd“ – Buch sehr bei der Suche geholfen.

      Wenn du deine bisherige Position aufgeben wirst, wirst du keine Garantie erhalten, dass du genau die gleiche Position wieder erhalten kannst. So ist das Leben – nur wer etwas wagt, kann auch etwas gewinnen. Wenn du nichts unternimmst, wird sich aber vermutlich auch nichts verbessern.

      Und ja, du wirst Mut brauchen, wenn du etwas ändern willst. Bist du dazu nicht bereit, ist der Leidensdruck vielleicht aber auch (noch) nicht hoch genug.

      Liebe Grüße
      Dummerchen

  2. Capri
    Reply Mai 01, 13:17 #2 Capri

    Ich halte es mal kurz und knapp – deine Entscheidung war genau richtig, unabhaengig des weiteren Vorgehens. Welches Unternehmen sich so verhaelt in den dargestellten Facetten, ich waere auch freiwillig gegangen und haette wie, du alle finanziellen Punkte abgeraeumt.

    Wer weiss, wie das Unternehmen sich in Zukunft weiter so verhaelt….zu mal sich bereits genug andere Managerflachpfeifen in der Vergangenheit an Outsourcing-Strategien richtig schoen verbrannt haben. Leider baden die den Schaden selten vollumfaenglich aus.

    • Dummerchen
      Reply Mai 03, 20:33 Dummerchen

      Hi Capri,
      na, ja, ich habe noch Kontakt zu ehemaligen Kollegen. Es gibt ein alljährliches Treffen von ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern und im letzten Jahr war die Anzahl der ehemaligen erstmals in etwa genauso hoch wie die der noch dort beschäftigen. Mittlerweile hat die Geschäftsleitung wohl eingesehen, dass es ein großer Fehler war, den Bereich, in dem ich gearbeitet habe, zu schließen und hat dies wohl auch auf einer Mitarbeiterversammlung öffentlich zugegeben. Hätte ich nicht erwartet, dass dort doch mal so ehrlich Fehler eingeräumt werden. Tja, und nun werden händeringend Mitarbeiter gesucht, die man nicht findet. Komisch, gell?
      Insgesamt bin ich aber voll bei Deinem Fazit: Die Suppe einbrocken ist mitunter leicht und das Auslöffeln wird mitunter anderen überlassen. Die Karawane zieht dann weiter.

      Liebe Grüße
      Dummerchen

  3. PIBE350
    Reply Februar 18, 02:03 #3 PIBE350

    Ich freue mich für dich mit. Schuld sind deine vielen freundlichen, kompetenten und hilfsbereiten Kommentare in diversen Finanzblogs. 😉

    • Dummerchen
      Reply Februar 18, 11:50 Dummerchen

      Hallo PIBE350,

      da ich Deine Onlineaktivität halbwegs kenne und mitbekomme, wo Du so kommentierst, weiß ich die mir zugewiesenen Adjektive sehr zu schätzen. Danke schön – sehr lieb von Dir.

      Liebe Grüße
      Dummerchen

  4. mafis
    Reply Februar 09, 15:10 #4 mafis

    Ein Blogeintrag vom Dummerchen verrückt. Obwohl viele deiner Kommentare ja schon als Blogartikel genutzt werden könnten.

    Aber wirklich spannend, was so in deinem Leben passiert ist. Grade auch die getroffenen Entscheidungen sind beeindruckend. Würde ja nicht jeder Freiwillig gehen. In meinem Unternehmen habe sich während der Krise viele zurück geklagt.

    Natürlich brenne ich auch darauf zu erfahren, was der neue Job ist. Wird wohl ein Geheimnis bleiben, aber ist am Ende egal. Hauptsache du bist glücklich damit.

    • Dummerchen
      Reply Februar 09, 23:52 Dummerchen

      Hallo mafis,
      ja, Du bist nicht der erste, der meine Kommentare als potentielle Artikel bezeichnet. Jetzt ist es mal ein „echter“ Artikel geworden.
      Ein Geheimnis ist mein Job übrigens nicht – ich möchte es nur nicht öffentlich im Internet schreiben. Zumal es tatsächlich für die Geschichte völlig egal ist und nebenbei die Phantasie der Leser so schön beflügelt 😉 .
      Lieben Gruß
      Dummerchen

  5. Der Privatier
    Reply Februar 07, 10:49 #5 Der Privatier

    Ich finde es toll, hier einmal ein bisschen mehr über „Dummerchen“ zu erfahren!

    Ich habe Deine Kommentare auf meiner eigenen Internetseite und auch auf anderen Blogs immer sehr zu schätzen gewusst. Hin und wieder gab es dabei auch einmal eine Andeutung über deinen eigenen Lebensweg. Und heute darf ich einmal mehr erfahren. Vielen Dank!!

    Natürlich hätte auch ich gerne gewusst, was Du denn jetzt so machst. Ich kann aber auch Deine Begründung verstehen. Auch ich erzähle einige Details aus meinem Leben nicht. Weil ich einfach denke, dass sie für andere keine Rolle spielen. Weil jeder seinen eigenen Weg finden muss. Jeder Mensch tickt anders, jeder hat andere Lebensumstände. Da nützen Vergleiche wenig.

    Mein Interesse an deinem neuen Beruf ist aber auch anderer Natur. Es ist die Suche nach dem tieferen Grund von Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit. Was ist anders in Deinen neuen Beruf? Warum glaubst Du, dort mehr Zufriedenheit zu finden?

    Viele Menschen finden Zufriedenheit in der Bewältigung von Herausforderungen (ich auch). Ein Neuanfang ist so eine Herausforderung. Im alten Beruf gab es die auch einmal. Aber so etwas lässt nach… Wird es im neuen Beruf auch nachlassen?

    Andere Menschen suchen einen Sinn im Umgang mit Menschen (der typische Ingenieur eher nicht). Insofern wäre das ein guter „Gegenpol“. Anderen Menschen in irgendeiner Form zu helfen. Eine im weitesten Sinne „soziale Arbeit“.

    Ich selber habe nach meinen vielen Jahren als nüchtern kalkulierender Mensch gemerkt, dass ich viel mehr Interesse an den weniger kalkulierbaren Dingen des Lebens habe (z.B. Psychologie, Philosophie, Kunst und Musik, Kultur).

    Aber ich kenne eben auch eine ganze Reihe von Menschen, die einen Beruf in einer sozialen Einrichtung, in der Kirche, als Musiker oder auch als Psychologe ausüben. Ich habe ehemalige Kollegen, die ihren Beruf als Ingenieur aufgegeben haben und Catering gemacht haben. Einer ist Clown geworden (im Ernst!). Die letzteren beiden habe ich allerdings aus den Augen verloren.

    Aber was ich sagen will: Es gibt auch in ALLEN diesen o.g. Berufen Unzufriedenheit! Auch ein Sozialarbeiter hat nach 30 Jahren die Schnauze voll, wenn er merkt, dass er gegen Windmühlen kämpft (um mal ein Beispiel zu nennen). Auch ein Arzt ist irgendwann frustriert, wenn er merkt, dass er den halben Tag Fließband-Arbeit macht und dabei nur noch darauf achten muss, dass er ja keinen Fehler bei den unzähligen Verwaltungsregeln macht.

    Frustrationen, Enttäuschungen, stupide Routine, Ärger mit Kollegen, Kunden, Klienten oder Patienten, lästige Verwaltung gibt es in JEDEM Beruf.

    Von daher würde mich einfach interessieren, warum du meinst, dass Dein neuer Beruf dir dauerhaft mehr Zufriedenheit bescheren wird?

    Gruß, Der Privatier

    • Dummerchen
      Reply Februar 07, 13:03 Dummerchen

      Hallo Peter,

      danke für die lieben Worte! Es ist eigentlich nicht so, dass ich mich bewusst bei privaten Details zurückhalten würde – ich glaube, wenn man alle meine Kommentare irgendwo zusammenführen würde, würde man verdammt viel über mich wissen. Dadurch, dass ich halt „nur“ als Kommentierer unterwegs bin, ist es halt ziemlich verstreut. Wenn mein Privatleben zum Betrag passt, schreibe ich über persönliche Dinge, ich finde, man muss aber auch nicht auf Biegen und Brechen sein Privatleben ausbreiten 😉 .

      Mit Deiner Nachfrage machst Du eine Antwort für mich ein wenig zu einem Eiertanz. Schließlich möchte ich meinen Beruf nicht konkret nennen. Es geht ja nicht nur(!) um mich – jeder möge über sein Glück nachdenken und über die Möglichkeiten, die er tatsächlich hat, schon jetzt vieles zu verändern. Das muss überhaupt kein Berufswechsel sein. Ich selbst habe in verschiedenen Branchen gearbeitet, dort wie geschrieben mich in verschiedenen Disziplinen ausprobiert. Neue Herausforderungen sind immer schön, die kann man aber auch ohne den Wechsel des Berufs auch so suchen: Die meisten Vorgesetzten sind ja froh, wenn ihre Mitarbeiter Engagement zeigen und meine Ex-Chefs förderten solche Bestrebungen immer sehr. Das war also überhaupt nicht meine treibende Kraft.

      Die Frage nach dem Sinn war da schon viel mehr Motivator meines Wechsels. Ich hatte eigentlich nie das Gefühl, dass mich das Erreichte wirklich innerlich mit Freude erfüllt hat. Natürlich war ich stolz darauf, wenn ein Projekt/Produkt fertig gestellt wurde und der Kunde zufrieden war – allerdings erfuhr man das ja zumeist nicht durch ein Lob sondern nur durch ausbleibende Kritik. Vielleicht hing dies mit der Branche und/oder dem Arbeitgeber zusammen – ich fürchte aber, dass es in vielen Bereichen so läuft.
      In meinem heutigen Beruf habe ich deutlich mehr mit Menschen zu tun – ich erfahre viel unmittelbarer von ihnen, ob sie mit meiner Arbeit zufrieden sind oder nicht. Bislang ist das Feedback sehr positiv – das motiviert mich natürlich auch sehr, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Diese Zusammenarbeit mit Menschen ist für einen Ingenieur (wie Du ja selbst erwähnst) eher ungewohnt, weshalb ich auch im Vorfeld ein paar Sorgen hatte. Wie sich bislang herausgestellt hat, waren die Sorgen unbegründet – ich glaube, ich kann ganz gut mit Menschen umgehen. Darüber hinaus empfinde ich meine Tätigkeit als persönliche Dienstleistung – ich helfe Menschen unmittelbar und nicht über ein von mir mitentwickeltes Produkt. Das ist für mich sehr viel sinnstiftender und lässt mich zufriedener nach Hause fahren.

      Peter, was Du zu den Schattenseiten des Berufslebens schreibst, stimmt natürlich. Überall gibt es Dinge, die man nicht so gerne macht. Das wird auch in meinem neuen Beruf sicher noch kommen. Ärger mit Kollegen lässt sich nie vollständig vermeiden und auch Routine kann zwar einerseits mal ganz entspannend wirken, andererseits auch zu Langeweile führen. Da Menschen aber doch irgendwie immer ein wenig anders sind, rechne ich nicht mit allzu großer Routine – man wird sehen. Ich habe meinen alten Beruf aber auch nicht wegen dieser unvermeidbaren Schattenseiten aufgegeben – die innere Triebfeder ist einfach ganz anders. Ich hatte früher das Gefühl, dass ich etwas gemacht habe, was ich sehr gut KANN. Heute mache ich etwas, das ich unbedingt tun WILL (und von dem ich ganz unbescheiden behaupte, das ich es wohl auch ganz gut mache).

      Ich hoffe, es ist halbwegs nachvollziehbar, warum ich hoffe, dass dies nun der Beruf sein wird, in dem ich dauerhaft mehr Zufriedenheit zu finden glaube.

      Liebe Grüße
      Dummerchen

  6. Ex-Studentin
    Reply Februar 04, 22:27 #6 Ex-Studentin

    Wow, da hat unser Dummerchen schon ein wenig was mitgemacht. Erinnert mich ein wenig an die Story vom Privatier, der dann letztlich auch freiwillig gegangen ist. Respekt vor so einer großen Entscheidung. Mal wieder ein Beweis, dass Dummerchen so gar nicht dumm ist. Sympathische Einstellung, Geld nicht den größten Wert beizumessen, sondern dem Lebensgefühl. Da Ehefrauen fast immer recht haben, war es wohl der richtige Weg. 🙂 Ich wünsche dir, Dummerchen, dass du bis zur Rente einen erfüllten Arbeitsalltag hast und dabei das Privatleben nicht zu kurz kommt.

    • Dummerchen
      Reply Februar 05, 12:13 Dummerchen

      Hallo Jenny,
      ja, es gibt tatsächlich Parallelen zu Peter (dem Privatier): Neben unseren Berufen haben wir im Groben auch die gleiche Route durch Deutschland genommen 😉 – die kleinen Tipps bezüglich Fünftelregelung bei Abfindungen, die man bei ihm schön nachlesen kann, konnte ich allerdings nicht anwenden – schließlich ging und geht es bei mir ja im Berufsleben weiter. Bei Peter war die Entscheidung ja auch weitreichender, da sie zu einem deutlich späteren Zeitpunkt in seinem Berufsleben gefällt wurde.

      Ob Ehefrauen fast immer recht haben? Puh, ich weiß nicht, ob meine bessere Hälfte die Kommentare lesen wird, also sage ich mal nnnnnjooooo. 😉

      Liebe Grüße
      Dummerchen

  7. Florian von Boerseneinmaleins
    Reply Februar 03, 21:08 #7 Florian von Boerseneinmaleins

    Hallo Dummerchen,

    ein wirklich großartiger Artikel. Und Respekt für deinen Mut. Würde mich über weitere Artikel von dir freuen. Auch chaupeau an finanzküche für den tollen Blog. Weiter so.

    Liebe Grüße Florian

    • Dummerchen
      Reply Februar 03, 22:06 Dummerchen

      Danke für die lieben Worte, Florian.

      Liebe Grüße aus Deiner alten Heimat
      Dummerchen

      • Florian von Boerseneinmaleins
        Reply Februar 04, 19:15 Florian von Boerseneinmaleins

        @Dummerchen: Aus meiner alten Heimat? jetzt bin ich neugierig woher du kommst 😉

        • Dummerchen
          Reply Februar 04, 21:56 Dummerchen

          „Drum grüß ich dich, mein Badner Land…“
          Wenn auch nur zugezogen. Ich fahre auf jeden Fall täglich auf der A5 an Rastatt vorbei.

    • Finanzkoch
      Reply Februar 03, 23:05 Finanzkoch Author

      Hallo Florian,

      danke für das tolle Feedback.

      Herzliche Grüße
      Christoph

      • Picaxu
        Reply Februar 04, 00:08 Picaxu

        Hallo Christoph,

        auch von mir ein Lob für den tollen Blog! Dank Dir hab ich neulich wieder angefangen, verstärkt zu kochen, was meinem Geldbeutel zur Gute kommt 🙂 Begonnen habe ich mit der Bruschetta, war äußerst lecker!

        Lieben Gruß
        Binh

        • Finanzkoch
          Reply Februar 04, 09:55 Finanzkoch Author

          Hallo Picaxu,

          danke für das Lob. Angenehmer und leckerer kann sparen gar nicht sein! Dafür weiß dank des Knoblauchs am nächsten Tag jeder was man gegessen hat 🙂

          Geschmackvolle Grüße
          Christoph

  8. Finanzrocker
    Reply Februar 03, 20:28 #8 Finanzrocker

    Hallo Dummerchen,

    Du hast völlig Recht: Dein wunderbarer Gastartikel ist die Fortführung meines Türöffner-Artikels.

    Meine nächste Amtshandlung ist der Buchkauf von „Ihr Pferd ist tot?“. Das Witzige ist: Wir hatten bis letztes Jahr die 10 Gründe, warum wir ein totes Pferd reiten, an unserer Büroschranktür (http://www.poeschel.net/vermischtes/pferd.php). Da ist so viel Wahres dran. Herzlichen Dank für die Inspiration und den tollen Gastartikel.

    Viele Grüße
    Daniel

    • Dummerchen
      Reply Februar 03, 22:00 Dummerchen

      Hallo Daniel,

      gell? Als ich Deinen Artikel las, musste ich gleich an meine bereits verfassten Worte denken und mir auf die Zunge beißen, nicht gleich die Hälfte des Artikels bei Dir auszuplappern ;-)!

      So eine Pferd-Liste hing witzigerweise auch bei uns in der alten Abteilung herum. Es sind aber nicht die gleichen „guten“ Gründe, ein totes Pferd zu reiten, die im Buch genannt werden. Im Buch heißen sie u.a.:
      * „Mein Pferd ist gar nicht so tot, wie es aussieht.“
      * „Andere reiten doch auch tote Pferde“
      * „Andere mögen neue Pferde finden – ich ganz sicher nicht.“
      * „Ich kann doch nur dieses tote Pferd reiten.“
      * „Wenn ich von meinem toten Pferd absteige, kann die Alternative nur ein Rennpferd sein.“

      Die psychologischen Ideen, die dahinter stehen, sind wirklich gut erklärt und entlarven unser negatives Selbstbild oder das Klammern an das Vertraute. Du nimmst bestimmt einiges Interessantes für Dich mit.

      Liebe Grüße
      Dummerchen

  9. Lothar
    Reply Februar 03, 19:08 #9 Lothar

    Hallo Dummerchen,
    ich finde es Klasse, dass Du mal die Seiten gewechselt hast ;-). Ich erkenne in Deinem Artikel vieles wieder, was ich ähnlich erlebt habe. Ich habe vor drei Jahren den Schritt gemacht und bin heute selbständig.
    Ich hatte viele Kollegen, die unzufrieden waren und heute vor der Kündigungswelle stehen. Wir haben immer gesagt „Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?“ Doch das ist gar nicht einfach. Mein Glückwunsch zu Deinem Schritt.
    Mir ist er unendlich schwer gefallen und ich habe fast zehn Jahre Anlauf gebraucht. Doch in dem Moment, wo ich ihn getan habe, ging es mir besser. Und hinter der Angst war keine Angst mehr.
    Auch ich habe ein finanzielles Polster, das mir die Entscheidung leichter gemacht hat. Und heute als Selbständiger ist es ein Privileg sagen zu können, dass meine Altersvorsorge schon steht.
    Aber das ist gar nicht entscheidend. Ich habe aufgehört zu versuchen, alles richtig machen zu wollen, weil ich jetzt das Richtige (etwas was für mich Sinn macht) tue. Meine Freiheit ist es, das jetzt zu tun und nicht erst im Ruhestand. Das Leben ist heute.
    Das Geld hat mir geholfen, den Mut zu fassen. Mit Geld ist es leichter zu gestalten. Doch nicht das Geld, sondern ganz allein ich habe mich frei gemacht. Wäre alles nur vom Geld abhängig, dann wäre ich nicht frei. Das größte Geschenk aber ist, dass ich gesund aus der Tretmühle raus bin. Ich kenne viele, die es krank gemacht hat, etwas zu tun, worin Sie keinen Sinn sehen.

    Finanz-Ziele machen Sinn, wenn Sie uns dem näher bringen, was uns wirklich wichtig ist. Wird das Geld selbst zum Ziel, bleibt das Leben nur allzuoft auf der Strecke. Diese Erfahrung gebe ich heute an meine Kunden weiter.

    Hast Du auch einen neuen Job, wo andere an Deinen Erfahrungen partizipieren?

    Alles Gute, Lothar

    • Dummerchen
      Reply Februar 03, 21:47 Dummerchen

      Hallo Lothar,
      ich freue sehr mich, dass Du Dich zu Wort gemeldet hast.
      Deine Erfahrungen kann ich gut nachvollziehen. Auch mir ist es so gegangen. Bis zu dem Moment, in dem ich um die Entlassung gebeten habe, war die mitunter lähmende Angst vor der Entscheidung sehr real und sehr präsent.
      Als dann alles geklärt war, ging der Blick nach vorne und die neuen Ziele waren Herausforderung für mich. Es gab zwar noch eine Zeit lang die Sorge, dass ich den neuen Ansprüchen vielleicht nicht gewachsen sein könnte, aber ich fühlte mich beflügelt von den neuen Aufgaben.
      Ich freue mich für Dich, dass Du Deine Tretmühle hinter Dir gelassen hast. Ich habe meine alte Aufgabe nicht als Tretmühle empfunden – natürlich gab es Dinge, die ich weniger mochte und die ich mitunter ermüdend fand, aber ich habe mich nie übermüdet oder ausgelaugt gefühlt. Mir fehlte aber wie Dir der tiefere Sinn und das Gefühl „das Richtige“ zu tun.

      Deinen letzten Absatz würde ich genau so unterschreiben. Ach und ja, ich lasse in meinem neuen Job andere an meinen Erfahrungen teilhaben. Dies versuche ich aber eigentlich überall in meinem Leben. Auch das treibt mich bei manchem meiner Kommentare in Blogs an. Ich finde, dass man soviel von seinen Mitmenschen lernen kann – leider ist man nicht immer empfänglich für den reichen Erfahrungsschatz, den uns viele bieten könnten.

      Dir auch alles Gute,
      Dummerchen

  10. Philipp von Investment Amad€
    Reply Februar 03, 16:37 #10 Philipp von Investment Amad€

    Hallo Dummerchen!

    Der Artikel ist dir sehr gelungen!

    Ich finde es auch wichtig im Hier und Jetzt glücklich zu sein. Aber in meinen Augen kann man das auch mit finanziellen Zielen.

    Und mein Tipp ist Pilot.

    MFG Philipp

    • Dummerchen
      Reply Februar 03, 18:52 Dummerchen

      Hallo Philipp,

      Danke. Freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat.

      Und klar, natürlich kann man auch mit finanziellen Zielen im Hier und Jetzt glücklich sein – das sehe ich auch nicht als Gegensatz an. Ich habe meine finanziellen Ziele ja auch nicht aufgegeben und spare auch weiterhin – es ist mir in meiner Situation nur wichtiger gewesen, dem Hier und Jetzt den nötigen Raum zu geben, auch wenn dies bedeutete, in Zukunft weniger sparen zu können.

      Liebe Grüße
      Dummerchen

  11. Kilian von Finanzdurchblick
    Reply Februar 03, 14:58 #11 Kilian von Finanzdurchblick

    Hallo Dummerchen,

    schön, dass man etwas mehr über dich erfahren darf, wenn auch nicht deinen Job 😉

    Ich denke, dass der Mittelweg die Lösung ist. Wer denkt, dass die finanzielle Freiheit in X Jahren einem das große Glück bereiten wird, der irrt sich in meinen Augen.
    Sie kann einen glücklicher machen, aber nur wenn man in seinem aktuellen Leben schon zufrieden ist. Unzählige Jahre in einem Job zu verbringen, der einen nur nervt, um die finanzielle Freiheit zu erreichen, finde ich eine sehr schlechte Lösung.
    In diesem Sinne habe ich auch größten Respekt vor deiner Entscheidung!

    Eine Frage hab ich noch: Verdienst du in deinem neuen Job deutlich wengier, sodass es eine Entscheidung zwischen Zufriedenheit im Hier und Jetzt und der Finanziellen Freiheit war?
    Oder wird es dir dennoch gelingen, diese zu erreichen?

    Beste Grüße
    Kilian

    • Dummerchen
      Reply Februar 03, 18:45 Dummerchen

      Hallo Kilian,

      ja, jedem, der nach der finanziellen Freiheit (FF) strebt, gönne ich dies von ganzem Herzen. Ich gönne ihm aber noch viel mehr, dass er jetzt und hier wirklich glücklich und zufrieden lebt. Ich habe mir lange genug gesagt, dass ich „eigentlich doch ganz zufrieden“ sein kann. Nette Kollegen, gute Chefs, interessante und abwechslungsreiche Aufgaben, gutes Gehalt. Was will man mehr? Bei mir war es der tiefere Sinn, der mir gefehlt hat.
      Wenn jemand beide Aspekte unter einen Hut bekommt: Perfekt!

      Zum Verdienst: Ich verdiene rund 75%-80% vom alten Gehalt. Da die wenigsten Ingenieure am Hungertuch nagen, reicht auch das noch prima zum Leben – ich bin ja eher genügsam und brauche keine Statussymbole. Ich habe das Gefühl, dass ich schon in dem Moment, in dem ich meine Entscheidung für den neuen Beruf gefällt habe, finanzielle Freiheit gespürt habe. Nicht in dem klassischen FIRE-Verständnis der MMM-Anhänger – ich kann sicher noch nicht von meinen Rücklagen leben, aber ich kann es mir leisten, weniger zu verdienen und werde trotzdem im Rentenalter etwas auf der hohen Kante haben. Ob es zur finanziellen Freiheit (im FIRE-Sinne) reicht, wird man sehen. Gegenwärtig bin ich so glücklich mit dem, was ich mache, dass ich mir auch gut vorstellen könnte, den Beruf bis ins Rentenalter auszuüben und höchstens den zeitlichen Umfang irgendwann zu reduzieren. FF ist auf jeden Fall nicht mehr DAS Ziel.

      Lieben Gruß
      Dummerchen

  12. Picaxu
    Reply Februar 03, 09:55 #12 Picaxu

    Schöner Artikel! Ich finde mich in jeder Zeile wieder, suche allerdings noch das glückliche Ende … und habe gehofft, dass du uns deine Lösung verrätst. Vielleicht bist du ja auf dem Sauerkraut und Zaster Treffen dabei 😉

    Mein Tipp Agrarmeister oder im etwas im Bildungsbereich 🙂

    Lieben Gruß
    binh

    • Dummerchen
      Reply Februar 03, 18:26 Dummerchen

      Liebe Binh,

      wenn Du Dich wiederfindest, bist wohl auch Du auf der Suche. Ich habe mich in der Zeit meiner Suche mit verschiedenen Büchern zum Thema Berufswahl beschäftigt. Am meisten hat mich „Ihr Pferd ist tot? Steigen Sie ab!“ von Tom Driesbrock in meiner Entscheidungsfindung vorangebracht. Er geht vor allem auch auf die Gründe ein, die uns zögern und lieber am alten festhalten lassen. Dieser selbstentlarvende Blick von außen half mir sehr. Vielleicht hilft es ja auch Dir?

      Meine Lösung ist leider (vermutlich) nicht Deine Lösung. Oder bist Du auch Ingeniöse und möchtest Bäuerin werden 😛 ?

      Lieben Gruß nach Mitte 😉
      Dummerchen

      • Picaxu
        Reply Februar 03, 23:55 Picaxu

        Hallo Dummerchen,

        ein wahrlich aufmerksamer Leser bist Du 😉
        Danke für den Buch Tipp, ich bin gespannt! Wobei das Absteigen nicht mein Problem ist – zumindest glaube ich das -, sondern auf welches Pferd steige ich auf?

        Deine neue Tätigkeit, Ich bleibe neugierig 🙂 Nicht weil ich mir dadurch direkte Abhilfe verspreche, sondern es interessiert mich der damit verbundene Herzenswunsch. Worin andere Menschen ihr (berufliches) Glück finden. Vor allem bei Menschen, die erst auf Umwegen dazu gekommen sind.

        Lieben Gruß,
        b.

        • Dummerchen
          Reply Februar 04, 22:48 Dummerchen

          Hallo Binh,

          was würdest du am liebsten machen, wenn Geld keine Rolle spielen würde? Spinn doch einfach mal ins blaue und lass alle Gedanken zu. Ganz egal wie verrückt oder unvernünftig sie klingen mögen. Schreib dir alles auf und lass die Gedanken einfach mal kreisen. Ich hatte spontan ein paar Ideen (teilweise ehrenamtliche Aufgaben), die aber teilweise Gemeinsamkeiten aufwiesen. Dass es da einen so zentralen Wunsch in mir gab, war mir zuvor nie aufgefallen. Vielleicht kommst du ja auch auf ähnlichem Wege deinem Herzenswunsch auf die Schliche?!
          Wie und ob man diesen Herzenswunsch dann in einem Beruf wiederfindet, kann man dann ja in einem nächsten Schritt prüfen. Vielleicht geht das ja auch im gleichen Beruf und/oder in der gleichen Firma? Es muss ja auch nicht immer gleich eine riesige Veränderung sein, die das Leben bereichert.

          CU,
          Dummerchen

  13. Alexander
    Reply Februar 03, 09:50 #13 Alexander

    Hallo Dummerchen,
    großartige Entscheidung, gratuliere!
    Wie war das: „Mein trauert vor allem den Chancen nach, die man nicht ergriffen hat.“ oder so ähnlich. Das ist auch eine finanzielle Freiheit, die ich mir vorstellen kann: Nicht nur auf das Geld hören zu müssen. Der asketische Weg, der schrittweise dazu führt, gar nichts mehr verdienen zu müssen, ist mir zu viel des Konsumverzichts.
    Trotzdem: es braucht Mut, den notwendigen Schritt in unbekanntes Land zu tun. (Wo auch immer das Land jetzt liegt. Mein Tipp: Reiseführer) 😉
    Gruß, Alexander

    • Dummerchen
      Reply Februar 03, 18:13 Dummerchen

      Hallo Alexander,

      danke. Ja, ich bin auch total froh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Neben der Heirat meiner Frau wohl war dies die wichtigste Entscheidung in meinem (bisherigen) Leben.
      Nicht ergriffene Chancen kennt man wohl nur zu gut. Und hinterher steht man vor dem Spiegel, schaut sich selbst in die Augen, ärgert sich über sich selbst und wünscht sich, man hätte den Mund aufgemacht, nicht passiv abgewartet und stattdessen das Heft des Handelns ergriffen.
      Ich habe den Moment auch als finanzielle Freiheit verstanden – nicht in dem übliche genannten Sinne (FIRE, etc.), sondern unabhängig vom Geld entscheiden zu können.
      Der Mut hat sich auf jeden Fall gelohnt – das unbekannte Land hat sich noch als viel erfüllender herausgestellt als ich es mir im Vorfeld ausgemalt hatte.

      Lieben Gruß
      Dummerchen

  14. Jan
    Reply Februar 03, 09:43 #14 Jan

    Hallo Dummerchen,

    ein toller Artikel, vielen Dank dafür. Ich kann dir nur Recht geben. Geld alleine macht nicht glücklich. Es nimmt einem aber den Druck, Angst vor der Zukunft oder Unvorhergesehenem und gibt einem hier und da ein bisschen mehr Freiheit.
    Ich möchte kein Leben führen in welchem ich täglich mit Angst aufwache, dass irgend etwas kaputt geht und mich eine hohe dreistellige Rechnung sofort aus der Bahn wirft.

    VG
    Jan

    PS. Deine Jobwahl macht wirklich neugierig 🙂

    • Dummerchen
      Reply Februar 03, 18:03 Dummerchen

      Ja, meiner Meinung nach sollte man versuchen, die gesunde Balance zwischen dem „Hier und Jetzt“ und der Zukunft und seinem Herausforderungen zu finden. Die Angst vor der dreistelligen Rechnung lässt sich hoffentlich schon mit einem vernünftigen Notgroschen nehmen.

      Mir war es in der Situation wichtig, auch in dem Fall, dass ich den anvisierten Job nicht bekommen hätte, Optionen zu haben. Dazu wollte ich vor allem Zeit haben, um eine wirklich passende Stelle zu finden. Zeit ggf. ohne Einkommen.

      Die Neugier kann ich verstehen – aber es spielt wirklich keine Rolle, ob ich Hundetrainer, Rettungsschwimmer, Pilot oder Kindergärtner bin. Man ist überrascht, was alles geht – wenn man will.

  15. Lars
    Reply Februar 03, 09:41 #15 Lars

    Klasse Artikel vom „Dummerchen“. Ich habe eine ähnliche Entscheidung selbst vor ca. 4 Jahren getroffen und weiß, wieviel Mut sie erfordert.

    • Dummerchen
      Reply Februar 03, 17:50 Dummerchen

      Danke, Lars. Ja. Für diesen Schritt hat es tatsächlich Mut gebraucht. Von außen betrachtet mag das alles gar nicht so spektakulär wirken, innerlich ist das aber schon nicht leicht gewesen. Man studiert 5 Jahre, arbeitet dann 15 Jahre in dem Gebiet und sagt von heute auf morgen „Auf Wiedersehen, altes Umfeld.“ (Einen Weg zurück gäbe es selbstverständlich, ich persönlich hätte es aber als persönliche Niederlage sehen, wenn ich meinem Herzenwunsch nicht gewachsen gewesen wäre.)

  16. Nico von Finanzglück
    Reply Februar 03, 09:35 #16 Nico von Finanzglück

    Hallo Dummerchen,

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinem ersten Gastartikel, der Dir sehr gelungen ist. Auf das noch viele folgen werden!

    Mein Tipp ist Flugbegleiter.

    Du hast mich neugierig gemacht 😉

    Alles Gute, Nico

    • Dummerchen
      Reply Februar 03, 17:43 Dummerchen

      Danke für Dein Lob, Nico! Ist tatsächlich etwas ungewöhnlich „auf der anderen Seite“ zu sitzen – üblicherweise gebe ich ja meinen Senf zu allem ab 😉 . Ob noch weitere folgen? Mal sehen. Dieser ist jetzt sehr spontan und unerwartet entstanden…

      „Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…“ – Flugbegleiter, Pilot, Reiseführer. Ich frage mich, ob da eigene Träume zum Vorschein kommen?!

      • Teddy
        Reply Februar 03, 19:33 Teddy

        Genau das Gleiche habe ich mich auch beim Lesen der Kommentare gefragt 🙂 Hinter den Tipps könnte schon ein eigener tieferer, insgeheimer oder vielleicht ganz unbewusster Wunsch stecken.. Sehr inspirierender Beitrag. Herzliche Grüße.

        • Dummerchen
          Reply Februar 03, 22:10 Dummerchen

          Wer weiß? Vielleicht wollte ich genau so etwas provozieren 😉 ?

          Liebe Grüße
          Dummerchen

      • Nico von Finanzglück
        Reply Februar 04, 20:09 Nico von Finanzglück

        Haha! Da hast Du wohl Recht. Die Reiserei ist tatsächlich meine große Schwäche. An Flugbegleiter hatte ich bewusst noch gar nicht gedacht. Sollte ich mal ausloten 🙂

Ihre Daten sind sicher! Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Mit * gekennzeichnete Daten sind Pflichtfelder.