Rückblick Q1|Q2 2022: Das Marktumfeld wird rauer

Nachdem Corona uns 2020 und 2021 in Atem gehalten hat, bin ich voller Vorfreude in das neue Jahr gestartet. Jetzt würden „normale“ Zeiten kommen und ich könnte in null Komma nichts das Wachstum der Finanzküche vorantreiben. Kurze Zeit später rollten die Panzer. Krieg in Europa.

Es dauerte eine Weile, bis ich meinen Fokus wieder auf die Arbeit legen konnte. Gedanklich war ich ganz woanders.

Die Auswirkungen merkten wir sofort beruflich. Mit Beginn des Krieges brachen unsere Neuanfragen für Beratungen ein.

Im Folgenden schauen wir uns an:

  • Wie sich Podcast, Website und Umsatz im ersten Halbjahr entwickelt haben
  • Welche praktischen Auswirkungen die steigenden Zinsen mit sich gebracht haben
  • Wo ich persönlich den Fokus gesetzt habe
  • Und wir wagen einen Ausblick auf die zweite Jahreshälfte

Vorteile der Selbständigkeit

Seitenaufrufe & Podcast-Entwicklung

Einen Einbruch um nahezu 50 Prozent verzeichnen wir bei den Seitenaufrufen der Finanzküche. Ein Stück weit war diese Entwicklung vorherzusehen, da wir im Gegensatz zum Vorjahr kaum Inhalte veröffentlicht haben.

Wie viele Seitenaufrufe wir tatsächlich haben, lässt sich schwer feststellen, da wir nicht genau wissen, wie viele Besucher sich gegen die Nutzung von Cookies entscheiden.

Seitenaufrufe Finanzküche erstes Halbjahr 2022 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021

Seitenaufrufe Finanzküche erstes Halbjahr 2022 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021

Für das zweite Halbjahr bin ich optimistisch, dass wir die negative Entwicklung korrigieren können. Die Unterstützung durch Birgit kommt immer mehr zum tragen, sodass in Zukunft wieder alle zwei Wochen ein Beitrag erscheinen wird.

Bei den Podcast-Downloads ergibt sich ein ähnlich schlechtes Bild:

  • Erstes Halbjahr 2022: 3.778 Downloads
  • Erstes Halbjahr 2021: 8.655 Downloads

Das entspricht einem Rückgang von etwa 56 Prozent.

Arbeitszeit: Stärkerer Fokus auf Familie und Gesundheit

Im ersten Halbjahr 2022 habe ich 654 Stunden gearbeitet. Zum Vergleich:

Ein Vollzeitbeschäftigter arbeitet etwa >800 Stunden im ersten Halbjahr eines Jahres.

Im Vorjahreszeitraum bin ich noch auf 801 Stunden gekommen. Einen Teil meiner reduzierten Arbeitszeit konnte >Birgit auffangen.

Im Rahmen meiner reduzierten Arbeitszeit war ich mit Beratungen ausgelastet, sodass ich weniger Zeit für die Finanzküche hatte. Dabei habe ich mich bewusst zurückgenommen.

Im ersten Quartal war die Zeit mit meiner Frau und meinem Sohn sehr intensiv. Im zweiten Quartal konnte ich den Fokus mehr in Richtung eigene Gesundheit verschieben. Selbstredend bin ich das Thema Sport zu forsch angegangen, sodass meine Achillessehne Zuneigung einfordert.

Die schmerzende Achillessehne ist ein Geschenk. Sie hat mich dazu gebracht, dass erste Mal in meinem Leben eine nachhaltige Dehnungs-Routine einzuführen. Das Thema Rückenschmerzen konnte ich bereits auf ein Minimum reduzieren und die Sehne wird Stück für Stück besser. Da Laufen noch kontraproduktiv ist, habe ich meine Zeiten auf dem Rad ausgebaut.

Bei der Suche nach einem Rennrad hat mich die Realität der gestörten Lieferketten eingeholt. Bereits seit April versuche ich ein Rad zu erwerben, welches meinen Vorstellungen entspricht und einen fairen Preis hat. Ende August wird es voraussichtlich soweit sein und ich kann von meinem Trekkingrad endlich wieder auf ein Rennrad wechseln. Auf diesen Moment freue ich mich wie ein Schneekönig.

Umsatzentwicklung

Während das erste Quartal mit einem Umsatzwachstum von 41 Prozent nahtlos an das gute Jahr 2021 anschloss, holte uns danach die Realität ein. Im zweiten Quartal mussten wir einen Rückgang von 11 Prozent verzeichnen.

Mit Beginn des Ukraine-Krieges brachen die Neuanfragen ein. Mittlerweile haben wir uns wieder auf einem guten Niveau eingependelt. Positiv hat sich in dieser schwierigen Phase bemerkbar gemacht, dass wir von unseren Mandanten immer häufiger direkt weiterempfohlen werden – was eine tolle Wertschätzung unserer Arbeit ist.

Für das erste Halbjahr 2022 ergibt sich aus den ersten beiden Quartalen ein Umsatzplus von 10 Prozent.

Angepeilt haben wir für das Gesamtjahr eine Steigerung um 30 Prozent. Realistisch sind aus heutiger Sicht 20 Prozent.

Lieferengpässe, Inflation, Zinsen & Krieg

Dieses Jahr kommt einiges zusammen.

  • Der Krieg in der Ukraine wirbelt den Energiemarkt durcheinander.
  • Lockdowns bremsen die wirtschaftliche Entwicklung in China und lassen Lieferketten kollabieren.
  • Die Inflation belastet die Kaufkraft und lässt die Zinsen steigen

Gerade letzteres hat uns in der >Finanzplanung beschäftigt. Wir haben einige Mandanten, die sich den Wunsch nach einem Eigenheim erfüllen möchten. Hier führen die höheren Zinsen zu Budgeteinschränkungen und teilweise dazu, dass der Hauswunsch zurückgestellt werden muss.

Hast du 2021 ein Darlehen über 600.000 Euro zu 1,3 Prozent Zinsen pro Jahr abgeschlossen, musst du heute einen Zins von 3,5 Prozent einplanen. Für die monatliche Rate bedeutet das bei einer Tilgung von 2 Prozent pro Jahr eine monatliche Belastung von 2.750 Euro

Bei Zinsen von 1,3 Prozent wären es noch 1.650 Euro pro Monat gewesen. Berücksichtigst du jetzt noch Wohnnebenkosten, Versicherungsbeiträge, Instandhaltung und Ausgaben für den Garten bewegst du dich beiden laufenden Kosten in Richtung 3.500 Euro pro Monat nur für das Eigenheim.

Die Auswirkungen für Kapitalanleger aus dem Euro-Raum haben sich dagegen in Grenzen gehalten – zumindest, wenn wir uns global diversifizierte Portfolios anschauen, die ihren Schwerpunkt häufig im Dollar-Raum haben. Der Dollar hat im Vergleich zum Euro deutlich aufgewertet, was den Kursrückgängen an den Kapitalmärkten entgegengewirkt und Verluste eingegrenzt hat.

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Ausblick auf die zweite Jahreshälfte

In der zweiten Jahreshälfte werden wir alles dafür tun, möglichst nahe an das Jahresziel von 30 Prozent Umsatzwachstum heranzukommen. Dafür werde ich meine Arbeitszeit etwas anheben und Birgit wird ab dem 01.11. Vollzeit in der Finanzküche dabei sein. Das Wachstum ist notwendig, damit wir unser >Team zügig ausbauen können.

Richtung September werden wir den Relaunch des >Honorarberatungs-Bereichs der Finanzküche durchführen. Das Ziel ist, noch transparenter zu kommunizieren, wie unsere Dienstleistung aufgebaut ist, für wen diese passend ist und wie sich das Honorar zusammensetzt. Ich bin gespannt, wie sich das auswirken wird.

Neben den beruflichen Zielen habe ich im September einen 10-Kilometer-Lauf auf dem Plan und im Oktober einen Halbmarathon. Ob das klappt, hängt maßgeblich an meiner Achillessehne. Im Anschluss werde ich daran arbeiten, dieses Jahr endlich eine einarmigen Klimmzug zu realisieren (den habe ich schon seit mehreren Jahren auf meiner Liste …).

Daneben fasziniert mich gerade das Thema Ernährung im besonderen Maße. Mein besonderes Augenmerk liegt darauf, wie ich die physische und psychische Gesundheit aktiv unterstützen kann. Ich bin gespannt, wie mir das gelingt. Bisher lag mein Fokus vor allem auf Genuss und einem vollem Magen.

Resümee

Das Marktumfeld ist rauer geworden. Nach zwei schwierigen Monaten im zweiten Quartal konnten wir die Geschäftsentwicklung stabilisieren. Praktische Auswirkungen haben in unserem Beratungsalltag vor allem die steigenden Zinsen, welche den Wunsch nach der eigenen Immobilie vor Herausforderungen stellt.

Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

Portrait vom Autor dieses Artikels
Über Christoph Geiler

Als Finanzberater bin ich auf die Themen Finanzplanung, Geldanlage und Altersvorsorge spezialisiert. Als Finanzkoch bin ich konzeptionell tätig und erstelle Inhalte. In meiner Freizeit schwinge ich den Kochlöffel, treibe Sport und spiele mit meinem Sohn.