Warum sich aktives Investieren nur lohnt, wenn du stinkreich bist

Kann man den Markt schlagen? Die Wissenschaft sagt nein. Zu effektiv sind die Märkte in der Verarbeitung von Informationen. Die extremen Kursausschläge der heutigen Zeit sind Zeugen dieser Effektivität.

Du kannst es gut beobachten, wenn Zentralbanken Zinsänderungen bekannt geben. Je nachdem, wie die Änderungen ausfallen, geht es für ganze Indizes rauf oder runter – und das bloß Sekundenbruchteile nach der Entscheidung.

Das Gleiche spielt sich ab, wenn Informationen über einzelne Unternehmen die Runde machen.

Du kannst natürlich trotzdem versuchen, den Markt zu bezwingen. Dafür musst du einfach die vorhandenen Informationen besser interpretieren als die anderen Marktteilnehmer. Möglich oder nicht? Das musst du entscheiden. Die Frage ist, wie viel Überrendite kannst du erreichen und wie viel Zeit musst du dafür aufwenden? Meine These:

Wenn du dem Markt bloß einige Prozente extra abknöpfst, lohnt sich aktives Investieren nur, wenn du stinkreich bist.



Warum sich aktives Investieren nur lohnt, wenn du stinkreich bist


Ich rufe in den Zeugenstand:

Die Opportunitätskosten

Opportunitätskosten entstehen, wenn du eine Handlungsalternative nicht wahrnimmst. Wenn du in der Woche 10 Stunden für deine Geldanlage aufwendest, statt zu arbeiten, entstehen dir Kosten in Höhe deines fiktiven Arbeitslohns.

Zur Verdeutlichung betrachten wir die Geschwister Karl und Carla. Karl ist begeisterter Börsianer. Regelmäßig setzt er sich auf seinen Hosenboden und analysiert den Aktienmarkt. Das verschafft ihm gegenüber Carlas passivem ETF-Depot eine jährliche Überrendite von 2 Prozent und eine ordentliche Portion Stolz.

Regelmäßig zieht er seine Schwester damit auf – bis es ihr reicht und sie ihm eine Wette anbietet. Sie wettet, dass sie eher 500.000 Euro zusammen hat als Karl. Die Bedingungen sind:

  • Beide investieren wie bisher 400 Euro pro Monat
  • Startkapital: 5.000 Euro
  • In der Zeit, in der Karl Aktien analysiert, geht Carla arbeiten. Der Minijob bringt ihr 450 Euro, die sie zusätzlich jeden Monat investiert
  • Wer zuerst 500.000 Euro hat, gewinnt ein Eis

 

Die Eisdiele

Nach 21 Jahren und einem Monat treffen sich Karl und Carla auf ein Eis …

Karl bezahlt.

Während Carla bereits 500.000 Euro zusammen hat, steht Karls Depot noch bei knapp 320.000 Euro. Nachrechnen kannst du hier: Sparplan berechnen

 

Aktives Investieren lohnt sich nicht

Zugegeben, das kleine Rechenspiel hat viele Variablen. Die Höhe der Sparrate, das Anfangskapital oder die Zeit, die für die Aktienanalyse aufgewendet wird. Steuern sind gar nicht berücksichtigt. Aber es wird deutlich, dass ein paar Prozent extra für den Otto-Normalsparer den Aufwand nicht wert sind …

Zumal in Frage steht, ob es überhaupt möglich ist, den Markt zuverlässig zu schlagen. Dazu bei der Frankfurter Allgemeinen im Gespräch: Eugene Fama – Niemand ist schlauer als der Markt

Erst wenn du ein ansehnliches Vermögen hast, brauchst du über aktives Investieren nachzudenken.

Unsere Carla verdient mit ihrem Minijob 5.400 Euro zusätzlich pro Jahr. Das entspricht 2 Prozent Rendite auf 270.000 Euro … risikofrei! Erst nachdem Karl 270.000 Euro zusammen hatte, hätte er seine Zeit in die Aktienanalyse investieren dürfen. Dann wäre er vor Carla am Ziel gewesen.

 

Definiere dein Ziel und schau dann welchen Weg du wählst

Wir stecken so in unserem Alltag fest, dass wir blind für einfache Lösungen sind. Wir nehmen uns nicht die Zeit, einen Schritt zurückzutreten, um das Bild in seiner Gesamtheit zu betrachten. In der Folge laufen wir einfach los. Wir laufen los, ohne genau zu wissen, wo wir hin wollen.

Doch wie sollen wir wissen, ob der Weg, den wir eingeschlagen haben, der Richtige ist, wenn wir das Ziel nicht kennen?

Damit wir uns nicht verlaufen, müssen wir uns Zeit nehmen. Abschalten. Augen schließen. Das Ziel sehen. Unsere Vorstellungskraft unterscheidet uns von den Tieren. Benutzen wir sie. Los geht’s …

Wenn ich die Augen schließe, sehe ich saftiges, grünes Gras. Die Sonne scheint. Ich sitze an einer langen Tafel – Um mich herum meine Familie. Es duftet nach Essen. Die Kinder toben herum. Ich bin nicht älter als 40 und verschwende keinen Gedanken an Geld. Ich habe meine eigenes Beratungsunternehmen und es läuft gut. So gut, dass ich nebenbei ein Restaurant führen kann. Dort sitzen wir gerade alle zusammen.

Kurz und knapp. Ich will

  • eine eingeschworene Familie
  • ein Finanzberatungsunternehmen, dass seine Kunden in den Mittelpunkt stellt
  • und ein eigenes Restaurant.

Seit ich mein Ziel kenne, fließt in mein Depot kein Geld mehr. Mein bereits investiertes Geld ist passiv angelegt. Selbst wenn ich glauben würde, den Markt schlagen zu können – meine Zeit ist woanders besser aufgehoben. Die Opportunitätskosten sind zu hoch …

 

Fazit

Vor jedem Investment steht die Frage: Was möchte ich erreichen und wie hilft es mir dabei?

Dabei gilt: Aktives Investieren lohnt sich nur, wenn du stinkreich bist und eine zuverlässige Überrendite erwirtschaften kannst.

Was denkst du über aktive Anlagestrategien? Was sind deine Ziele? Lass es mich im Kommentarbereich wissen.

 

PS:

„Stinkreich“ ist keineswegs negativ behaftet. Es gibt mehrere Erklärungen für die Herkunft dieser Redewendung. Eine ist, dass die Färber im Mittelalter aus der Färberwaid (Pflanze) Farbpulver gewonnen haben. Damit dieses Pulver die richtige Farbe bekommt, muss es mit Urin angereichert werden. Es bedarf nicht viel Vorstellungskraft, sich auszumalen wie die Mischung mit der Zeit gestunken haben muss …

Da Färber zu dieser Zeit ein hohes Einkommen hatten, waren sie im wahrsten Sinne des Wortes „stinkreich“.

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Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

Bildquelle: © tonidalmases – fotolia

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Kommentare

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19 Kommentare

  1. Christian
    Reply Dezember 05, 08:55 #1 Christian

    Ich schätze Deinen Blog sehr und finde, dass du viele gute Beiträge bringst. Dafür erstmal danke!
    Allerdings bin ich in diesem Fall völlig anderer Meinung und finde, dass Du das Thema etwas einseitig beleuchtet hast. Ich möchte auch begründen weshalb:

    Aktives Investieren lohnt sich nur, wenn man stinkreich ist? Wie viele andere hier, ist meiner Meinung nach genau das Gegenteil der Fall: Passives Investieren, wie es heute überall empfohlen wird mit einer durchschnittlichen Rendite von ca. 6% (Im Moment wegen der deutlich zu teuren Märkte wohl eher weniger). Lohnt sich nur, wenn man viel Geld ansparen kann oder bereits viel hat. Wer soll denn mit wenigen hundert Euro im Monat und dieser Rendite langfristig etwas großes Erreichen?
    Natürlich ist es ein guter Ansatz überhaupt zu investieren, aber für die meisten Menschen wird es langfristig lediglich ein keines „Zubrot“ sein.
    Der Zeitfaktor ist beim aktiven Investieren natürlich etwas höher, da gebe ich Dir recht. Allerdings ist es keinesfalls so, dass man 12 Stunden die Woche aufwenden muss. Der positive Nebeneffekt ist allerdings, dass man dabei wirklich etwas über Wirtschaft und das Investieren lernt und somit noch sein Humankapital erhöht, was langfristig viel mehr Wert ist als die eigentliche Aktienrendite. Humankapital hat meiner Erfahrung nach die höchste Rendite, somit sind die „Opportunitätskosten“ nicht vorhanden.

    Trotzdem liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg,
    Christian

  2. Arnold Balzer
    Reply Mai 15, 18:34 #2 Arnold Balzer

    Hallo Finanzkoch, in deinem Blogeintrag bringst du zwei Behauptungen, die völlig haltlos sind. Das fängt schon mit dem Titel an:

    Aktives Investieren lohnt sich nur, wenn du stinkreich bist?
    Nee, genau das Gegenteil ist richtig!

    1. Wenn du noch nicht stinkreich bist MUSST du traden/investieren, um aus dem Startvermögen möglichst schnell ein großes zu machen. Das geht! Belegbare Beispiele s. unten.
    2. Umgekehrt, wenn du schon stinkreich bist (also nur um mal ne konkrete Zahl zu nennen, wenn du schon Multimilliadär bist), ist es viel schwieriger, jährlich mehrere 10% Rendite auf das vorhandene Vermögen zu erzielen. Aber in diesem Stadium kann man sich ein üppiges passives Einkommen gönnen, ohne jeden Tag auch nur 10 min in die Marktbeobachtung zu stecken.
    Das ist die erste falsche Aussage in deinem Post.

    Die zweite falsche Aussage betrifft die Behauptung, man könne nicht den MArkt schlagen und Opportunitätskosten für 10 Std/Wo. (also 2 Std pro Börsentag) müssten gegengerechnet werden, in denen man durch einen Minijob 450 € pro Monat erzielen könne!
    Dein Beispiel von Karl und Carla ist derart zusammengezimmert, dass es dein Vor(!)-Urteil bestätigt. Ich könnte jetzt eines von Emma und Erwin konstruieren, das das Gegenteil beweist – aber bleiben wir sachlich und halten uns an Fakten:
    Die gute Carla geht also neben ihrer Hauptbeschäftigung mit 40-Stundenwoche noch minijobben, eine Hauptbeschäftigung muss sie ja haben, denn von nur 5 TEUR Vermögen kann man ja schlecht leben! Und mit diesem Minijob will sie also bei 2 Std täglichem Gesamt(!)-Zeitaufwand 450 Piepen monatlich als kleines Extra erzielen! Donnerwetter! Von diesen 2 Std muss man die Wegezeit (sagen wir 30 min einfache Strecke) abziehen (!), denn sonst stimmt das mit Karls Opportunitätskosten nicht mehr. Bleiben also 1 Std Arbeitszeit täglich, durchschn. 22 Std pro Monat. Den Arbeitgeber möcht ich kennenlernen, der mir für 22 Std 450 € zahlt! Das sind rund 20 €/Std (netto!) und damit mehr als das Doppelte des Mindestlohn-Bruttos von 8,50 €! Für den Arbeitgeber kommen dann noch lächerliche 31% Extraabgaben dazu, aber das braucht die gute Carla nicht kümmern, ist ja nicht ihr Geld, gell?
    Das mit dem Minijob ist also nicht nur an den Haaren herbeigezogen, sondern auch völlig wirklichkeitsfremd! Können wir uns darauf einigen?

    Des weiteren zur Behauptung, man könne durch kluges (!) Anlegen/Investieren/Traden nicht den Markt schlagen: Auch das ist Unsinn! Wenn es ca. 90% aller Privatanleger (genauere Zahlen lassen sich systembedingt schlecht ermitteln, ist aber auch sekundär) es nicht schafffen, dauerhaft profitabel zu sein und gar noch Überrenditen zu erzielen, dann ist das kein Beweis für die Unmöglichkeit, den Markt zu schlagen. Vor 500 Jahren waren 99,99% der Bvölkerung der Meinung, die Erde sei eine Scheibe. Also: Die Mehrheit entscheidet nicht über wahr oder unwahr.

    Die Märkte können so effizient sein, wie sie wollen, das hat mit dem „den-Markt-schlagen“ nichts zu tun, auch wenn der gute Fama das evtl. so hinbiegt.
    Welchen Markt gilt es zu schlagen? Da die gute Carla ein ETF-Depot führt zwecks Erzielung passiven Einkommens, wird sie wohl keine riskanten ETFs wählen, die in Emerging Markets oder Rohstoffmärkte investieren, sondern wohl DAX und/oder DOW als Benchmark setzen. Diese Märkte kann man sehr wohl schlagen, wenn man von den jeweils 30 Werten die Loser meidet und allein auf die Gewinner setzt. Wenn derzeit durch Regierungs- und Notenbank-Murks wie Energiewende und Nullzinspolitik die Geschäftsmodelle von Versorgern (RWE, EON) und Banken (DeuBa, CoBa) zerstört werden, sollte man als Anleger diese tunlichst meiden. Dagegen kann man ggf. Gewinner aus der zweiten Reihe (MDAX) hinzunehmen, wenn man breiter streuen will.

    Ich denke, für dieses Stockpicking sind weniger als 2 Std/tgl. erforderlich. Wer sich der Mühen des Selberdenkens nicht unterziehen will, kann Börsenbriefe abonnieren, die nachweislich (!) und notariell beglaubigt (!) selbst in Baissejahren in ihren Realgeld-Depots Gewinne erzielen konnten.
    Es liegt mir fern, Werbung für derartige Dienste zu machen, aber nur um des Beweises meiner Behauptung willen will ich hier zwei Links angeben:
    http://www.mastertraders.de/premium/trading-channel-info/der-mastertrader
    http://www.mastertraders.de/premium/trading-channel-info/highperformance-aktien
    Das Zweite ist ausdrücklich zum Nachtraden für kleine Anfangsdepots geeignet.
    Die Strategien von mastertraders.de verfolge ich seit vielen Jahren und halte die Leute für seriös, im Gegensatz zu vielem anderen was sich so im WWW tummelt.

    Viele Grüße
    Arnold

    • Finanzkoch
      Reply Mai 17, 16:05 Finanzkoch Author

      Hallo Arnold,

      das ist ja fast ein ganzer Beitrag geworden 🙂

      In der Tat wird es immer Jemanden geben, der den Markt schlagen wird, sogar sehr deutlich schlagen wird. Das Problem ist, dass wir vorher nicht wissen, wer das sein wird. Auch die Entwicklung von EON und RWE lässt sich schwerlich vorhersagen – mit vorhersagen meine ich: Besser vorhersagen, als das die Masse der Anleger kann.

      Selbst wenn jemand durch cleveres Traden besser abschneiden kann als der Markt, braucht es noch eine zweite Zutat:

      Das unerschütterliche Mindset eines Berges … weit über 90 Prozent aller Menschen dürften meiner Erfahrung nach daran scheitern. Dazu mein Artikel beim Finanzrocker:

      Risiko: 10 psychologische Fallstricke, die dir zum Verhängnis werden können

      Das Problem mit den Gewinnern der Vergangenheit ist, dass sie in Zukunft zu den Verlierern gehören können. Dazu mein Artikel:

      Was du vom tiefen Fall der Fondslegende Bill Miller lernen kannst

      Ziel dieses Beitrages ist es, aufzuzeigen, dass bei der Bewertung aktiver Anlagestrategien die Opportunitätskosten einbezogen werden müssen. Das mein Beispiel je nach Annahmen zu anderen Ergebnissen führt, da sind wir uns einig.

      Liebe Grüße
      Christoph

      P.S.
      Hoffentlich ist unsere Carla clever und kauft nicht einfach nur den DAX 🙂

  3. Chris
    Reply Februar 06, 21:47 #3 Chris

    Sehr schwammig und plakativ formuliert, aber klar du schreibst hier keine Doktorarbeit sondern fürs Laienpublikum. Aber man sollte es sich nicht zu einfach machen. Bevor du gleich zur Einleitung schonmal „schlussfolgerst“, man könne durch aktives Handeln den Markt nicht schlagen, wäre es besser, du definierst erstmal klar ein paar Begriffe bevor du mit ihnen hantierst.

    1.) Was ist für dich „aktives Handeln“ überhaupt ? Das Spektrum reicht da ja vom Sekunden-Trader, der stundenlang am Tag vor seinem Computer hockt, über Strategien die aller paar Wochen mal was umschichten zu entspannten Vorgehensweisen die eigentlich nur einmal im Jahr handeln, usw. Deine Anekdote von Carla und Karl, der anscheinend mehrere Stunden die Woche damit beschäftigt ist, zeigt ja schon dass du vor allem ein Bild von der ersteren Gruppe dabei erzeugen willst. (Da würde ich mich zum Beispiel eher fragen, ob es Karl nicht hinkriegt seine Prozesse effizienter zu gestalten. Was macht er denn die ganze Zeit konkret, „den Aktienmarkt analysieren“ ? Er sollte lieber die Zeit investieren, ein automatisches Handelssystem dafür zu programmieren und kann danach chillen.)

    2.) Was ist für dich, im Gegensatz dazu, „passives Investieren“ überhaupt ? Der reinen akademischen Theorie nach ist das sowieso nur ein Ideal, das es in der Realität nicht gibt, und dem man sich nur mehr oder weniger annähern kann. Es geht dabei eigentlich nur um zwei Dinge: Man solle soweit wie möglich einfach ALLE Aktien die es gibt (also keine Unterauswahl „Stockpicking“) zu JEDEM Zeitpunkt besitzen (also kein Markettiming, sondern ewig liegenlassen). In der Praxis ist das ohne Kompromisse so nicht möglich – auch wenn günstige ETFs auf breite Standardindizes das aktuell wohl am nahekommenste Vehikel dafür sind, enthält z.b. auch der ACWI noch nicht „alle“ Aktien der Welt. „Passives“ Investieren heißt, den Einfluss „eigener Entscheidungen“ soweit es geht auszuschalten. Ist jemand, der sich zum Beispiel für eine regionale ETF-Aufteilung (statt nur ACWI) entscheidet, schon ein „aktiver Anleger“ ? Ist jemand, der z.B. dazu noch Smallcaps (zur kompletteren Abdeckung des ganzen Breitmarkts) mit ins Depot aufnimmt, ein „aktiver Anleger“ ? Ist die Entscheidung, ob ich lieber 100€ jeden Monat, oder 300€ jedes Quartal investiere, schon „aktives Handeln“ ? Was ist damit, wenn sich jemand dafür/dagegen entscheidet, auch noch andere Anlageprodukte (wie z.b. Anleihen, Rohstoffe etc.) mit ins Depot zu nehmen, denn die Gesamtheit der Kapitalmärkte (die man ja nach passiver Lehre möglichst vollständig abbilden soll) besteht ja längst nicht nur aus Aktien ?

    3.) Wenn du meinst, „der Markt“ (was ist das für dich überhaupt, der marktkapitalisierungsgewichtete Leitindex ?) sei durch eigenes, davon abweichendes Handeln nicht langfristig dauerhaft zu schlagen, wie erklärst du dir dann auf der anderen Seite die „Anomalie“ der historisch bewiesenen Überrendite von Faktoren wie Value, Size, Quality, Momentum und Low Volatility etc, die mitterweile selbst von so orthodoxen Effizenzmarktlern wie Fama akzeptiert werden ?
    Darauf anschließend, ist für dich jemand, der in z.B. deshalb in einen Value-ETF investiert, schon ein „aktiver Anleger“ ? Er trifft bewußt nur eine Unterauswahl des Gesamtmarktes (quasi Stockpicking), aber er selbst kann das Produkt an sich ja einfach „passiv“ liegenlassen, denn die Arbeit des „aktiven“ Handelns übernimmt ja der ETF „unter der Haube“. Oder generell, ist jemand der in klassische Managergeführte (also „aktive“) Fonds investiert, selbst ein „aktiver Anleger“, oder spielt es für dich bei dem Begriff mehr eine Rolle, ob der Anleger selbst hektisch/häufig hin und her handelt ?

    • Finanzkoch
      Reply Februar 06, 22:52 Finanzkoch Author

      Hallo Chris,

      Sehr schwammig und plakativ formuliert, aber klar du schreibst hier keine Doktorarbeit sondern fürs Laienpublikum.

      Ich schätze meine Leser und Leserinnen sehr und empfinde den Satz als beleidigend. Bitte bleib in Zukunft fair und sachlich bei deiner Kritik.

      Zu deinen dann schon konstruktiveren Anmerkungen:
      Es handelt sich hier in der Tat um keine Doktorarbeit. Die Aussage des Artikels ist aber denkbar einfach:

      Habe stets die Opportunitätskosten im Blick. Wenn sie zu hoch sind, lohnt sich die Strategie nicht. Der Artikel kann gerne als Ausgangspunkt zum Nachdenken verstanden werden.

      Value- und Size-Premium sind wissenschaftlich anerkannt und werden als Risikoprämien gedeutet. Es handelt sich aus meiner Sicht um keine „Anomalien“.
      Quality, Momentum und Low Volatility sind umstrittener und es ist fraglich, ob beispielsweise ein Momentum-Effekt unter Berücksichtigung der Kosten sinnvoll ausgenutzt werden kann.

      Herzliche Grüße
      Christoph

      • Chris
        Reply Februar 07, 13:34 Chris

        Hey, ich bin auch ein geschätzter Leser, und wenn ich einen Artikel lese, der behauptet das „aktives Investieren nicht funktioniert“, aber nicht mal eingehend gründlich definiert, was überhaupt „aktives Investieren“ für ihn überhaupt ist (um dann wirklich an konkreten Kritikpunkten abzuarbeiten, was dabei nicht funktionieren soll), dann fühlt sich auch mein Intellekt beleidigt 😉

        Die Fragen, die ich gestellt habe hast du auch immer noch nicht beantwortet. Was ist für dich aktives Investieren ? Und was ist ein aktiver Anleger (bzw wo liegt die Abgrenzung von aktiv zu passiv) ? Was ist zum Beispiel mit dem Sonderfall, wenn jemand in „aktive Produkte“ investiert, die aber selbst „passiv behandelt“ ?

        „Habe stets die Opportunitätskosten im Blick. Wenn sie zu hoch sind, lohnt sich die Strategie nicht.“
        Was sind für dich Opportunitätskosten ? Gemäß deiner einleitenden Anekdote und deinem Fazit klingt es durch dass du vor allem damit die Währung „Zeit“ meinst, die man für aktives Investieren aufbringen muss (und dazu, je aktiver umso mehr Zeit)…. und diese Zeit könnte man auch stattdessen besser woanders „investieren“, z.b. Nebenjobs arbeiten gehn, mit der Familie essen, sich gemütlich auf der Couch die Eier kraulen, etc…
        Wie gesagt, aktives Investieren ist ein weites Feld, dass nicht nur aus dem Daytrader, der jeden Tag stundenlang dafür vorm Computer hockt, besteht. Ich glaube (oder hoffe zumindest) dass jeder der ernsthaft „aktives Investieren“ betreibt, sich auch mit einer effizienten Automatisierung seiner Prozesse beschäftigt hat, so dass (nach einer grundlegenden Einarbeitungsphase) der praktische Zeitaufwand ebenso minimal ist. Wer sich stattdessen zB. noch „von Hand“ in der Woche durch hunderte Quartalsberichte wühlt, und die ganze Zeit gebannt vorm Börsenticker hockt und Kaffeesatzleserei in den Chartverläufen betreibt, der sollte sich bei dir eher mal angesprochen fühlen, seine Opportunitätskosten zu überdenken 😉

        In einem der jüngsten (Gast)Artikel wurde zum Beispiel die „Levermann“-Strategie vorgestellt. Ist das für dich ein Beispiel für „aktives Investieren“ ? Und wie schätzt du die „Attraktivität“ (Renditepotential vs. Zeitaufwand) ein ?

        „Value- und Size-Premium sind wissenschaftlich anerkannt und werden als Risikoprämien gedeutet. Es handelt sich aus meiner Sicht um keine „Anomalien“.“

        Die Anomalie besteht darin, dass sie erstmal der grundlegenden Effizienzmarkthypothese widersprochen haben („man kann durch eigenes Handeln keine Überrendite ggü dem Breitmarkt erwirtschaften“ -> es gibt anscheinend doch bestimmte Eigenschaften von Unternehmen, die es wahrscheinlicher machen, dass sie historisch eine Überrendite erwirtschaftet haben). Die Bezeichnung „Risiko-Prämien“ kommt nur hinterher als Erklärungsversuch dafür, WARUM diese Faktoren eine Überrendite gebracht haben (gemäß der Theorie, dass es Zusatzrendite nur durch das eingehen von Zusatzrisiken gibt (-> „Risiko und Rendite sind proportional verbunden“), hat man versucht zu erklären, was denn diese Zusatzrisiken bei erfolgreichen Faktoren sein könnten). Ein Faktor wie „Low Volatility“, der langfristig mehr Rendite bei gleichzeitig weniger Risiko (Standardabweichung) als der Marktindex gebracht hat (zB. https://www.msci.com/resources/factsheets/index_fact_sheet/msci-world-minimum-volatility-index.pdf ), stellt da sehr wohl eine „Anomalie“ dar, denn nach der reinen akademischen Theorie müssten es ja gerade die HIGH-volatility Aktien sein, die langfristig mehr Rendite erwirtschaften (ie wo man für das eingehen von erhöhten Risiken dafür belohnt wird). Dem ist aber anscheinend nicht so, und die akademischen Erklärungen, wo denn nun genau die ZUSATZrisiken genau sind, die man für die Überrendite von LV-Aktien eingehen müsste, sind alle noch nicht endgültig zufriedenstellend geklärt (wenn du eine Idee dafür hast, reiche ein Paper dazu ein und werde berühmt ^^).

        „Quality, Momentum und Low Volatility sind umstrittener und es ist fraglich, ob beispielsweise ein Momentum-Effekt unter Berücksichtigung der Kosten sinnvoll ausgenutzt werden kann.“

        Sicher, wenn ich z.b. eine Momentum-Strategie ala „Ich kaufe die 100 Aktien des SP500 mit dem höchsten Momentum, und schichte dazu noch jede Woche um“ bei einem deutschen Standartbroker (wo mich jede Transaktion schonmal mindestens 10€ kostet) fahre, ist das nicht sehr sinnvoll. Ich könnte diese Arbeit auch von einem Momentum-ETF übernehmen lassen, zB. https://www.ishares.com/us/literature/fact-sheet/mtum-ishares-msci-usa-momentum-factor-etf-fund-fact-sheet-en-us.pdf , der mir dasselbe für 0,15% TER macht. Oder nach Momentum gewichtet aller paar Quartale zwischen verschiedenen Assetklassen (zB. Aktien und Anleihen) eine effiziente Gewichtung zu kalkulieren, was einen wirksam vor den aller paar Jahre mal auftretenden, schweren kapitalvernichtenden Aktiencrashs bewahren kann.

        • Finanzkoch
          Reply Februar 08, 21:10 Finanzkoch Author

          Hallo Chris,

          aktives Investieren ist für mich alles, was von:
          Sturem Buy and Hold mit globaler Diversifikation durch marktbreite und kostengünstige Indexanlagen über verschiedene Assetklassen hinweg abweicht. Womit auch klar sein sollte, was ich unter passivem Investieren verstehe. Wobei das Wort „passiv“ ein wenig in die Irre führt – immerhin sind aktive Handlungen und Überlegungen notwendig.
          Von mir aus kann gerne auf „Risikoprämien“ zurückgegriffen werden, solange dafür ausreichend historische Daten vorliegen. Jeden Trend muss man nicht mitmachen.

          In einem der jüngsten (Gast)Artikel wurde zum Beispiel die „Levermann“-Strategie vorgestellt. Ist das für dich ein Beispiel für „aktives Investieren“ ? Und wie schätzt du die „Attraktivität“ (Renditepotential vs. Zeitaufwand) ein ?

          Die Levermann-Strategie ist für mich klar aktiv. Wie ich von Philipp (dem Gastautor) erfahren habe, ist sein Zeitaufwand für die Umsetzung der Strategie minimal (15min pro Woche). Trotzdem glaube ich nicht, dass sie gegenüber korrektem Indexing (siehe Definition: passives Investieren) einen Mehrwert bringt. Im Gegenteil, die Diversifikation ist deutlich schlechter und es fallen regelmäßige Handelskosten an. Jede Art von Stock Picking und Market Timing funktioniert meiner Ansicht nach nicht (Stichwort: Effiziente Märkte).

          Was sind für dich Opportunitätskosten ? Gemäß deiner einleitenden Anekdote und deinem Fazit klingt es durch dass du vor allem damit die Währung „Zeit“ meinst

          Korrekt. Der Artikel dient vor allem dazu, den für eine bestimmte Strategie notwendigen Zeitaufwand zu hinterfragen.

          Zu den Marktanomalien und Smart-Beta-Produkten möchte ich auf folgenden Artikel verweisen (eine tiefere Betrachtung würde hier jeden Rahmen sprengen):

          Auf der Suche nach der verloren gegangenen Risikoprämie

          Oder nach Momentum gewichtet aller paar Quartale zwischen verschiedenen Assetklassen (zB. Aktien und Anleihen) eine effiziente Gewichtung zu kalkulieren, was einen wirksam vor den aller paar Jahre mal auftretenden, schweren kapitalvernichtenden Aktiencrashs bewahren kann.

          Das hin und her zwischen Aktien und Anleihen kostet meiner Meinung nach langfristig Rendite. Wer im Crash nicht dabei ist, verpasst den Aufschwung.
          Der Momentum Effekt (ich bin weit davon entfernt ihn zu verstehen, weshalb eine Ausnutzung des selbigen für mich nicht in Frage kommt) basiert doch eher darauf, eine Aktie die gestern gut gelaufen ist, auch heute zu kaufen. Zwischen einer Umschichtung von Aktien zu Anleihen und umgekehrt ist dabei nicht die Rede? Wenn du hier mehr weißt, freue ich mich über weitere Infos.

          Ich könnte diese Arbeit auch von einem Momentum-ETF übernehmen lassen, […] , der mir dasselbe für 0,15% TER macht.

          In der TER sind die Transaktionskosten nicht enthalten. Diese kommen auch bei dem ETF noch hinzu.

          wenn du eine Idee dafür hast, reiche ein Paper dazu ein und werde berühmt ^^

          Vielleicht mache ich das 😉

          Herzliche Grüße
          Christoph

          • Chris
            Februar 08, 23:10 Chris

            Alles klar, dann sind wir ja auch eigentlich soweit garnicht mehr auseinander. Wie gesagt, jetzt hast du die eigentlich wichtigen Kernaussagen gebracht, die ich ansonsten schon im Artikel haben wollte 🙂

            Die Levermann-Strategie mache ich selbst zum Beispiel auch nicht mit, aber nicht weil ich an „effiziente Märkte“ glaube. Zwar glaube ich an eine langfristige Wiederanpassung an den Mittelwert (mean reversion, weswegen ja auch langfristig(!) durchgezogene antizyklische Rebalancingstrategien einen Mehrwert bringen), aber innerhalb dessen gibt es Zyklen von Über- und Untertreibung. Ob man die ausnutzen kann oder will, bleibt jedem selbst überlassen, aber wer mir zum Beispiel erklären kann, was „effizient“ daran sein soll, dass der Nasdaq 99 bei 2000p steht, 2000 bei über 4000p, und 2001 wieder bei unter 2000p (um nur mal ein Beispiel für die zahlreichen Blasen und Crashs am Markt zu sein), da werd ich genauso skeptisch wie du vielleicht bei so manch „aktiven“ Strategien. 😉

            Die Morningstar-Kritik an Smart Beta kenne ich natürlich schon, teile auch einiges davon, bzw steige durch akademische Untersuchungen tiefer in das Für und Wider bestimmter Faktoren ein. Die Gefahr, das einzelne Faktoren „zu erfolgreich“ werden und damit „plattgehandelt“ werden können, ist theoretisch da, aber wie sehr das praktisch langfristig passieren wird, bleibt abzusehen. „Value“-Investing ist doch eigentlich schon seit Jahrzehnten bekannt dass es langfristig (mit den üblichen Disclaimern) eine Überrendite gebracht hat. Trotz dessen, dass sich diese Erkenntnis in der Akademie (und auch im Laienpublikum, wenn man sieht wieiviele Leute Buffett kennen und verehren) mittlerweile akzeptiert ist, heißt das immer noch nicht dass alle Martktteilnehmer automatisch zu Value-Investoren geworden sind. Im Gegenteil, praktisch verfolgt nur eine Minderheit diesen Ansatz wirklich konsequent langfristig. Und wenn das noch nichtmal dem bekannten Value gelingt, eine marktbeherrschende Stellung einzunehmen, sehe ich auch erstmal für die anderen, noch unbekannteren Faktoren, nicht die unmittelbare Gefahr, dass sie „zu mainstream“ werden und wegen zu hohem Publikumsverkehr aufhören zu funktionieren. Das einzelne Faktoren mal zeitweise unterperformen können, ist im Gegensatz dazu schon bekannt und entspricht auch den Erwartungen.

            Was Momentum angeht, hier vielleicht mal ein guter Einstieg:
            http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2435323
            Und bzgl Momentum zwischen verschiedenen Assetklassen ausnutzen:
            http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2607730
            http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1585517
            http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2042750

            „Das hin und her zwischen Aktien und Anleihen kostet meiner Meinung nach langfristig Rendite. Wer im Crash nicht dabei ist, verpasst den Aufschwung.“

            Der Momentum-Investor geht aus den Aktien raus, sobald deren (zB. zeitgewichtetes) Momentum unterhalb denen von Anleihen notiert. Und steigt auch wieder ein, sobald die Aktien wieder vom Boden am steigen sind (deren Momentum sich wieder über den Anleihen notiert). Mit „Verpassen“ hat das nichts zu tun, wenn er sich konsequent an die Ein- und Ausstiegssignale hält, das einzige was er verpasst ist der zwischenzeitliche Aktiencrash, den er gemütlich aussitzt.
            Die wahren Probleme beim Momentum sind andere (ich bin ja kein unkritischer Befürworter von Momentum, sondern sehe auch die Fallstricke). Was funktioniert ist, wenn der große Crash kommt, und man den mittels Momentum rechtzeitig erkannt und vermieden hat. Dann lohnt sich es sich auf jeden Fall. Wenn aber der große Crash ausbleibt (es z.b. nur ein kurzer Kursabsacker war und die Kurse drehen danach schön wieder weiter hoch), hat man quasi „falschen Alarm“ und nur unnötig umgeschichtet (ähnlich wie übrigens auch zur oft gehörten Kritik am Stoploss-Nutzen). So kann man auch z.b. in volatilen Seitwärtsmärkten ständig von einem Asset zum andern herunterwärts handeln. In der Trendfolge-Lingo wird sowas als „Whipsaw“ bezeichnet. Weil jetzt aber niemand vorher weiß ob jedes Ausstiegssignal nun der große Crash oder nur ein Whipsaw ist, muss man entweder alle einhalten (und nimmt dabei auch eventuelle kleine Verlusttrades als Vorsichtsprämie in kauf) oder garkeine (und bleibt als passiver Investor einfach ganz den Wellen des Marktes überlassen). Ich kann beides nachvollziehen. Wenn jemand ein robustes (wichtig, traue keinem Roboter den du nicht selbst programmiert hast) automatisches Handelssystem dafür hat und günstige Transaktionsgebühren, soll er dass gerne machen. Da ich das nicht habe, bin ich ja auch wie du ein B&H-Anleger.

          • Finanzkoch
            Februar 09, 18:05 Finanzkoch Author

            Hallo Chris,

            danke für die umfangreiche Linksammlung. Da werde ich eine Weile beschäftigt sein …

            Ich kann mir nicht vorstellen, dass das hin und her zwischen Aktien und Anleihen langfristig profitabel ist. Aber vielleicht ändert sich das, wenn ich mich durch das Material durchgearbeitet habe.

            Im Gegenteil, praktisch verfolgt nur eine Minderheit diesen Ansatz wirklich konsequent langfristig. Und wenn das noch nichtmal dem bekannten Value gelingt, eine marktbeherrschende Stellung einzunehmen, sehe ich auch erstmal für die anderen, noch unbekannteren Faktoren, nicht die unmittelbare Gefahr, dass sie „zu mainstream“ werden und wegen zu hohem Publikumsverkehr aufhören zu funktionieren.

            Theoretisch reicht es, wenn der Strategie nur ein Anleger mit genügend Kapital folgt … Es ist nicht zwingend notwendig, dass sie zum Mainstream wird.

            Liebe Grüße
            Christoph

          • Chris
            Februar 10, 23:01 Chris

            @Koch (Antwort auf deinen Kommi vom 09.02 18:05, scheinbar scheint die Reply-Funktion nach ein paar Schachtelungen schlappzumachen ^^)

            „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das hin und her zwischen Aktien und Anleihen langfristig profitabel ist.“

            Sicher, es gibt bestimmt mehr unprofitable Wege als profitable Wege, zwischen Aktien und Anleihen hin und her zu switchen. Muss ja auch nicht immer gleich ein totales Entweder-Oder sein, eine dynamische Min-Max Allokation (zB. nach optimierter Sharpe-Ratio, oder geringster Kovarianz) ist auch ganz interessant. Würde ich aber auch nur Leuten empfehlen, die auch das Fachwissen mitbringen, um im Handumdrehen solche Modelle programmieren können, denn man muss auf jedenfall schon vorher verstehen was man tut und es ausgiebig testen können.

            Im Grunde ist das (Otto-Normal-Anlegern oft empfohlene) Rebalancing (zB. einmal jährlich, Wiederanpassung nach vorher festgelegten Verteilungsgrenzen) auch nur eine Unterart des ganzen Prinzips, nur halt durchgängig statisch und prognose-agnostisch (ausser eine Prognose – es gibt eine langfristige Mean Reversion und man profitiert deshalb davon zwischenzeitlich antizyklisch zu agieren). Auch wenn man dass vielleicht nicht die optimalste Vorgehensweise ist, hat es doch den Vorteil dass es zumindest eine der leichtverständlichsten ist, was hilft damit sich Anleger auch langfristig daran halten können.

            Gibt ansonsten auch noch einige andere Allokationsmethoden. Risk Parity oder Equal Risk Contribution etc kennst du ja bestimmt schon ? Hat in den letzten Jahrzehnten auch gut funktioniert, mit adaptiver Leverage konnte man dabei aktienähnliche Renditen bei nur anleiheähnlichen Schwankungen einfahren. Wird aber wahrscheinlich in Zukunft schwieriger werden, da weiteres Anstiegspotential bei den Anleihen erstmal ziemlich erschöpft ist. Mal sehen, mal sehen… naja ist ja für den Normalanleger auch wieder nicht so relevant ^^

  4. Fred
    Reply Februar 03, 15:35 #4 Fred

    Sehr schöner Artikel. Inhaltlich stimme ich absolut zu.

    Aber bzgl. des „Stinkreich“ :
    Ich denke eher diejenigen, die sich gefärbte Kleider leisten und tragen konnten, stanken und waren somit die stinkreichen. Nur so am Rande 🙂

    • Finanzkoch
      Reply Februar 03, 23:10 Finanzkoch Author

      Hallo Fred,

      dann hätte ich zu der Zeit lieber schwarz/weiß getragen 🙂

      Liebe Grüße
      Christoph

  5. Alex von Reich-mit-Plan.de
    Reply Februar 03, 13:18 #5 Alex von Reich-mit-Plan.de

    Ich sehe das genauso. Es lohnt einfach nicht die Zeit aufzuwenden um unterm Strich ein paar hundert Euro im Jahr zu generieren. Ich würde mich grundsätzlich an den erzielbaren Erträgen orientieren und nicht zwingend an der Höhes des Kapitals.
    Wenn mein Kapital im Monat netto 200 Euro abwirft, dann ist es sinnvoller die Zeit lieber in einen Zweitjob oder Nebenjob oder eigene Projekte zu stecken. Damit kann man deutlich mehr als 300 Euro im Monat generieren.
    Gruß
    Alex

    • Finanzkoch
      Reply Februar 03, 23:16 Finanzkoch Author

      Hallo Alex,

      wie der Kohl schon gesagt hat: Entscheidend ist, was hinten rauskommt.

      Liebe Grüße
      Christoph

  6. Antonio
    Reply Januar 31, 01:58 #6 Antonio

    Hallo ich Handel aktiv am Markt mit Hebel Zertifikate auf Megatrends und denke kurz bis mittelfristig max 6 Monate und bin zufrieden….Fundamental für aktives handeln ist es Charts vom Dow,S&P 500,DAX …..lesen zu können das auf Wochen und Tages Charts….

    Grüße Antonio

    • Finanzkoch
      Reply Januar 31, 17:22 Finanzkoch Author

      Hallo Antonio,

      wie lange bist du schon dabei?

      Liebe Grüße
      Christoph

  7. Philipp Kammerer von Investment Anad€
    Reply Januar 25, 09:32 #7 Philipp Kammerer von Investment Anad€

    Hallo Christoph!

    Die Kursausschläge kommen aber vielmehr durch Nachfrage und Angebot der Aktien zustande.

    Aktives Investieren kann sich aus einem zweiten Grund lohnen: Wenn einen die Thematik an sich interessiert.

    MFG Philipp

    • Finanzkoch
      Reply Januar 25, 09:48 Finanzkoch Author

      Hallo Philipp,

      Die Kursausschläge kommen aber vielmehr durch Nachfrage und Angebot der Aktien zustande.

      Stimmt. Und Angebot und Nachfrage entwickelt sich aus den Erwartungen der Anleger. Die Erwartungen der Anleger speisen sich aus ihren Informationen. Damit sind wir wieder an dem Punkt, wo der Anleger gewinnt, der Informationen am besten verarbeitet.

      Aktives Investieren kann sich aus einem zweiten Grund lohnen: Wenn einen die Thematik an sich interessiert.

      Hatte auch kurz überleget, ob ich den Artikel Warum sich aktives Investieren nur lohnt, wenn du stinkreich bist – oder Geldanlage dein Hobby ist nenne …
      Ich habe mich aber dagegen entschieden, weil ich es von der rationalen Seite betrachten wollte. Wenn dir Geldanlage Spaß macht, kann es aus rationalen Gründen trotzdem sinnvoller sein, in der Zeit arbeiten zu gehen – zumindest, wenn dein Ziel der maximale Profit ist.

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