8 fundamentale Fehler, die dich ein Vermögen kosten

Erinnerst du dich noch an Dagobert Duck? Das ist die liebenswerte Ente aus Entenhausen.

Dagoberts Lieblings-Beschäftigung? Baden im eigenen Geldspeicher.

Faszination pur für mich als Kind. Das wollte ich auch! Ein Vermögen so groß, dass ich darin baden kann. Kein Spielzeug wäre mehr zu teuer gewesen, kein Eis zu groß!

Heute stell ich mir das unangenehm vor. Kopfsprung in einen Berg aus Geld? Das kann nur schief gehen. Arztbesuch vorprogrammiert …

Trotzdem hat sich mir die Frage gestellt, warum einige Menschen vermögender sind als andere. Wenn du auf meine Antworten gespannt bist, ist dieser Beitrag für dich.

Heute geht es um 8 fundamentale Fehler, die dich ein Vermögen kosten.



8 fundamentale Fehler, die dich ein Vermögen kosten


1. Du kümmerst dich nicht um dein Geld

Hast du schon einmal durch Nichtstun eine Frau (oder einen Mann) für dich begeistert? Wenn ja, gratuliere ich dir dazu. Bei mir hat das noch nie geklappt.

Wenn du zu einem Menschen eine Beziehung aufbauen möchtest, gehst du auf ihn zu. Du umwirbst ihn. Ansonsten schnappt sich jemand anderes deine Traumfrau oder deinen Traummann. Das willst du nicht …

Dein Geld verhält sich ähnlich. Wenn du es ignorierst, ignoriert es dich. Schlimmer noch. Am Ende verlässt es dich.

Der Traum von finanzieller Freiheit? Ausgeträumt.

 

2. Du lebst auf Pump

Endlich ist es soweit. Ausbildung geschafft! In einem Monat bekommst du dein erstes volles Gehalt.

Deine Eltern laden dich stolz zum Essen ein. Mit deiner Freundin unterschreibst du den Mietvertrag für eine größere Wohnung. Dein neues Auto präsentierst du stolz wie Oskar deinen Freunden.

Ein paar Tage später öffnest du den Briefkasten und findest mehrere Briefe. Einen von deinen Eltern. Einen von deinem neuen Vermieter. Einen vom Autohändler. Und einen von Angela Merkel.

Abends bei einer Flasche Rotwein gehst du entspannt alle Schreiben durch.

Deine Eltern freuen sich, dass du in ihre Fußstapfen getreten bist.

Vermieter und Autohändler haben sogar noch wärmere Worte für dich. Sie beglückwünschen dich ausführlich zu deinen exzellenten Entscheidungen.

Und Angela Merkel? Freut sich, dass sie mehr Geld im Staatssäckele hat. Mit deiner Hilfe kann der Berliner Flughafen nun doch schon 2025 eröffnet werden. Du hast über die Mehrwertsteuer echten Mehrwert geschaffen.

Einen Monat später holst du voller Vorfreude deinen Kontoauszug. Das erste Gehalt ist da.

Dann die Ernüchterung. Die Miete und die Kreditrate für das Auto wurden schon abgebucht. Vom lang ersehnten Lohn ist kaum noch etwas übrig.

Finanzielle Freiheit? Fehlanzeige. Dein Geld arbeitet jetzt für jemand anderen.

Wenn du Vermögen aufbauen willst, sorg dafür, dass es für dich arbeitet.

 

3. Du glaubst dein Job ist sicher

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit meinem Cousin.

Ich sagte, ich wolle niemals in ein Angestellten-Verhältnis. Er antwortete, dass Selbständigkeit nichts für ihn ist. Er braucht die Sicherheit, dass jeden Monat Betrag X auf das Konto kommt.

Das kann ich gut verstehen.

Allerdings ist heute nichts mehr sicher. Das ganze Unternehmens-Bereiche einfach geschlossen oder ausgelagert werden, ist fast Alltag. Nicht selten landen mehrere hundert oder gar tausende Mitarbeiter großer Unternehmen gleichzeitig auf der Straße.

Die Chancen, direkt einen neuen gut bezahlten Job zu finden, gehen gegen null. Schließlich bewerben sich gleichzeitig unzählige andere deiner ehemaligen Kollegen.

Was würde passieren, wenn du morgen deinen Job verlierst? Wenn das Ergebnis eine Katastrophe wäre, versuche dich breiter aufzustellen. Diversifikation ist auch hier das Zauberwort.

Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Du musst sie nur in Betracht ziehen. Schreibe zum Beispiel ein Buch oder blogge über deine Leidenschaft.

 

4. Du lässt dich von einem Verkäufer „beraten“

Was verkauft uns ein BMW-Händler? Einen BMW. Am besten den teuersten.

Was bekommen wir in einem Apple-Store? Ein I-Phone. Am besten das teuerste.

Was verkauft uns die Deutsche Bank? Einen ihrer Fondssparpläne. Am besten den teuersten.

Nichts davon überrascht uns. Trotzdem beschweren wir uns bei Banken darüber. Hören wir auf damit.

Der Bankmitarbeiter macht genauso seinen Job, wie der Autohändler. Eine umfassende Beratung fällt schlicht und einfach nicht in seinen Aufgabenbereich.

Wenn du eine „Best-Advice-Beratung“ benötigst, suche einen fähigen Finanz- und Versicherungs-Makler oder einen Honorarberater auf.

 

5. Du legst alle Eier in einen Korb

Damit verstößt du gegen die Grundregel des Vermögensaufbaus. Das Problem an der Regel?

Es ist verdammt leicht, sie zu brechen.

Das Traumhaus wartet an jeder Ecke und mit der Unterzeichnung des Kreditvertrages, ist an eine vernünftige Risikostreuung nicht mehr zu denken.

Wenn die eigenen vier Wände dein Lebenstraum sind, achte darauf, dass du eine hohe Eigenkapitalquote hast.

 

6. Dein Vermögen folgt dem Herdentrieb

Wie bist du auf Aktien und Immobilien aufmerksam geworden? Weil sie in den letzten Jahren einen fulminanten Wertzuwachs erreicht haben?

Warren Buffet (immerhin der berühmteste Investor unserer Zeit) sagt dazu:

Der dümmste Grund, Aktien zu kaufen, sind steigende Kurse.

Bei jeder Kleinigkeit sind wir auf der Suche nach dem niedrigsten Preis. Aber wenn wir abertausende Euro anlegen, investieren wir bevorzugt in Werte, die schon im Preis gestiegen sind. Wenn die Kurse wieder fallen, verkaufen wir. Das ist paradox.

 

7. Du vernachlässigst dein Humankapital

Gerade in jungen Jahren ist unsere Arbeitskraft unser größter Vermögenswert. Wenn wir unsere Fähigkeiten verbessern, steigt er. Und ganz nebenbei wächst damit unser Selbstvertrauen.

Lassen wir diese großartige Chance nicht ungenutzt. Sie ist unsere beste Waffe im Kampf um finanzielle Unabhängigkeit.

Hier kannst du auch abseits von vorgegebenen akademischen Laufbahnen denken. Nur weil Wissen nicht zertifiziert ist, heißt das nicht, dass es weniger wert ist.

 

8. Du lebst das Leben eines Anderen

Menschen, die Freude an ihrer Arbeit haben, sind langfristig erfolgreicher.

Das beste Abi und der schönste Studienabschluss bringen dir nichts, wenn dir deine Arbeit später keinen Spaß macht. Wenn du nur auf Arbeit gehst, um Zeit gegen Geld zu tauschen, wirst du scheitern.

Wie sollst du langfristig einen guten Job machen, wenn du dich jeden Morgen auf Arbeit quälst?

 

Jetzt bin ich gespannt. Was sagst du zu meiner Liste? Würdest du sie erweitern? Verkürzen?

Welche Fehler hast du schon gemacht und wie bist du damit umgegangen?

Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

Bildquelle © Sergey Nivens – fotolia

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12 Kommentare

  1. Der Andersdenkende
    Reply Mai 19, 11:33 #1 Der Andersdenkende

    Zu Punkt 5:

    „Das Traumhaus wartet an jeder Ecke und mit der Unterzeichnung des Kreditvertrages, ist an eine vernünftige Risikostreuung nicht mehr zu denken.

    Wenn die eigenen vier Wände dein Lebenstraum sind, achte darauf, dass du eine hohe Eigenkapitalquote hast.“

    Falsch!

    Begründung:

    1. Wenn Fremdzins 1,8 % auf 20 Jahre fest und du alternativ mit deinem Eigenkapital 3% machen kannst, dann solltest du auf jeden Fall so viel wie möglich fremdfinanzieren.
    Darüber hinaus hast du die Sicherheit, dass du immer noch etwas an Rücklagen hast, denn selbst beim Neubaukauf kommen immer noch 5-10% für weitere Investitionen (Einrichtungsgegenstände, Garten, Zufahrt etc.) hinzu.

    2. Zumindest im Rhein-Main-Gebiet kostet der qm Neubau ab 3.500,-€ (Gebrauchtimmos ab 25 Jahren mindestens 2.500,-€/qm).
    Wer also als 30jähriger eine neue 4-Zimmerwohnung mit 100qm kauft, muss inkl. Nebenkosten mindestens 400 T€ auf den Tisch legen. Der normalverdienende und nicht erbende 30jährige hat aber i.d.R. maximal 20% Eigenkapital, welches er in eine Finanzierung einbringen kann (und was von Banken i.d.R. auch gefordert wird).
    Es bleibt also gar keine andere Wahl als einen sehr hohen Anteil fremdzufinanzieren.

    Und für alle, die meinen Miete sei besser:
    Ich hatte in meinem Leben vier Vermieter und jeder hat nach spätestens drei Jahren die Kaltmiete um mindestens 10% angehoben.
    Die Mietpreisbremse sorgte sogar dafür, dass mein letzter Vermieter sogar vorab schon um 15% erhöhte, weil er befürchtete, dass er das zukünftig nicht mehr darf.

    Mit einer Finanzierung setzt man die Miete an die Bank (Zins- und Tilgungsleistung) zumindest auf die Darlehenslaufzeit fest und muss keine ständigen Mieterhöhungen annehmen.

    • Finanzkoch
      Reply Mai 23, 09:09 Finanzkoch Author

      Hallo Andersdenkender,

      Die Mietpreisbremse sorgte sogar dafür, dass mein letzter Vermieter sogar vorab schon um 15% erhöhte, weil er befürchtete, dass er das zukünftig nicht mehr darf.

      Das Schicksal hat uns auch ereilt. Mein Dank geht an unsere lieben Politiker …

      Die Hauptsache ist doch, dass man Eigenkapital in nennenswerter Höhe vorhalten kann. Ob man es in die Finanzierung einbringt oder aufs Sparkonto legt, wenn die Zinsen passen, ist da fast zweitrangig.

      Herzliche Grüße aus Leipzig
      Christoph

  2. Christian
    Reply März 27, 15:15 #2 Christian

    Hallo Christoph,

    tolle Zusammenfassung von den typischen Fehlern. Denn die meisten Leute machen.
    Beim Lesen ist mir schmerzhaft aufgefallen. Dass ich wirklich jeden Fehler selbst schon gemacht habe. Manche Fehler mehr manche eher weniger. Aber zum Glück habe ich etwas daraus gelernt.

    Freue mich drauf hier weiterhin tolle Inhalte zu lesen. Bin hier eben gelandet 🙂

    Gruß
    Christian

    • Finanzkoch
      Reply März 28, 02:21 Finanzkoch Author

      Hallo Christian,

      herzlich willkommen 🙂 Dazu fällt mir spontan ein Zitat ein:

      „Fehler vermeiden wir, indem wir Erfahrung sammeln. Erfahrung sammeln wir, indem wir Fehler machen.“ – Laurence J. Peter

      Herzliche Grüße
      Christoph

  3. Finanzrocker
    Reply Juli 01, 13:59 #3 Finanzrocker

    Hey Christoph,

    toller Artikel, der mich immer wieder an meine eigenen „finanziellen Fehlentscheidungen“ erinnert. Deshalb kann ich alle Punkte voll unterstreichen – vor allem Punkt 4 und 8.

    • Finanzkoch
      Reply Juli 01, 22:12 Finanzkoch Author

      Hallo Daniel,

      schön, dass dir der Artikel gefallen hat 🙂

      Ich finde, zu dem Artikel passt ein Zitat von Paul Watzlawick:

      „Irrwege müssen begangen werden, um sich als Irrwege zu erweisen.“

      Herzliche Grüße
      Christoph

  4. Fräulein Zaster
    Reply Juni 30, 09:58 #4 Fräulein Zaster

    Hallo Finanzkoch,

    kann ich so alles unterstreichen. Ein Freund von mir hat mal gesagt: „Wenn du dein Geld nicht selbst in die Hand nimmst, dann wird jemand anderes es tun.“
    Leider wahr.

    Ich bekenne mich übrigens schuldig, dass ich an Punkt 8 noch arbeiten muss. So wirklich Knüller ist mein Job nicht, auch wenn er gut bezahlt ist.

    Liebe Grüße
    pfennigfüchsin

    • Finanzkoch
      Reply Juni 30, 10:49 Finanzkoch Author

      Hallo Fräulein Zaster,

      dann haben wir etwas gemeinsam. Punkt 8 ist auch bei mir noch ausbaufähig.

      Das Leben zu leben, das einem wirklich Freude macht, erfordert oft eine Menge Mut. Es bedeutet zunächst einen Schritt ins Ungewisse.

      Ich bin gerade dabei, den Anfang zu machen und hoffe, dass sich folgendes Sprichwort als wahr erweist:

      „Die ersten Schritte sind die schwersten.“

      Herzliche Grüße
      Christoph

    • Couponschneider
      Reply Juli 03, 18:47 Couponschneider

      Ein Angestelltendasein ist nichts schlimmes. Für viele Leute ist es die einzige Möglichkeit, erstmal an Geld zu kommen. Für Fachleute ist es auch gut, sich fachlich weiter zu entwickeln. Nicht jeder kann freiberuflich arbeiten und Experte in Selbstvermarktung werden… Das würde notwendigerweise zu Lasten der fachlichen Qualitäten gehen.

      Das Entscheidende ist, was man aus dem Angestelltengehalt macht. Ich investiere über 50 % in den Aktienmarkt.

      • Finanzkoch
        Reply Juli 04, 00:25 Finanzkoch Author

        Hallo Couponschneider,

        da hast du recht. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er lieber angestellt oder selbständig sein möchte.

        Herzliche Grüße
        Christoph

  5. Jan
    Reply Juni 29, 15:59 #5 Jan

    Hallo,
    ein sehr schöner Beitrag. Ich finde die beiden Punkte 1 und 4 am wichtigsten. Um in die gleiche Kerbe zu schlagen könnte man diese noch ergänzen um: „Du hast keine finanzielle Bildung/ bzw. bildest dich nicht finanziell weiter“. Ich bin der Meinung, dass das Lernen des richtigen Umgangs für beide Punkte eine wichtige Voraussetzung ist. Der richtige Umgang mit Geld muss gelernt werden und das in jeder Hinsicht, sowohl im Ausgabe- oder Sparverhalten als auch im Anlageverhalten.

    VG Jan

    • Finanzkoch
      Reply Juni 29, 22:32 Finanzkoch Author

      Hallo Jan,

      da hast du recht. Der richtige Umgang mit Geld ist das A und O.

      Meine Lieblingspunkte sind Nummer 7 und 8 🙂

      Herzliche Grüße
      Christoph

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