Das Märchen vom passiven Einkommen

Entspannt am Strand Cocktails schlürfen. In der Sonne bräunen lassen, bis die Farbe der Haut den eigenen europäischen Ursprung nur noch erahnen lässt. Oder einfach genug finanziellen Spielraum haben, um dem Chef einen der mittleren Finger entgegenstrecken zu können, wenn er sich daneben benimmt.

Die Ursachen, die den Wunsch nach passivem Einkommen bedingen, können vielfältig sein. Genauso vielfältig ist die Auswahl an Blogs, die dich auf dem Weg zum passiven Einkommen begleiten und anleiten wollen. Dabei ist passives Einkommen ein Märchen. Eine tolle Gutenachtgeschichte, so wie sie Joanne K. Rowling in meiner Kindheit und später Patrick Rothfuss für mich erzählt haben.



Das Märchen vom passiven Einkommen


Passives Einkommen generierst du über zwei Wege. Entweder du investierst dein Geld am Kapitalmarkt oder du entwickelst eigene Produkte und Dienstleistungen. Beides bedeutet einen erheblichen Aufwand. Schließlich musst du auch Geld, welches du investieren möchtest, zunächst erarbeiten.

Schauen wir uns an, wie unglaublich hart der Weg zu deiner finanziellen Unabhängigkeit durch passives Einkommen ist. Helfen soll uns dabei ein kleines Zahlenspiel.

 

Die Ausgangssituation – Auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit durch passives Einkommen

Nehmen wir an, du möchtest mit deinem Partner in 20 Jahren die finanzielle Unabhängigkeit erreichen. Existenzgrundlage soll dann dein passives Einkommen sein. Ihr seid 25 und habt zwei kleine Kinder. Zum Leben benötigt ihr 3000 Euro im Monat. Die braucht ihr auch in 20 Jahren noch. Dann studieren eure Kinder und benötigen finanzielle Unterstützung. Auch wenn die Kinder aus dem Haus sind, verändert sich euer Kapitalbedarf nicht. Dann wollt ihr die Welt bereisen.

 

Weg 1 – Du investierst am Kapitalmarkt

Schauen wir, wie viel du und dein Partner Monat für Monat investieren müsst, um von Zinsen und Dividenden leben zu können. Dafür müssen wir eine Zielsumme definieren.

Zunächst nehmen wir eine durchschnittliche Inflation von 2 Prozent pro Jahr an. Das bedeutet, euch müssen in 20 Jahren etwa 4458 Euro jeden Monat zur Verfügung stehen, um eure Kaufkraft aufrechtzuerhalten. Netto wohlgemerkt. Zusätzlich kommen als Privatiers jeden Monat 250 Euro Krankenkassen-Beitrag pro Nase auf euch zu, sodass ihr ca. 5000 Euro pro Monat benötigt. Das sind 60.000 Euro pro Jahr.

Wer von Zinsen und Dividenden lebt, musst sein Geld defensiver anlegen. Für die Zeit eurer finanziellen Freiheit gehen wir daher von einer durchschnittlichen Rendite von 4 Prozent aus.

Jedes Jahr in finanzieller Unabhängigkeit steigt eure Entnahmerate um 2 Prozent, da ihr die Inflation ausgleichen müsst.

Nun gibt es zwei Varianten:

 

1. Geldentnahme ohne Kapitalverzehr

Für eine ewige Rente benötigt ihr unter unseren Beispiel-Bedingungen ein Kapital von 6.057.450 Euro. Die Abgeltungssteuer und den Steuerfreibetrag habt ihr berücksichtigt.

 

2. Geldentnahme mit Kapitalverzehr

Zum Start deiner finanziellen Unabhängigkeit sind du und dein Partner 45 Jahre alt. Ihr beschließt bis 90 zu leben. Euer Vermögen darf also nach 45 Jahren aufgebraucht sein.

Nun benötigt ihr „nur“ noch 2.156.850 Euro. Eventuelle Risiken deckt ihr mit euren Ansprüchen an der gesetzlichen Rente, die mit 67 einsetzt.

Jetzt können wir auf die Investitions-Raten schließen.

 

Festlegung der Investitions-Rate

20 Jahre sind für den Vermögensaufbau keine lange Zeit. Für unser Beispiel geht ihr trotzdem volles Risiko bis zum Schluss. Dabei habt ihr Glück und fahrt jährlich 8 Prozent Rendite ein.

Für die 6.057.450 Euro müsstet ihr 9143 Euro jeden Monat investieren. Dabei habt ihr schon eine jährliche Ratensteigerung über 2 Prozent berücksichtig.

Auch bei Option 2 haut es euch aus den Socken. Die 3256 Euro pro Monat für die Variante Kapitalverzehr sind immer noch eine echte Hausnummer. Viel zu viel.

Der Weg zur finanziellen Freiheit ist für euch über die Kapitalanlage nicht zu erreichen. Zumindest nicht in absehbarer Zeit.

 

Weg 2 – Du bietest Dienstleistungen und Produkte an

Ihr gebt nicht so leicht auf. Ihr wollt die finanzielle Freiheit unbedingt. Und ihr wollt sie bald. Auf der Suche nach Möglichkeiten passives Einkommen zu generieren, stoßt ihr auf den Artikel von Jan vom Blog Smart Reich Werden. Darin hat er 33 Ideen für passives Einkommen zusammengetragen.

Punkt für Punkt arbeitet ihr seine Liste ab. Was verspricht langfristiges Einkommen ohne viel Aufwand? Entsetzt stellt ihr fest:

Nichts.

Kein Punkt ist ohne viel Aufwand realisierbar. Überall müsst ihr viel Liebe und Zeit investieren. Selbst dann ist der Erfolg nicht garantiert. Die Arbeit für einen Blog kann umsonst sein, wenn er den Menschen nicht gefällt. Auch ein Buch kann ohne viel Tamtam zum Ladenhüter werden. Eine Erfolgs-Garantie gibt es nicht. Alles, was es gibt, ist eine Arbeits-Garantie.

 

Schlussfolgerung

Der Weg zur sogenannten finanziellen Unabhängigkeit ist unheimlich schwer. Ohne einen immensen Arbeitsaufwand geht nichts. Das Geld, das du in dein Portfolio steckst, muss ja irgendwo herkommen. Zudem brauchst du einen weit gefassten Zeithorizont. Wie das kleine Rechenbeispiel gezeigt hat, reichen 20 Jahre nicht.

 

Und wie geht es mit unserer kleinen Familie aus?

Sie entscheidet sich für einen Kompromiss. Unsere Frau startet einen Blog und schreibt Bücher. Ihr Mann entwickelt sich im Beruf weiter und erhöht sein Einkommen. Das überschüssige Geld legen die Beiden an. Ihren Zielhorizont für die finanzielle Unabhängigkeit haben sie auf 30 Jahre erhöht. So haben sie mehr Zeit, sich ein Vermögen zu erarbeiten und den Zinses-Zins für sich arbeiten zu lassen.

Den Traum vom passiven Einkommen haben sie dorthin verfrachtet, wo er in hin gehört …

In das Reich der Märchen.

Wie kann ein Einkommen passiv sein, wenn du aktiv dafür arbeiten musst?

Dein Finanzkoch
Christoph Geiler

Bildquelle: © susanafh – fotolia

Der Beitrag ist Teil der Blogparade Die besten Quellen für passives Einkommen. Jan vom Blog Smart Reich Werden hat zu ihr aufgerufen. Schau vorbei und lerne andere Perspektiven kennen.

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Kommentare

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48 Kommentare

  1. Ferhat
    Reply Januar 14, 01:52 #1 Ferhat

    So viel Kraft und Energie wie einige Menschen in die Planung und Durchführung der Anlage für die finanzielle Freiheit investieren…

    Da frage ich mich, ob es nicht zielführender ist, sich umzuschauen und einen Beruf auszuführen, der einen erfüllt und den man am liebsten sein Leben lang machen würde…

    Aber wahrscheinlich bin ich nur ein Idealist oder Romantiker, der noch an die Erfüllung durch den Job glaubt… :)

    • Finanzkoch
      Reply Januar 16, 14:36 Finanzkoch Author

      Man muss ja nicht gleich die Erfüllung im Job finden – ein wenig Spaß wäre ein Anfang :)

  2. die-geldmaschine.com
    Reply Januar 08, 09:34 #2 die-geldmaschine.com

    Ja passives Einkommen ist gar nicht so passiv wie viele Leute denken. Es erfordert zunächst sehr harte Arbeit und wenn es dann einmal aufgebaut ist auch eine Menge Disziplin es zu verwalten.

  3. Alessia
    Reply Oktober 14, 23:10 #3 Alessia

    Hallo Christoph,
    vielen Dank für Deinen interessanten Artikel. Ich bin mir sicher, dass jeder sein Einkommen passiv generieren kann, sei es mit Wertpapieren, Immobilien, Dienstleistungen im oder außerhalt Internets. Man hat Glück, wenn man ein Vermögen geerbt hat und damit ein gutes Startkapital für seine Investments hat. Das ist aber nicht selbstverständlich und auch ohne viel Geld kann man einiges realisieren. Was jedoch sehr viele unterschätzen ist der Zeitaufwand, den man dafür aufbringen muss. Viele geben einfach zu früh auf und versuchen nicht mehr weiter. Aber wer sein Geld passiv generieren will ohne dafür was zu tun, wird sehr schnell merken, dass das nicht funktionieren kann. Ich würde jedem empfehlen neben seiner Anstellung an seinem passiven Einkommen zu arbeiten und alles zu versuchen, bis das Ziel auch erreicht ist.
    Liebe Grüße
    Alessia

    • Finanzkoch
      Reply Oktober 15, 08:58 Finanzkoch Author

      Hallo Alessia,

      danke für deinen Kommentar. Das ist auch die Botschaft des Artikels:

      Ohne erheblichen Zeitaufwand geht es nicht. Das Wort “passiv” führt da schnell in die Irre :)

      Liebe Grüße aus Leipzig
      Christoph

  4. Maschinist
    Reply August 06, 22:15 #4 Maschinist

    Hallo Finanzkoch, ich habe Deinen Artikel jetzt ein paarmal durchgelesen aber ehrlich gesagt verstehe ich Deine Rechnung nicht.

    Wenn Du in Deutschland ein monatliches Einkommen von 3.500 Euro im Monat (Dein Beispiel mit 3.000+500 Krankenkasse) durch passives Einkommen ersetzen willst, dann brauchst Du dazu ca. 1.7 Million Euro mit einem Aktiendepot, dass Dir 3% jaehrliche Dividende gibt. Diese 3% erreichst Du aktuell einfach indem Du Dir ein paar passive Index ETF mit einer Mischung aus USA, Europa und Emerging Markets Aktienfonds ins Depot legst und dazu noch ein wenig US REIT ETF nimmst.

    Das ergibt dann 4250 Euro im Monat Dividende Brutto oder 51.000 Euro im Jahr. Der Deutsche Staat besteuert das entweder nach der Abgeltungssteuer oder alternativ nach der normalen Einkommenssteuer, wenn diese geringer ausfaellt. (Guenstigerpruefung). Bei einem Gesamteinkommen von diesen 51.000 Euro betraegt der Steuersatz als Ehepaar darauf knapp 17%. Das heisst nach Steuern werden daraus 42.343 Euro Nettoeinkommen. Das macht pro Monat 3.528 Euro. Bingo! Dein Ehepaar ist finanziell unabhaengig!
    Dabei habe ich jetzt noch nicht mal das Kindergeld von 4560 Euro netto jaehrlich zusaetzlich hinzugezaehlt, dass er bei zwei Kindern gibt. Also Doppelbingo mit Sicherheitspuffer.

    Deine Aussage, warum man sein Geld “Konservativ” anlegen muss, verstehe ich auch nicht. Man lebt einfach von den Dividenden des gesamten Indexes ueber mehrere Kontinente. Die Aktienbewertung kann schwanken wie sie will aber die Dividendenauszahlungen sind historisch seit 200 Jahren relativ schwankungsarm. Selbst in der Krise 2008 wurden Sie nur um maximal 20% im Gesamtindex gekuerzt. Also zaehle von mir aus das Kindergeld dazu oder Runde die Summe auf 2 Millionen Euro auf, die Du brauchst.
    Weitere Punkte:
    – Die Inflationsrate wird bei Aktien doch langfristig ausgeglichen, es sind doch Sachwerte.
    – Den Grundfreibetrag pro Person im deutschen Steuerrecht gibt es doch immer, egal wie hoch das Gehalt ist. (hattest Du im Antwortbereich geschrieben.)

    Die Betraege auf die Du kommst, kann ich nicht nachvollziehen und ich sollte ein Interesse daran haben, dass sie stimmen.

    Niemand kann alles Wissen, aber mit Deinem Beitrag nimmst Du Menschen die Motivation etwas zu erreichen, dass definitiv moeglich ist. Ich lebe mit meiner Familie finanziell unabhaengig in den USA. Meine Dividenden uebersteigen meine Lebenshaltungskosten. Ich habe das in gut 15 Jahren erreicht.

    Wenn das in Deinem Beispiel in den 20 Jahren gehen soll, muessen in Deutschland ca. 4.000 Euro im Monat in Aktien ETF’s gespart werden. Der Aktienmarkt hat ueber einen langen Zeitraum eine Bruttorendite von 9,5%; eine Rendite nach Inflation von 6,5%. Und eine Nettorendite nach Deutschen Steuern von ca. 5.5%, da nur die Dividenden versteuert werden, wenn die Anteile nie verkauft werden. (Und genau das sollte man tun!)

    Gruss! Maschinist

    http://www.freiheitsmaschine.com

    • Finanzkoch
      Reply August 08, 04:28 Finanzkoch Author

      Hallo Maschinist,

      der Inflationsausgleich ist bei der Annahme von 8 Prozent Rendite p.a. eingerechnet. Historisch hatte der Aktienmarkt zwar eine Bruttorendite von gut 9 Prozent – allerdings bin ich ein großer Freund davon die Zukunft etwas vorsichtiger fortzuschreiben.

      Bei den Krankenkassenbeiträgen habe ich einen Fehler gemacht. 250 Euro ist die Härtefallregelung. Normal werden etwa 350 Euro fällig. Das bedeutet, unser Ehepaar muss pro Monat eigentlich 700 Euro für die Krankenkasse aufbringen.

      Kindergeld bekommt unser Ehepaar nicht mehr, wenn es in 20 Jahren in die finanzielle Freiheit geht.

      Was die konservative Anlage in der “Rentenphase” angeht:
      Wenn du genug Kapital für einen Entnahmeplan ohne Kapitalverzehr hast, kannst du auch risikoreicher anlegen. Wenn du allerdings eine Rente mit Kapitalverzehr praktizierst, führen Kursrückgänge dazu, dass du mehr Anteile verkaufen musst. Daher ist es aus meiner Sicht sinnvoll, konservativ vorzugehen.

      Herzliche Grüße aus Leipzig
      Christoph

    • ChrisS
      Reply August 08, 17:27 ChrisS

      “Niemand kann alles Wissen, aber mit Deinem Beitrag nimmst Du Menschen die Motivation etwas zu erreichen, dass definitiv moeglich ist.”

      Naja, so schlimm wirds wohl auch nicht sein – niemand der sich ernsthaft und konsequent vorgenommen hat, auf seine finanzielle Freiheit hinzuwirken, wird es aufgeben nur weil er mal beim “kleinen” Finanzkoch einen Blogartikel gelesen hat, der eine (pessimistische? oder doch einfach nur realistische?) Sichtweise zu dem Thema vermitteln will (und wer sich doch allein davon schon komplett entmutigen lässt, hat es mit dem Streben nach finanzieller Freiheit wohl von Anfang an wohl eh nicht so ernst gemeint).

      Ob man dann am Ende “nur” 1,7 Mio, oder 3 oder 6 etc, für die finanzielle Freiheit braucht, ist eigentlich nur eine relativ müßige akademische Diskussion. Genauso ob die dazu benötigte Sparrate nun 3,4 oder 9tausend € im Monat beträgt. Wir reden hier, so oder so, nur über einen relativ kleinen gehoben Teil der Bevölkerung (weniger als 10%), der überhaupt in der Lage ist solche Überschüsse zu leisten, um schon lange vor der Rente solche siebenstelligen Summen anzuhäufen. Trotzdem ist die eigentliche Botschaft des Artikels ja nicht einfach nur “gebts auf, hat alles keinen Sinn”, sondern im Gegenteil will darauf hinweisen, dass für solch “passives” Einkommen eben noch so einiges an ganz schön “aktiver” Vorarbeit über Jahre geleistet werden muss. Wer fähig und willens dazu ist, für den kann das ja nur motivierend wirken, weiter Überschüsse anzuhäufen.

      • Maschinist
        Reply August 09, 18:23 Maschinist

        Sorry, aber im Fazit steht, dass “die finanzielle Freiheit durch passives Einkommen ins Reich der Maerchen gehoert”, weil der Threadersteller mit einer 1% Entnahmerate bei einem Depot rechnet, das alleine bei Aktien nur mit etwas risikoloser Mischung 3% Dividenden plus Inflationsausgleich plus langfristig steigende Kurse durch Wertsteigerungen der Unternehmen und Aktienrueckkeaufe, abwirft.

        Ein solches Depot ist in den letzten 200 Jahren niemals auch nur annaehrend pleite gegangen, selbst bei den schlechtesten Startpunkten nicht. Allermeistens ist einem damit nach 20 weiteren Jahren, das Geld so aus den Ohren gekommen, dass man einen Bagger brauchte.

        Der Unterschied zwischen 2 Millionen und 6 Millionen besteht darin, das fast jeder Akademiker bei einem deutschen Grossunternehmen, die erste Summe in 25 Jahren (wie in der Rechnung ohne Inflationsausgleich) ansparen kann, wenn er monatlich 2.400 Euro in einen passiven S&P500 ETF investiert! Bei der im Thread genannten Summe ist das unmoeglich. (ausserdem ist die Zahl sowieso zu hoch; Millionen Menschen in diesem Land leben mit 2000 Euro netto im Monat und das obwohl Sie einige Kosten nur wegen des Berufes haben. Bei dieser Summe ist auch die Krankenversicherung viel, viel guenstiger. Fuer diesen monatlichen Cashflow braucht man heute 800.000 Euro in einem Aktiendepot). Dafuer muss man 1.900 Euro im Monat sparen ueber 20 Jahre. Das ist dann inkl. Inflation und deutscher Besteuerung der Dividenden. Nicht so unmoeglich oder?

        Die Schlussfolgerung ist einfach falsch, weil die Renditen/Dividenden des Aktienmarktes nicht verstanden/beruecksichtigt wurden, nicht die Deutsche Besteuerung mit dem Grundfreibetrag und auch nicht die progressiven Krankenversicherungskosten ueber das Einkommen

        Deshalb dachte ich, der ein oder andere waere an der Realitaet interessiert oder zumindest an einer anderen Betrachtungsweise.
        Finanzielle Freiheit durch passives Einkommen ist fuer jeden gutverdienenden Menschen in Deutschland langfristig moeglich, wenn er genug spart und das Geld in den Aktienmarkt investiert.

        • DerMitleser
          Reply November 01, 14:25 DerMitleser

          “Finanzielle Freiheit durch passives Einkommen ist fuer jeden gutverdienenden Menschen in Deutschland langfristig moeglich, wenn er genug spart und das Geld in den Aktienmarkt investiert.”

          Genauso und nicht anders sieht es aus. Danke, Maschinist. Wobei man hier “gutverdienenden Menschen” noch etwas konkretisieren müsste. Ein anderer Finanz-Blogger nämlich ist der Meinung, mit einem “Durchschnittseinkommen” die Finanzielle Freiheit zu erreichen nicht möglich ist, siehe https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/06/16/finanziell-frei-mit-durchschnittseinkommen-und-sparsamkeit-leider-nein

          “Finanziell frei mit Durchschnittseinkommen und Sparsamkeit? Leider, nein!”

  5. Finanzielle Freiheit
    Reply Juli 25, 17:41 #5 Finanzielle Freiheit

    Hallo Finanzkoch,
    Hier gehst Du natürlich schon radikal mit dem Gedanken nach finanzieller Freiheit ins Gericht. Ich würde finanzielle Freiheit nicht immer nur über den Kapitalstock definieren, der vorliegen muss. Vielmehr kommt es auf die monatlichen, zu deckenden Ausgaben an. Meines Erachtens kann finanzielle Freiheit daher durch ein Bündel an (passiven) Einkommnsquellen erzielt werden. Vielleicht besteht aber sogar noch eine kleine aktive Einkommensquelle, man will ja nicht gar nichts mehr tun…? Finanzielle Freiheit sollte aber zumindest die Wahlfreiheit über die Tätigkeit eröffnen.
    Ich stimme Dir jedoch vollständig zu, dass finanzielle Freiheit nicht ohne Anstrengung und mit dem Durchschnittseinkommen möglich sein wird – siehe dazu auch meinen Blogbeitrag unter: https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/06/16/finanziell-frei-mit-durchschnittseinkommen-und-sparsamkeit-leider-nein/

    Viele Grüße,
    FF

    • Finanzkoch
      Reply Juli 26, 14:42 Finanzkoch Author

      Hallo FF,

      “Wenn finanzielle Freiheit bedeutet, dass man auf die Putzfrau verzichten muss kann mir diese finanzielle Freiheit auch gleich gestohlen bleiben!” – damit hast du mir den Tage ein klein wenig schöner gemacht :) Danke dafür.

      Ich glaube, dass unsere Vorstellungen davon, was passives Einkommen bedeutet, nicht weit voneinander entfernt sind (mit der Ausnahme, dass ich meine Wohnung lieber selbst putze :) )

      Herzliche Grüße aus Leipzig
      Christoph

  6. Mr. Investment
    Reply Juni 29, 03:02 #6 Mr. Investment

    Hi Finanzkoch,

    in vielen Punkten hast du recht, jeder sollte sich trotzdem die Frage stellen, was man sich unter finanzieller Freiheit vorstellt. Sobald ich meine finanzielle Freiheit erreicht habe, werde ich nicht aufhören zu Arbeiten, denn ich Arbeite gerne. Der einzige Unterschied wird sein, dass ich ausschließlich nur noch das mache, worauf ich richtig Bock habe. Und warum Rente ab 67? Ich mach jedes Jahr 2 Monate Rente. Wer mit 67 aufhört zu Arbeiten, kann schon mal sein eigenes Grab schaufeln, denn wer nichts zu tun hat stirbt.

    • Finanzkoch
      Reply Juni 29, 15:23 Finanzkoch Author

      Hallo Mr. Investment,

      das sehe ich ganz ähnlich. Ich für meinen Teil habe die “finanzielle Freiheit” erreicht, sobald ich mein Einkommen ausschließlich aus Arbeit beziehe, auf die ich Lust habe – auf der “faulen Haut” liegen möchte ich nicht. Und warum sollte man nicht das machen, woran man Freude hat, bevor man so viele “passive Einkommensströme” hat, dass es zum Leben reicht?

      Herzliche Grüße aus Leipzig
      Christoph

  7. TheKidsWantDjent
    Reply April 05, 16:40 #7 TheKidsWantDjent

    Ganz schöne Stimmungsmache gegen das passive Einkommen :D
    Es wird ja nirgendwo gesagt, dass passives einkommen keine Arbeit bedeutet. Es besteht nur kein direkter Bezug zur Arbeit. Man arbeitet erst viel und dann bekommt man über einen längeren Zeitraum kontinuierlich Geld, wenn es klappt. Ich denke, dass sich der Arbeitseinsatz lohnt. Und wenn man sich eine Zeit lang stark in seinen Ausgaben zurück nehmen kann, kann man vlt sogar frühzeitiger aussteigen, oder eine berufliche Pause machen und seine ganze Zeit in das umsetzen seiner eigenen Projekte investieren.

    Außerdem sollte man nicht vergessen, dass passives Einkommen auch während der Rente noch Einnahmen bringen kann, wodurch man eine üppigere Rente hat :)

    Aus gewöhnlichen Geldanlagen passives Einkommen zu erzielen ist aber freilich schwierig. Da es so ziemlich die einfallsloseste Idee ist, ist es freilich auch die mit den geringsten Renditen. Außerdem braucht man dafür erst mal Geld.

    Ist diese Seite hier nicht auch ein Versuch, an passives Einkommen zu kommen?

    • Finanzkoch
      Reply April 06, 09:41 Finanzkoch Author

      Stimmung ist immer gut ;) Wenn der Artikel dazu beiträgt, dass man sich kritisch mit dem Thema auseinandersetzt, hat er seinen Zweck erfüllt.

      Mir gefällt das Wort “passiv” nicht – “skalierbare Einnahmequellen” passt da schon eher. Das die Geldanlage eine wenig kreative Quelle für zusätzliche Einnahmen ist, sehe ich ähnlich.

      Ob die Seite der Versuch ist, an eine zusätzliche Einkommensquelle zu kommen?

      Wenn ich mit der Finanzküche jemals die Kosten wieder reinbekomme, bin ich mehr als zufrieden :)

      Herzliche Grüße
      Christoph

  8. Lejero
    Reply April 02, 10:34 #8 Lejero

    Hallo Christoph,

    einer der besten Artikel die ich bisher so auf den unterschiedlichsten Finanzblogs gelesen habe. Denn man muss tatsächlich ganz klar sagen: ein bisschen sparen hier und ein bisschen ETF da wird einen nie zu einer finanziellen Unabhängigkeit im Sinne eines deutlich früheren Renteneintritts bringen können. Man wird mit dem “Standardvorgehen” sparsam leben und sicher in ETFs anlegen vermutlich kein Geld verlieren, und im Vergleich zu Sparbuch und Anleihen eine vernünftige Rendite erwirtschaften. Aber man muss sich klar darüber sein, dass man damit “nur” seine Rente schön aufbessern kann, bzw. ein beruhigendes Polster hat, dass einen bei Jobverlust etc. eine „temporäre“ Unabhängigkeit gibt.

    Sich selber die finanzielle Unabhängigkeit erarbeiten im Sinne sich mit 45 oder 50 zur Ruhe setzen geht meiner Meinung nach nur, wenn man fokussiert und nicht diversifiziert (alle Eier in einen Korb). Und auch dann funktioniert es meines Erachtens in den meisten Fällen nur, wenn man Selbstständiger ist (und da gehört für mich auch der Vermieter/Immobilienbesitzer mit dazu). Das Risiko ist entsprechend höher, aber wenn es klappt hat man tatsächlich einen Riesenschritt in Richtung “Frühverrentung” bzw. Vermögensaufbau getan. Ein schönes Beispiel zum Thema Risiko ist Warren Buffet: er empfiehlt im Falle seines Todes sein Vermögen in ETFs anzulegen. Wie aber ist er zu seinem Vermögen gekommen? Mit (fast) “allen Eiern” in einer Aktie (erste GEICO, dann Western Insurance), nahezu Null Diversifizierung. Erst danach hat er sich zunehmend breiter aufgestellt.

    Was ich damit sagen wollte: eine Strategie “nicht alle Eier in einen Korb (ETF)” ist meines Erachtens nur eine sinnvolle Strategie, wenn ich schon ein Vermögen geschaffen habe, und dieses langfristig und ohne Stress absichern will. Ansonsten werde ich mit diesem Ansatz nicht wirklich Vermögen generieren (aber natürlich auch nicht verlieren).

    Beste Grüße,

    Lejero

    • Finanzkoch
      Reply April 02, 11:58 Finanzkoch Author

      Hallo Lejero,

      danke für das tolle Feedback. Das ist Balsam für die Bloggerseele ;)

      Vermögen kann man mit Diversifikation schon aufbauen – ob es zur “totalen” finanziellen Unabhängig reicht ist fraglich. Die Frage ist:

      Muss es das?

      Wenn man zufrieden ist mit seinem Leben und den Status quo für die Zukunft absichern möchte, ist das völlig ok. Dann fährt man mit einer diversifizierten Anlagestrategie auf der richtigen Straße.

      Wer bereits in “jungen” Jahren zu beachtlichem Vermögen kommen möchte – da bin ich völlig bei dir – für den ist das vermutlich die zweite Wahl. Hier heißt es selber unternehmerisch tätig zu werden.

      Ich mache es aktuell auch so. All mein Geld fließt in den Unternehmensaufbau, ins Marketing und vor allem in meine Ausbildung. Wenn alles klappt, erziele ich Renditen, die mit normalen Geldanlagen niemals zu erzielen sind – und das auch völlig zurecht. Dafür gehe ich das Risiko ein, am Ende des Tages mit leeren Händen dazustehen. Es ist hier natürlich hilfreich, wenn Geld nicht die einzige Motivation ist, ansonsten gibt man auf halbem Weg auf.

      Letztlich kommt es immer darauf an, was man erreichen möchte.

      Herzliche Grüße
      Christoph

  9. Mathias
    Reply Januar 14, 04:32 #9 Mathias

    Einkommensrechnung:
    875.000 * 0.04 = 35.000 brutto
    35.000 = 26.191 nach Abgeltungssteuer mit 1.601 Freibetrag (nach n-heydorn.de)
    26.191 p.a. / 12 = 2.182 p.m.
    2.182 p.m. – 371 gesetzliche 17% KK & PV Beitrag = 1.811 nach Steuern & Sozialab.

    Steuerrechnung Splittingtarif 2016 (nach n-heydorn.de):
    Zinserträge 26.191
    Einbehaltener Soli 459
    Beitrag Krankenversicherung 3.804
    Beitrag Pflegeversicherung 600
    Sonderausgaben 72
    Erstattung 6.469

    Sind p.a. nach Steuern & SA ((1.811*12) = 21.732 + 6.469) = 28.201 oder p.m. 2.350

    Nun kann jeder selbst entscheiden ob man mit 2.350 im Monat gluecklich ist aber verhungern tut man damit nicht.

    • Finanzkoch
      Reply Januar 14, 09:04 Finanzkoch Author

      Hallo Mathias,

      danke für die tolle Ergänzung. Ich habe eine Verständnisfrage:

      Woher kommt die Erstattung? Liegt der Einkommenssteuersatz unter dem der Abgeltungssteuer? Oder sind hier Kosten geltend gemacht worden?

      Liebe Grüße
      Christoph

      • Mathias
        Reply Februar 08, 14:31 Mathias

        Die Erstattung kommt durch den Grundfreibetrag (rund 16k p.a.) im Splittingtarif. Auf die ersten 16K zahlst du keine Steuern. Wenn du nur Zinseinkuenfte hast gilt das auch – daher die Erstattung. Auf die Zinsen wurden ja vorher 26,irgendwas % Abgeltungssteuer & Soli gezahlt, die gibt’s teilweise zurueck. Als Kosten wurden nur die KV, PV und die Standardpauschbetraege angesetzt, kein Riester, Ruerup, Arbeitnehmerpauschbetrag.

        • Finanzkoch
          Reply Februar 08, 21:21 Finanzkoch Author

          Danke. Ich glaube jetzt habe ich es verstanden :)

          Liebe Grüße
          Christoph

  10. Florian von Finanzdurchblick
    Reply Dezember 16, 17:27 #10 Florian von Finanzdurchblick

    Hallo Finanzkoch,

    sehr guter Artikel, aber es kommt drauf an, wie man passives Einkommen und finanzielle Freiheit definiert. Für mich ist passives Einkommen, Einkommen, was ich jeden Monat erhalte ohne viel dafür arbeiten zu müssen. Natürlich ist es immer mit Arbeit verbunden, aber einen Artikel, den ich einmal veröffentliche, der ist auch noch in 100 Jahren zu lesen und kann Einkommen generieren ohne das ich ihn nochmal schreiben muss. Wenn man genug Geld hat (10M+ €), also lange und viel gearbeitet hat, dann kann man auch vom passivem Einkommen leben und ist finanziell Frei, aber das ist denke ich nicht die Häufigkeit.

    Viele Grüße

    Florian Lenz

    • Finanzkoch
      Reply Dezember 18, 18:07 Finanzkoch Author

      Hallo Florian,

      danke für das Lob. Ich stimme dir zu. Es kommt darauf an, wie du passives Einkommen definierst. Aber Fakt ist, wie du schön beschrieben hast: Ohne Arbeit geht es nicht.

      Ein Artikel, der mir Einkommen generiert … das wär was :)

      Herzliche Grüße
      Christoph

  11. DividendenFiete
    Reply Dezember 04, 14:25 #11 DividendenFiete

    Hallo zusammen,
    für mich stellt sich immer die Frage, warum haben wir immer Angst vor den großen Zahlen?

    Warum sollten 9000 EUR Sparen zu viel sein? Wenn ich mir einen Plan erstelle und am Ende mir ausrechne, ich benötige einen Sparbetrag von 9000 EUR dann muss ich auch bereit sein über den Tellerrand zu schauen! Natürlich mit meinen Einkommen ist es nicht zu schaffen, wohl aber mit Multiplikatoren! Multiplikatoren sind für mich zum Beispiel, Mieter oder die Inflation.

    Beispiel: Auf dem Weg zur Erreichung meines Ziel kaufe ich mir ein Mehrfamilienhaus für 1,5Mio EUR ca. 800qm Wohnfläche bei heutigen Zinsen und 2% Tilgung etwa eine Belastung von 60.000 EUR/Jahr
    Gehen wir von einem Mietpreis von 8,50 pro QM (in Leipzig locker zu erzielen) haben wir 81.600 EUR Einkünfte, also das Objekt finanziert sich von allein!!! Ausgenommen dem benötigten Eigenkapital (ca.150.000 EUR) Können wir allein durch EIN Objekt 6750 EUR Sparen. Nehmen wir jetzt noch Deine beschriebenen 2% Inflation verdienen wir durch den Wertverlust des Darlehn weitere 30.000 EUR im Jahr oder 2.500 EUR pro Monat und sind somit bereits bei 9250 EUR pro Monat – Steuervorteile lasse ich bewusst unberücksichtig, da diese evtl. Reparaturen und Mietausfälle kompensieren.

    Mit kleine Mitteln (150K EK)kann ich große Hebel bekommen. Natürlich, was ist wenn die Zinsen steigen, was ist wenn ich aber eine Zinsbindung von 25 Jahre abschließe? Zur Zeit etwa 74.500/Jahr ;-) und bei 2%Tilgung ist das Objekt dann so gut wie bezahlt.

    Wenn ich reich werden möchte, dann muss ich auch reich denken! Die Angst vor den großen Zahlen muss ich ablegen und genau in diesen Dimensionen anfangen zu denken!
    Beste Grüße
    Fiete

    • Finanzkoch
      Reply Dezember 04, 15:41 Finanzkoch Author

      Hallo Fiete,

      ich denke, wir haben Angst vor den großen Zahlen, weil wir an ihnen scheitern können. Wenn so eine Investition schief geht, geht es ab in die Insolvenz. Das Risiko muss ich bereit sein einzugehen.

      Dein Kommentar zeigt sehr schön, dass Immobilieninvestments interessant sind. Sie haben den Vorteil, dass ich direkt mit einem großem Kapitalhebel starten kann. Ein großer Unterschied zu Aktien.

      Wer ein großes Vermögen aufbauen will, startet am besten mit einem großen Vermögen …

      Herzliche Grüße
      Christoph

  12. Schlaftablette
    Reply November 29, 04:36 #12 Schlaftablette

    Lieber Finanzkoch,
    Ich denke, es hängt von den Ansprüchen ab. Mein Vater hat als Alleinverdiener (Handwerker) mit 1.600€ pro Monat + Kindergeld eine 7-köpfige Familie großgezogen. Jährlich Skiurlaub und Malte ist nicht drin. Aber unglücklich aufgewachsen sind wir trotzdem nicht. Daher glaube ich, dass 3.000 € für 4 Köpfe schon recht großzügig bemessen sind.

    • Finanzkoch
      Reply November 30, 15:02 Finanzkoch Author

      Hallo Schlaftablette,

      je nach Region kommt man sicher auch mit weniger aus. Ich bräuchte derzeit mit 2 Kindern in Leipzig weniger.
      Denk aber auch an die Inflation. Von 1600 Euro kannst du dir heute nicht mehr annähernd das kaufen, was du vor 10 Jahren bekommen hast.

      Liebe Grüße
      Christoph

  13. Karsten
    Reply November 20, 11:01 #13 Karsten

    Hallo Finanzkoch,

    du siehst das Thema passives Einkommen sehr skeptisch, du hast mit deinen Aussagen auch recht, aber du bemängelst das der Weg zum passiven Einkommen aktiv ist, hat man aber nur einen normalen Job, muss man sein Leben lang aktiv bleiben.

    Ich glaube auch nicht das die meisten Menschen ein passives Einkommen aufbauen wollen, um den ganzen Tag nichts zu tun. Ich zum Beispiel sehe es als Zusatzverdienst um mir mehr leisten zu können :)

  14. Chris
    Reply November 09, 03:21 #14 Chris

    “Passives Einkommen” ist sicher kein Märchen, denn die mehrere hundert Euros die ich schon jeden Monat aus verschiedenen Investmentquellen aufs Konto kriege sind ganz real. Aber Glückwünsch für die wirksam provozierende Überschrift (hat ja auch bei mir funktioniert ;-) ).

    Was du meinst, und auch im Text beschreibst, ist eher die sog. “Finanzielle Freiheit”, also der Zustand wenn das passive Einkommen schließlich in solchen Größenordnungen fließt, dass man nicht mehr aktiv arbeiten brauch und sich als Privatier gemütlich am Palmenstrand räkeln kann, oder was die Leute sonst noch so für Bonzenphantasien haben…
    Das ist tatsächlich eine Kategorie, in der die meisten Leute (in der Gesellschaft generell, und auch die meisten die davon so auf Finanzblogs posten ^^) wohl nie kommen werden, weil (und das kann man ja mit einem einfachen Dreisatz leicht ausrechnen, wie du noch schön an Beispiel gezeigt hast), das dafür benötigte Anspar-Kapital so hoch ist, dass das wohl nur die wenigsten in ihrem Arbeitsleben erwirtschaften können.

    Du hättest den Beitrag noch eindrucksvoller/ernüchternder gestalten können, wenn du die Statistik zur Einkommensverteilung in Deutschland mit eingebaut hättest, um folgende Frage zu beantworten: wieviel Prozent der Bevölkerung verdient denn eigentlich überhaupt soviel Geld, dass sie davon wieder soviel zurücklegen (sparen/investieren) können, dass sie in 20 Jahren sechs (oder zwei) Millionen Euro haben. Ich glaube, nicht mal ein Zehntel der (arbeitenden!) Bevölkerung hat überhaupt die Vorraussetzungen dazu.
    Die Mehrzahl der Arbeiter/Angestellten krebst doch in Lohnkategorien von unter 2000€ und weniger rum, und viele davon können nichtmal 100€ im Monat selbst noch zurücklegen. Oder wollen nicht, denn lustigerweise ist auch das meine Beobachtung bei vielen Leuten die eigentlich Besserverdiener sind, da die Ansprüche ja auch mit dem Gehalt mitwachsen und die meisten Leute lieber im hier und jetzt alles verkonsumieren anstatt auf irgendwas zu “verzichten” für später. Denn selbst von denen, die’s sich eigentlich leisten könnten, scheitert es am Ende oft auch einfach an der nötigen Spar-Disziplin.

    Also klar, der große Traum, sich nur noch in der Sonne zu lümmeln und von Dividenden zu leben, wird für die meisten ein unerreichbarer Traum bleiben. Und ja, ich finds auch manchmal etwas zum Augenrollen, wenn einige Blogs (besonders eben im amerikanischen Raum) das viel zu optimistisch vermitteln. In der Realität wird für die meisten Menschen, die es am Ende “gerademal” schaffen, ein Depot im mittleren zehntausender-Bereich aufzubauen, aus dem dann “nur” eine kleine Zusatzrente im unteren Hundert-Euro Bereich monatlich bei rauskommt. Nix mit vorzeitigem Ruhestand und so, geht mal lieber weiter schön arbeiten. Aber auf der anderen Seite, hey jeder kleine Zusatz-Euro ist dann am Ende immer noch besser als nichts. Und es ist auch immer noch besser als das was man bei den sonstigen Mainstream-Alternativen zur “Altersvorsorge” bekommen hätte, z.b. irgendwelche Versicherungsprodukte wo man viel mehr einzahlt und viel weniger rausbekommt.

    • Finanzkoch
      Reply November 09, 13:40 Finanzkoch Author

      Hallo Chris,

      danke für die Glückwünsche ;)
      Ich genieße deine Kommentare. Ehrlich und gerade heraus, ringen sie mir immer wieder ein Grinsen ab (spätestens bei “in der Sonne lümmeln” war es bei mir wieder soweit).

      Es kommt immer auf die Definition von “passiv” an. Mir geht es darum, zu verdeutlichen, dass “passiv” im Vorfeld mit einer Menge Arbeit verbunden ist.
      Ich kann verstehen, wenn Menschen sich dazu entscheiden, jeden Euro zu verpulvern. Sie müssen sich dann nur über die Konsequenzen klar sein. Für viele Geringverdiener ist das, wie du schon angesprochen hast, sogar der richtige Weg.
      Was nützten dir später 100 Euro extra im Monat, wenn der Staat eh aufstockt? An dieser Stelle ist nur für Idealisten jeder Zusatzeuro besser als nichts. Denn gerade Geringverdiener müssen in der Ansparphase auf überproportional viel Lebensqualität verzichten, wenn sie ein paar Euro zurücklegen.

      Herzliche Grüße
      Christoph

  15. Pimaldaumen
    Reply November 01, 15:07 #15 Pimaldaumen

    Wieso werden im Fall 1 für anfänglich 5000 € Monatsbedarf 6 Mio. € Kapital benötigt?
    Bei 4% sind das 240.000 € im Jahr. Trotz Steuern und Inflation scheint mir das zu viel. Oder sehe ich irgendetwas nicht?

    • Finanzkoch
      Reply November 01, 15:42 Finanzkoch Author

      Die 6 Mio. Euro für die ewige Rente kommen durch die 25 Prozent Abgeltungssteuer (Steuerfreibetrag über 1602€) und die jährlich steigende Entnahme um 2 Prozent zustande.

      Kannst du hier nachrechnen:
      http://www.zinsen-berechnen.de/entnahmeplan.php

      Herzliche Grüße
      Christoph

      • Pimaldaumen
        Reply November 01, 17:59 Pimaldaumen

        Ui, erstaunlich was passiert, wenn man die Steuern berücksichtigt oder eben nicht.
        Da das Paar allerdings keine weiteren Einkünfte hat, ist doch nicht nur der Sparerfreibetrag, sondern auch noch der Grundfreibetrag und die Absetzbarkeit der Krankenversicherung zu berücksichtigen, oder nicht?

        Freundlichen Gruß
        Oliver

        • Finanzkoch
          Reply November 02, 09:55 Finanzkoch Author

          Hallo Oliver,

          der Grundfreibetrag ist nur für Geringverdiener interessant. Sobald er überschritten ist (derzeit 8472 Euro), muss das komplette Einkommen versteuert werden.

          Bei den Beiträgen für die Krankenversicherung hast du völlig recht. Der Teil der privaten Krankenversicherung, der als Basisabsicherung eingestuft wird, kann als Vorsorgeaufwand steuerlich voll angesetzt werden.

          Wenn man es genau macht, wird der Steuervorteil unser Paar kaum entlasten. Denn das Paar aus unserem Märchen wird in 20 Jahren vermutlich wesentlich mehr als 500 Euro für die Krankenkasse berappen müssen.

          Herzliche Grüße
          Christoph

  16. Nico von Finanzglück
    Reply Oktober 31, 21:12 #16 Nico von Finanzglück

    Hallo zusammen,

    ich sehe finanzielle Freiheit eher als die oben beschriebene Financial Independence denn Early Retirement. Mal ganz ehrlich, wie realistisch ist es absolut keine Kohle mehr zu verdienen, nachdem man seine Arbeit weit vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter gekündigt hat?

    Der Plan ist doch vielmehr so viel Kapital aufzubauen (investiert am Aktienmarkt, Immobilien, …), dass der passive Einkommensstrom reicht, um sich sicher genug zu fühlen, ohne geregeltes Einkommen gut über die Runden zu kommen.

    Die Chancen sind hoch, mit dem was Du dann machst, immer noch irgendwo ein Einkommen zu erzielen. Sei es mit solch einem Blog hier wenn Du gerne schreibst, mit einer 400 Euro Vergütung bei einer (fast) ehrenamtlichen Tätigkeit, mit der (sehr niedrigen) Vergütung als Basketballtrainer. Die Intention ist ja nicht, in der finanziellen Freiheit nur noch auf der Couch rumzusitzen. Du willst die Dinge zu tun, auf die Du richtig Bock hast, die Dich glücklich machen. Die Projekte, die Du dann anpackst, werden schon irgendwas abwerfen. Auch wenn das nicht die Intention dahinter ist.

    Dann schmeiß noch die von Dummerchen oben genannten Faktoren mit in den Cocktail (gesetzliche Rente, niedrigere Inflation, höhere Rendite…) und Du kannst sehr wohl schon früher Deine geregelte Arbeit hinschmeißen. Kalkuliere ruhig optimistisch. Wenn es dann doch widererwarten anders läuft, und Du siehst wie sich Dein Kapital zu früh reduziert, dann kannst Du ja immer noch anfangen gegenzusteuern und wieder etwas Geld nebenbei zu verdienen.

    Kleine Beiträge zum Einkommen machen dann schon einen großen Unterschied (das meiste benötigte Einkommen wird ja bereits passiv abgedeckt). Den größten Fehler, den Du in meinen Augen tun kannst, ist zu konservativ zu kalkulieren. Dann gehst Du auf Nummer sicher und verbringst doch noch 10 Jahre länger auf der Maloche, nur um zu realisieren, dass Dein Vermögen immer weiter wächst.

    Um es kurz zu fassen: Sei lieber mutig und flexibel als zu vorsichtig.

    LG, Nico

    • Finanzkoch
      Reply November 01, 13:19 Finanzkoch Author

      Hallo Nico,

      “Sei lieber mutig und flexibel als zu vorsichtig.” Das sehe ich auch so.

      Mir geht es um eine nüchterne Auseinandersetzung mit dem Thema passives Einkommen. Die Ziele können und sollen ruhig hoch gesteckt werden. Nur sollte man nicht enttäuscht sein, wenn der Weg beschwerlicher wird, als erwartet.

      Fakt ist: Ohne Arbeit, Verzicht, Knowhow und viel Zeit wird es in den meisten Fällen nichts mit der finanziellen Unabhängigkeit durch passives Einkommen.

      Finanzielle Unabhängigkeit kann dabei ganz unterschiedlich definiert werden. Für den einen ist damit genug “Fuck-you-Money” gemeint und für den anderen der Ausstieg aus dem Arbeitsleben.

      Am wichtigsten ist es in meinen Augen alles dafür zu tun, dass bestmögliche aus den aktuellen Lebensumständen herauszuholen. Die Zukunft dabei nicht aus den Augen zu verlieren, das ist die Gratwanderung, die gelingen muss.

      Herzliche Grüße
      Christoph

  17. Christian
    Reply Oktober 30, 13:10 #17 Christian

    Schön geschrieben, wobei wie schon Finanzwesir geschrieben hat, es besonders in Amerika durchaus Beispiele gibt, wo das passive Einkommen durchaus Realität ist. Nur muss man natürlich auch so ehrlich sein, dass die Chance einen genau so großen Erfolg zu verbuchen wahrscheinlich ähnlich hoch ist, wie im Lotto zu gewinnen.

    Meiner Meinung nach ist aber passives Einkommen kein Märchen, sondern Realität – leider nur zeitlich begrenzt ;-) Ich habe beispielsweise verschiedene ältere Seiten, über die ich noch den ein oder anderen Euro im Monat verdiene, ohne dafür etwas aktiv machen zu müssen. Nur davon leben könnte ich auch nicht :-)

    • Finanzkoch
      Reply November 01, 14:13 Finanzkoch Author

      Der Erfolg hängt eben stark von den persönlichen Umständen ab. Manch einer kann schon per Geburtsrecht von Dividenden und Zinsen leben. Ein anderer, der sich sein ganzes Leben streckt, wird vielleicht nie soweit kommen.

      Herzliche Grüße
      Christoph

  18. Finanzwesir
    Reply Oktober 30, 10:31 #18 Finanzwesir

    @Dummerchen

    “Wenn ich hingegen von Bloggern lese, die mit Anfang 40 aus dem Berufsleben aussteigen wollen, frage ich mich…”

    Besonders bei den US-Kollegen (der viel gerühmte MMM) frage ich mich:

    – Glück & besondere Lebensumstände gehabt? Nur weil etwas unwahrscheinlich ist, kann es ja trotzdem vorkommen. Es gilt das Gesetz der großen Zahl (siehe den aktiven Fonds-Manager, der 8 Jahre lang den Index schlägt). Wenn eine Million Blogger dieses Ziel erreichten will, werden schon ein paar durchkommen. ;-)

    – bißchen geflunkert, die US-amerikanische Selbstvermarktung spielt eindach in einer anderen Liga, als wir Deutschen

    – realistisches Ziel, weil die Abgaben (Steuern und Sozialabgaben) deutlich geringer sind und die 401(k)-Pläne ein steuerfreies Aktiensparen erlauben. Natürlich um den Preis, dass es richtig teuer wird, wenn man krank wird. Das ist mir hier egal, mir geht es nur darum, ob das System es prinzipiell leichter macht als bei uns.

    Gruß
    Finanzwesir

    • Finanzkoch
      Reply Oktober 30, 11:12 Finanzkoch Author

      Hallo Finanzwesir,

      ich denke, es wird eine Mischung sein. Glück, Selbstvermarktung und andere gesetzliche Rahmenbedingungen.

      Zudem ist der Schritt in den “Vorruhestand” das eine, dort zu bleiben das andere. Mr Money Mustache arbeitet auch wieder. Mit seinem Blog verdient er sicher die eine oder andere Mark.

      Herzliche Grüße
      Christoph

    • Dummerchen
      Reply Oktober 30, 14:37 Dummerchen

      Hallo Finanzwesir,
      ich kenne das Beispiel MMM und habe alle seine Beiträge gelesen. Ich kenne den Fall. Er definiert finanzielle Unabhängigkeit eher in dem Sinne, wie wir ihn auch schon bei Dir diskutiert haben: F$%&-You-Money! Aufgehört zu arbeiten haben weder seine Frau noch er wirklich. Vermutlich könnten sie es jederzeit tun, denn sein neues Häuschen (-> viel Eigenarbeit und Verkauf des alten Haus) gepaart mit seinen Ersparnissen haben ihm in den letzten Jahren sicher noch ein paar Dollar aufs Konto gespült. Dass er mit seinem Blog zudem ne Menge Geld verdient, hilft ebenfalls.
      BTW: Ich würde es nicht anders machen. Sollte ich tatsächlich irgendwann den Tag erleben, an dem ich nicht mehr arbeiten müsste, würde ich vermutlich zumindest auf einer Halbtagsstelle bleiben und die zusätzliche Zeit genießen.
      Mir geht es wie Dir: Sind die US-Blogger wirklich abgesichert, wenn’s gesundheitlich mal schlecht läuft? Healthcare ist auf jeden Fall dort immer wieder mal ein kritischer Diskussionspunkt. Vielleicht geht man auf der anderen Seite des großen Teichs auch etwas fatalistischer mit dem Thema um.

      Hierzulande erscheint der Sozialstaat den “normalen” Berufsweg zu fördern – um es mal positiv zu formulieren. Die Rahmenbedingungen sind halt anders, was ja nicht heißen soll, dass man mit ein paar Euros im Rücken einige Weichen nicht anders stellen kann.

      LG
      Dummerchen

      • Finantwesir
        Reply Oktober 30, 17:02 Finantwesir

        Ich habe hier den englischsprachigen Artikel von Mr. 1500 Days ausgegraben
        http://www.1500days.com/thursday-rant-advice-for-when-you-hate-your-wife/

        Er unterscheidet zwischen “early retirement” und “financial independence”.

        Ganz grob:

        – ER: Malochen wie ein Tier, dann nichts mehr tun außer golfen, netflixen und in der Sonne sitzen

        -FI: Man schafft sich Optionen. Man kann arbeiten, muss aber nicht. Man versucht zunehmend mit Dingen Geld zu verdienen, die einem Spaß machen. Hat aber die Option auch nein zu sagen. Geht natürlich besonders gut im Team. Mal arbeitet er mehr, mal sie.

        Was das Gesundheits-/Sozialsystem angeht: Ich kenne jetzt schon 2 Familien, die die Chance gehabt hätten dauerhaft in Kanada, bzw. den USA seßhaft zu werden, sich aber aufgrund des Gesundheitssystems dagegen entschieden haben.
        Ist natürlich nur anekdotisch. Ich bin mir sicher, es gibt mehr als 2 Familien, die trotzdem ausgewandert sind, weil sie die Situation ganz anders beurteilen ;-)

        Gruß
        Finanzwesir

  19. Dummerchen
    Reply Oktober 30, 09:59 #19 Dummerchen

    Hallo Christoph!

    Trauriges Märchen ;-)! Und es wird noch trauriger, denn selbst die Annahme

    “Wer von Zinsen und Dividenden lebt, musst sein Geld defensiver anlegen. Für die Zeit eurer finanziellen Freiheit gehen wir daher von einer durchschnittlichen Rendite von 4 Prozent aus.”

    reicht nicht aus. Es muss tatsächlich eine *jährliche* Rendite von 4% sein. Schwankt die Rendite (und damit das Wertpapiervolumen, das verkauft werden muss), wird der Kapitalbedarf noch höher.

    Deine Zahlen zeigen ganz schön, wie schwierig es tatsächlich ist, komplett von einem Kapitalstock leben zu können.
    Natürlich können hier Einwände aufgeführt werden:
    * dass der Kapitalbedarf (heute und/oder später) ja gar nicht so hoch sein muss,
    * dass die Inflationsrate nicht so hoch sein muss,
    * dass irgendwann ja auch eine gesetzliche/betriebliche Rente/Pension bezogen werden kann,
    * dass höhere Renditen möglich seien,
    * dass man selbst eine Form des “passiven Einkommens” hätte, die tatsächlich höhere Gewinne liefere,
    * …

    Ja, und wenn mehrere dieser Faktoren gezielt adressiert werden, kann die finanzielle Unabhängigkeit (im Sinne von “Kein Bedarf an zusätzlichen Erwerbstätigkeiten”) durchaus erreicht werden. Wer nicht über 20 Jahre, sondern “nur” 10 Jahre bis zur Rente überbrücken muss, hat sicherlich bessere Chancen. Auch geringere Finanzansprüche sind geradezu elementar. Man kann heute mehr sparen und braucht später geringere Summen.
    Wer bereit ist, parallel noch ein wenig zu arbeiten, kann sich auch die Krankenversicherungsbeiträge ersparen und den Finanzbedarf zusätzlich absenken.
    Dafür sind auch einige Unbekannte Faktoren in der Betrachtung, auf die der Einzelne keinen (oder wenig) Einfluss hat: Inflation, Marktrenditen, Gesetzgebung (Steuer, Rente,…), Entwicklung der eigenen Gesundheit (und Gesundheitskosten).

    Alles in allem bin ich aber voll auf Deiner Seite: Je höher das Alter, in dem man den Ausstieg (zumindest partiell) anstrebt, desto wahrscheinlicher wird eine tatsächliche Umsetzbarkeit.

    Wenn ich hingegen von Bloggern lese, die mit Anfang 40 aus dem Berufsleben aussteigen wollen, frage ich mich,
    * ob sie entweder auf Sozialhilfeniveau leben wollen,
    * ob sie tatsächlich alle Kosten in ihren Plänen (s.o.: KV) berücksichtigt haben
    * ob sie erbbare Vermögen in ihre Betrachtungen einbeziehen und
    * ob sie sich tatsächlich mit Entnahmestrategien von renditeschwankenden Geldanlagen konkret beschäftigt haben.

    Lieben Gruß
    Dummerchen

    • Finanzkoch
      Reply Oktober 30, 10:50 Finanzkoch Author

      Hallo Dummerchen,

      Du sprichst einen wunden Punkt der kapitalgedeckten Altersvorsorge an. Was Schwankungen im Vermögen auslösen können, zeigt folgender Artikel von 2002:
      USA: Unruhiger Ruhestand

      *Irgendwann kann gesetzliche Rente bezogen werden:
      Ein Punkt den man nicht vergessen sollte. Je eher Beitragszahlungen eingestellt werden, desto geringer sind später die Ansprüche gegenüber der Rentenkasse.

      Liebe Grüße
      Christoph

    • Andreas
      Reply November 08, 10:42 Andreas

      Gerade den Punkt der Krankenversicherung würde ich -in der gleichen Weise wie Dummerchen- deutlich herausstellen. Durch einen Minijob, den man nicht von der Sozialversicherung befreit, kann man mit minimale Beiträge sich UND seinen Partner (beitragsfrei mitversichert) krankenversichern. Hierzu muss man nur einen Arbeitgeber finden, der das mitmacht. So kann ich mir vorstellen schon in “jüngeren” Jahren (50) einen Monat zu arbeiten und mir das Gehalt über das ganze Jahr sozialversicherungspflichtig auszahlen zu lassen. Eventuell hat der bestehende Arbeitgeber ja bestimmte Zeiten, in denen er besonders viele Aufträge abarbeiten muss und ist in dem Fall froh, mit einer solchen Regelung selbst flexibel zu sein.
      Auch ein gewisses Entsparen bis zu dem Zeitpunkt, zu dem man in den Genuss der Alterssicherung (60, 62, 67) kommt, kann sinnvoll eingeplant werden.

      Gruß
      Andreas

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